Zürcher Nachrichten - Nach Telefonat mit Putin: Trump kündigt Treffen mit Kreml-Chef in Budapest an

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Nach Telefonat mit Putin: Trump kündigt Treffen mit Kreml-Chef in Budapest an
Nach Telefonat mit Putin: Trump kündigt Treffen mit Kreml-Chef in Budapest an / Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS - AFP/Archiv

Nach Telefonat mit Putin: Trump kündigt Treffen mit Kreml-Chef in Budapest an

In den Bemühungen um ein Ende des Krieges in der Ukraine hat US-Präsident Donald Trump ein weiteres Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin angekündigt. Dieses werde in der ungarischen Hauptstadt Budapest stattfinden, erklärte Trump am Donnerstag nach einem Telefonat mit Putin, das beide Seiten positiv bewerteten. Ziel des Treffens ist es laut Trump herauszufinden, "ob wir diesen unrühmlichen Krieg beenden können".

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Ein Datum für das Treffen mit Putin nannte Trump nicht. Vorbereitet werden solle es bei einer Zusammenkunft ranghoher Berater beider Seiten in der kommenden Woche, erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Die US-Delegation werde dabei von Außenminister Marco Rubio angeführt, ein Ort müsse noch festgelegt werden. Trump sprach von einem "großen Fortschritt", der bei seinem Telefonat mit Putin erzielt worden sei.

Der Kreml bezeichnete das Telefonat, dass auf russische Initiative zustande gekommen sei, als "äußerst offenes und vertrauensvolles" Gespräch. Moskau werde "unverzüglich" mit den Vorbereitungen für das Treffen in Budapest beginnen, sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow. "Wir sind bereit!", kommentierte Ungarns Regierungschef Viktor Orban die Pläne im Onlinedienst X.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha führte das Telefonat auf die mögliche Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine zurück. Schon allein die Diskussion darüber habe "Putin gezwungen", Trump anzurufen und "wieder in den Dialog mit Amerika zu treten", schrieb Sybiha auf X.

Die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, erklärte, durch seinen anhaltenden "Terror" gegenüber der Ukraine zeige Russland seine wahre Haltung zum Frieden. Mit seinen massiven Angriffen am Donnerstag habe Moskau sich "erneut für Raketen statt Dialog entschieden" und damit auch Trumps "Friedensbemühungen" torpediert.

Massive russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine hatten am Donnerstag zu landesweiten Stromausfällen geführt. "Diese Angriffe zeigen, dass Moskaus Strategie auf Terror und Erschöpfung setzt", erklärte Stefanischyna. "Die einzige wirksame Reaktion ist Druck – durch härtere Sanktionen, eine verstärkte Luftabwehr und die Lieferung von Langstreckenwaffen." Die Einheit und Entschlossenheit der ukrainischen Verbündeten werde darüber entscheiden, wie schnell der russische Angriffskrieg beendet werden könne.

Am Freitag empfängt Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen im Weißen Haus. Am Wochenende hatte Trump nach Telefonaten mit Selenskyj gesagt, er könne Putin mit der Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk an Kiew drohen, falls Russland seine Angriffe auf die Ukraine nicht einstelle. Tomahawk-Marschflugkörper haben eine hohe Reichweite und würden der Ukraine Angriffe tief in russischem Gebiet ermöglichen.

In dem Telefonat mit Trump habe Kreml-Chef Putin seinen Standpunkt bekräftigt, "dass die Tomahawks die Lage auf dem Schlachtfeld nicht verändern, aber die Beziehungen zwischen unseren Ländern erheblich beeinträchtigen würden", sagte Kreml-Berater Uschakow. "Ganz zu schweigen von den Aussichten auf eine friedliche Lösung", fügte er hinzu. Trump habe in dem Telefonat gesagt, er werde Putins Äußerungen bei seinem Treffen mit Selenskyj am Freitag berücksichtigen.

In Deutschland wurde das angekündigte Treffen zwischen Trump und Putin kritisch aufgenommen. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter bezeichnete die Pläne in der "Rheinischen Post" als "fatales Zeichen für die europäische Sicherheit". Das Treffen böte Putin "erneut die Möglichkeit, Europa zu spalten und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben".

Trump und Putin waren bereits im August im US-Bundesstaat Alaska zusammengetroffen. Fortschritte in Richtung einer Waffenruhe im seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg hatten sie dabei nicht erzielt.

Trump hatte im Wahlkampf erklärt, er werde den Ukraine-Krieg nach seinem Amtsantritt im Januar innerhalb von "24 Stunden" beenden. Zuletzt äußerte er sich wiederholt enttäuscht und ungehalten über das Verhalten des russischen Staatschefs.

A.Weber--NZN