Zürcher Nachrichten - Empörung bei Nato-Partnern nach Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum

EUR -
AED 4.374623
AFN 78.021707
ALL 96.547285
AMD 447.717397
ANG 2.132313
AOA 1091.723212
ARS 1687.35381
AUD 1.684366
AWG 2.14413
AZN 2.002177
BAM 1.956758
BBD 2.391771
BDT 145.13108
BGN 2.000438
BHD 0.449029
BIF 3513.820943
BMD 1.191183
BND 1.506938
BOB 8.223027
BRL 6.188679
BSD 1.187482
BTN 107.654273
BWP 15.649665
BYN 3.422476
BYR 23347.194613
BZD 2.38827
CAD 1.614732
CDF 2638.471241
CHF 0.913682
CLF 0.025732
CLP 1016.055227
CNY 8.24597
CNH 8.22714
COP 4375.311918
CRC 588.688318
CUC 1.191183
CUP 31.56636
CVE 110.318567
CZK 24.230159
DJF 211.463567
DKK 7.471668
DOP 74.756613
DZD 154.274976
EGP 55.868653
ERN 17.867751
ETB 185.224316
FJD 2.611729
FKP 0.875719
GBP 0.870761
GEL 3.204466
GGP 0.875719
GHS 13.0684
GIP 0.875719
GMD 87.557328
GNF 10425.149622
GTQ 9.109423
GYD 248.441678
HKD 9.310164
HNL 31.368363
HRK 7.537818
HTG 155.726269
HUF 376.847498
IDR 20017.837014
ILS 3.680638
IMP 0.875719
INR 107.889295
IQD 1555.661907
IRR 50178.600855
ISK 145.014386
JEP 0.875719
JMD 185.740969
JOD 0.84458
JPY 184.982394
KES 153.96074
KGS 104.168501
KHR 4789.345649
KMF 493.149491
KPW 1072.057439
KRW 1735.762633
KWD 0.365816
KYD 0.989585
KZT 586.447221
LAK 25520.499019
LBP 106694.3904
LKR 367.540008
LRD 220.877251
LSL 19.033122
LTL 3.517255
LVL 0.720535
LYD 7.507677
MAD 10.860619
MDL 20.169878
MGA 5213.55341
MKD 61.627415
MMK 2501.097557
MNT 4248.102544
MOP 9.560282
MRU 47.155095
MUR 54.413306
MVR 18.415325
MWK 2059.108477
MXN 20.479897
MYR 4.67599
MZN 75.94914
NAD 19.033122
NGN 1614.92329
NIO 43.701403
NOK 11.42601
NPR 172.247361
NZD 1.972534
OMR 0.458014
PAB 1.187482
PEN 3.988253
PGK 5.16653
PHP 69.624078
PKR 332.056529
PLN 4.209499
PYG 7829.83477
QAR 4.328802
RON 5.090048
RSD 117.404272
RUB 91.711136
RWF 1733.749128
SAR 4.46745
SBD 9.594837
SCR 17.430571
SDG 716.495884
SEK 10.635898
SGD 1.506639
SHP 0.893696
SLE 29.213775
SLL 24978.519404
SOS 677.431782
SRD 45.231024
STD 24655.091362
STN 24.512005
SVC 10.391089
SYP 13173.982011
SZL 19.024317
THB 37.105066
TJS 11.121
TMT 4.169142
TND 3.430266
TOP 2.868084
TRY 51.936905
TTD 8.04494
TWD 37.576837
TZS 3068.604002
UAH 51.189871
UGX 4227.070266
USD 1.191183
UYU 45.532109
UZS 14610.032815
VES 458.355948
VND 30821.87044
VUV 142.555996
WST 3.252788
XAF 656.278421
XAG 0.014524
XAU 0.000236
XCD 3.219232
XCG 2.140148
XDR 0.8162
XOF 656.278421
XPF 119.331742
YER 283.918956
ZAR 18.945528
ZMK 10722.056635
ZMW 22.449995
ZWL 383.560568
  • Euro STOXX 50

    -12.2200

    6046.79

    -0.2%

  • DAX

    -61.7300

    24953.14

    -0.25%

  • MDAX

    -24.5600

    31941.31

    -0.08%

  • SDAX

    13.6900

    18146.71

    +0.08%

  • TecDAX

    -5.7400

    3629.66

    -0.16%

  • Goldpreis

    -25.0000

    5054.4

    -0.49%

  • EUR/USD

    -0.0014

    1.1906

    -0.12%

Empörung bei Nato-Partnern nach Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum
Empörung bei Nato-Partnern nach Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum / Foto: JANEK SKARZYNSKI - AFP/Archiv

Empörung bei Nato-Partnern nach Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum

Das Eindringen von fast 20 russischen Drohnen in den polnischen Luftraum hat in Polen und bei seinen Nato-Verbündeten für Empörung und deutliche Warnungen an die Adresse Moskaus gesorgt. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach am Mittwoch von einer "Provokation großen Ausmaßes", Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte den Vorfall "auf das Schärfste". Die Nato beriet auf polnischen Antrag nach Artikel 4 des Militärbündnisses wegen Bedrohung eines Mitgliedstaates.

Textgröße:

Die Drohnen drangen in der Nacht zum Mittwoch in den polnischen Luftraum vor, einige von ihnen wurden abgeschossen. Mehrere europäische Spitzenvertreter gingen davon aus, dass die Drohnen absichtlich den polnischen Luftraum verletzten und nicht aus Versehen beim jüngsten Angriff Russlands auf die Ukraine bis nach Polen flogen.

Polen meldete mindestens 19 Luftraumverletzungen und bestätigte zunächst den Abschuss von drei Drohnen, wie Tusk vor dem polnischen Parlament bekanntgab. Er sprach von einer "großen Anzahl russischer Drohnen", die den polnischen Luftraum verletzt hätten. Dies bringe Polen "näher denn je an einen offenen Konflikt".

Tusk berief eine Krisensitzung seines Kabinetts ein. Verletzte oder Todesopfer gab es nach seinen Angaben nicht. Sieben Drohnen und Überreste eines noch nicht identifizierten Geschosses wurden im Osten des Landes gefunden, wo nach Angaben des polnischen Innenministeriums ein Haus und ein Auto beschädigt wurden.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 haben Polen und die Nato-Staaten im Baltikum immer wieder Verletzungen ihres Luftraums durch einzelne russische Drohnen gemeldet, bisher hatten sie aber nie Drohnen abgeschossen - und noch nie ein solches Ausmaß gemeldet.

Polnische Flugzeuge schossen nun mit Unterstützung von Nato-Partnern erstmals russische Drohnen ab. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz teilte mit, die Flugzeuge hätten die "feindlichen Objekte" beschossen. Das polnische Einsatzkommando sprach von einer "echten Bedrohung für die Sicherheit unserer Bürger". Polen schloss zeitweise auch den Luftraum über Teilen des Landes.

An dem Einsatz waren auch Nato-Flugzeuge beteiligt. Polen bedankte sich bei der Nato und der niederländischen Luftwaffe für die Unterstützung. Laut Den Haag waren niederländische F-35-Kampfjets im Einsatz. Ein Nato-Sprecher bestätigte, dass auch deutsche Patriot-Luftabwehrsysteme in Polen in Alarmbereitschaft versetzt und ein italienisches Frühwarnflugzeug im Einsatz gewesen seien.

Die ohnehin für Mittwoch geplante Sitzung des Nordatlantikrats wurde auf Antrag Polens unter Artikel 4 abgehalten. Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte das "absolut rücksichtslose" und "absolut gefährliche" Verhalten Russlands und lobte den Nato-Einsatz gegen die russischen Drohnen als "sehr erfolgreich". Die Nato sei bereit, "jeden Zentimeter" des Nato-Gebiets zu verteidigen. Die USA sicherten über ihren Gesandten bei der Nato, Matt Whitaker, ihren Beistand für die Verbündeten zu.

"Russland hat Menschenleben in einem Staat gefährdet, der der NATO und der EU angehört", erklärte Merz. "Dieses rücksichtslose Vorgehen reiht sich ein in eine lange Kette von Provokationen." Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer gezielten "Provokation" durch Moskau, die sich nicht nur gegen Polen, sondern die gesamte Nato gerichtet habe. Mit Verweis auf Angaben aus Polen betonte er, die Drohnen seien offenbar von Belarus aus gesteuert worden. Russland und Belarus halten ab Freitag ihr gemeinsames, großes Manöver "Sapad 2025" (Westen 2025) ab.

"Es gibt definitiv keine Anlässe zu vermuten, dass es sich hier um Kurskorrekturfehler oder dergleichen handelt," sagte Pistorius. Die Drohnen seien polnischen Angaben zufolge "entsprechend munitioniert" gewesen. "Es hätte also auch jederzeit etwas passieren können." Die Nato werde nun reagieren - "klar, aber auch sehr besonnen und nicht eskalierend", sagte Pistorius. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hielt Moskau vor, es habe "leichtfertig eine gefährliche Eskalation in Kauf genommen".

Moskau nahm nicht Stellung dazu, ob die Drohnen absichtlich nach Polen gesteuert wurden. Das russische Verteidigungsministerium bestritt aber einen gezielten Angriff auf das Nato-Land. "Es bestand nicht die Absicht, Ziele auf polnischem Staatsgebiet anzugreifen", erklärte das Ministerium.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe die Drohnen gezielt in den polnischen Luftraum gesteuert. Es handele sich nicht um ein "Versehen". Er forderte erneut eine gemeinsame Luftabwehr der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ging von einer vorsätzlichen Verletzung des polnischen Luftraums aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie Paris, London und Rom verurteilten das russische Vorgehen.

Das Nato-Mitglied Polen ist ein wichtiger Unterstützer der Ukraine, die seit Februar 2022 von Russland angegriffen wird. Bei der Nato gilt der Grundsatz: Wenn ein Mitgliedstaat angegriffen wird, wird dies als Angriff auf alle Nato-Mitglieder gewertet. Dies ist in Artikel 5 des Nordatlantikvertrages festgelegt. Gemäß Artikel 4 kann jeder Mitgliedstaat im Fall einer Bedrohung eine Sitzung des Nordatlantikrates verlangen. Dabei kann es zu gemeinsamen Beschlüssen oder Maßnahmen kommen, muss es aber nicht.

Y.Keller--NZN