Zürcher Nachrichten - Alarm wegen fast 20 russischen Drohnen über Polen - Erstmals Drohnen abgeschossen

EUR -
AED 4.306892
AFN 75.646395
ALL 95.724676
AMD 440.383498
AOA 1075.402786
ARS 1618.291285
AUD 1.660634
AWG 2.110932
AZN 1.998313
BAM 1.955283
BBD 2.358476
BDT 143.861942
BHD 0.442483
BIF 3480.679195
BMD 1.17274
BND 1.492105
BOB 8.091859
BRL 5.874493
BSD 1.17099
BTN 108.630262
BWP 15.720841
BYN 3.360911
BYR 22985.699188
BZD 2.355077
CAD 1.623248
CDF 2697.30186
CHF 0.925863
CLF 0.026604
CLP 1047.072999
CNY 8.007515
CNH 8.003896
COP 4264.671791
CRC 541.956627
CUC 1.17274
CUP 31.077603
CVE 110.235837
CZK 24.379388
DJF 208.524835
DKK 7.473758
DOP 70.511346
DZD 155.090971
EGP 62.282523
ERN 17.591096
ETB 183.744691
FJD 2.593519
FKP 0.872451
GBP 0.871893
GEL 3.155128
GGP 0.872451
GHS 12.886591
GIP 0.872451
GMD 86.200888
GNF 10274.281963
GTQ 8.95763
GYD 244.98519
HKD 9.18484
HNL 31.099773
HRK 7.535913
HTG 153.539382
HUF 375.515762
IDR 20041.301486
ILS 3.558339
IMP 0.872451
INR 109.170935
IQD 1533.994185
IRR 1543472.109781
ISK 143.297523
JEP 0.872451
JMD 185.141021
JOD 0.831519
JPY 186.788171
KES 151.529913
KGS 102.556542
KHR 4687.759864
KMF 492.551108
KPW 1055.481485
KRW 1741.413438
KWD 0.362014
KYD 0.975842
KZT 553.363609
LAK 25823.168542
LBP 104866.057933
LKR 369.552236
LRD 215.463
LSL 19.212217
LTL 3.462796
LVL 0.709379
LYD 7.444031
MAD 10.884021
MDL 20.175663
MGA 4859.714374
MKD 61.628696
MMK 2463.339235
MNT 4216.394014
MOP 9.446501
MRU 46.804618
MUR 54.556297
MVR 18.131
MWK 2030.462846
MXN 20.290513
MYR 4.649959
MZN 75.008877
NAD 19.212217
NGN 1594.344064
NIO 43.088601
NOK 11.170234
NPR 173.80802
NZD 2.00417
OMR 0.451071
PAB 1.17099
PEN 3.952054
PGK 5.068659
PHP 70.219557
PKR 326.614995
PLN 4.254997
PYG 7572.996582
QAR 4.269071
RON 5.092392
RSD 117.338958
RUB 90.346099
RWF 1710.047611
SAR 4.400861
SBD 9.450111
SCR 17.808289
SDG 704.81699
SEK 10.873585
SGD 1.49384
SLE 28.878761
SOS 669.222959
SRD 43.917976
STD 24273.345166
STN 24.49352
SVC 10.246289
SYP 129.644183
SZL 19.216916
THB 37.771646
TJS 11.130156
TMT 4.110453
TND 3.421695
TRY 52.380465
TTD 7.946898
TWD 37.224875
TZS 3038.69612
UAH 50.876041
UGX 4332.853754
USD 1.17274
UYU 47.247501
UZS 14239.233045
VES 558.033909
VND 30885.274174
VUV 139.802871
WST 3.219121
XAF 655.783514
XAG 0.015387
XAU 0.000247
XCD 3.169388
XCG 2.110442
XDR 0.815584
XOF 655.783514
XPF 119.331742
YER 278.115659
ZAR 19.254112
ZMK 10556.069282
ZMW 22.278106
ZWL 377.621722
  • Euro STOXX 50

    29.8200

    5926.11

    +0.5%

  • MDAX

    329.9200

    30382.28

    +1.09%

  • DAX

    -3.0400

    23803.95

    -0.01%

  • SDAX

    224.0600

    17257.63

    +1.3%

  • Goldpreis

    -30.6000

    4787.4

    -0.64%

  • TecDAX

    14.6900

    3531.61

    +0.42%

  • EUR/USD

    0.0026

    1.1729

    +0.22%

Alarm wegen fast 20 russischen Drohnen über Polen - Erstmals Drohnen abgeschossen
Alarm wegen fast 20 russischen Drohnen über Polen - Erstmals Drohnen abgeschossen / Foto: JANEK SKARZYNSKI - AFP/Archiv

Alarm wegen fast 20 russischen Drohnen über Polen - Erstmals Drohnen abgeschossen

Alarm in Polen und in der gesamten Nato wegen fast 20 russischen Drohnen über dem Nachbarland Deutschlands: "Eine große Zahl" russischer Drohnen drang in der Nacht zum Mittwoch in den polnischen Luftraum ein und wurde nach polnischen Angaben teils abgeschossen. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach von einer "Provokation großen Ausmaßes", Warschau beantragte Konsultationen der Nato nach Artikel 4 des Militärbündnisses wegen Bedrohung eines Mitgliedstaates. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 haben Polen und die Nato-Staaten im Baltikum immer wieder Verletzungen ihres Luftraums durch einzelne russische Drohnen gemeldet, bisher hatten sie aber nie Drohnen abgeschossen - und noch nie ein solches Ausmaß gemeldet.

Textgröße:

Ob die russischen Drohnen absichtlich den polnischen Luftraum verletzten oder ob sie aus Versehen beim Angriff Russlands auf die Ukraine bis nach Polen flogen, war zunächst unklar. Russland hatte in der Nacht erneut massive Angriffe auf die Ukraine geflogen, unter anderem auf die westukrainische Stadt Lwiw, die etwa 80 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt ist. Dabei wurden nach Angaben der ukrainischen Armee 458 Drohnen und Raketen eingesetzt.

Polen meldete in einer vorläufigen Bilanz mindestens 19 Luftraumverletzungen und bestätigte zunächst den Abschuss von drei Drohnen, wie Tusk vor dem polnischen Parlament bekanntgab. Warschau nannte den Vorfall "beispiellos". Tusk sagte: "In dieser Nacht kam es zu einer Verletzung des polnischen Luftraums durch eine große Anzahl russischer Drohnen." Er berief eine Krisensitzung seines Kabinetts ein. Verletzte oder Todesopfer gab es nach seinen Angaben nicht. Sieben Drohnen und Überreste eines noch nicht identifizierten Geschosses wurden im Osten des Landes gefunden, wo nach Angaben des polnischen Innenministeriums ein Haus und ein Auto beschädigt wurden.

Polnische Flugzeuge schossen bei dem Einsatz erstmals russische Drohnen ab. Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz teilte mit, die Flugzeuge hätten die "feindlichen Objekte" beschossen. Das polnische Einsatzkommando erklärte: "Das ist ein Akt der Aggression, der eine echte Bedrohung für die Sicherheit unserer Bürger darstellt." Polen schloss während der Einsätze den Luftraum über Teilen des Landes, wie der Warschauer Chopin-Flughafen mitteilte. An dem Hauptstadt-Flughafen wurden Starts und Landungen zeitweise gestoppt.

An dem Einsatz waren auch Nato-Flugzeuge beteiligt. Polen bedankte sich bei der Nato und der niederländischen Luftwaffe für die Unterstützung. Laut Den Haag waren niederländische F-35-Kampfjets im Einsatz. Ein Nato-Sprecher bestätigte eine Beteiligung der Luftabwehr der Nato. Es sei das erste Mal gewesen, dass Nato-Flugzeuge "potenzielle Bedrohungen im Luftraum eines Verbündeten angegriffen haben", erklärte er. Während der Luftraumverletzung seien auch deutsche Patriot-Luftabwehrsysteme in Polen in Alarmbereitschaft gesetzt und ein italienisches Frühwarnflugzeug gestartet worden, hieß es weiter.

Die ohnehin für Mittwoch geplante Sitzung des Nordatlantikrats wurde auf Antrag Polens unter Artikel 4 abgehalten. Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte das "absolut rücksichtslose" und "absolut gefährliche" Verhalten Russlands und lobte den Nato-Einsatz gegen die russischen Drohnen als "sehr erfolgreich". Bei der Sitzung des Nordatlantikrats hätten die Verbündeten ihre "Solidarität mit Polen" bekundet. Die Nato sei bereit, "jeden Zentimeter" des Nato-Gebiets zu verteidigen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe die Drohnen gezielt in den polnischen Luftraum gesteuert. Es handele sich nicht um ein "Versehen". Er forderte erneut eine gemeinsame Luftabwehr der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten. Zudem forderte er eine "klare und entschiedene" Reaktion der Verbündeten.

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ging von einer vorsätzlichen Verletzung des polnischen Luftraums aus. Es gebe "Anzeichen, dass es absichtlich war, nicht aus Versehen", schrieb sie im Onlinedienst Bluesky. Es handele sich um die "schwerwiegendste Verletzung des europäischen Luftraums durch Russland seit Kriegsbeginn". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte eine "rücksichtslose und beispiellose" Verletzung des polnischen Luftraums.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte auf X, Kreml-Chef Wladimir Putin weite seinen Krieg aus und werde nicht aufhören, "den Westen zu testen", solange er "keine entschiedene Antwort" auf die Aggressionen Russlands erhalte. Russland und Belarus halten ab Freitag auch ihr gemeinsames, großes Manöver "Sapad 2025" (Westen 2025) ab. Der Kreml lehnte einen Kommentar zum Eindringen der Drohnen in den polnischen Luftraum ab. Der russische Geschäftsträger in Polen wurde ins Außenministerium einbestellt.

Das Nato-Mitglied Polen ist ein wichtiger Unterstützer der Ukraine und ein zentraler Transitort für westliche humanitäre und militärische Hilfe für die Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 haben Polen und die baltischen Staaten immer wieder Verletzungen ihres Luftraums durch russische Drohnen gemeldet. Der polnische Präsident Karol Nawrocki hatte erst am Dienstag vor einer Ausweitung des russischen Angriffskrieges gewarnt. Putin sei bereit, "auch in andere Länder einzumarschieren", sagte er bei einem Besuch in Finnland.

Bei der Nato gilt der Grundsatz: Wenn ein Mitgliedstaat angegriffen wird, wird dies als Angriff auf alle Nato-Mitglieder gewertet. Dies ist in Artikel 5 des Nordatlantikvertrages festgelegt. Gemäß Artikel 4 kann jeder Mitgliedstaat im Fall einer Bedrohung seiner "territorialen Integrität, politischen Unabhängigkeit oder Sicherheit" die Einberufung einer Sitzung des Nordatlantikrates verlangen. Dabei kann es zu gemeinsamen Beschlüssen oder Maßnahmen kommen, muss es aber nicht. Der Anwendungsbereich von Artikel 4 ist also weniger klar als in Artikel 5.

D.Graf--NZN