Zürcher Nachrichten - Frankfurter Landgericht verpflichtet Twitter zur Löschung ehrverletzender Tweets

EUR -
AED 4.107991
AFN 72.707064
ALL 91.667317
AMD 402.441576
ANG 2.002668
AOA 1026.85722
ARS 1697.443596
AUD 1.608555
AWG 2.013445
AZN 1.89456
BAM 1.953583
BBD 2.251376
BDT 137.683779
BGN 1.883065
BHD 0.42152
BIF 3357.175819
BMD 1.118581
BND 1.43097
BOB 13.412721
BRL 5.618009
BSD 1.117747
BTN 108.10186
BWP 15.452674
BYN 3.42801
BYR 21924.184015
BZD 2.248079
CAD 1.595074
CDF 2589.514788
CHF 0.933092
CLF 0.027675
CLP 1092.775021
CNY 7.499581
CNH 7.497372
COP 3633.575555
CRC 510.318693
CUC 1.118581
CUP 26.826562
CVE 110.139539
CZK 24.407825
DJF 199.046823
DKK 7.473792
DOP 67.383243
DZD 150.506291
EGP 58.58466
ERN 16.778712
ETB 180.549822
FJD 2.519381
FKP 0.846552
GBP 0.847968
GEL 2.902684
GGP 0.846552
GHS 13.21195
GIP 0.846552
GMD 82.775242
GNF 9833.798255
GTQ 8.537275
GYD 233.783695
HKD 8.777822
HNL 30.006356
HRK 7.531738
HTG 146.369998
HUF 366.424148
IDR 20042.731081
ILS 3.436726
IMP 0.846552
INR 108.260894
IQD 1465.900161
IRR 1937549.76236
ISK 136.981171
JEP 0.846552
JMD 177.570903
JOD 0.793065
JPY 176.965638
KES 145.225335
KGS 97.818214
KHR 4550.714543
KMF 492.175607
KPW 1006.723091
KRW 1503.294387
KWD 0.347699
KYD 0.931543
KZT 499.653075
LAK 25065.559695
LBP 100146.08226
LKR 369.8104
LRD 191.142269
LSL 18.659029
LTL 3.302878
LVL 0.676618
LYD 7.180949
MAD 11.146902
MDL 19.907412
MGA 4984.411344
MKD 61.505214
MMK 2348.757808
MNT 4022.135831
MOP 9.035707
MRU 44.755019
MUR 53.155248
MVR 17.237247
MWK 1938.226808
MXN 20.152201
MYR 4.574438
MZN 71.488481
NAD 18.659029
NGN 1487.689618
NIO 41.186153
NOK 10.702262
NPR 172.966066
NZD 2.000335
OMR 0.430088
PAB 1.117727
PEN 3.847834
PGK 4.979083
PHP 70.448782
PKR 309.542433
PLN 4.37732
PYG 6521.687708
QAR 4.075258
RON 5.351631
RSD 117.35161
RUB 95.751826
RWF 1650.948912
SAR 4.198743
SBD 8.949219
SCR 15.457975
SDG 672.849823
SEK 11.193856
SGD 1.433652
SHP 0.846288
SLE 27.595401
SLL 23456.071362
SOS 638.783778
SRD 42.361745
STD 23152.364508
STN 24.692672
SVC 9.780902
SYP 14543.788068
SZL 18.590828
THB 37.650345
TJS 10.316948
TMT 3.926219
TND 3.357419
TOP 2.693274
TRY 55.051403
TTD 7.582397
TWD 35.739755
TZS 2955.853152
UAH 50.155364
UGX 4554.811584
USD 1.118581
UYU 44.829335
UZS 13184.040903
VES 977.235547
VND 28984.106842
VUV 134.342248
WST 3.099351
XAF 655.957
XAG 0.018956
XAU 0.000270967799
XCD 3.02302
XCG 2.014514
XDR 0.790895
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 264.205663
ZAR 18.627368
ZMK 10068.568743
ZMW 22.233072
ZWL 360.182567
SSP 6433.666006
MXV 2.277191
  • Goldpreis

    2.4000

    4143.1

    +0.06%

  • DAX

    -278.6900

    24825.67

    -1.12%

  • SDAX

    -235.4000

    17934.29

    -1.31%

  • MDAX

    -474.3900

    29638.02

    -1.6%

  • TecDAX

    -61.8400

    3986.69

    -1.55%

  • Euro STOXX 50

    -78.4200

    6101.87

    -1.29%

  • EUR/USD

    -0.0015

    1.1184

    -0.13%

Frankfurter Landgericht verpflichtet Twitter zur Löschung ehrverletzender Tweets
Frankfurter Landgericht verpflichtet Twitter zur Löschung ehrverletzender Tweets / Foto: JOEL SAGET - AFP

Frankfurter Landgericht verpflichtet Twitter zur Löschung ehrverletzender Tweets

Der Kurzbotschaftendienst Twitter muss einem Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main zufolge ehrverletzende oder falsche Äußerungen über einen Menschen selbstständig und umfassend entfernen. Diese Lösch- und Unterlassungspflicht erstrecke sich dabei auf alle wortgleichen und sinngemäßen Wiederholungen per Tweet, entschied das hessische Gericht in einer am Mittwoch veröffentlichten Urteil in einem Eilverfahren, das der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume angestrengt hatte. Dieses ist aber noch nicht rechtskräftig.

Textgröße:

Blume war vor Gericht gezogen, weil er auf Twitter zum Ziel von Beschimpfungen und verleumderischen Vorwürfen geworden war. Laut Urteil haben Betroffene im Fall einer Persönlichkeitsrechtsverletzung einen Unterlassungsanspruch, demzufolge Twitter die Verbreitung der entsprechenden Veröffentlichungen stoppen und diese löschen muss.

Dieser Anspruch erstreckt sich demnach auch auf alle erneuten Veröffentlichungen in anderen Tweets, die die rechtswidrigen Behauptungen wortgleich oder trotz "gewisser Abweichungen" mit einem "identischen Äußerungskern" wiederholen, befand das Gericht.

Die Pflicht zur Prüfung entsprechender neu veröffentlichter Tweets ergebe sich aus dem gesetzlichen Unterlassungsansprüchen der Betroffenen und sei von dem Unternehmen daher zu verlangen, stellte die zuständige Pressekammer klar. Twitter sei zuzumuten, "selbst festzustellen, ob in einer Abwandlung das Charakteristische der konkreten Verletzungsform zum Ausdruck kommt und damit kerngleich ist", hieß es in deren Entscheidung. (Az 2-03 O 325/22)

Nach Angaben der digitalen Menschenrechtsorganisation HateAid, die Blume bei seiner juristischen Auseinandersetzung mit Twitter unterstützt, zielt sie mit dem Verfahren auf "die mangelhafte Content-Moderation" des Unternehmens ab. Twitter habe die massiv diffamierenden und falschen Behauptungen über Blume trotz dessen mehrmaliger Meldungen über die gesetzlich vorgegebenen Verfahrenswege in Deutschland über Monate hinweg fast immer online gelassen.

Blume selbst sprach am Mittwoch von einem "juristischen Erfolg". Er widme diesen dem US-Coronaberater Anthony Fauci, erklärte er in einer gemeinsam mit HateAid herausgegebenen Erklärung. Fauci war vor wenigen Tagen von dem neuen Twitter-Eigentümer Elon Musk öffentlich scharf angegangen worden. Dieser hatte eine Anklage gegen Fauci gefordert, was Empörung auslöste.

US-Milliardär Musk hatte Twitter im Oktober für 44 Milliarden US-Dollar gekauft und einen chaotisch verlaufenden radikalen Umbau des weltweit genutzten Kurzbotschaftendiensts begonnen. Unter anderem entließ er die komplette Chefetage und rund die Hälfte der 7500 Angestellten. Mit Sorge wird außerdem beobachtet, ob Musk den Kampf gegen die Verbreitung von Hassbotschaften und Falschnachrichten bei Twitter einschränken könnte.

Nach Angaben des Frankfurter Gerichts geht es in dem Fall um Kommentare aus dem September diesen Jahres, in denen Blume unter anderem "eine Nähe zur Pädophilie" unterstellt oder dieser als "Teil eines antisemitischen Packs" bezeichnet wurde. Alle diese "ehrenrührigen Behauptungen" seien "unwahr", urteilte die Richterinnen und Richter zugleich.

Ihre Entscheidung ist aber noch nicht rechtskräftig. Eine Berufung am Oberlandesgericht ist möglich.

Dieselbe Kammer des Frankfurter Landgerichts hatte die Facebook-Mutter Meta im April zu einem konsequenteren Kampf gegen Falschnachrichten verpflichtet. Sie verurteilte das Unternehmen in einem Rechtsstreit um die Verbreitung eines falschen Zitats der Grünen-Politikerin Renate Künast dazu, dieses eigenständig in allen Varianten zu entfernen. Ein erneuter Hinweis der Geschädigten auf etwaige neuerliche Veröffentlichen sei nicht erforderlich.

S.Scheidegger--NZN