Zürcher Nachrichten - Spionageprozess: Fast fünf Jahre Haft für Ex-Mitarbeiter von AfD-Politiker Krah

EUR -
AED 4.292058
AFN 74.796705
ALL 95.739902
AMD 439.501881
AOA 1071.700287
ARS 1615.181615
AUD 1.652823
AWG 2.105125
AZN 1.989016
BAM 1.95598
BBD 2.350946
BDT 143.393194
BHD 0.440869
BIF 3471.046536
BMD 1.168703
BND 1.48885
BOB 8.065777
BRL 5.957814
BSD 1.167222
BTN 108.093721
BWP 15.722649
BYN 3.390299
BYR 22906.569735
BZD 2.347576
CAD 1.615924
CDF 2688.015862
CHF 0.924888
CLF 0.026491
CLP 1042.622672
CNY 7.984401
CNH 7.985078
COP 4271.420782
CRC 542.654575
CUC 1.168703
CUP 30.970617
CVE 110.444564
CZK 24.370311
DJF 207.701646
DKK 7.472269
DOP 70.560383
DZD 154.652069
EGP 62.051209
ERN 17.530538
ETB 182.96016
FJD 2.583417
FKP 0.869606
GBP 0.870689
GEL 3.143803
GGP 0.869606
GHS 12.873236
GIP 0.869606
GMD 86.484019
GNF 10255.3648
GTQ 8.92986
GYD 244.203515
HKD 9.155145
HNL 31.122221
HRK 7.53135
HTG 153.085396
HUF 376.799028
IDR 19946.304643
ILS 3.584879
IMP 0.869606
INR 108.069982
IQD 1531.000324
IRR 1538012.539093
ISK 143.396517
JEP 0.869606
JMD 184.54935
JOD 0.828628
JPY 186.047507
KES 151.054593
KGS 102.201283
KHR 4689.422469
KMF 492.023759
KPW 1051.778675
KRW 1726.52584
KWD 0.361164
KYD 0.972702
KZT 556.60836
LAK 25670.551595
LBP 104657.312322
LKR 368.298616
LRD 215.333735
LSL 19.084647
LTL 3.450874
LVL 0.706936
LYD 7.427084
MAD 10.869988
MDL 20.158372
MGA 4850.116204
MKD 61.605336
MMK 2454.01836
MNT 4178.404257
MOP 9.419188
MRU 46.760167
MUR 54.438366
MVR 18.056387
MWK 2030.036479
MXN 20.319355
MYR 4.651399
MZN 74.738054
NAD 19.085467
NGN 1591.445889
NIO 42.915031
NOK 11.111918
NPR 172.948133
NZD 1.998318
OMR 0.449375
PAB 1.167212
PEN 3.941452
PGK 5.038569
PHP 69.723587
PKR 326.097181
PLN 4.247667
PYG 7540.790646
QAR 4.261204
RON 5.09157
RSD 117.356443
RUB 90.721704
RWF 1708.058759
SAR 4.385814
SBD 9.406399
SCR 16.406402
SDG 702.390533
SEK 10.868957
SGD 1.48853
SLE 28.750438
SOS 667.910462
SRD 43.914587
STD 24189.782925
STN 24.905051
SVC 10.213071
SYP 129.204538
SZL 19.084689
THB 37.527184
TJS 11.106364
TMT 4.096302
TND 3.370246
TRY 52.177424
TTD 7.91783
TWD 37.095554
TZS 3032.783169
UAH 50.700516
UGX 4301.414195
USD 1.168703
UYU 47.374562
UZS 14281.545118
VES 555.207743
VND 30766.0943
VUV 139.700521
WST 3.236478
XAF 656.025784
XAG 0.015551
XAU 0.000246
XCD 3.158477
XCG 2.103721
XDR 0.815886
XOF 656.227503
XPF 119.331742
YER 278.793652
ZAR 19.20072
ZMK 10519.724829
ZMW 22.265335
ZWL 376.32174
  • EUR/USD

    -0.0011

    1.1692

    -0.09%

  • Euro STOXX 50

    -17.0800

    5896.29

    -0.29%

  • MDAX

    -242.7200

    30052.36

    -0.81%

  • TecDAX

    -78.7500

    3516.92

    -2.24%

  • SDAX

    -201.3900

    17033.57

    -1.18%

  • DAX

    -273.6400

    23806.99

    -1.15%

  • Goldpreis

    -37.4000

    4780.6

    -0.78%

Spionageprozess: Fast fünf Jahre Haft für Ex-Mitarbeiter von AfD-Politiker Krah
Spionageprozess: Fast fünf Jahre Haft für Ex-Mitarbeiter von AfD-Politiker Krah / Foto: Odd ANDERSEN - POOL/AFP

Spionageprozess: Fast fünf Jahre Haft für Ex-Mitarbeiter von AfD-Politiker Krah

Im Spionageprozess gegen einen früheren Mitarbeiter des AfD-Politikers Maximilian Krah hat das Oberlandesgericht Dresden den Angeklagten zu einer Freiheitssprache von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es in seinem Urteil am Dienstag als erwiesen an, dass Jian G. für einen chinesischen Geheimdienst gearbeitet und unter anderem chinesische Oppositionelle ausgespäht hatte. Die Mitangeklagte Yaqi X. erhielt ein Jahr und neun Monate auf Bewährung.

Textgröße:

Das OLG sprach beide Angeklagte der geheimdienstlichen Agententätigkeit schuldig, Jian G. in besonders schwerem Fall. Dabei soll G. seine Funktion als Assistent Krahs im EU-Parlament in Brüssel jahrelang zur Informationsbeschaffung genutzt haben.

Es stehe "außer Frage", dass G. Geheimdienstmitarbeiter gewesen sei, sagte der Vorsitzende Richter Hans Schlüter-Staats. Er habe mindestens seit 2007 Informationen gesammelt. Dies sei unter anderem durch abgehörte Gespräche sowie durch Beweismittel belegt, wie die von der Mitangeklagten auf Anforderung von G. übermittelten Informationen etwa zu Militärtransporten auf dem Flughafen Halle/Leipzig.

Ein weiterer Schwerpunkt von G.s Agententätigkeit war dem Urteil zufolge die Ausspähung chinesischer Oppositioneller in Deutschland, die er zu identifizieren versuchte. Auch habe er Informationen über führende AfD-Politiker gesammelt und dabei auf Interna aus Krahs Büro zurückgegriffen.

Nicht zuletzt nutzte der Angeklagte dem Gericht zufolge seine Tätigkeit in Brüssel, um hunderte teils als sensibel eingestufte Dokumente an einen chinesischen Geheimdienst zu übermitteln, etwa zu den Handelsbeziehungen zwischen der EU und China oder der kritischen Infrastruktur in Europa. Dazu habe er Daten auf elektronischen Medien gespeichert und später wieder gelöscht.

Es sei für G. "ein Leichtes" gewesen, die Dokumente über den Zugang in Krahs Büro im EU-Parlament abzugreifen, sagte Schlüter-Staats. Der Angeklagte habe "Informationen nicht nur gesammelt, sondern auch ausgewertet und aufbereitet".

Bundesanwalt Stephan Morweiser sprach nach dem Urteil von dem "bisher schwerwiegendsten Fall chinesischer Spionage, der bislang in Deutschland aufgedeckt wurde". Das Oberlandesgericht blieb mit dem Strafmaß gleichwohl unter der Forderung der Bundesanwaltschaft, die für den deutschen Staatsbürger G. siebeneinhalb Jahre Gefängnis beantragt hatte. Seine Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Für die Komplizin X. hatte die Anklage zwei Jahre und neun Monate Haft auf Bewährung gefordert. X. sei nicht im Geheimdienst eingegliedert gewesen, aber habe "über eine gewisse Zeit" beständig Informationen geliefert, womit sie zur Täterin werde, sagte der Vorsitzende Richter. Der Haftbefehl gegen X. wurde mit dem Urteil aufgehoben.

Die Angeklagte hatte eingeräumt, G. ab 2023 Informationen über Flüge, Fracht und Passagiere des Flughafens Leipzig/Halle gegeben zu haben, wo sie im Logistikbereich arbeitete. Sie leitete demnach Informationen insbesondere zum Transport von Militärfahrzeugen, Truppen und Kampfdrohnen für die Bundeswehr und nach Israel an G. weiter.

G.s Festnahme im April 2024 sorgte für Schlagzeilen. Krah war damals Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl. Der AfD-Politiker kündigte seinem Mitarbeiter nach der Verhaftung. Krah selbst sitzt nicht mehr im Europaparlament. Er legte sein Mandat nieder, nachdem er bei der Bundestagswahl im Februar in den Bundestag eingezogen war.

In seiner Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht sagte Krah aus, von der mutmaßlichen Agententätigkeit seines Mitarbeiters für China nichts gewusst und auch keine entsprechende Warnung erhalten zu haben.

Gegen Krah selbst ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Es geht demnach um den Vorwurf der Geldwäsche und der Bestechlichkeit als Mandatsträger im Europäischen Parlament. Krah soll Geld aus China angenommen haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

Vor gut drei Wochen hob der Bundestag Krahs Immunität auf und machte damit den Weg frei für Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Verfahren. Am selben Tag wurden den Wohn- und Büroräume des AfD-Politikers in Berlin, Sachsen und Brüssel durchsucht.

B.Brunner--NZN