Zürcher Nachrichten - Latino-Rapstar Bad Bunny mit Grammy für Album des Jahres ausgezeichnet

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Latino-Rapstar Bad Bunny mit Grammy für Album des Jahres ausgezeichnet
Latino-Rapstar Bad Bunny mit Grammy für Album des Jahres ausgezeichnet / Foto: VALERIE MACON - AFP

Latino-Rapstar Bad Bunny mit Grammy für Album des Jahres ausgezeichnet

Latino-Rapstar Bad Bunny ist bei der Grammy-Verleihung eine Sensation gelungen: Mit seinem Album "Debí tirar más fotos" wurde erstmals ein spanischsprachiges Album mit dem wichtigsten US-Musikpreis für das Album des Jahres ausgezeichnet. Weitere Preise gingen bei der Gala am Sonntagabend an US-Rapper Kendrick Lamar und Popstar Billie Eilish. Bad Bunny und viele andere Stars nutzten ihre Auftritte für Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE und die Regierung von Präsident Donald Trump.

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Der aus Puerto Rico stammende Bad Bunny thematisiert auf "Debí tirar más fotos" (auf Deutsch: "Ich hätte mehr Fotos machen sollen") zu traditionellen Rhythmen aus seiner Heimat die Kolonisierung der Karibikinsel, die seit mehr als hundert Jahren zu den USA gehört. Der Rapper hielt seine Dankesrede größtenteils auf Spanisch und widmete seinen Preis allen Menschen, "die ihr Land verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen".

Billie Eilish und ihr Bruder Finneas O'Connell wurden für das Lied "Wildflower" mit dem Grammy für den Song des Jahres geehrt. Kendrick Lamar und die R&B-Sängerin SZA erhielten für ihren Song "Luther" den Preis für die Aufnahme des Jahres. Lamar erhielt insgesamt fünf Grammys, unter anderem den Preis für das beste Rap-Album für "GNX".

Der Dalai Lama erhielt einen Grammy für ein Hörbuch. Eine seltene Ehre wurde auch dem US-Filmemacher Steven Spielberg zuteil: Der 79-Jährige erhielt für den Dokumentarfilm "Music by John Williams" den Grammy für den besten Musikfilm - und gehört damit nun zu einer exklusiven Gruppe von nur 22 Künstlerinnen und Künstlern, die sowohl mit dem Grammy, dem Filmpreis Oscar, dem Fernsehpreis Emmy und dem Musical-Preis Tony ausgezeichnet wurden.

Die Gala in Los Angeles war geprägt vom Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. In seiner Dankesrede für den Preis für das beste Música-Urbana-Album sagte Bad Bunny: "Bevor ich Gott danke, werde ich 'ICE out' ('ICE raus') sagen." Der Rapper, der vom Publikum tosenden Beifall bekam, fügte hinzu: "Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden: Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner."

Mehrere Prominente, darunter die kanadische Musikerin Joni Mitchell, trugen bei der Grammy-Verleihung außerdem Anstecker mit den Worten "ICE OUT", um ihre Kritik an den Razzien kundzutun.

Zuletzt hatte es vor allem in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota massive Proteste gegen die Razzien gegeben, bei denen Einsatzkräfte von ICE und der Grenzschutzbehörde CBP teilweise mit brutaler Gewalt vorgehen. Am Rande der Proteste wurden zwei US-Bürger getötet, der Krankenpfleger Alex Pretti und die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good.

Moderiert wurde die Grammy-Verleihung von Comedian Trevor Noah, der unter anderem mit einer Imitation von US-Präsident Trump für Gelächter sorgte. Nach der Auszeichnung von Billie Eilish für den Song des Jahres sagte Noah: "Wow. Das ist ein Grammy, den jeder Künstler haben will – fast so sehr wie Trump Grönland". Mit Blick auf den Konflikt um die Arktis-Insel fügte Noah hinzu: Seit dem Tod von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein brauche Trump "eine neue Insel, um mit Bill Clinton abzuhängen."

Trump reagierte erbost. Auf seiner Onlineplattform Truth Social schrieb er, die Grammy-Verleihung sei die "schlimmste" und "praktisch nicht anschaubar" gewesen. Den Südafrikaner Noah beschimpfte Trump als "totalen Verlierer" und "Trottel", der "arm" und "jämmerlich" sei und kein Talent habe. Er drohte dem Moderator zudem mit einer Klage, weil er nie auf Epsteins Privatinsel und noch nicht einmal "in der Nähe" gewesen sei.

Musikalisch eröffnet wurde die Gala von einem gemeinsamen Auftritt der K-Pop-Sängerin Rose mit dem US-Sänger Bruno Mars. Außerdem traten Stars wie Lady Gaga, Justin Bieber und Sabrina Carpenter auf.

R.Schmid--NZN