Zürcher Nachrichten - Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt

EUR -
AED 4.375801
AFN 78.040829
ALL 96.573317
AMD 447.838113
ANG 2.132888
AOA 1092.012093
ARS 1687.730961
AUD 1.681895
AWG 2.144708
AZN 2.027049
BAM 1.957286
BBD 2.392416
BDT 145.170211
BGN 2.000977
BHD 0.449177
BIF 3514.768359
BMD 1.191505
BND 1.507344
BOB 8.225244
BRL 6.188201
BSD 1.187802
BTN 107.6833
BWP 15.653884
BYN 3.423399
BYR 23353.489619
BZD 2.388914
CAD 1.614522
CDF 2639.182703
CHF 0.91283
CLF 0.025736
CLP 1016.198884
CNY 8.248193
CNH 8.22856
COP 4376.837151
CRC 588.847044
CUC 1.191505
CUP 31.574871
CVE 110.348312
CZK 24.225134
DJF 211.520583
DKK 7.471204
DOP 74.776769
DZD 154.293807
EGP 55.832357
ERN 17.872569
ETB 185.274257
FJD 2.609637
FKP 0.875956
GBP 0.870078
GEL 3.20495
GGP 0.875956
GHS 13.071924
GIP 0.875956
GMD 87.571985
GNF 10427.960511
GTQ 9.111879
GYD 248.508664
HKD 9.312407
HNL 31.376821
HRK 7.535103
HTG 155.768257
HUF 376.806152
IDR 19991.063716
ILS 3.67269
IMP 0.875956
INR 108.038426
IQD 1556.081354
IRR 50192.1303
ISK 145.008364
JEP 0.875956
JMD 185.79105
JOD 0.844721
JPY 185.099639
KES 153.233467
KGS 104.196778
KHR 4790.63698
KMF 493.28266
KPW 1072.346493
KRW 1732.94732
KWD 0.365506
KYD 0.989851
KZT 586.605342
LAK 25527.380004
LBP 106369.854398
LKR 367.639106
LRD 220.936805
LSL 19.038254
LTL 3.518203
LVL 0.72073
LYD 7.509701
MAD 10.863547
MDL 20.175317
MGA 5214.959119
MKD 61.659559
MMK 2501.771917
MNT 4249.247942
MOP 9.56286
MRU 47.167809
MUR 54.785078
MVR 18.42084
MWK 2059.663666
MXN 20.49227
MYR 4.676063
MZN 75.970043
NAD 19.038254
NGN 1615.811596
NIO 43.713186
NOK 11.424569
NPR 172.293803
NZD 1.97085
OMR 0.458131
PAB 1.187802
PEN 3.989329
PGK 5.167923
PHP 69.654758
PKR 332.14606
PLN 4.207739
PYG 7831.945896
QAR 4.329969
RON 5.08987
RSD 117.373907
RUB 91.743957
RWF 1734.216591
SAR 4.468599
SBD 9.597424
SCR 16.26441
SDG 716.692716
SEK 10.634583
SGD 1.506884
SHP 0.893937
SLE 29.221614
SLL 24985.254258
SOS 677.614435
SRD 45.243216
STD 24661.73901
STN 24.518614
SVC 10.393891
SYP 13177.534056
SZL 19.029447
THB 37.043414
TJS 11.123998
TMT 4.170266
TND 3.431191
TOP 2.868857
TRY 51.952335
TTD 8.047109
TWD 37.588991
TZS 3078.367627
UAH 51.203673
UGX 4228.209994
USD 1.191505
UYU 45.544385
UZS 14613.972057
VES 458.479533
VND 30846.861875
VUV 142.594433
WST 3.253665
XAF 656.455371
XAG 0.014604
XAU 0.000237
XCD 3.220101
XCG 2.140725
XDR 0.81642
XOF 656.455371
XPF 119.331742
YER 283.994879
ZAR 18.948375
ZMK 10724.971239
ZMW 22.456048
ZWL 383.663986
  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1913

    -0.06%

  • Euro STOXX 50

    60.6100

    6059.01

    +1%

  • DAX

    293.4100

    25014.87

    +1.17%

  • SDAX

    239.3000

    18133.02

    +1.32%

  • MDAX

    303.0400

    31965.87

    +0.95%

  • Goldpreis

    -33.9000

    5045.5

    -0.67%

  • TecDAX

    15.8000

    3635.4

    +0.43%

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt
Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt / Foto: Sergio Lima - AFP

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro wegen Putschversuchs zu langer Haft verurteilt

Historisches Urteil in Brasilien: Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist wegen Putschplänen zu einer Haftstrafe von 27 Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Oberste Gericht befand den 70-Jährigen am Donnerstag für schuldig, eine "kriminelle Organisation" angeführt zu haben, die seine Wahlniederlage von 2022 gegen den heutigen linksgerichteten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva habe kippen wollen. Die Anwälte des rechtsextremen Ex-Staatschefs kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Textgröße:

Der Schuldspruch gegen Bolsonaro erging mit den Stimmen von vier der fünf Richter. Das Oberste Gericht gelangte unter anderem zu dem Schluss, dass Bolsonaro seine Anhänger zur Erstürmung des Obersten Gerichts, Präsidentenpalastes und Kongresses in der Hauptstadt Brasília am 8. Januar 2023 angestiftet habe.

Hunderte Unterstützter Bolsonaros waren damals in die Gebäude eingedrungen und hatten dort schwere Verwüstungen angerichtet. Die Szenen der Gewalt erinnerten an den Angriff von Anhängern Donald Trumps auf auf das Kapitol in Washington zwei Jahre zuvor. Bolsonaro und der seit Anfang dieses Jahres wieder als Präsident amtierende Trump sind eng verbündet.

Nach Angaben der brasilianischen Staatsanwaltschaft scheiterte der Putschversuch nur aufgrund mangelnder Unterstützung durch die Militärführung. Die Anklage hatte Bolsonaro zudem vorgeworfen, von Plänen zur Ermordung Lulas, von dessen Vizepräsident Geraldo Alckmin und des Verfassungsrichters Alexandre de Moraes gewusst zu haben.

Neben Bolsonaro wurden auch seine sieben Mitangeklagten verurteilt, darunter mehrere frühere Minister und Generäle. Sie erhielten Haftstrafen zwischen zwei und 26 Jahren.

Bolsonaros Anwälte kündigten an, gegen die "absurd überhöhte und unverhältnismäßige" Strafe Berufung einzulegen. Die Rechtsmittel sollten "auch auf internationaler Ebene", erklärten sie. Bolsonaro, der von 2019 bis 2022 Staatschef war, weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet sich als Opfer politischer Verfolgung.

Sei Vater halte weiter "den Kopf hoch", sagte Bolsonaros Sohn Flavio, der Abgeordneter ist, nach dem Urteil vor dem Haus seines Vaters in Brasília. Die Geschichte werde zeigen, "dass wir auf der richtigen Seite stehen". Die politischen Verbündeten seines Vaters würden sich "mit all ihrer Kraft" dafür einsetzen, dass der Kongress ein Amnestiegesetz verabschiede.

US-Außenminister Marco Rubio kritisierte das Urteil des brasilianischen Obersten Gerichtshofs scharf. Die USA würden "angemessen auf diese Hexenjagd reagieren", schrieb er im Onlinedienst X.

Das brasilianische Außenministerium erklärte daraufhin auf X, die brasilianische Demokratie werde sich von den "Drohungen" Rubios "nicht einschüchtern" lassen. Die Regierung werde "die Souveränität des Landes gegen Aggressionen und Einflussversuche" verteidigen.

Bolsonaro ist ein Bewunderer und Unterstützer Trumps und wird deshalb auch "Tropen-Trump" genannt. Der US-Präsident nannte die Verurteilung seines Verbündeten "sehr überraschend". Bolsonaro sei ein "guter Präsident Brasiliens" gewesen, sagte Trump am Donnerstag zu Journalisten.

Der US-Präsident zog Parallelen zu den Ermittlungen und Gerichtsverfahren, die in den vergangenen Jahren gegen ihn selbst geführt worden waren. "Das ist so ähnlich, wie sie es mit mir versucht haben, aber sie sind nicht damit durchgekommen", sagte er.

Der Putsch-Prozess gegen Bolsonaro hatte eine schwere Krise zwischen Brasilien und den USA ausgelöst. Die Trump-Regierung verhängte wegen des Vorgehens der brasilianischen Justiz Strafzölle gegen Brasilien in Höhe von 50 Prozent und belegte zudem Richter Moraes mit Sanktionen.

Die fünf Richter am Obersten Gericht Brasiliens hatten seit Dienstag nacheinander ihre Positionen dargelegt. Nur einer von ihnen stimmte für einen Freispruch. Richter Luiz Fux argumentierte am Mittwoch, das Gericht sei nicht dafür zuständig, ein "politisches Urteil" zu fällen.

Seine drei Kollegen und eine Kollegin waren jedoch von Bolsonaros Schuld überzeugt. "Brasilien ist fast zur Diktatur zurückgekehrt", sagte Moraes am Dienstag.

Bolsonaro, der wegen eines früheren Urteils bis 2030 von allen politischen Ämtern ausgeschlossen ist, steht seit Anfang August wegen Fluchtgefahrs unter Hausarrest. Nach Angaben seiner Anwälte verfolgte er die Anhörungen aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal. Der Prozess war das erste Gerichtsverfahren in Brasilien wegen Putschvorwürfen gegen einen früheren Staatschef.

M.Hug--NZN