Zürcher Nachrichten - Luce: Ferraris geniale Stromwende

EUR -
AED 4.261413
AFN 73.676471
ALL 96.278744
AMD 437.750421
ANG 2.076422
AOA 1063.89141
ARS 1642.293594
AUD 1.653661
AWG 2.088336
AZN 1.976923
BAM 1.962747
BBD 2.337062
BDT 141.912296
BGN 1.911577
BHD 0.437776
BIF 3439.952852
BMD 1.160186
BND 1.486805
BOB 8.018346
BRL 6.12022
BSD 1.160407
BTN 106.577771
BWP 15.74699
BYN 3.414671
BYR 22739.654605
BZD 2.33375
CAD 1.577697
CDF 2578.518954
CHF 0.901807
CLF 0.026785
CLP 1057.603232
CNY 8.002391
CNH 8.012422
COP 4401.097723
CRC 554.020355
CUC 1.160186
CUP 30.744941
CVE 110.656189
CZK 24.390489
DJF 206.188794
DKK 7.470917
DOP 69.084225
DZD 152.427664
EGP 58.169898
ERN 17.402797
ETB 179.979358
FJD 2.564597
FKP 0.871195
GBP 0.866073
GEL 3.138351
GGP 0.871195
GHS 12.554951
GIP 0.871195
GMD 85.278173
GNF 10175.014283
GTQ 8.90251
GYD 242.757728
HKD 9.074793
HNL 30.712574
HRK 7.532399
HTG 152.228153
HUF 393.329319
IDR 19670.497345
ILS 3.588759
IMP 0.871195
INR 106.675723
IQD 1520.073723
IRR 1530370.057917
ISK 145.104968
JEP 0.871195
JMD 181.723206
JOD 0.822618
JPY 183.065246
KES 149.838527
KGS 101.458752
KHR 4656.098922
KMF 491.919465
KPW 1044.178566
KRW 1724.853605
KWD 0.356816
KYD 0.966977
KZT 573.306738
LAK 24847.841409
LBP 103910.642058
LKR 360.971205
LRD 211.75948
LSL 19.4095
LTL 3.425729
LVL 0.701786
LYD 7.39414
MAD 10.821603
MDL 20.068079
MGA 4832.082245
MKD 61.639062
MMK 2436.275482
MNT 4140.7933
MOP 9.345636
MRU 46.438368
MUR 54.997179
MVR 17.936921
MWK 2012.026148
MXN 20.649119
MYR 4.578141
MZN 74.147954
NAD 19.409416
NGN 1613.088885
NIO 42.70114
NOK 11.136982
NPR 170.513035
NZD 1.967032
OMR 0.446075
PAB 1.160402
PEN 3.996847
PGK 4.997689
PHP 68.735291
PKR 324.096389
PLN 4.275694
PYG 7591.871294
QAR 4.231559
RON 5.092759
RSD 117.417875
RUB 91.659839
RWF 1692.410025
SAR 4.354773
SBD 9.341427
SCR 15.734037
SDG 697.85642
SEK 10.659005
SGD 1.483809
SHP 0.87044
SLE 28.428822
SLL 24328.529207
SOS 661.911445
SRD 43.688566
STD 24013.517303
STN 24.585218
SVC 10.152936
SYP 128.573492
SZL 19.413291
THB 36.949043
TJS 11.156459
TMT 4.072254
TND 3.409152
TOP 2.793451
TRY 51.126592
TTD 7.862252
TWD 36.906116
TZS 2993.281454
UAH 50.70507
UGX 4282.156617
USD 1.160186
UYU 45.651583
UZS 14151.087524
VES 493.243998
VND 30443.292695
VUV 138.405906
WST 3.162962
XAF 658.232905
XAG 0.013814
XAU 0.000226
XCD 3.135462
XCG 2.091293
XDR 0.814912
XOF 658.284148
XPF 119.331742
YER 276.824653
ZAR 19.257187
ZMK 10443.074517
ZMW 22.435313
ZWL 373.579567
  • DAX

    -224.7200

    23591.03

    -0.95%

  • MDAX

    -206.1800

    29482.78

    -0.7%

  • Goldpreis

    89.0000

    5167.7

    +1.72%

  • Euro STOXX 50

    -62.9900

    5719.9

    -1.1%

  • TecDAX

    -55.8900

    3607.48

    -1.55%

  • SDAX

    -66.5100

    17232.69

    -0.39%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1609

    -0.06%

Luce: Ferraris geniale Stromwende
Luce: Ferraris geniale Stromwende

Luce: Ferraris geniale Stromwende

Rom wird zum Schauplatz eines Einschnitts, der bei Ferrari größer kaum sein könnte: Am 25. Mai 2026 will der Hersteller seinen ersten vollelektrischen Serien-Ferrari der Öffentlichkeit präsentieren. Der Name des Modells steht bereits fest – „Luce“, italienisch für „Licht“. Und er ist Programm: Nicht als Abkehr von der Tradition, sondern als bewusst gesetzter Startpunkt in eine Zukunft, in der Leistung, Emotion und Elektrifizierung zusammenfinden sollen. Ferrari spricht damit nicht nur über eine neue Antriebsart – sondern über einen neuen Abschnitt der Markenidentität.

Drei Phasen bis zur Weltpremiere – und ein bewusst aufgebauter Spannungsbogen
Ferrari hat die Einführung des Luce nicht als klassischen „Vorhang auf“-Moment angelegt, sondern als mehrstufige Enthüllung. Nach der frühen technischen Sichtbarmachung zentraler Komponenten folgte Anfang 2026 die nächste, stark designgetriebene Etappe: Name und Innenraum wurden vorab gezeigt, ohne das vollständige Exterieur offenzulegen. Diese Dramaturgie ist kein Zufall. Sie signalisiert, dass Ferrari den Luce nicht als bloßes „E-Modell“ verstanden wissen will, sondern als Start eines eigenständigen Segments innerhalb der eigenen Modellwelt – mit eigenem Charakter, eigener Formensprache und einer klaren Botschaft: Elektrifizierung ist hier nicht Selbstzweck, sondern Werkzeug für neue Möglichkeiten.

Textgröße:

Was bisher feststeht: Leistung jenseits der 1.000-PS-Marke – und Alltagstauglichkeit als Ziel
Obwohl Ferrari bei finalen Daten traditionell zurückhaltend ist, sind inzwischen mehrere technische Eckpunkte bekannt, die den Anspruch des Luce klar abstecken. Im Raum stehen über 1.000 PS als Spitzenleistung (je nach Betriebsmodus), kombiniert mit einer Beschleunigung, die im Supersportwagenbereich zuhause ist: 0–100 km/h in etwa 2,5 Sekunden gilt als Richtwert. Dazu kommt eine WLTP-Reichweite von rund 530 Kilometern – ein Wert, der ausdrücklich zeigt, dass Ferrari den Luce nicht nur als Kurzstrecken-„Showcar“ positioniert, sondern als Hochleistungsfahrzeug mit ernstzunehmender Reisedistanz.

Für die Ladeperformance soll eine Hochvolt-Architektur sorgen: Schnellladen bis 350 kW wird genannt – ein Niveau, das den Luce in die erste Reihe moderner Performance-Elektroautos stellt. Der Fokus liegt damit nicht nur auf Maximalwerten auf der Rennstrecke, sondern auch auf einem Punkt, der für anspruchsvolle Kunden zunehmend entscheidend ist: Zeit. Wer auf langen Strecken unterwegs ist, erwartet nicht bloß Reichweite, sondern kurze Ladefenster – und genau hier will Ferrari offensichtlich auf Augenhöhe mit den Besten sein.

Vier Elektromotoren, neue Fahrdynamik-Logik – und Ferrari-typische Präzision
Technisch deutet vieles darauf hin, dass Ferrari beim Luce auf eine Viermotoren-Konfiguration setzt – also je einen Elektromotor pro Rad. Das ist weit mehr als ein „Allradantrieb“ im klassischen Sinn: Es ermöglicht extrem feine Momentenverteilung (Torque Vectoring), neue Stabilitätsstrategien und eine Fahrdynamik, die nicht mehr an mechanische Kopplungen gebunden ist. Ergänzend werden moderne Systeme wie Hinterachslenkung und ein hochentwickeltes Fahrwerkskonzept genannt, das in der Lage sein soll, Karosseriebewegungen sehr aktiv zu kontrollieren.

Das Ziel dahinter ist klar: Ferrari will verhindern, dass sich „elektrisch“ nach Gewicht und Trägheit anfühlt. Stattdessen soll der Luce das liefern, was Fans seit Jahrzehnten mit dem Namen verbinden: unmittelbare Reaktion, messerscharfe Präzision und eine Balance, die nicht erst bei hohen Geschwindigkeiten überzeugt, sondern schon im ersten Lenkwinkel.

Der Sound: keine Theaterkulisse, sondern „echte“ Signatur
Eines der emotionalsten Themen rund um Elektro-Sportwagen ist der Klang. Ferrari hat hier offenbar eine eindeutige Richtung eingeschlagen: Statt künstlicher „Verbrenner-Inszenierung“ soll ein System zum Einsatz kommen, das reale Schwingungen des Antriebsstrangs nutzt und verstärkt. Die Idee: Der Luce soll nicht so tun, als hätte er Zylinder – er soll als Elektro-Ferrari erkennbar sein, aber dennoch eine markentypische akustische Identität tragen. Das ist ein heikler Balanceakt, denn Sound ist bei Ferrari nicht Dekoration, sondern Teil der Fahrerbindung. Gerade deshalb wirkt diese Lösung wie ein Versuch, Authentizität über Effekte zu stellen.

Ein Interieur wie ein Manifest: Retro, taktil, bewusst gegen den Touch-Trend
Noch bevor das Exterieur vollständig gezeigt wird, ist klar: Der Innenraum ist ein Statement. Statt riesiger Bildschirmlandschaften dominiert ein Ansatz, der auf taktile Bedienung setzt – mit klassischen Tasten, Schaltern und Instrumenten, die bewusst an mechanische Logik erinnern. Dieses „Retro im Hightech-Gewand“ polarisiert bereits in der öffentlichen Wahrnehmung, aber genau das macht es so Ferrari-typisch: Nicht jedem gefallen – aber eindeutig wiedererkennbar sein.

Zentral ist dabei die Philosophie, dass ein Sportwagen nicht wie ein Smartphone funktionieren muss. Viele Funktionen sollen blind bedienbar bleiben, ohne durch verschachtelte Menüs zu führen. Ergänzt wird das durch ein digitales Anzeige-Set-up, das offenbar nicht in erster Linie „größer“, sondern klarer und fokussierter sein will. Auch das Lenkrad greift diese Linie auf: eine Dreispeichen-Ästhetik, die historische Anmutung mit moderner Ergonomie verbindet. Interessant ist zudem, dass der verantwortliche Gestalter öffentlich eingeräumt haben soll, angesichts der Tragweite des Projekts „nervös“ zu sein – ein selten offenes Signal dafür, wie groß der Druck ist, hier den richtigen Ton zu treffen.

Design-Kooperation mit LoveFrom: Maranello trifft Silicon Valley – ohne Ferrari zu verlieren
Ein weiterer, sehr bemerkenswerter Punkt ist die Designpartnerschaft: Für den Luce wurde das Interieur nicht ausschließlich im klassischen Ferrari-Designkosmos entwickelt, sondern in Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Kreativkollektiv um Jony Ive und Marc Newson. Damit holt Ferrari bewusst externe Perspektiven an Bord – nicht, um die Marke zu „entfremden“, sondern um neue Produktlogik zu integrieren: Reduktion, Klarheit, Interaktionsdesign. Gleichzeitig soll der Luce eindeutig als Ferrari erkennbar bleiben. Genau darin liegt die Herausforderung: Minimalismus, ohne sterile Beliebigkeit; Innovation, ohne Traditionsbruch.

Karosserie und Konzept:
Viertürer, neue Proportionen – und ein Segment, das Ferrari so noch nicht hatte
Zum äußeren Auftritt hält Ferrari die Spannung bislang hoch. Was jedoch als sicher gilt: Der Luce wird ein Viertürer. Prototypen und die bisherige Einordnung deuten auf eine Karosserie hin, die eher in Richtung Crossover/GT als in Richtung klassischer, flacher Zweisitzer geht – ohne dass Ferrari das Wort „SUV“ bemühen müsste. Der Luce soll damit nicht nur „der erste Elektro-Ferrari“ sein, sondern auch ein Fahrzeug, das neue Nutzungsprofile abdeckt: mehr Alltag, mehr Raum, mehr Vielseitigkeit – bei Ferrari-typischem Leistungsanspruch.

Preis und Positionierung: Luxus-Grenzbereich – und bewusst exklusiv
Offizielle Preisangaben stehen noch aus. In der Branche werden jedoch Beträge im Bereich von rund einer halben Million Euro diskutiert – abhängig von Ausstattung und Individualisierung. Und genau hier dürfte Ferrari ansetzen: Der Luce wird nicht über Volumen definiert werden, sondern über Exklusivität, Personalisierung und technische Eigenständigkeit. Besonders wichtig: Ferrari hat zugleich deutlich gemacht, dass Kunden – gerade im Sammlerumfeld – nicht „gedrängt“ werden sollen, elektrische Modelle zu kaufen, um weiterhin Zugang zu Sondereditionen zu erhalten. Das ist ein Signal der Beruhigung an eine Klientel, die Tradition nicht nur fährt, sondern als Wertanlage betrachtet.

Bedeutung für Ferrari: Elektrisch – aber nicht einheitlich
Der Luce steht auch für eine strategische Botschaft: Ferrari setzt weiterhin auf einen Multi-Energy-Kurs. Elektrisch ist ein neues Kapitel, aber nicht das einzige. Damit bleibt Raum für verschiedene Antriebe – und für die Möglichkeit, Emotion auf mehreren Wegen zu erzeugen. Der Luce ist in diesem Bild der Türöffner: Er muss beweisen, dass Ferrari-Essenz nicht am Verbrennungsmotor hängt, sondern an Fahrgefühl, Reaktion, Design-Integrität und Charakter.

Der 25. Mai 2026 als Moment der Wahrheit – und was danach kommt
Am 25. Mai 2026 soll der Luce in Rom vollständig enthüllt werden. Kurz darauf – so ist es angekündigt – sollen Bestellungen möglich sein. Spätestens dann wird sich entscheiden, ob Ferraris Ansatz aufgeht: Ein Elektroauto, das nicht versucht, „wie früher“ zu wirken, sondern „wie Ferrari – nur elektrisch“. Wenn der Luce dieses Versprechen einlöst, beginnt tatsächlich eine neue Ära: nicht als Abkehr von der Vergangenheit, sondern als Neudefinition dessen, was ein Ferrari im Kern ausmacht.