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Er galt als einer der Hauptverantwortlichen für das aggressive Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde in der Großstadt Minneapolis im Januar, nun geht Grenzschutz-Einsatzleiter Gregory Bovino in den vorgezogenen Ruhestand. Der 55-Jährige bestätigte der "New York Times" am Montag (Ortszeit) Medienberichte über sein Ausscheiden aus der Border Patrol nach rund 20 Dienstjahren.
Nach den tödlichen Schüssen von Grenzschutzkräften auf den Krankenpfleger Alex Pretti in Minneapolis im Januar hatte Bovino in einem CNN-Interview gesagt, der 37-jährige Getötete habe "sich selbst in diese Situation gebracht" und die eigentlichen "Opfer" seien die Grenzschutzbeamten. Videoaufnahmen zeigten allerdings, wie der bewaffnete Pretti von den Einsatzkräften anscheinend entwaffnet wurde, bevor die tödlichen Schüsse fielen.
Kritiker warfen Bovino ein martialisches Auftreten bei den Abschieberazzien vor. Mehrfach trat er in Minneapolis in einem langen dunkelgrünen Mantel mit breitem Revers und Goldknöpfen auf, der Oppositionspolitiker an Nazi-Uniformen erinnerte. "Greg Bovino ist buchstäblich so angezogen, als hätte er auf Ebay SS-Kleidung gekauft", erklärte der Gouverneur von Kalifornien, der Demokrat Gavin Newsom.
Der nach Minneapolis entsandte Grenzbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Tom Homan, zog Bovino und die meisten Einsatzkräfte von ICE und Border Patrol ab. Zuletzt gab es laut "New York Times" interne Ermittlungen gegen Bovino, weil er sich über den jüdischen Glauben einer Staatsanwältin lustig gemacht haben soll.
Anfang März hatte Trump Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen, der die Border Patrol sowie die Einwanderungsbehörde ICE unterstanden. Seit den Todesschüssen auf Pretti und die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good im Januar war sie mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
W.F.Portman--NZN