Zürcher Nachrichten - Neue Gefechte in Südsyrien - Seit Sonntag 80.000 Vertriebene

EUR -
AED 4.331809
AFN 76.076528
ALL 95.743917
AMD 439.95076
ANG 2.111216
AOA 1081.625915
ARS 1599.719516
AUD 1.642479
AWG 2.123148
AZN 2.009585
BAM 1.958251
BBD 2.375675
BDT 145.011535
BGN 1.967571
BHD 0.445023
BIF 3507.187871
BMD 1.179527
BND 1.500406
BOB 8.150203
BRL 5.891619
BSD 1.179527
BTN 110.05544
BWP 15.825482
BYN 3.357904
BYR 23118.721561
BZD 2.37227
CAD 1.612849
CDF 2719.988842
CHF 0.922667
CLF 0.026572
CLP 1045.792124
CNY 8.0462
CNH 8.04988
COP 4264.519483
CRC 540.121952
CUC 1.179527
CUP 31.257455
CVE 110.40321
CZK 24.322663
DJF 210.041848
DKK 7.472755
DOP 70.6244
DZD 155.888143
EGP 61.121183
ERN 17.692899
ETB 184.179383
FJD 2.616546
FKP 0.87133
GBP 0.871523
GEL 3.178821
GGP 0.87133
GHS 13.003278
GIP 0.87133
GMD 86.105146
GNF 10348.832732
GTQ 9.020292
GYD 246.778934
HKD 9.236195
HNL 31.335885
HRK 7.536233
HTG 154.396373
HUF 363.838544
IDR 20277.477862
ILS 3.526906
IMP 0.87133
INR 109.667074
IQD 1545.179859
IRR 1558154.651832
ISK 143.996355
JEP 0.87133
JMD 186.26107
JOD 0.836301
JPY 187.697478
KES 152.335625
KGS 103.150063
KHR 4729.321432
KMF 494.221778
KPW 1061.551772
KRW 1746.318654
KWD 0.363731
KYD 0.98293
KZT 556.326447
LAK 26022.576801
LBP 105601.964152
LKR 372.536366
LRD 217.021682
LSL 19.355279
LTL 3.482835
LVL 0.713484
LYD 7.455106
MAD 10.893517
MDL 20.157234
MGA 4897.338413
MKD 61.64822
MMK 2477.271983
MNT 4217.478442
MOP 9.507903
MRU 47.074992
MUR 54.600608
MVR 18.22402
MWK 2048.837476
MXN 20.320707
MYR 4.665621
MZN 75.436634
NAD 19.35572
NGN 1582.275494
NIO 43.408021
NOK 11.01985
NPR 176.096379
NZD 2.00125
OMR 0.453514
PAB 1.179477
PEN 4.05798
PGK 5.111833
PHP 70.871902
PKR 328.972206
PLN 4.234831
PYG 7518.731169
QAR 4.301144
RON 5.099446
RSD 117.353499
RUB 89.755137
RWF 1722.108851
SAR 4.424594
SBD 9.478174
SCR 16.295851
SDG 708.895222
SEK 10.807
SGD 1.50033
SHP 0.880636
SLE 29.104869
SLL 24734.078732
SOS 674.072423
SRD 44.234589
STD 24413.819378
STN 24.888011
SVC 10.319919
SYP 130.374851
SZL 19.355877
THB 37.816813
TJS 11.187205
TMT 4.134241
TND 3.403526
TOP 2.840017
TRY 52.919267
TTD 8.01203
TWD 37.225387
TZS 3078.529801
UAH 51.536902
UGX 4358.456207
USD 1.179527
UYU 47.078937
UZS 14347.961738
VES 565.769227
VND 31061.063992
VUV 139.452549
WST 3.20436
XAF 656.807077
XAG 0.014803
XAU 0.000246
XCD 3.18773
XCG 2.125661
XDR 0.816857
XOF 656.807077
XPF 119.331742
YER 281.494299
ZAR 19.309146
ZMK 10617.1568
ZMW 22.558196
ZWL 379.807087
  • Euro STOXX 50

    29.6700

    5962.95

    +0.5%

  • MDAX

    367.6500

    31306

    +1.17%

  • TecDAX

    69.2400

    3722.3

    +1.86%

  • DAX

    166.7600

    24321.23

    +0.69%

  • SDAX

    207.1100

    18185.38

    +1.14%

  • Goldpreis

    1.0000

    4809.3

    +0.02%

  • EUR/USD

    0.0013

    1.1797

    +0.11%

Neue Gefechte in Südsyrien - Seit Sonntag 80.000 Vertriebene
Neue Gefechte in Südsyrien - Seit Sonntag 80.000 Vertriebene / Foto: Shadi AL-DUBAISI - AFP

Neue Gefechte in Südsyrien - Seit Sonntag 80.000 Vertriebene

Einen Tag nach dem Abzug der Regierungstruppen aus dem Konfliktgebiet in Südsyrien haben sich bewaffnete Stammesmilizen und Kämpfer der Drusen Gefechte geliefert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Freitag, die Stammeskämpfer seien mit Unterstützung von Regierungstruppen nach Suweida gelangt. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rief die syrische Übergangsregierung dazu auf, Minderheiten wie die Drusen zu schützen. Laut UNO wurden seit dem Beginn der Kämpfe am Sonntag fast 80.000 Menschen vertrieben.

Textgröße:

In der Provinz Suweida hatten am Sonntag Gefechte zwischen Kämpfern der islamischen Minderheit der Drusen und sunnitischen Beduinen begonnen. Beide Volksgruppen sind bereits seit Längerem verfeindet. Die Übergangsregierung in Damaskus entsandte am Montag Truppen in das Gebiet im Süden des Landes. Nach der Verkündung einer Waffenruhe am Mittwoch verkündete die Regierung am Donnerstag den Abzug ihrer Truppen. Am Freitag versammelten sich zur Unterstützung der Beduinen weitere Kämpfer, die verschiedenen syrischen Stämmen angehören, in Dörfern nahe der Provinzhauptstadt Suweida.

Stammeschef Anas al-Enad aus der zentralsyrischen Stadt Hama sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Beduinen hätten ihn und seine Männer um Hilfe gebeten. Den Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge unterstützten Regierungskräfte die Ankunft der Stammeskämpfer, da die Regierungstruppen selbst aufgrund einer Vereinbarung mit Israel nicht nach Suweida könnten. Die syrische Präsidentschaft hatte den drusischen Kämpfern vorgeworfen, die Waffenruhe verletzt zu haben.

Die israelische Armee wies indes Berichte zurück, wonach sie in der Nacht zum Freitag erneut Luftangriffe auf die Stadt Suweida verübt habe. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte einen israelischen Angriff gemeldet, nachdem die Regierungstruppen sich zurückgezogen hatten. Israel verlangt den Abzug der syrischen Regierungstruppen aus der Drusen-Region nahe der Grenze zu Israel. Das israelische Außenministerium kündigte indes die Entsendung von Hilfslieferungen für die Drusen an.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden bei den Kämpfen seit Sonntag fast 600 Menschen getötet, darunter über 150 Zivilisten. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können oft nicht unabhängig überprüft werden.

Ein Arzt des öffentlichen Krankenhauses in Suweida sagte AFP, in der Klinik seien seit Montagmorgen mehr als 400 Leichen angeliefert worden. "Es gibt kein Platz mehr in den Leichenhallen, die Toten liegen auf den Straßen" vor dem Krankenhaus, schilderte er.

Die Stadt Suweida wurde durch die Kämpfe schwer beschädigt. Die mehrheitlich drusischen Bewohnerinnen und Bewohner haben teilweise keinen Zugang zu Trinkwasser und Strom, Telefon- und Internetverbindungen sind lahmgelegt. Der Chefredakteur der lokalen Nachrichtenplattform "Suwayda 24" sagte AFP, die humanitäre Lage sei "katastrophal". "Wir finden keine Milch für Kinder", fügte er hinzu.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte ein Ende des Blutvergießens und verlangte eine sofortige und unabhängige Untersuchung der Ereignisse. Der Internationalen Organisation für Migration zufolge wurden wegen der Kämpfe seit Sonntag 79.339 Menschen vertrieben, davon alleine 20.019 am Donnerstag.

Bundesaußenminister Wadephul bezeichneten die Situation in Suweida als "hoch Besorgnis erregend". "Die syrische Übergangsregierung hat dann unsere Unterstützung, wenn sie sich für einen integrativen Prozess in Syrien einsetzt, wenn sie Menschen schützt, und wenn sie nicht zulässt, dass Menschen besonderer religiöser Zugehörigkeit oder ethnischer Gruppen verfolgt oder gar getötet werden", sagte er nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Jean-Noël Barrot in Paris. Beide Minister hatten laut Wadephul gemeinsam ihren syrischen Amtskollegen kontaktiert und einen besseren Schutz der Bevölkerung angemahnt.

Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan nach Angaben des Kreml seine "tiefe Besorgnis" über die Kämpfe. Beide hätten "die Wichtigkeit" betont, "die Situation schnell durch Dialog zu stabilisieren", erklärte der Kreml. Erdogan warnte nach Angaben seines Büros, die Gewalt stelle "eine Gefahr für die gesamte Region" dar. Erdogan betonte in dem Telefonat mit Putin zudem, Israel dürfe die syrische Souveränität nicht verletzen, wie das türkische Präsidialamt mitteilte

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen. Die islamistische Regierung in Damaskus ist dem Vorwurf ausgesetzt, Minderheiten wie Alawiten, Drusen oder Kurden nicht ausreichend zu schützen.

G.Kuhn--NZN