Zürcher Nachrichten - UNO erklärt offiziell Hungersnot im Gebiet der Stadt Gaza - Netanjahu empört

EUR -
AED 4.306892
AFN 75.646395
ALL 95.724676
AMD 440.383498
AOA 1075.402786
ARS 1608.085285
AUD 1.660634
AWG 2.110932
AZN 1.998313
BAM 1.955283
BBD 2.358476
BDT 143.861942
BHD 0.442483
BIF 3480.679195
BMD 1.17274
BND 1.492105
BOB 8.091859
BRL 5.874493
BSD 1.17099
BTN 108.630262
BWP 15.720841
BYN 3.360911
BYR 22985.699188
BZD 2.355077
CAD 1.623248
CDF 2697.30186
CHF 0.925554
CLF 0.026668
CLP 1047.072999
CNY 8.007515
CNH 8.003896
COP 4264.671791
CRC 541.956627
CUC 1.17274
CUP 31.077603
CVE 110.235837
CZK 24.379388
DJF 208.524835
DKK 7.473758
DOP 70.511346
DZD 155.090971
EGP 62.282523
ERN 17.591096
ETB 183.744691
FJD 2.593519
FKP 0.871382
GBP 0.871601
GEL 3.155128
GGP 0.871382
GHS 12.886591
GIP 0.871382
GMD 86.200888
GNF 10274.281963
GTQ 8.95763
GYD 244.98519
HKD 9.18484
HNL 31.099773
HRK 7.535913
HTG 153.539382
HUF 375.515762
IDR 20041.301486
ILS 3.558339
IMP 0.871382
INR 109.170935
IQD 1533.994185
IRR 1543472.109781
ISK 143.297523
JEP 0.871382
JMD 185.141021
JOD 0.831519
JPY 186.788171
KES 151.529913
KGS 102.556542
KHR 4687.759864
KMF 492.551108
KPW 1055.443518
KRW 1741.014707
KWD 0.362014
KYD 0.975842
KZT 553.363609
LAK 25823.168542
LBP 104866.057933
LKR 369.552236
LRD 215.463
LSL 19.212217
LTL 3.462796
LVL 0.709379
LYD 7.444031
MAD 10.884021
MDL 20.175663
MGA 4859.714374
MKD 61.623698
MMK 2463.101174
MNT 4197.555211
MOP 9.446501
MRU 46.804618
MUR 54.556297
MVR 18.131
MWK 2030.462846
MXN 20.290044
MYR 4.649959
MZN 75.008877
NAD 19.212217
NGN 1594.344064
NIO 43.088601
NOK 11.170234
NPR 173.80802
NZD 2.009837
OMR 0.450923
PAB 1.17099
PEN 3.952054
PGK 5.068659
PHP 70.219557
PKR 326.614995
PLN 4.254117
PYG 7572.996582
QAR 4.269071
RON 5.092392
RSD 117.338958
RUB 90.423579
RWF 1710.047611
SAR 4.401975
SBD 9.450111
SCR 17.808289
SDG 704.81699
SEK 10.873585
SGD 1.49384
SLE 28.878761
SOS 669.222959
SRD 43.917976
STD 24273.345166
STN 24.49352
SVC 10.246289
SYP 129.626608
SZL 19.216916
THB 37.771646
TJS 11.130156
TMT 4.110453
TND 3.421695
TRY 52.380465
TTD 7.946898
TWD 37.224875
TZS 3038.69612
UAH 50.876041
UGX 4332.853754
USD 1.17274
UYU 47.247501
UZS 14239.233045
VES 558.033909
VND 30885.274174
VUV 140.185433
WST 3.206853
XAF 655.783514
XAG 0.015387
XAU 0.000247
XCD 3.169388
XCG 2.110442
XDR 0.815584
XOF 655.783514
XPF 119.331742
YER 278.115659
ZAR 19.254112
ZMK 10556.069282
ZMW 22.278106
ZWL 377.621722
  • Goldpreis

    -30.6000

    4787.4

    -0.64%

  • SDAX

    224.0600

    17257.63

    +1.3%

  • Euro STOXX 50

    29.8200

    5926.11

    +0.5%

  • DAX

    -3.0400

    23803.95

    -0.01%

  • MDAX

    329.9200

    30382.28

    +1.09%

  • TecDAX

    14.6900

    3531.61

    +0.42%

  • EUR/USD

    0.0026

    1.1729

    +0.22%

UNO erklärt offiziell Hungersnot im Gebiet der Stadt Gaza - Netanjahu empört
UNO erklärt offiziell Hungersnot im Gebiet der Stadt Gaza - Netanjahu empört / Foto: - - AFP

UNO erklärt offiziell Hungersnot im Gebiet der Stadt Gaza - Netanjahu empört

Nach wochenlangen Mahnungen hat die UNO für das Gebiet der Stadt Gaza nun offiziell eine Hungersnot erklärt. Es gebe "belastbare Beweise" dafür, dass für die Region die schlimmste Stufe der IPC-Skala zum Hungermonitoring erreicht sei, erklärte die dafür zuständige und in Rom ansässige UN-Initiative. Es ist das erste Mal überhaupt, dass im Nahen Osten offiziell eine Hungersnot erklärt wurde. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wies dies empört zurück.

Textgröße:

UN-Nothilfechef Tom Fletcher beschuldigte Israel am Freitag, für die katastrophale Lage verantwortlich zu sein. "Diese Hungersnot hätten wir vermeiden können, wenn man es uns erlaubt hätte", sagte er vor Journalisten in Genf. Aber die bereitstehenden Hilfsgüter "stapeln sich wegen der systematischen israelischen Blockade an den Grenzen".

UN-Menschenrechtschef Volker Türk warnte: "Aushungerung als Mittel der Kriegsführung zu nutzen, ist ein Kriegsverbrechen." UN-Generalsekretär António Guterres forderte "eine sofortige Waffenruhe, die Freilassung aller Geiseln und einen uneingeschränkten humanitären Zugang". Die Situation dürfe nicht ungestraft so bleiben, fügte er hinzu.

Der UN-Bericht sei eine "glatte Lüge", erklärte dagegen Netanjahu. Israel verfolge keine "Politik des Verhungerns", betonte der Ministerpräsident und verwies auf die Lieferung von humanitärer Hilfe in den Gazastreifen.

Zuvor hatte das israelische Außenministerium erklärt, die IPC-Skala stütze sich auf "Hamas-Lügen", die von "Organisationen mit eigenen Interessen" gefiltert würden.

Die IPC-Experten beurteilten für ihre Einschätzung die Situation im Gazastreifen bis zum 15. August. Demnach waren 500.000 Menschen im Gazastreifen zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Stadt Gaza betroffen. Der betroffene Regierungsbezirk mit der Stadt Gaza entspricht rund 20 Prozent des Gazastreifens. Die Experten gehen davon aus, dass sich die humanitäre Lage weiter verschlechtert und auch die Gegenden um die Städte Deir el-Balah und Chan Junis in dem Palästinensergebiet bis Ende September offiziell als Gebiete mit Hungersnot eingestuft werden.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas forderte, der UN-Sicherheitsrat müsse umgehend handeln, "um den Krieg zu beenden und die Blockade" von Hilfslieferungen aufzuheben. Die Grenzübergänge in den Gazastreifen müssten "ohne Beschränkungen" geöffnet werden.

Die Bundesregierung rief Israel erneut auf, humanitäre Hilfe im Gazastreifen zuzulassen. Zudem müsse sichergestellt werden, "dass diese auch in der Breite und Fläche des Gazastreifens verteilt werden kann und dort ankommt", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Die Hilfsorganisation Save the Children wies daraufhin, dass den IPC-Angaben zufolge die Hälfte der Betroffenen im Gebiet der Stadt Gaza Kinder seien. Viele Folgen der Hungersnot seien "irreversibel, insbesondere für Kinder", erklärte Lisa Görgen von Save the Children Deutschland.

Auch für humanitäres Personal werde es immer schwieriger, Hilfe zu leisten, erklärte Samah Wadi, die für die Hilfsorganisation Care in einem Gesundheitszentrum in Deir el-Balah arbeitet: "Wir alle hungern, auch wir verlieren die Kraft, die wir für unsere tägliche Arbeit brauchen."

Der britische Außenminister David Lammy erklärte: "Die Weigerung der israelischen Regierung, ausreichend Hilfe nach Gaza zu lassen, hat diese menschengemachte Katastrophe ausgelöst." Das sei ein "moralischer Skandal".

Die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, sprach von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Im Onlinedienst X forderte sie Israel "dringend auf, allen Menschen in Not ungehinderten und dauerhaften Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewähren".

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bezeichnete die offiziell erklärte Hungersnot als "erschütternd" und zugleich als "völlig vorhersehbar". Israel müsse die Grundbedürfnisse der Zivilbevölkerung im Gazastreifen nach Wasser, Nahrung und Medikamenten erfüllen, erklärte die Organisation.

Eine Hungersnot gilt laut IPC-Kriterien, wenn von 10.000 Menschen täglich mindestens zwei aufgrund von Hunger oder durch Unterernährung verursachte Krankheiten sterben, wenn mindestens 30 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt sind und ein Fünftel aller Haushalte an extremen Lebensmittelmangel leiden.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte indes mit der Zerstörung der Stadt Gaza, sollte die islamistische Hamas nicht zu ihrer Entwaffnung und der Freilassung aller noch festgehaltenen Geiseln bereit sein. "Bald werden sich die Tore der Hölle über den Köpfen der Mörder und Vergewaltiger der Hamas in Gaza öffnen - bis sie den Bedingungen Israels für die Beendigung des Krieges zustimmen", schrieb er in Onlinenetzwerken.

Netanjahu hatte am Donnerstag die Aufnahme "sofortiger Verhandlungen" zur Freilassung "aller Geiseln" angeordnet. Er fügte hinzu, dass er bereit sei, die Pläne des bereits angelaufenen Armeeeinsatzes "zur Eroberung der Stadt Gaza" zu genehmigen, die darauf abzielten, die Hamas "zu besiegen".

Ausgelöst worden war der Krieg im Gazastreifen durch den Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge mehr als 1200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Israel geht seit dem Hamas-Großangriff massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die nicht unabhängig überprüft werden können, bislang mehr als 62.190 Menschen getötet.

H.Roth--NZN