Zürcher Nachrichten - Anwälte: Weimer hat ausgeschlossene Buchhandlungen belogen

EUR -
AED 4.275301
AFN 72.769644
ALL 95.517363
AMD 428.44925
ANG 2.084342
AOA 1068.67864
ARS 1625.143514
AUD 1.630457
AWG 2.095448
AZN 2.013691
BAM 1.957932
BBD 2.344333
BDT 143.054573
BGN 1.944017
BHD 0.4392
BIF 3466.220525
BMD 1.164138
BND 1.490229
BOB 8.071791
BRL 5.832681
BSD 1.163958
BTN 112.087557
BWP 15.828307
BYN 3.210911
BYR 22817.102361
BZD 2.34096
CAD 1.60023
CDF 2619.310171
CHF 0.914593
CLF 0.02665
CLP 1048.888235
CNY 7.916428
CNH 7.919135
COP 4422.967238
CRC 526.575761
CUC 1.164138
CUP 30.849654
CVE 110.593393
CZK 24.309507
DJF 206.890284
DKK 7.472182
DOP 68.920658
DZD 154.483121
EGP 62.068919
ERN 17.462068
ETB 183.240946
FJD 2.56483
FKP 0.873587
GBP 0.86769
GEL 3.108225
GGP 0.873587
GHS 13.317128
GIP 0.873587
GMD 85.561235
GNF 10221.130639
GTQ 8.879709
GYD 243.474125
HKD 9.116258
HNL 30.977842
HRK 7.533164
HTG 152.366599
HUF 360.309977
IDR 20626.485914
ILS 3.380598
IMP 0.873587
INR 112.266488
IQD 1525.020617
IRR 1529677.168754
ISK 143.387053
JEP 0.873587
JMD 184.090495
JOD 0.825393
JPY 185.078713
KES 150.476876
KGS 101.803202
KHR 4668.192321
KMF 492.430618
KPW 1047.724074
KRW 1751.579321
KWD 0.358673
KYD 0.969961
KZT 544.325169
LAK 25552.825993
LBP 104231.902648
LKR 387.743962
LRD 213.357407
LSL 19.336275
LTL 3.437396
LVL 0.704176
LYD 7.398103
MAD 10.719967
MDL 20.14803
MGA 4871.916953
MKD 61.610807
MMK 2444.128211
MNT 4165.323869
MOP 9.388766
MRU 46.542015
MUR 55.070524
MVR 17.939508
MWK 2027.927976
MXN 20.141972
MYR 4.626397
MZN 74.390217
NAD 19.336132
NGN 1596.335842
NIO 42.729682
NOK 10.789894
NPR 179.340092
NZD 1.988126
OMR 0.447647
PAB 1.163968
PEN 3.983632
PGK 5.092521
PHP 71.844771
PKR 324.386977
PLN 4.241246
PYG 7088.659446
QAR 4.243279
RON 5.209051
RSD 117.390541
RUB 84.71834
RWF 1702.551643
SAR 4.368376
SBD 9.350656
SCR 17.540311
SDG 699.059123
SEK 10.950899
SGD 1.490032
SHP 0.869147
SLE 28.641691
SLL 24411.391632
SOS 665.312222
SRD 43.337945
STD 24095.303639
STN 24.796137
SVC 10.185093
SYP 128.66632
SZL 19.336047
THB 37.974243
TJS 10.859781
TMT 4.086124
TND 3.376873
TOP 2.802964
TRY 53.063273
TTD 7.902641
TWD 36.83204
TZS 3023.851657
UAH 51.412494
UGX 4387.741047
USD 1.164138
UYU 46.660819
UZS 14033.682129
VES 602.225401
VND 30682.017849
VUV 137.754536
WST 3.150599
XAF 656.669366
XAG 0.015225
XAU 0.000256
XCD 3.146141
XCG 2.097794
XDR 0.817403
XOF 655.409506
XPF 119.331742
YER 277.792381
ZAR 19.383134
ZMK 10478.635614
ZMW 21.911864
ZWL 374.851921
  • Euro STOXX 50

    21.2400

    5849

    +0.36%

  • MDAX

    74.9200

    31440.09

    +0.24%

  • DAX

    357.3500

    24307.92

    +1.47%

  • SDAX

    63.8000

    18429.44

    +0.35%

  • Goldpreis

    -10.2000

    4547.8

    -0.22%

  • TecDAX

    68.7000

    3864.46

    +1.78%

  • EUR/USD

    -0.0025

    1.1637

    -0.21%

Anwälte: Weimer hat ausgeschlossene Buchhandlungen belogen
Anwälte: Weimer hat ausgeschlossene Buchhandlungen belogen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Anwälte: Weimer hat ausgeschlossene Buchhandlungen belogen

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die von ihm aus dem Vergabeverfahren für den Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Buchhandlungen nach Angaben von deren Anwälten belogen. In einer E-Mail des Bundesbeauftragten für Kultur sei den Geschäften mitgeteilt worden, sie seien aufgrund des "sehr hohen Niveaus der Bewerbungen" nicht für eine Auszeichnung ausgewählt worden, teilten die Anwälte am Mittwoch in Berlin mit. Tatsächlich waren zumindest zwei davon jedoch von der Jury ausgewählt, durch Weimer jedoch von der Liste gestrichen worden.

Textgröße:

Weimer hatte den Ausschluss der drei Buchhandlungen in Berlin, Göttingen und Bremen mit nicht näher bezeichneten "Erkenntnissen des Verfassungsschutzes" begründet. Sein Vorgehen wird seit Tagen aus SPD, Grünen und Linkspartei sowie von Kulturschaffenden und deren Verbänden heftig kritisiert. Zwei Anwälte und eine Anwältin der Buchhandlungen reichten dagegen Klagen ein. Weimer verteidigte jedoch sein Handeln.

Die Anwälte Sven Adam und Jasper Prigge sowie die Anwältin Lea Voigt veröffentlichten am Mittwoch die Mail aus dem Hause Weimers mit dem Satz: "Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt wurden. Die Jury hat sich bei dem sehr hohen Niveau der Bewerbungen die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht. Die getroffene Wahl schmälert deshalb keineswegs unsere Hochachtung für Ihr großes Engagement."

Die Jury für den Buchhandlungspreis hatte jedoch in einer Stellungnahme vom 9. März demnach klargestellt, dass sie die drei Buchhandlungen als Preisträgerinnen vorgesehen hatte. Die nachträgliche Entscheidung, diese von der Prämierung auszuschließen, sei von Weimer getroffen worden und hätte außerhalb des Einflussbereichs der Jury gelegen, betonten die Anwälte.

"Eine derartige Lüge wie in der Absage-E-Mail an die Buchhandlungen ist feige und eines Bundesbeauftragten für Kultur und Medien nicht würdig", kritisierte Rechtsanwalt Adam. Weimer habe damit nicht nur den Buchhandlungspreis beschädigt, sondern auch sein eigenes Amt. Geprüft werde daher auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn an das Kanzleramt. Adam ist Bevollmächtigter der Buchhandlung "Rote Straße" in Göttingen.

"Es entsteht der Eindruck, dass Weimer und seine Behörde gelogen haben, um sich der öffentlichen Diskussion und der gerichtlichen Kontrolle zu entziehen", erklärte auch Rechtsanwältin Voigt als Bevollmächtigte der Buchhandlung "Golden Shop" in Bremen. Die Anwälte wiesen darauf hin, dass der "Golden Shop" und die "Rote Straße" von der Jury sogar als "besonders herausragende Buchhandlungen" prämiert worden wären und einen Preis in Höhe von 15.000 Euro erhalten hätten, wie sich inzwischen herausgestellt habe. Damit erhöhe sich auch der Streitwert der Klagen gegen Weimer, hieß es weiter.

Bisher war von einem niedrigeren Preisgeld ausgegangen worden. Die Klagen wurden nach Auskunft der Anwälte bei den Verwaltungsgerichten Berlin und Köln eingereicht. "Mit unseren Klagen wollen wir gerichtlich feststellen lassen, dass die Datenübermittlungen zwischen dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und dem Bundesamt für Verfassungsschutz rechtswidrig waren", erläuterten sie. Das Vorgehen Weimers sei "mit der Meinungs- und Pressefreiheit unvereinbar", erklärte Rechtsanwalt Prigge, der den Buchladen "Zur schwankenden Weltkugel" in Berlin vertritt.

Weimer verteidigte sein Vorgehen. "Wenn sich eine Institution weithin sichtbar hinter die Losung 'Deutschland verrecke' stellt, stellen sich zur Preiswürdigkeit Fragen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch mit Blick auf eine der drei Buchhandlungen offenbar mit Blick auf eine Fassadeninschrift. Der Kulturbeauftragte versicherte zudem, die Prüfung der Verfassungstreue im Rahmen des sogenannten Haber-Verfahrens werde "nur in absoluten Ausnahmefällen aktiviert".

Die Verleihung der letztlich vergebenen Preise hätte eigentlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse kommende Woche stattfinden sollen. Dies wurde durch Weimer am Dienstag jedoch wegen angekündigter Proteste abgesagt.

A.Senn--NZN