Zürcher Nachrichten - Karlsruhe betont: Abschiebehaft muss von Richter angeordnet werden

EUR -
AED 4.330011
AFN 77.816604
ALL 96.386176
AMD 445.27199
ANG 2.11057
AOA 1080.58441
ARS 1706.95796
AUD 1.690751
AWG 2.12374
AZN 2.001046
BAM 1.953484
BBD 2.375883
BDT 144.149066
BGN 1.980039
BHD 0.444535
BIF 3481.804115
BMD 1.179037
BND 1.500778
BOB 8.151334
BRL 6.178977
BSD 1.179601
BTN 106.774838
BWP 15.534579
BYN 3.368605
BYR 23109.122866
BZD 2.372487
CAD 1.613306
CDF 2623.357481
CHF 0.917528
CLF 0.025709
CLP 1015.150551
CNY 8.185051
CNH 8.184945
COP 4294.05232
CRC 584.806528
CUC 1.179037
CUP 31.244477
CVE 110.134401
CZK 24.379295
DJF 210.060907
DKK 7.468143
DOP 74.337942
DZD 153.259481
EGP 55.366398
ERN 17.685553
ETB 182.723404
FJD 2.603373
FKP 0.860599
GBP 0.865826
GEL 3.171396
GGP 0.860599
GHS 12.952641
GIP 0.860599
GMD 86.659176
GNF 10353.118267
GTQ 9.04827
GYD 246.797344
HKD 9.206625
HNL 31.160367
HRK 7.528739
HTG 154.623203
HUF 379.584438
IDR 19841.657958
ILS 3.661204
IMP 0.860599
INR 106.577503
IQD 1545.127832
IRR 49666.928795
ISK 144.809316
JEP 0.860599
JMD 184.946962
JOD 0.835955
JPY 185.017418
KES 152.095646
KGS 103.106443
KHR 4751.517985
KMF 491.658611
KPW 1061.068507
KRW 1730.678721
KWD 0.362459
KYD 0.983034
KZT 586.114976
LAK 25373.911247
LBP 101574.027311
LKR 365.107051
LRD 219.300635
LSL 18.935754
LTL 3.481389
LVL 0.713187
LYD 7.45516
MAD 10.817076
MDL 19.959332
MGA 5224.851532
MKD 61.65157
MMK 2475.902139
MNT 4208.980897
MOP 9.492843
MRU 46.842652
MUR 54.317949
MVR 18.227717
MWK 2049.165735
MXN 20.473563
MYR 4.654863
MZN 75.175678
NAD 18.935336
NGN 1616.931904
NIO 43.41018
NOK 11.446161
NPR 170.839416
NZD 1.969009
OMR 0.453347
PAB 1.179601
PEN 3.964518
PGK 5.0542
PHP 69.307911
PKR 329.944946
PLN 4.217574
PYG 7807.741467
QAR 4.293168
RON 5.094974
RSD 117.387278
RUB 89.901336
RWF 1721.344913
SAR 4.42182
SBD 9.508517
SCR 16.63247
SDG 709.192533
SEK 10.618294
SGD 1.502429
SHP 0.884583
SLE 28.945049
SLL 24723.813011
SOS 673.826757
SRD 44.678417
STD 24403.682969
STN 24.471915
SVC 10.32176
SYP 13039.646688
SZL 18.934999
THB 37.525241
TJS 11.023728
TMT 4.132524
TND 3.354952
TOP 2.838838
TRY 51.310979
TTD 7.990525
TWD 37.358842
TZS 3047.810805
UAH 50.877391
UGX 4200.019556
USD 1.179037
UYU 45.466086
UZS 14460.852111
VES 445.657489
VND 30616.640206
VUV 140.961863
WST 3.214255
XAF 655.060768
XAG 0.014992
XAU 0.00024
XCD 3.186406
XCG 2.125979
XDR 0.814834
XOF 655.180078
XPF 119.331742
YER 280.993934
ZAR 19.036252
ZMK 10612.744345
ZMW 23.091618
ZWL 379.649395
  • Euro STOXX 50

    -24.8800

    5970.47

    -0.42%

  • MDAX

    -12.7000

    31524.63

    -0.04%

  • TecDAX

    7.3300

    3613.05

    +0.2%

  • SDAX

    -78.3500

    17925.77

    -0.44%

  • Goldpreis

    -17.9000

    4932.9

    -0.36%

  • DAX

    -177.7500

    24603.04

    -0.72%

  • EUR/USD

    -0.0009

    1.1802

    -0.08%

Karlsruhe betont: Abschiebehaft muss von Richter angeordnet werden
Karlsruhe betont: Abschiebehaft muss von Richter angeordnet werden / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Karlsruhe betont: Abschiebehaft muss von Richter angeordnet werden

Die Festnahme von Ausländern zur Abschiebehaft muss von einem Richter angeordnet werden. Ist dies im Ausnahmefall vorab nicht möglich, muss die richterliche Anordnung sofort nachgeholt werden, wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in drei am Dienstag veröffentlichten Beschlüssen betonte. Die Rechte von drei Ausländern, die sich mit Verfassungsbeschwerden an das Gericht wandten, wurden demnach verletzt. (Az. 2 BvR 329/22 u.a.)

Textgröße:

Es ging um eine Frau aus der Slowakei und einen Mann und eine Frau aus Eritrea und Fälle aus den Jahren 2017, 2019 und 2020. Die beiden Frauen wurden unmittelbar nach der Abschiebehaft abgeschoben. Die Slowakin musste zurück in ihr Heimatland, weil sie mehrmals straffällig geworden war. Die Asylanträge der beiden eritreischen Staatsbürger in Deutschland wurden abgelehnt, weil Italien für ihre Bearbeitung zuständig war. Darum ging es am Verfassungsgericht nun aber nicht.

Die Betroffenen wollten von Amts- und Landgerichten feststellen lassen, dass ihre jeweilige Festnahme vor der Anordnung von Abschiebehaft rechtswidrig war, hatten damit aber keinen Erfolg. Diese Entscheidungen verletzten ihre Grundrechte, wie das Verfassungsgericht feststellte.

In den drei Fällen lag jeweils nach kurzer Zeit, einer Stunde bis einem Tag, eine richterliche Anordnung vor. Betroffene können aber auch nachträglich ein schutzwürdiges Interesse daran haben, dass die Abschiebehaft rechtswidrig war, wie Karlsruhe erklärte. Denn Menschen kommen nur dann in Abschiebehaft, wenn erwartet wird, dass sie untertauchen oder die Abschiebung erschweren wollen. Die Haftanordnung könne also dem Ansehen der Betroffenen schaden.

In Bezug auf die beiden Frauen planten die Ausländerbehörden schon vor den Festnahmen, sie vor der Abschiebung in Haft zu nehmen, wie das Gericht ausführte. Es seien auch entsprechende Anträge bei den zuständigen Amtsgerichten eingegangen. Warum diese nicht rechtzeitig die Festnahmen anordneten, sei nicht aufgeklärt worden.

In bestimmten Fällen dürfen Menschen, die abgeschoben werden sollen, auch ohne vorherige richterliche Anordnung festgehalten werden. Dann muss die richterliche Entscheidung aber "unverzüglich" nachgeholt werden, wie das Verfassungsgericht erklärte. Nur wenige Verzögerungen seien unvermeidbar, wie etwa Schwierigkeiten beim Transport.

Den Geschäftsschluss des Amtsgerichts am Freitagnachmittag ließ es dagegen nicht als Grund gelten, da es keine allgemein festgelegte Dienstzeiten für Richter gebe. Es sei unklar, welche Anstrengungen das Regierungspräsidium unternommen habe, um einen Richter zu erreichen.

In den Fällen der eritreischen Staatsbürger wurden ihre Grundrechte auch deshalb verletzt, weil es für ihre Festnahmen im November 2017 beziehungsweise April 2019 noch kein deutsches Gesetz als Grundlage gab. Eine entsprechende Regelung für solche Dublin-Fälle, in denen ein anderer EU-Staat für das Asylverfahren zuständig ist, trat aber im August 2019 in Kraft.

W.Odermatt--NZN