Zürcher Nachrichten - Trotz Kritik: Bundesregierung verteidigt Zurückhaltung bei Appell zu Gaza-Krieg

EUR -
AED 4.325627
AFN 75.974898
ALL 95.607235
AMD 439.322695
ANG 2.108202
AOA 1080.081124
ARS 1597.476422
AUD 1.643904
AWG 2.120117
AZN 1.998667
BAM 1.955456
BBD 2.372283
BDT 144.804519
BGN 1.964762
BHD 0.444146
BIF 3502.181077
BMD 1.177843
BND 1.498264
BOB 8.138568
BRL 5.879436
BSD 1.177843
BTN 109.898327
BWP 15.80289
BYN 3.35311
BYR 23085.71772
BZD 2.368884
CAD 1.613226
CDF 2716.104988
CHF 0.922699
CLF 0.026534
CLP 1044.29869
CNY 8.034713
CNH 8.038871
COP 4258.431537
CRC 539.350884
CUC 1.177843
CUP 31.212833
CVE 110.245601
CZK 24.323039
DJF 209.741996
DKK 7.472938
DOP 70.523578
DZD 155.618768
EGP 60.977739
ERN 17.667641
ETB 183.916452
FJD 2.612809
FKP 0.868044
GBP 0.871191
GEL 3.174313
GGP 0.868044
GHS 12.984715
GIP 0.868044
GMD 85.982032
GNF 10334.058938
GTQ 9.007415
GYD 246.426638
HKD 9.218869
HNL 31.29115
HRK 7.535366
HTG 154.17596
HUF 364.714305
IDR 20236.51613
ILS 3.530148
IMP 0.868044
INR 109.459812
IQD 1542.97399
IRR 1555930.260987
ISK 144.002869
JEP 0.868044
JMD 185.995167
JOD 0.835051
JPY 187.729322
KES 152.224346
KGS 103.002023
KHR 4722.569943
KMF 493.516355
KPW 1060.069976
KRW 1743.183655
KWD 0.363317
KYD 0.981527
KZT 555.532246
LAK 25985.427472
LBP 105451.208824
LKR 372.00454
LRD 216.711866
LSL 19.327876
LTL 3.477863
LVL 0.712466
LYD 7.444615
MAD 10.877963
MDL 20.128458
MGA 4890.347067
MKD 61.646396
MMK 2473.901412
MNT 4229.915875
MOP 9.494329
MRU 47.00783
MUR 54.427856
MVR 18.198096
MWK 2045.912696
MXN 20.312959
MYR 4.657783
MZN 75.32891
NAD 19.327966
NGN 1579.345799
NIO 43.346053
NOK 11.024255
NPR 175.844987
NZD 2.001479
OMR 0.452874
PAB 1.177793
PEN 4.052187
PGK 5.104535
PHP 70.79654
PKR 328.52106
PLN 4.238879
PYG 7507.997573
QAR 4.295004
RON 5.096405
RSD 117.360533
RUB 89.9593
RWF 1719.650402
SAR 4.418572
SBD 9.464643
SCR 16.204647
SDG 707.883691
SEK 10.821948
SGD 1.499017
SHP 0.879379
SLE 29.063246
SLL 24698.768838
SOS 673.11013
SRD 44.171487
STD 24378.96668
STN 24.852482
SVC 10.305187
SYP 130.183622
SZL 19.328737
THB 37.751625
TJS 11.171234
TMT 4.128339
TND 3.398663
TOP 2.835963
TRY 52.831196
TTD 8.000592
TWD 37.16953
TZS 3075.606302
UAH 51.463329
UGX 4352.234159
USD 1.177843
UYU 47.011728
UZS 14327.478864
VES 564.961546
VND 31020.844265
VUV 139.537044
WST 3.198962
XAF 655.869432
XAG 0.014914
XAU 0.000246
XCD 3.183178
XCG 2.122626
XDR 0.815691
XOF 655.869432
XPF 119.331742
YER 281.092365
ZAR 19.338293
ZMK 10601.982937
ZMW 22.525992
ZWL 379.264882
  • Goldpreis

    6.9000

    4815.2

    +0.14%

  • EUR/USD

    0.0002

    1.1786

    +0.02%

  • DAX

    87.7700

    24154.47

    +0.36%

  • MDAX

    51.2700

    30938.35

    +0.17%

  • TecDAX

    50.4000

    3653.06

    +1.38%

  • Euro STOXX 50

    -7.0600

    5933.28

    -0.12%

  • SDAX

    154.6500

    17978.27

    +0.86%

Trotz Kritik: Bundesregierung verteidigt Zurückhaltung bei Appell zu Gaza-Krieg
Trotz Kritik: Bundesregierung verteidigt Zurückhaltung bei Appell zu Gaza-Krieg / Foto: Thomas SAMSON - AFP

Trotz Kritik: Bundesregierung verteidigt Zurückhaltung bei Appell zu Gaza-Krieg

Trotz wachsender Kritik aus SPD und Opposition hat die Bundesregierung ihre Entscheidung verteidigt, den Appell von 28 Staaten für ein sofortiges Ende des Krieges im Gazastreifen nicht zu unterzeichnen. "Niemand kann von uns verlangen, dass wir Israel im Stich lassen", sagte Außenminister Johann Wadephul der Wochenzeitung "Die Zeit". Kanzleramtschef Thorsten Frei (beide CDU) betonte am Mittwoch, dass die Diskussion keine Auswirkungen auf den Koalitionsfrieden habe.

Textgröße:

Wadephul bekräftigte, dass "das perfide Spiel der Hamas nicht aufgehen" dürfe, die Geiseln und die Bevölkerung in Gaza weiter "als Faustpfand" zu nehmen. Deutschland könne in dem Konflikt kein "neutraler Mittler" sein, "weil wir parteiisch sind. Wir stehen an der Seite Israels."

Zunächst 25 Länder, darunter Großbritannien, Frankreich und Italien, hatten am Montag in einer gemeinsamen Erklärung ein sofortiges Kriegsende im Gazastreifen gefordert. Am Dienstag schlossen sich drei weitere Länder sowie die EU-Kommission an. Die unterzeichnenden Länder fordern Israel auf, "seinen Verpflichtungen gemäß dem humanitären Völkerrecht nachzukommen".

Deutschland gehört nicht zur Reihe der Unterzeichner. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte die Bundesregierung aber auf, den Appell noch zu unterstützen. Aus der Regierung schloss sich Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) der Forderung an. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt wies die Kritik aus der SPD noch am Dienstag zurück.

Kanzleramtsminister Frei begründete die Entscheidung der Bundesregierung am Mittwoch mit einer aus seiner Sicht mangelnden Ausgewogenheit der Erklärung. So sei die "Abfolge (...) in diesem Schreiben nicht klar genug gewesen". Es müsse klargestellt werden, dass der Ausgangspunkt für den Krieg "der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023" gewesen sei und dass die Hamas immer noch Geiseln gefangen halte, sagte er im ZDF.

Der Kanzleramtschef sieht die Regierungskoalition trotz der Kritik der SPD nicht beschädigt. "Da geht kein Löschblatt zwischen die Partner", sagte er. "Über die Form und die Wege zum gemeinsamen Ziel darf man auch mal unterschiedlicher Meinung sein", fügte er gleichwohl hinzu. "Wir sprechen über alles in der Koalition, das ist bei guten Partnern der Fall."

Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, dass sich das Bundeskabinett "ausführlich mit diesem Thema beschäftigt" habe. "Ich kann Ihnen versichern, dass es einen sehr, sehr hohen Konsens gab bei der Positionierung der Bundesregierung."

Vor Wadephul und Frei hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Nichtbeteiligung Deutschlands verteidigt. "Wir haben lange vorher im Europäischen Rat genau diese Position eingenommen", sagte er am Dienstagabend. Er habe zudem als einer der Ersten, "in aller Deutlichkeit" gesagt, dass die Zustände im Gazastreifen nicht länger hinnehmbar" seien. Auch Merz sieht in der Frage "keine Meinungsverschiedenheiten" in der Koalition.

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese zufolge laufen zu dem Vorgang nun Gespräche zwischen Wadephul und der SPD-Fraktion. "Wir sind dazu jetzt mit Außenminister Wadephul im Gespräch, um zu erörtern, warum man sich der Erklärung nicht hätte anschließen können", sagte Wiese. Er bekräftigte, die Regierung hätte sich "sehr gut anschließen können".

Kritik an Deutschlands Zurückhaltung kam nun auch von Grünen und Linken. Diese sei ein "vollkommen unverständlich und ein fatales Zeichen", schrieb die Grünen-Chefin Franziska Brantner im Onlinedienst X. Damit isoliere sich Deutschland "von unseren Partnern". Die Linken-Abgeordnete Lea Reisner nannte die "Passivität Deutschlands" in der Sache "schlicht unerträglich". Die Bundesregierung müsse ihre Waffenlieferungen an Israel einstellen und Palästina als Staat anerkennen.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) wies die Kritik dagegen zurück. Die Forderung der SPD-Fraktion habe die DIG "erheblich irritiert", erklärte deren Präsident Volker Beck. "Viele, gerade in der SPD, scheinen vergessen zu haben, wie dieser Krieg begann: mit dem genozidalen Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023."

A.P.Huber--NZN