Zürcher Nachrichten - Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

EUR -
AED 4.248565
AFN 75.785455
ALL 92.840476
AMD 423.075589
ANG 2.070526
AOA 1061.996261
ARS 1725.818393
AUD 1.633312
AWG 2.083792
AZN 1.954527
BAM 1.956956
BBD 2.328917
BDT 141.935094
BGN 1.962456
BHD 0.436084
BIF 3456.851777
BMD 1.156859
BND 1.479063
BOB 13.475963
BRL 5.988133
BSD 1.156353
BTN 110.278162
BWP 15.578148
BYN 3.517091
BYR 22674.428015
BZD 2.325474
CAD 1.604927
CDF 2629.539733
CHF 0.938814
CLF 0.02684
CLP 1056.281293
CNY 7.800927
CNH 7.799211
COP 3615.854016
CRC 520.238881
CUC 1.156859
CUP 30.656752
CVE 110.334964
CZK 24.202642
DJF 205.901665
DKK 7.475539
DOP 67.684089
DZD 153.61445
EGP 58.162455
ERN 17.352879
ETB 187.043321
FJD 2.560649
FKP 0.857206
GBP 0.854485
GEL 3.019582
GGP 0.857206
GHS 12.661481
GIP 0.857206
GMD 85.034506
GNF 10157.440905
GTQ 8.822289
GYD 241.862914
HKD 9.07828
HNL 30.998192
HRK 7.535311
HTG 151.248523
HUF 362.438588
IDR 20581.670858
ILS 3.411651
IMP 0.857206
INR 110.363672
IQD 1514.786725
IRR 1590203.33482
ISK 142.18916
JEP 0.857206
JMD 183.119283
JOD 0.820194
JPY 183.914485
KES 149.685774
KGS 101.167326
KHR 4678.764619
KMF 493.978398
KPW 1041.173055
KRW 1632.009301
KWD 0.357099
KYD 0.963628
KZT 536.559512
LAK 26096.420024
LBP 103542.882097
LKR 384.780644
LRD 209.876713
LSL 18.705915
LTL 3.415903
LVL 0.699772
LYD 7.362732
MAD 10.724893
MDL 20.051061
MGA 4977.941399
MKD 61.570106
MMK 2428.724962
MNT 4161.604965
MOP 9.345722
MRU 46.43584
MUR 54.488414
MVR 17.873537
MWK 2004.984719
MXN 19.662472
MYR 4.727036
MZN 73.934634
NAD 18.705753
NGN 1573.385539
NIO 42.557354
NOK 10.932891
NPR 176.455943
NZD 1.964086
OMR 0.444809
PAB 1.156283
PEN 3.900107
PGK 5.194339
PHP 70.990603
PKR 321.170209
PLN 4.306331
PYG 6940.100812
QAR 4.215309
RON 5.242535
RSD 117.340344
RUB 97.26666
RWF 1700.407637
SAR 4.346577
SBD 9.311072
SCR 15.884866
SDG 694.692625
SEK 11.000209
SGD 1.478587
SHP 0.857077
SLE 28.34026
SLL 24258.744935
SOS 660.830462
SRD 43.639594
STD 23944.636756
STN 24.51597
SVC 10.117416
SYP 15041.475047
SZL 18.704184
THB 38.318633
TJS 10.678009
TMT 4.060574
TND 3.390103
TOP 2.785438
TRY 55.395282
TTD 7.834103
TWD 36.955268
TZS 3065.278426
UAH 51.727948
UGX 4295.798263
USD 1.156859
UYU 46.329578
UZS 13765.252691
VES 890.907313
VND 30250.116375
VUV 137.217304
WST 3.162453
XAF 656.344825
XAG 0.017805
XAU 0.000265
XCD 3.126468
XCG 2.083957
XDR 0.817959
XOF 656.378888
XPF 119.331742
YER 274.412202
ZAR 18.699005
ZMK 10413.115684
ZMW 21.852913
ZWL 372.507988
  • TecDAX

    56.9800

    4120.1

    +1.38%

  • Euro STOXX 50

    6.3100

    6551.78

    +0.1%

  • Goldpreis

    24.4000

    4444.8

    +0.55%

  • DAX

    164.9300

    26464.67

    +0.62%

  • MDAX

    265.4300

    32530.29

    +0.82%

  • EUR/USD

    0.0056

    1.1587

    +0.48%

  • SDAX

    107.0600

    18660.13

    +0.57%

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt
Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt / Foto: oliver contreras - AFP/Archiv

Netanjahu beantragt offiziell Begnadigung - Opposition verlangt seinen Rücktritt

Der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagte israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei Israels Staatschef Isaac Herzog offiziell seine Begnadigung beantragt. Das israelische Präsidialamt sprach nach Erhalt des Schreibens am Sonntag von einem "außergewöhnlichen Antrag". Netanjahu, der bislang jegliches Fehlverhalten bestreitet, begründete den Schritt mit "nationalem Interesse"; der Prozess gegen ihn spalte das Land. Die Opposition dagegen kritisierte Netanjahu scharf wegen eines fehlenden Schuldeingeständnisses und verlangte seinen Rückzug aus dem politischen Leben.

Textgröße:

Herzogs Büro erklärte am Sonntag, es sei sich "bewusst, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Antrag handelt". Nach Einholung "aller relevanten Stellungnahmen" werde der Präsident den Antrag "verantwortungsbewusst und aufrichtig prüfen".

Netanjahu steht wegen drei verschiedener Korruptionsfälle vor Gericht. Ihm und seiner Frau Sara wird zur Last gelegt, Geschenke - darunter Schmuck, Champagner und Zigarren - im Wert von mehr als 260.000 Dollar (rund 223.000 Euro) von Milliardären im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen zu haben. In zwei weiteren Fällen soll er versucht haben, eine für ihn günstigere Berichterstattung mit israelischen Medien auszuhandeln. Netanjahu weist die Vorwürfe zurück.

Der Prozess gegen ihn dauere nun schon fast sechs Jahre und werde "voraussichtlich noch viele weitere Jahre andauern", sagte Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. Zwar wolle er den Prozess bis zum Freispruch fortsetzen, betonte der 76-jährige Regierungschef. "Doch die sicherheitspolitische und politische Realität – das nationale Interesse – gebieten etwas anderes", sagte er.

Der Staat Israel stehe vor "enormen Herausforderungen", führte Netanjahu aus. "Die Fortsetzung des Prozesses spaltet uns im Innern, führt zu heftigen Auseinandersetzungen und vertieft die Gräben."

Mehr als zwei Jahre nach dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen ist seit 10. Oktober eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Im Zuge der ersten Phase der Waffenruhe hatte die Hamas die letzten überlebenden Geiseln freigelassen. Derzeit sind Gespräche zur Umsetzung der zweiten Phase im Gange, die unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die künftige Verwaltung des Küstengebiets betrifft.

Netanjahu hatte bereits vor dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Überfalls auf Israel, unter massivem politischen Druck gestanden. Der von seiner rechtsreligiösen Regierung vorgeschlagene Umbau der Justiz löste monatelange Massenproteste aus. Trotz des Krieges trieb die Staatsanwaltschaft das Korruptionsverfahren gegen Netanjahu voran.

Netanjahu sagte, "ausschlaggebend" für sein nun eingereichtes Begnadigungsgesuch sei die "unmögliche" Forderung der Justiz nach drei Anhörungen pro Woche. "Ich bin mir sicher, wie viele andere in diesem Land auch, dass ein sofortiges Ende des Verfahrens wesentlich dazu beitragen wird, die Wogen zu glätten und die umfassende Versöhnung zu fördern, die unser Land so dringend braucht", sagte er.

Vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump den israelischen Präsidenten zur vorsorglichen Begnadigung seines Verbündeten Netanjahu aufgefordert. Während er die Unabhängigkeit des israelischen Justizsystems "uneingeschränkt respektiere", glaube er, dass es sich bei dem Prozess gegen Netanjahu um eine "politische und ungerechtfertigte Strafverfolgung" handele, hieß es demnach in Trumps Brief an Herzog.

Trump hatte bereits Mitte Oktober bei seinem Besuch in Israel mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu gesagt: "Zigarren und Champagner - wen interessiert das schon?" An Israels Präsidenten Isaac Herzog gerichtet fragte er in der Knesset, dem israelischen Parlament: "Warum begnadigen Sie ihn nicht?"

Im September hatte Herzog angedeutet, dass er Netanjahu begnadigen könnte. In einem Interview sagte er damals, dass der Fall "die israelische Gesellschaft schwer belastet".

"Sie können Netanjahu keine Begnadigung gewähren, ohne dass er sich schuldig bekannt, Reue gezeigt und sich sofort aus dem politischen Leben zurückgezogen hat", mahnte indes Oppositionschef Jair Lapid in einem Video im Onlinedienst X.

Der linksgerichtete Chef der Partei Die Demokraten, Jair Golan, schloss sich dieser Forderung an. "Nur Schuldige bitten um Begnadigung", schrieb er auf X. Der einzige zur Debatte stehende Kompromiss sei, dass "Netanjahu Verantwortung übernimmt, seine Schuld eingesteht, sich aus der Politik zurückzieht und das Volk und den Staat befreit - nur dann kann Einheit in der Nation erreicht werden".

Aus seiner Regierungskoalition erhielt Netanjahu dagegen Unterstützung. Verteidigungsminister Israel Katz drängte Herzog, die Begnadigung zu gewähren, um "die tiefe Spaltung" im Land zu beenden. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich nutzte die Gelegenheit für einen Angriff auf das "korrupte Justizsystem", das "politische Fälle" gegen Netanjahu "konstruiert" habe.

Netanjahu ist Israels am längsten amtierender Ministerpräsident. Seit 1996 hatte er dieses Amt insgesamt 18 Jahre lang drei Mal inne. Auch bei nächsten Wahlen 2026 will er nach eigenen Angaben erneut kandidieren.

D.Smith--NZN