Zürcher Nachrichten - Kritik an Israel nach Beschluss zu Ausweitung von Armee-Einsatz gegen Hamas im Gazastreifen

EUR -
AED 4.326385
AFN 75.395071
ALL 95.674789
AMD 440.015872
ANG 2.108574
AOA 1080.272088
ARS 1609.209775
AUD 1.650497
AWG 2.1146
AZN 2.00376
BAM 1.95624
BBD 2.372615
BDT 144.867534
BGN 1.965108
BHD 0.444408
BIF 3502.407445
BMD 1.17805
BND 1.498688
BOB 8.140144
BRL 5.887543
BSD 1.178005
BTN 110.020973
BWP 15.806095
BYN 3.362143
BYR 23089.784375
BZD 2.369224
CAD 1.623253
CDF 2721.295698
CHF 0.92182
CLF 0.026572
CLP 1048.064802
CNY 8.031534
CNH 8.032303
COP 4232.946501
CRC 540.640075
CUC 1.17805
CUP 31.218331
CVE 110.291703
CZK 24.360786
DJF 209.775241
DKK 7.472861
DOP 70.198188
DZD 155.6347
EGP 61.25877
ERN 17.670753
ETB 183.936737
FJD 2.589767
FKP 0.868557
GBP 0.869372
GEL 3.163095
GGP 0.868557
GHS 13.005425
GIP 0.868557
GMD 86.583025
GNF 10334.326644
GTQ 9.006257
GYD 246.4549
HKD 9.229358
HNL 31.288106
HRK 7.534222
HTG 154.139936
HUF 364.864557
IDR 20208.273529
ILS 3.539323
IMP 0.868557
INR 110.049152
IQD 1543.199831
IRR 1550461.349731
ISK 143.756968
JEP 0.868557
JMD 185.891851
JOD 0.835232
JPY 187.408977
KES 152.207173
KGS 103.020741
KHR 4718.222453
KMF 492.425055
KPW 1060.247588
KRW 1740.074737
KWD 0.364029
KYD 0.981654
KZT 558.864797
LAK 25990.84433
LBP 105490.779538
LKR 371.653137
LRD 216.75708
LSL 19.328744
LTL 3.478476
LVL 0.712591
LYD 7.452678
MAD 10.894153
MDL 20.144219
MGA 4887.286999
MKD 61.655975
MMK 2474.176964
MNT 4213.159111
MOP 9.507304
MRU 47.036388
MUR 54.485091
MVR 18.212746
MWK 2042.6379
MXN 20.386218
MYR 4.65915
MZN 75.34219
NAD 19.328908
NGN 1586.33946
NIO 43.351232
NOK 11.121858
NPR 176.032609
NZD 1.997626
OMR 0.452964
PAB 1.17801
PEN 3.991634
PGK 5.105149
PHP 70.784305
PKR 328.513427
PLN 4.241641
PYG 7528.95069
QAR 4.295067
RON 5.090938
RSD 117.408
RUB 89.088201
RWF 1725.146972
SAR 4.41967
SBD 9.481549
SCR 16.474779
SDG 708.008114
SEK 10.848093
SGD 1.499016
SHP 0.879533
SLE 29.038993
SLL 24703.11964
SOS 673.27444
SRD 44.094179
STD 24383.261147
STN 24.506349
SVC 10.307321
SYP 130.273957
SZL 19.316005
THB 37.818905
TJS 11.132232
TMT 4.129066
TND 3.420257
TOP 2.836462
TRY 52.720504
TTD 7.996106
TWD 37.278237
TZS 3057.040551
UAH 51.30035
UGX 4353.12786
USD 1.17805
UYU 47.380667
UZS 14359.47664
VES 561.963944
VND 31018.062378
VUV 140.199803
WST 3.216909
XAF 656.126997
XAG 0.014936
XAU 0.000245
XCD 3.18374
XCG 2.123041
XDR 0.815091
XOF 656.104714
XPF 119.331742
YER 280.994416
ZAR 19.33131
ZMK 10603.871004
ZMW 22.587948
ZWL 379.331691
  • MDAX

    369.4200

    30904.36

    +1.2%

  • TecDAX

    52.2600

    3600.53

    +1.45%

  • Goldpreis

    -7.4000

    4842.7

    -0.15%

  • DAX

    72.4300

    24116.65

    +0.3%

  • SDAX

    178.1400

    17860.41

    +1%

  • Euro STOXX 50

    -31.0800

    5953.43

    -0.52%

  • EUR/USD

    0.0001

    1.1798

    +0.01%

Kritik an Israel nach Beschluss zu Ausweitung von Armee-Einsatz gegen Hamas im Gazastreifen
Kritik an Israel nach Beschluss zu Ausweitung von Armee-Einsatz gegen Hamas im Gazastreifen / Foto: AHMAD GHARABLI - AFP

Kritik an Israel nach Beschluss zu Ausweitung von Armee-Einsatz gegen Hamas im Gazastreifen

Israel hat mit dem Beschluss zur nochmaligen Ausweitung seines Armee-Einsatzes gegen die Hamas im Gazastreifen im In- und Ausland scharfe Kritik ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gab als Reaktion den teilweisen Stopp von Rüstungslieferungen an Israel bekannt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rief die israelische Regierung auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Israels Oppositionschef Jair Lapid warnte vor deren Folgen, während das Forum der Geisel-Familien für Samstag zu neuen Protesten aufrief.

Textgröße:

Der Plan für einen militärischen Sieg über die islamistische Palästinenserorganisation Hamas war dem Sicherheitskabinett von Regierungschef Benjamin Netanjahu vorgelegt worden. Dem Beschluss zufolge soll die israelische Armee die Kontrolle über die Stadt Gaza übernehmen und zugleich humanitäre Hilfe an die Zivilbevölkerung außerhalb der Kampfgebiete liefern, wie Netanjahus Büro in der Nacht zum Freitag mitteilte.

Das Sicherheitskabinett votierte den Angaben zufolge zudem mehrheitlich für fünf Grundsätze zur Beendigung des Gaza-Kriegs. Diese seien die Entwaffnung der Hamas, die Rückkehr aller Geiseln - der lebenden und der toten -, die Entmilitarisierung des Gazastreifens, die israelische Sicherheitskontrolle im Gazastreifen und die Einrichtung einer Zivilverwaltung, die weder der Hamas noch der Palästinensischen Autonomiebehörde untersteht.

Vor dem Treffen war über Meinungsverschiedenheiten zwischen Netanjahu und dem israelischen Armeechef Ejal Samir spekuliert worden. Der Generalstabschef soll unter anderem eingewandt haben, dass ein ausgeweiteter Militäreinsatz das Leben der von der Hamas noch immer festgehaltenen Geiseln gefährde.

Die israelische Armee hatte im Juli erklärt, 75 Prozent des Gazastreifens zu kontrollieren. Im Rahmen einer erweiterten israelischen Offensive in dem Palästinensergebiet könnten Bodentruppen in dicht besiedelten Gebieten eingesetzt werden, in denen vermutlich Geiseln festgehalten werden, berichteten israelische Medien. Die Stadt Gaza ist die größte Stadt des Gebiets.

Kanzler Merz erklärte am Freitag, wegen der vom israelischen Sicherheitskabinett beschlossenen Verschärfung des militärischen Vorgehens werde Deutschland "bis auf Weiteres keine Ausfuhren von Rüstungsgütern" genehmigen, "die im Gazastreifen zum Einsatz kommen können".

Israel habe das Recht, "sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen", betonte Merz. Die Entwaffnung der Hamas sei unerlässlich. Merz unterstrich auch, die Freilassung der Geiseln und "zielstrebige Verhandlungen über einen Waffenstillstand haben für uns oberste Priorität". Das nun beschlossene militärische Vorgehen lasse jedoch "aus Sicht der Bundesregierung immer weniger erkennen, wie diese Ziele erreicht werden sollen".

Kritik an dem israelischen Beschluss kam auch von den EU-Spitzen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa riefen die israelische Regierung auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Costa forderte zudem "Konsequenzen für die Beziehungen zwischen der EU und Israel".

Belgien berief derweil die israelische Botschafterin in Brüssel ein. Das Außenministerium in Riad verurteilte die israelische Entscheidung "auf das Schärfste und Nachdrücklichste".

Auch in Israel selbst wurde der Plan heftig kritisiert. Der Plan werde "den Tod von Geiseln und vieler Soldaten, Kosten in Höhe von dutzenden Milliarden für die israelischen Steuerzahler und einen diplomatischen Bankrott" zur Folge haben, erklärte Oppositionsführer Jair Lapid.

Große Sorge äußerten auch die Familien der Geiseln. Dieser Plan "bedeutet, die Geiseln aufzugeben und dabei die wiederholten Warnungen der Armeeführung und den klaren Willen der Mehrheit der israelischen Öffentlichkeit völlig zu ignorieren", erklärte das Angehörigenforum. Für Samstagabend rief das Forum zu einer weiteren Großkundgebung und einem Protestmarsch in Tel Aviv auf.

Fast zwei Jahre nach dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 halten die Islamisten im Gazastreifen noch immer 49 Geiseln in ihrer Gewalt. 27 davon sind nach Einschätzung der israelischen Armee tot. Die humanitäre Situation in dem Palästinensergebiet ist katastrophal, Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln blieben erfolglos.

Die Hamas, die mit ihrem Großangriff auf Israel den Krieg im Gazastreifen begonnen und zuletzt Propagandavideos von ausgehungerten Geiseln verbreitet hatte, nannte den israelischen Plan "ein neues Kriegsverbrechen". Die Einnahme der Stadt Gaza werde Israel "teuer zu stehen kommen", warnten die Islamisten.

Nach 22 Monaten Krieg steht Netanjahu unter starkem Druck aus dem In- und Ausland, Israels militärische Reaktion auf den Hamas-Großangriff zu beenden. Nach UN-Angaben droht in dem Gebiet eine "allgemeine Hungersnot".

Vor dem Krieg hatte die Stadt Gaza etwa eine halbe Million Einwohner. Viele von ihnen sind vor den Kämpfen geflohen und in Zeltlagern untergebracht. Nach mehrfachen israelischen Evakuierungsaufrufen befürchteten einige nun das Schlimmste.

"Sie sagen uns, wir sollen nach Süden gehen, dann wieder nach Norden zurückkehren, und jetzt wollen sie uns wieder nach Süden schicken", sagte die 52-jährige Majsa Al-Schanti der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind Menschen, aber niemand hört uns oder sieht uns."

L.Zimmermann--NZN