Zürcher Nachrichten - Gesundheitsministerium rät zu Tests und Quarantäne bei Corona-Verdacht

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Gesundheitsministerium rät zu Tests und Quarantäne bei Corona-Verdacht
Gesundheitsministerium rät zu Tests und Quarantäne bei Corona-Verdacht / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Gesundheitsministerium rät zu Tests und Quarantäne bei Corona-Verdacht

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat das Bundesgesundheitsministerium zu Vorsichtsmaßnahmen beim Auftreten einschlägiger Symptome geraten. Ein Ministeriumssprecher appellierte am Montag an Menschen mit Erkältungssymptomen, "dass sie sich testen lassen, dass sie sich in Quarantäne begeben, dass sie sich isolieren und keinen Kontakt haben". Ärztevertreter warnten derweil vor einem harten Corona-Winter.

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Das Bundesgesundheitsministerium wies darauf hin, dass die Infektionszahlen "derzeit noch auf einem niedrigen Sommerniveau" lägen. Allerdings gebe es keine präzisen Informationen zu den tatsächlichen Infektionsraten, sagte der Sprecher. Es werde momentan wenig getestet. Das führe dazu, "dass auf einem so niedrigen Niveau Schwankungen schwer abzubilden" seien.

Kostenlose PCR-Tests können aktuell laut Bundesgesundheitsministerium in Praxen von Ärztinnen und Ärzte veranlasst werden. Voraussetzung sei das Vorliegen Corona-spezifischer Symptome.

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert derzeit ein Ansteigen der gemeldeten Infektionsfälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. "Es gibt wieder höhere Infektionszahlen, es gibt auch wieder mehr Covid-positiv getestete Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen", sagte auch der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Aufgrund fehlender "absoluter" Immunität gegen Corona werde es "immer wieder Infektionsausbrüche geben".

Von einer neuen Corona-Welle wollte Gaß derzeit jedoch noch nicht sprechen. Dies sei alles noch auf einem so geringen Niveau, "dass wir nicht von einer Welle reden sollten". Mit zunehmenden kühleren Temperaturen rechnet der DKG-Vorsitzende jedoch mit vielen anderen Erkrankungen.

Um Belastungen in den Krankenhäusern vorzubeugen, sei es wichtig, "dass sich möglichst viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen", sagte Gaß. Besonders Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Risikopatienten sowie Angehörige sollten ihren Impfstatus bei Corona und Influenza auf dem neusten Stand halten.

Die parlamentarische Geschäftsführerin und Gesundheitsexpertin in der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus rief dazu auf, sich bei Erkältungssymptomen selbst zu testen. Es bestehe keine Notwendigkeit, die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes zu reaktivieren, erklärte sie am Montag.

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis rechnet durch Corona, Influenza und RSV mit vielen Arbeitsausfällen im Herbst und Winter. Er halte den generellen Schutz vor schweren Covid-Verläufen in der Bevölkerung mit Blick auf die Impfungen und die durchgemachten Infektionen weiterhin für sehr gut, sagte er der "Rheinischen Post".

Karagiannidis forderte, im Herbst und Winter auf hochvulnerable Patienten und ältere Menschen durch einen individuellen Schutz besonders zu achten. Dies sollte aber nicht mehr in generellen Allgemeinmaßnahmen geschehen, sondern "lokal und individuell gut abgestimmt anhand des Risikoprofils". Dies gelte für Covid, RSV und die Grippe.

Mit der Auslieferung eines neuen Corona-Impfstoffs rechnet der Apothekerverband im Laufe des Septembers. Biontech habe den an Omikron XBB.1.5 angepassten Impfstoff in großen Mengen vorproduziert, sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der "Rheinischen Post". "Nach der Zulassung kann dann sofort die Auslieferung an die Apotheken beginnen", fügte er hinzu. Arztpraxen und Apotheken bereiteten sich auf eine große Impfkampagne im Herbst vor.

Y.Keller--NZN