Zürcher Nachrichten - Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform

EUR -
AED 4.201449
AFN 75.506302
ALL 93.798237
AMD 417.59215
ANG 2.048106
AOA 1050.218578
ARS 1689.747935
AUD 1.640184
AWG 2.059251
AZN 1.94939
BAM 1.955763
BBD 2.301457
BDT 140.857352
BGN 1.964878
BHD 0.430892
BIF 3398.836106
BMD 1.144028
BND 1.475372
BOB 7.921063
BRL 5.845647
BSD 1.142679
BTN 109.960933
BWP 15.559707
BYN 3.306338
BYR 22422.958479
BZD 2.298057
CAD 1.604558
CDF 2585.50481
CHF 0.924345
CLF 0.026859
CLP 1057.100128
CNY 7.748791
CNH 7.754786
COP 3688.130668
CRC 518.590251
CUC 1.144028
CUP 30.316755
CVE 110.262927
CZK 24.219889
DJF 203.476175
DKK 7.477416
DOP 66.968741
DZD 152.243926
EGP 57.772914
ERN 17.160427
ETB 184.430333
FJD 2.565198
FKP 0.850906
GBP 0.85099
GEL 3.003121
GGP 0.850906
GHS 13.185752
GIP 0.850906
GMD 84.658515
GNF 10021.811603
GTQ 8.717836
GYD 239.055506
HKD 8.969584
HNL 30.601425
HRK 7.535835
HTG 149.347192
HUF 362.932043
IDR 20526.674049
ILS 3.475044
IMP 0.850906
INR 110.15336
IQD 1496.871861
IRR 1573039.179393
ISK 143.415853
JEP 0.850906
JMD 181.006597
JOD 0.811161
JPY 185.842898
KES 147.627225
KGS 100.045731
KHR 4619.913152
KMF 490.788624
KPW 1029.625722
KRW 1702.234755
KWD 0.353562
KYD 0.952182
KZT 540.049848
LAK 25783.515305
LBP 102324.576436
LKR 383.992781
LRD 206.816112
LSL 18.857046
LTL 3.378019
LVL 0.692012
LYD 7.294863
MAD 10.661
MDL 20.093622
MGA 4862.908584
MKD 61.633841
MMK 2401.667468
MNT 4104.262355
MOP 9.227727
MRU 45.546144
MUR 53.941376
MVR 17.687113
MWK 1981.362753
MXN 20.066951
MYR 4.685831
MZN 73.115293
NAD 18.857046
NGN 1578.633909
NIO 42.04921
NOK 11.036905
NPR 175.937693
NZD 1.956106
OMR 0.439442
PAB 1.142679
PEN 3.876027
PGK 5.106904
PHP 70.556857
PKR 317.714827
PLN 4.339358
PYG 6925.869803
QAR 4.176721
RON 5.231686
RSD 117.357794
RUB 89.558316
RWF 1682.56837
SAR 4.301488
SBD 9.233868
SCR 15.340312
SDG 686.993316
SEK 11.036104
SGD 1.477632
SHP 0.854133
SLE 27.885738
SLL 23989.713905
SOS 652.987725
SRD 43.028099
STD 23679.080038
STN 24.499539
SVC 9.997812
SYP 126.451869
SZL 18.842646
THB 38.4741
TJS 10.558102
TMT 4.01554
TND 3.374037
TOP 2.754546
TRY 53.932368
TTD 7.759854
TWD 37.081514
TZS 3016.643291
UAH 51.040641
UGX 4221.920634
USD 1.144028
UYU 45.929137
UZS 13723.742012
VES 829.237389
VND 30082.229245
VUV 136.096559
WST 3.137696
XAF 655.944669
XAG 0.02047
XAU 0.000285
XCD 3.091795
XCG 2.059361
XDR 0.815785
XOF 655.944669
XPF 119.331742
YER 272.969304
ZAR 18.336432
ZMK 10297.633379
ZMW 20.824609
ZWL 368.376708
  • DAX

    -84.5100

    24830.98

    -0.34%

  • SDAX

    -78.8700

    18250.65

    -0.43%

  • MDAX

    -175.1000

    31864.73

    -0.55%

  • Euro STOXX 50

    -52.7400

    6230.87

    -0.85%

  • TecDAX

    -11.9300

    3770.35

    -0.32%

  • Goldpreis

    26.7000

    4018.8

    +0.66%

  • EUR/USD

    0.0002

    1.1446

    +0.02%

Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform
Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform stoßen nicht nur bei der Opposition im Bundestag auf heftigen Widerstand, sondern auch im Bundesrat. Weitgehend einhellig mahnten die Bundesländer am Freitag eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Gesundheitswesens an. Im Bundestag kritisierten Politikerinnen und Politiker von Grünen, Linken und AfD die Reform in einer Plenardebatte als unsozial und unwirksam - und kündigten Gegenwehr an.

Textgröße:

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigte im Bundestag ihren Entwurf: "Unser Gesetz verlangt allen etwas ab, niemandem aber Unzumutbares." Die wachsenden Defizite der Krankenkasse machten eine Reform unausweichlich, sagte Warken. Allein 2027 drohe ein Minus von "knapp 19 Milliarden Euro". "Wir müssen in Zukunft wieder Einnahmen und Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung ins Gleichgewicht bringen", forderte die Ministerin.

Die Notwendigkeit der Reform stellen auch die Länder nicht infrage. Zur Ausgestaltung gab es jedoch im Bundesrat zahlreiche Forderungen nach Änderungen. Finanziell forderten Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder, der Bund solle die Kosten für versicherungsfremde Leistungen übernehmen, etwa für die Beiträge von Menschen in Grundsicherung. Auf scharfe Kritik stießen zudem geplante Einschnitte bei Krankenhäusern, für die letztlich dann Länder und Kommunen aufkommen müssten.

Kritik aus den Ländern gab es auch an einer fehlenden Ausgewogenheit. Von einer massiven sozialen Schieflage sprach Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD). Sie kritisierte die Vorlage Warkens als "reines Spargesetz ohne echte Reformen" und eine politische "Geisterfahrt".

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) mahnte eine faire Lastenverteilung an. Vor Gefahren für "Versorgungsstrukturen gerade in Flächenländern" warnte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU).

Der Gesetzentwurf Warkens sieht Einschnitte sowie zusätzliche Kosten für Versicherte vor, die bereits im kommenden Jahr wirksam werden sollen. Geplant sind unter anderem eine Begrenzung der kostenfreien Mitversicherung von Ehepartnern, höhere Zuzahlungen für Medikamente, Hilfsmittel und Krankenhausaufenthalte sowie kostendämpfende Maßnahmen bei der Vergütung von Arztpraxen, Krankenhäusern und Pharmaunternehmen. Letzteres gefährde jedoch den Pharma-Standort Deutschland, hieß es dazu im Bundesrat aus mehreren Bundesländern.

"Wir sagen dieser Sozialpolitik den Kampf an", sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen im Bundestag. "Sie muten Patienten, Personal, Arbeitnehmern und Arbeitgebern existenzielle Einschnitte zu und liefern nicht einmal das, womit sie diese teilweise verheerenden Einschnitte begründen", kritisierte er mit Blick auf gleichwohl drohende Mehrbelastungen für Versicherte.

Die Linken-Abgeordnete Stella Merendino sprach von einer "Kettensägenreform" und warf der Regierung Einsparungen an der falschen Stelle vor. "Sie sparen, wo Menschen gepflegt, behandelt und gerettet werden", sagte Merendino. Die Linken-Abgeordnete warnte davor, dass die Reform den Personalmangel in der Gesundheitsbranche weiter verschärfen könnte.

Der AfD-Abgeordnete Martin Sichert drohte: "Wir werden durch massiven Widerstand aus der Bevölkerung dafür sorgen, dass diese Regierung an der Gesundheitspolitik scheitert." Er warf der Bundesregierung eine Gefährdung der Versicherten vor. "Ihr Weg kostet Menschenleben, indem die Leistungen im Gesundheitswesen immer schlechter werden", sagte er.

Die unter Finanzdruck stehenden Krankenkassen forderten eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes. Es sei "dringend notwendig, dass die Reform jetzt zügig durch den Gesetzgebungsprozess kommt", erklärte Stefanie Stoff-Ahnis, Vize-Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Die Krankenversicherung sei "in einer fundamentalen Finanzkrise", warnte sie. Noch weitergehende Sparmaßnahmen forderte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger.

Warkens Gesetzentwurf wird nun in den Bundestags-Ausschüssen weiter beraten. Die Schlussabstimmung im Plenum ist für den 26. Juni vorgesehen. Danach befasst sich erneut der Bundesrat mit dem Gesetz.

I.Widmer--NZN