Zürcher Nachrichten - "Ein Serienmörder": Höchststrafe für Berliner Palliativarzt in Prozess um 15 Taten

EUR -
AED 4.201449
AFN 75.506302
ALL 93.798237
AMD 417.59215
ANG 2.048106
AOA 1050.218578
ARS 1689.747935
AUD 1.640184
AWG 2.059251
AZN 1.94939
BAM 1.955763
BBD 2.301457
BDT 140.857352
BGN 1.964878
BHD 0.430892
BIF 3398.836106
BMD 1.144028
BND 1.475372
BOB 7.921063
BRL 5.845647
BSD 1.142679
BTN 109.960933
BWP 15.559707
BYN 3.306338
BYR 22422.958479
BZD 2.298057
CAD 1.604558
CDF 2585.50481
CHF 0.924345
CLF 0.026859
CLP 1057.100128
CNY 7.748791
CNH 7.754786
COP 3688.130668
CRC 518.590251
CUC 1.144028
CUP 30.316755
CVE 110.262927
CZK 24.219889
DJF 203.476175
DKK 7.477416
DOP 66.968741
DZD 152.243926
EGP 57.772914
ERN 17.160427
ETB 184.430333
FJD 2.565198
FKP 0.850906
GBP 0.85099
GEL 3.003121
GGP 0.850906
GHS 13.185752
GIP 0.850906
GMD 84.658515
GNF 10021.811603
GTQ 8.717836
GYD 239.055506
HKD 8.969584
HNL 30.601425
HRK 7.535835
HTG 149.347192
HUF 362.932043
IDR 20526.674049
ILS 3.475044
IMP 0.850906
INR 110.15336
IQD 1496.871861
IRR 1573039.179393
ISK 143.415853
JEP 0.850906
JMD 181.006597
JOD 0.811161
JPY 185.842898
KES 147.627225
KGS 100.045731
KHR 4619.913152
KMF 490.788624
KPW 1029.625722
KRW 1702.234755
KWD 0.353562
KYD 0.952182
KZT 540.049848
LAK 25783.515305
LBP 102324.576436
LKR 383.992781
LRD 206.816112
LSL 18.857046
LTL 3.378019
LVL 0.692012
LYD 7.294863
MAD 10.661
MDL 20.093622
MGA 4862.908584
MKD 61.633841
MMK 2401.667468
MNT 4104.262355
MOP 9.227727
MRU 45.546144
MUR 53.941376
MVR 17.687113
MWK 1981.362753
MXN 20.066951
MYR 4.685831
MZN 73.115293
NAD 18.857046
NGN 1578.633909
NIO 42.04921
NOK 11.036905
NPR 175.937693
NZD 1.956106
OMR 0.439442
PAB 1.142679
PEN 3.876027
PGK 5.106904
PHP 70.556857
PKR 317.714827
PLN 4.339358
PYG 6925.869803
QAR 4.176721
RON 5.231686
RSD 117.357794
RUB 89.558316
RWF 1682.56837
SAR 4.301488
SBD 9.233868
SCR 15.340312
SDG 686.993316
SEK 11.036104
SGD 1.477632
SHP 0.854133
SLE 27.885738
SLL 23989.713905
SOS 652.987725
SRD 43.028099
STD 23679.080038
STN 24.499539
SVC 9.997812
SYP 126.451869
SZL 18.842646
THB 38.4741
TJS 10.558102
TMT 4.01554
TND 3.374037
TOP 2.754546
TRY 53.932368
TTD 7.759854
TWD 37.081514
TZS 3016.643291
UAH 51.040641
UGX 4221.920634
USD 1.144028
UYU 45.929137
UZS 13723.742012
VES 829.237389
VND 30082.229245
VUV 136.096559
WST 3.137696
XAF 655.944669
XAG 0.02047
XAU 0.000285
XCD 3.091795
XCG 2.059361
XDR 0.815785
XOF 655.944669
XPF 119.331742
YER 272.969304
ZAR 18.336432
ZMK 10297.633379
ZMW 20.824609
ZWL 368.376708
  • Euro STOXX 50

    -52.7400

    6230.87

    -0.85%

  • DAX

    -84.5100

    24830.98

    -0.34%

  • SDAX

    -78.8700

    18250.65

    -0.43%

  • TecDAX

    -11.9300

    3770.35

    -0.32%

  • MDAX

    -175.1000

    31864.73

    -0.55%

  • Goldpreis

    26.7000

    4018.8

    +0.66%

  • EUR/USD

    0.0002

    1.1446

    +0.02%

"Ein Serienmörder": Höchststrafe für Berliner Palliativarzt in Prozess um 15 Taten
"Ein Serienmörder": Höchststrafe für Berliner Palliativarzt in Prozess um 15 Taten / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

"Ein Serienmörder": Höchststrafe für Berliner Palliativarzt in Prozess um 15 Taten

Wegen 15-fachen Mordes hat das Landgericht Berlin einen Palliativarzt zur in Deutschland möglichen Höchststrafe verurteilt. Der 41-jährige Johannes M. wurde am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt, außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an. Das Gericht zeigte sich nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Mediziner zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen getötet hatte.

Textgröße:

Die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch sagte über M., dieser sei "ein Serienmörder". Die nun abgeurteilten Mordtaten seien wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Dabei verwies sie auf Telefonate des Mediziners mit seiner Frau, in denen dieser davon gesprochen habe, "schon immer, schon lange" getötet zu haben.

Der Fall sei unfassbar, sagte die Richterin. Der Angeklagte habe nicht aus Mitleid getötet, um seinen Patienten Schmerzen zu ersparen, oder aus einer falsch verstandenen Sterbehilfe. Der Mann sei stattdessen bei seinen Taten von einem Gefühl der Macht durchzogen gewesen. Seine Opfer waren zwischen 25 und 94 Jahre alt, sie lebten in verschiedenen Berliner Stadtteilen.

Busch verwies auf das Geständnis des Mediziners, das dieser erst gegen Ende des Prozesses abgelegt hatte. Darin sprach dieser von Gefühlen der Omnipotenz bei seinen Taten. "Wenn man in den Duden schaut, findet man etwas von göttlicher Allmacht, absoluter Macht", sagte die Richterin. Das Gericht gehe davon aus, dass den Mann tatsächlich ein solches Machtgefühl geleitet habe.

Mit Sterbehilfe habe das Handeln des Manns nichts zu tun. Die meisten der Getöteten hätten leben wollen, viele von ihnen hätten trotz der Palliativversorgung noch Wochen, Monate oder sogar Jahre an Lebenszeit vor sich gehabt. Nur zwei der Getöteten seien am Todestag bettlägerig gewesen. Alle 15 Getöteten hätten aber selbst entscheiden wollen, wie, wo und im Beisein welcher Menschen sie hätten sterben wollen.

Die Richterin verwies etwa bei einer getöteten 25-Jährigen darauf, dass diese erst wenige Tage vor ihrer Ermordung eine neue Tablettentherapie wegen ihres Schilddrüsentumors begonnen habe. Die Frau habe leben wollen, sei selbstständig gewesen, habe ihre Wohnung verlassen und Freundinnen treffen können. Bei der Ermordung der jungen Frau habe sich der Arzt von seinem dreijährigen Sohn in die Wohnung der Frau begleitet lassen.

Die Taten wurden zwischen September 2021 und Juli 2024 begangen. Der Mediziner legte bei seinen Hausbesuchen in einigen der Wohnungen Feuer, um seine Taten zu vertuschen. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Es verhängte wie von der Anklage gefordert auch ein lebenslanges Berufsverbot gegen den Mediziner. Die Verteidigung hatte dagegen beantragt, keine Sicherungsverwahrung anzuordnen.

Der angeklagte Arzt war während seiner Taten bei einem auf Palliativversorgung spezialisierten Pflegedienst angestellt, der schließlich Verdacht schöpfte und so die Ermittlungen anstieß. Im Prozess traten mehrere Angehörige der Opfer als Nebenkläger auf. Unabhängig von diesem Prozess wird der Angeklagte verdächtigt, mehr als 70 weitere Patientinnen und Patienten getötet zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dazu laufen noch.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte, sämtliche Verdachtsfälle lückenlos aufzuklären. "Schließlich war der verurteilte Serientäter lange als Arzt an unterschiedlichen Orten tätig", erklärte er. Das seien Polizei und Staatsanwaltschaft den Angehörigen schuldig. Brysch forderte, die ambulant arbeitenden Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte für das Thema zu sensibilisieren, dies müsse in das Weiterbildungsprogramm der medizinisch-pflegerischen Berufe aufgenommen werden.

T.L.Marti--NZN