Zürcher Nachrichten - Hisbollah betont nach Tötung von Militärchef durch Israel Recht auf Vergeltung

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Hisbollah betont nach Tötung von Militärchef durch Israel Recht auf Vergeltung
Hisbollah betont nach Tötung von Militärchef durch Israel Recht auf Vergeltung / Foto: Anwar AMRO - AFP

Hisbollah betont nach Tötung von Militärchef durch Israel Recht auf Vergeltung

Fünf Tage nach der Tötung von Hisbollah-Militärchef Haytham Ali Tabatabai durch Israel hat der Anführer der libanesischen Miliz, Naim Kassem, Vergeltung angekündigt. Tabatabais Tötung sei eine "unverhohlene Aggression und ein abscheuliches Verbrechen", sagte Kassem am Freitag in einer Ansprache im Hisbollah-Sender al-Manar. Die Hisbollah habe "das Recht zu antworten und wir werden den Zeitpunkt dafür bestimmen", fügte er hinzu.

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Tabatabai habe mit sich mit vier Beratern auf "eine künftige Aktion" vorbereitet, als er bei einem israelischen Luftangriff im Süden von Beirut getötet wurde, sagte Kassem weiter. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, dass neben Tabatabai drei weitere Mitglieder der Miliz getötet worden sein. Der Militärchef ist der ranghöchste Hisbollah-Vertreter, der seit Beginn der Waffenruhe vor einem Jahr einem israelischen Angriff zum Opfer fiel.

Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war auch der Konflikt zwischen Israel und der mit der Hamas verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon eskaliert. Seit November 2024 gilt eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig immer wieder Verstöße gegen die Feuerpause vor.

Im Waffenruhe-Abkommen war auch die Entwaffnung der Hisbollah vereinbart worden, was diese strikt ablehnt. Die libanesische Armee ist unter anderem damit beauftragt, die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören. Das Militär hat sich gegenüber der libanesischen Regierung verpflichtet, die Hisbollah-Infrastruktur im Gebiet südlich des Litani-Flusses bis Ende des Jahres zu zerstören. Dafür sind einem der Regierung vorgelegten Plan zufolge 10.000 Soldaten im Einsatz.

Am Freitag führte die libanesische Armee erstmals Journalisten durch einen Tunnel, der der Armee zufolge von der Hisbollah genutzt worden war. Demnach beschlagnahmten Soldaten dort Waffen, die die Miliz zurückgelassen habe. Der sich über etwa hundert Meter erstreckende Tunnel verfügte über eine Stromversorgung und ein Belüftungssystem, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sahen. Er diente offenbar als Kommandozentrale.

Seit dem Beginn der Waffenruhe vor einem Jahr verhindere die Armee, dass die Hisbollah durch den Tunnel im südlibanesischen Sebkine-Tal Waffen ins Land schmuggle, sagte der General Nicolas Tabet. Insgesamt habe die Armee bei Durchsuchungen im Süden des Libanon rund 230.000 Waffen, Munition, Raketenwerfer und Raketen sichergestellt. "Ein Teil der beschlagnahmten Waffen und Munition befindet sich in gesicherten Lagern und soll später zerstört werden", sagte ein libanesischer Armeesprecher. Einige noch verwertbare Waffen sollten später "nach den entsprechenden rechtlichen Schritten" in die Armee überführt werden.

Die UN-Friedenstruppe (Unifil) für den Libanon stellt nach eigenen Angaben immer wieder "illegale Waffen" im Südlibanon sicher. Seit der Waffenruhe-Vereinbarung habe sie zudem über 10.000 Verstöße durch Luft- und Bodenangriffe festgestellt.

Israel wirft der Hisbollah vor, im Grenzgebiet wieder aufzurüsten. Der am Sonntag getötete Hisbollah-Militärchef Tabatabai war der israelischen Regierung zufolge für den Wiederaufbau und die Wiederbewaffnung der Organisation verantwortlich.

J.Hasler--NZN