Zürcher Nachrichten - Iran-Israel-Krieg: Wadephul sieht "gutes Ergebnis" bei Treffen in Genf

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Iran-Israel-Krieg: Wadephul sieht "gutes Ergebnis" bei Treffen in Genf
Iran-Israel-Krieg: Wadephul sieht "gutes Ergebnis" bei Treffen in Genf / Foto: Fabrice COFFRINI - AFP

Iran-Israel-Krieg: Wadephul sieht "gutes Ergebnis" bei Treffen in Genf

Vor dem Hintergrund eines möglichen militärischen Eingreifens der USA in den Iran-Israel-Krieg haben sich die Europäer um eine Verhandlungslösung bemüht. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zog am Freitag in Genf ein positives Fazit von einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien und dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghtschi. Er sei "froh", dass es "sehr ernsthafte Gespräche" gegeben habe.

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"Das gute Ergebnis heute ist, dass wir den Raum verlassen mit dem Eindruck, dass die iranische Seite grundsätzlich bereit ist, über alle wichtigen Fragen weiter zu sprechen", sagte Wadephul nach den Beratungen, an denen auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teilnahm.

"Für uns Europäer ist wichtig, dass wir beteiligt werden", sagte der Bundesaußenminister über die Suche nach einer Verhandlungslösung. "Aber vor allen Dingen ist von großer Bedeutung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika an diesen Verhandlungen und einer Lösung beteiligt werden."

Der britische Außenminister David Lammy sagte: "Wir wollen die laufenden Gespräche und Verhandlungen mit dem Iran fortsetzen und drängen den Iran, seine Gespräche mit den USA fortzusetzen."

Der iranische Außenminister Araghtschi machte im Anschluss an das Treffen erneut einen Stopp der israelischen Angriffe zur Bedingung für eine diplomatische Lösung. "Der Iran ist bereit, die Diplomatie erneut in Betracht zu ziehen, sobald die Aggression gestoppt ist und der Aggressor für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurde."

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag angekündigt, binnen zwei Wochen über ein militärisches Eingreifen der USA in dem Krieg zu entscheiden. Ein militärisches Vorgehen der USA gegen den Iran würde dem Nahost-Konflikt eine völlig neue Dimension mit unabsehbaren Folgen geben. Am Freitag kündigten die USA an, den Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" von der US-Ostküste nach Europa zu schicken - und damit auch näher an den Nahen Osten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte angesichts des Risikos einer weiteren militärischen Eskalation vor dem Treffen in Genf gemahnt: "Die Rückkehr zu Verhandlungen ist absolut vorrangig." Das "umfassende Verhandlungsangebot" der Europäer ziele auf einen Stopp der Uran-Anreicherung, eine Begrenzung des iranischen Raketenprogramms und das Ende "der Finanzierung aller terroristischer Gruppen" in der Region durch Teheran ab.

Israel hat sich aber skeptisch über die diplomatischen Versuche gezeigt. "Ich glaube nicht besonders an Diplomatie mit dem Iran", sagte der israelische Außenminister Gideon Saar der "Bild"-Zeitung. Die Iraner würden die Gespräche "in der Regel" nutzen, "um zu täuschen, um Zeit zu gewinnen und Fortschritte zu machen."

In der "Bild"-Zeitung dankte Saar außerdem Deutschland für politische und militärische Unterstützung. Israel erwarte, "dass man uns die Munition, die Waffen liefert, die wir brauchen, um uns selbst zu verteidigen. Und Deutschland tut das."

Die israelischen Angriffe auf Ziele im Iran hielten derweil unvermindert an. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben ein militärisches Forschungszentrum und dutzende weitere Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. In dem Forschungszentrum wurden demnach Technologien und Waffen entwickelt, "welche die militärischen Fähigkeiten des iranischen Regimes unterstützen". Am Abend waren in Teheran weitere Explosionen zu hören.

Der Iran feuerte seinerseits erneut Raketen auf Israel. In der israelischen Hafenstadt Haifa wurden nach Angaben des örtlichen Krankenhauses mindestens 19 Menschen verletzt.

Angesichts der Gefahr einer weiteren Eskalation der Situation zogen mehrere Länder - darunter Australien, Großbritannien und die Schweiz - ihr diplomatisches Personal aus dem Iran ab. "Angesichts der derzeitigen Sicherheitslage haben wir die Vorsichtsmaßnahme ergriffen, vorübergehend unsere britischen Mitarbeiter aus dem Iran abzuziehen", erklärte das britische Außenministerium.

In Teheran demonstrierten Aufnahmen des iranischen Staatsfernsehens zufolge indes tausende Menschen gegen Israel. Demonstranten hielten Bilder getöteter iranischer Militärchefs hoch und schwenkten Fahnen des Iran und der pro-iranischen, libanesischen Hisbollah-Miliz.

Israel hatte seinen am 13. Juni gestarteten Großangriff auf den Iran mit dem Ziel begründet, Teheran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Die israelische Armee bombardiert seitdem Militär- und Atomanlagen im Iran. Als Reaktion greift der Iran seinerseits Ziele in Israel mit Raketen an. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet.

T.Gerber--NZN