Zürcher Nachrichten - Staatsmedien: Nordkorea testet zwei "neue" Luftabwehrraketen

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Staatsmedien: Nordkorea testet zwei "neue" Luftabwehrraketen
Staatsmedien: Nordkorea testet zwei "neue" Luftabwehrraketen / Foto: STR - KCNA VIA KNS/AFP

Staatsmedien: Nordkorea testet zwei "neue" Luftabwehrraketen

Inmitten neuer Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Staatsmedien zufolge den Start von zwei "neuen" Luftabwehrraketen überwacht. Der Test habe am Samstag stattgefunden, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Er habe gezeigt, dass die beiden neuen Raketenwaffensysteme über "überlegene Kampffähigkeiten" verfügten.

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Details zu den neuen Raketen wurden in dem Bericht ebenso wenig genannt wie der Ort des Raketenabschusses. Es hieß lediglich, dass der "Betriebs- und Reaktionsmodus" der Raketen "auf einer einzigartigen und speziellen Technologie basiert". Der Abschuss habe "insbesondere bewiesen, dass die technologischen Eigenschaften der beiden Raketentypen sehr gut für die Zerstörung verschiedener Luftziele geeignet sind", berichtete KCNA.

Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigten Luftabwehrraketen, die in den Himmel aufstiegen. Auf dem Foto ist zudem Machthaber Kim Jong Un zu sehen, wie er einem Militärvertreter zuhört. Neben ihm auf dem Schreibtisch liegt ein Fernglas. Unabhängig davon habe Kim über eine "wichtige Aufgabe" gesprochen, die der Verteidigungssektor vor einer bevorstehenden Parteiversammlung zu erfüllen habe, berichtete KCNA weiter.

Südkoreas Generalstab hatte am Samstag Warnschüsse in Richtung nordkoreanischer Soldaten gemeldet und ihnen das vorherige Übertreten der Grenze zwischen den beiden verfeindeten Staaten vorgeworfen. Pjöngjang warf der südkoreanischen Armee daraufhin eine "geplante und bewusste Provokation" vor.

Der nordkoreanische Generalleutnants Ko Jong Chol warnte, der Vorfall könne an der Grenze zu Südkorea eine "unkontrollierbare Phase" auslösen. Zuletzt hatten südkoreanische Soldaten im April Warnschüsse auf nordkoreanische Soldaten abgegeben, die kurzzeitig die Grenze übertreten hatten.

Südkoreas neuer Präsident Lee Jae Myung hat sich der Verbesserung der Beziehungen zu Nordkorea verschrieben. Pjöngjang erklärte jedoch, kein Interesse daran zu haben. Unter Lees konfrontativerem Vorgänger Yoon Suk Yeol hatten die Beziehungen zwischen den beiden Ländern einen Tiefpunkt erreicht.

Nord- und Südkorea sind auch über sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Die USA haben zehntausende Soldaten in Südkorea stationiert, unter anderem zum Schutz Südkoreas.

Experten schätzen, dass Pjöngjang die Entwicklung von Luftabwehrraketen zur Abwehr von Drohnen vorantreibt. Hong Min vom Korea Institute for National Unification verweist dabei auf den KCNA-Bericht, in dem ausdrücklich von "Drohnen und Marschflugkörpern" die Rede ist.

Die Entwicklung solcher Luftabwehrraketen zeige, dass Pjöngjang "die Notwendigkeit erkannt hat, seine Fähigkeiten auf Grundlage der Lehren zu verbessern", die es aus den Kämpfen in Russlands Krieg gegen die Ukraine gezogen habe.

Nach Angaben westlicher Geheimdienste wurden 2024 mehr als 10.000 Nordkoreaner nach Kursk geschickt, wo die Ukraine im vergangenen Jahr einen überraschenden Vorstoß gestartet hatte. Demnach kamen dabei auch Artilleriegeschosse, Raketen und Langstreckenraketensysteme zum Einsatz. Südkoreanischen Angaben zufolge wurden rund 600 nordkoreanische Soldaten getötet und tausende weitere verletzt.

O.Hofer--NZN