Zürcher Nachrichten - Karlsruhe: Polizei darf Zimmer für Abschiebung nur mit Richterbeschluss durchsuchen

EUR -
AED 4.337585
AFN 76.771781
ALL 96.377666
AMD 445.292458
ANG 2.11426
AOA 1083.06698
ARS 1706.679507
AUD 1.682
AWG 2.128929
AZN 2.02305
BAM 1.952301
BBD 2.369763
BDT 143.792275
BGN 1.983501
BHD 0.445318
BIF 3486.365995
BMD 1.181098
BND 1.495626
BOB 8.130256
BRL 6.188485
BSD 1.176596
BTN 106.305913
BWP 16.25194
BYN 3.371172
BYR 23149.522115
BZD 2.366369
CAD 1.613829
CDF 2598.415422
CHF 0.917022
CLF 0.02567
CLP 1013.594973
CNY 8.194699
CNH 8.196242
COP 4286.889922
CRC 584.355109
CUC 1.181098
CUP 31.299099
CVE 110.065395
CZK 24.358671
DJF 209.525346
DKK 7.468165
DOP 74.087523
DZD 153.421082
EGP 55.393858
ERN 17.716471
ETB 182.510052
FJD 2.599365
FKP 0.862103
GBP 0.861605
GEL 3.183029
GGP 0.862103
GHS 12.889625
GIP 0.862103
GMD 86.22027
GNF 10322.542162
GTQ 9.024634
GYD 246.153598
HKD 9.227128
HNL 31.086414
HRK 7.53434
HTG 154.334034
HUF 380.752358
IDR 19841.797923
ILS 3.644414
IMP 0.862103
INR 106.822647
IQD 1541.343908
IRR 49753.756262
ISK 145.003764
JEP 0.862103
JMD 184.39029
JOD 0.837399
JPY 185.168979
KES 152.303222
KGS 103.287245
KHR 4747.51093
KMF 493.699297
KPW 1062.923461
KRW 1720.683059
KWD 0.363093
KYD 0.980547
KZT 589.895203
LAK 25308.745187
LBP 105365.295293
LKR 364.18879
LRD 218.848675
LSL 18.845702
LTL 3.487475
LVL 0.714435
LYD 7.438699
MAD 10.792727
MDL 19.925371
MGA 5214.675588
MKD 61.633334
MMK 2480.230498
MNT 4216.339015
MOP 9.468489
MRU 46.970012
MUR 54.189058
MVR 18.247734
MWK 2040.251806
MXN 20.396666
MYR 4.644093
MZN 75.294834
NAD 18.845702
NGN 1629.431558
NIO 43.30257
NOK 11.399191
NPR 170.089861
NZD 1.96181
OMR 0.454118
PAB 1.176566
PEN 3.961001
PGK 5.040986
PHP 69.680058
PKR 329.06799
PLN 4.225077
PYG 7806.041941
QAR 4.278341
RON 5.094899
RSD 117.397611
RUB 90.585617
RWF 1717.229405
SAR 4.429255
SBD 9.517408
SCR 16.051653
SDG 710.429816
SEK 10.572511
SGD 1.50239
SHP 0.886129
SLE 28.907383
SLL 24767.035052
SOS 671.299643
SRD 45.016959
STD 24446.345361
STN 24.45627
SVC 10.29559
SYP 13062.442531
SZL 18.85229
THB 37.336284
TJS 10.995346
TMT 4.145654
TND 3.40233
TOP 2.8438
TRY 51.384728
TTD 7.969749
TWD 37.297869
TZS 3054.957424
UAH 50.919351
UGX 4194.393426
USD 1.181098
UYU 45.317816
UZS 14404.182763
VES 438.943953
VND 30687.289979
VUV 141.208292
WST 3.219874
XAF 654.78617
XAG 0.013099
XAU 0.000234
XCD 3.191976
XCG 2.120508
XDR 0.814344
XOF 654.78617
XPF 119.331742
YER 281.544296
ZAR 18.870345
ZMK 10631.303198
ZMW 23.090711
ZWL 380.313096
  • Goldpreis

    19.3000

    4954.3

    +0.39%

  • TecDAX

    33.0500

    3638.77

    +0.91%

  • Euro STOXX 50

    10.9100

    6006.26

    +0.18%

  • SDAX

    54.7000

    18058.82

    +0.3%

  • MDAX

    225.5900

    31762.92

    +0.71%

  • DAX

    -54.7000

    24726.09

    -0.22%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.1809

    -0.14%

Karlsruhe: Polizei darf Zimmer für Abschiebung nur mit Richterbeschluss durchsuchen
Karlsruhe: Polizei darf Zimmer für Abschiebung nur mit Richterbeschluss durchsuchen / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Karlsruhe: Polizei darf Zimmer für Abschiebung nur mit Richterbeschluss durchsuchen

Für die Durchsuchung der Unterkunft eines Menschen, der abgeschoben werden soll, braucht die Polizei eine richterliche Anordnung. Das betonte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss. Die Beschwerde eines Asylbewerbers aus dem westafrikanischen Guinea hatte damit Erfolg. (Az. 2 BvR 460/25)

Textgröße:

Entscheidend war, dass die Polizeibeamten nicht wussten, ob der Mann überhaupt in dem Zimmer war, bevor sie die Tür aufbrachen und hineingingen. Der Vorfall passierte im September 2019. Der Asylantrag des Manns war abgelehnt worden, er sollte nach Italien abgeschoben werden. Die Polizei kam in das Wohnheim in Berlin, in dem er zusammen mit einem anderen Mann ein Zimmer bewohnte. Die Beamten klopften, es machte aber niemand auf. Sie brachen schließlich die Tür mit einer Ramme auf.

Der Mann aus Guinea zog vor Gericht, weil er fand, dass sein Zimmer nicht hätte betreten und durchsucht werden dürfen. Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg und später dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte er aber keinen Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht erklärte, dass es sich nicht um eine Durchsuchung im Sinn des Grundgesetzes handle, solange die Polizei in dem Zimmer nicht tatsächlich nach jemandem suche.

Der Asylbewerber wandte sich mit Hilfe der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und Pro Asyl an das Bundesverfassungsgericht, das ihm nun Recht gab. Dass ihn die Polizei in seinem Zimmer ergriff, sei als Durchsuchung einzustufen. Bei der Planung einer Abschiebung wüssten die Ausländerbehörde und die Polizei vor Ort nicht sicher, ob sie nach dem Betroffenen suchen müssten.

Sei der Aufenthaltsort nicht sicher bekannt, handle es sich um eine Durchsuchung. Diese müsse von einem Richter angeordnet werden. Da das hier nicht passiert war, wurde der Mann in seinem Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung verletzt.

Es ist dem Verfassungsgericht zufolge nicht entscheidend, ob etwas oder jemand unmittelbar nach dem Betreten der Wohnung zu sehen ist oder erst aktiv gesucht werden muss. Von einem solchen Zufall hänge der Schutz nicht ab. Im konkreten Fall war das Zimmer mit zwei Betten und einigen anderen Möbeln darin 15 Quadratmeter groß.

"Abschiebungen sind kein Freibrief und Schlafzimmer von Geflüchteten keine rechtsfreie Zone, sondern als einziger und elementarer Rückzugsraum grundrechtlich besonders geschützt", erklärte Rechtsanwältin Sarah Lincoln für die GFF. Für Pro Asyl erklärte die rechtspolitische Sprecherin Wiebke Judith: "Geflüchtete Menschen haben Grundrechte, die nicht einfach ignoriert werden können, nur weil es um eine Abschiebung geht."

Die Verfassungsbeschwerde wollte auch erreichen, dass eine bestimmte Regelung im Aufenthaltsgesetz für rechtswidrig erklärt wird. Diese sieht vor, dass die Polizei eine Wohnung zum Zweck der Abschiebung betreten darf, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, dass sich der Ausländer dort befindet.

Karlsruhe erklärte nun, dass diese Regelung im aktuellen Fall nicht entscheidend sei - weil es sich eben um eine Durchsuchung ohne richterliche Anordnung und somit um die Verletzung eines Grundrechts handelte.

O.Hofer--NZN