Zürcher Nachrichten - EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen

EUR -
AED 4.246644
AFN 74.005922
ALL 96.265326
AMD 436.123466
ANG 2.069937
AOA 1060.360225
ARS 1598.689495
AUD 1.673775
AWG 2.08285
AZN 1.988068
BAM 1.972639
BBD 2.327881
BDT 141.810522
BGN 1.976535
BHD 0.436611
BIF 3427.379034
BMD 1.156336
BND 1.492137
BOB 7.986172
BRL 5.987965
BSD 1.155771
BTN 109.980818
BWP 15.944102
BYN 3.437039
BYR 22664.179845
BZD 2.324442
CAD 1.608272
CDF 2642.226678
CHF 0.921582
CLF 0.027136
CLP 1071.471881
CNY 7.963164
CNH 7.961846
COP 4259.455081
CRC 537.389586
CUC 1.156336
CUP 30.642896
CVE 110.863691
CZK 24.5467
DJF 205.503695
DKK 7.472507
DOP 69.496203
DZD 154.08251
EGP 63.140551
ERN 17.345036
ETB 181.602368
FJD 2.610315
FKP 0.876547
GBP 0.87223
GEL 3.110636
GGP 0.876547
GHS 12.719346
GIP 0.876547
GMD 85.569097
GNF 10146.845711
GTQ 8.843528
GYD 241.875744
HKD 9.063301
HNL 30.754786
HRK 7.528677
HTG 151.694897
HUF 384.268277
IDR 19655.394337
ILS 3.628929
IMP 0.876547
INR 108.251477
IQD 1514.799775
IRR 1521593.247438
ISK 143.397549
JEP 0.876547
JMD 182.85085
JOD 0.819848
JPY 183.470036
KES 150.324057
KGS 101.121607
KHR 4636.906277
KMF 495.487973
KPW 1040.672847
KRW 1743.453202
KWD 0.358024
KYD 0.963121
KZT 550.660545
LAK 25381.569304
LBP 103502.574163
LKR 364.613993
LRD 212.389924
LSL 19.738949
LTL 3.414358
LVL 0.699456
LYD 7.406339
MAD 10.803067
MDL 20.468725
MGA 4831.170578
MKD 61.591507
MMK 2427.7246
MNT 4129.285061
MOP 9.332604
MRU 46.380777
MUR 54.10502
MVR 17.888809
MWK 2008.555118
MXN 20.690083
MYR 4.668704
MZN 73.947626
NAD 19.738948
NGN 1600.403533
NIO 42.471566
NOK 11.181067
NPR 175.969107
NZD 2.013099
OMR 0.444626
PAB 1.155766
PEN 4.042522
PGK 5.07607
PHP 69.688304
PKR 322.845343
PLN 4.28678
PYG 7486.909717
QAR 4.213698
RON 5.097015
RSD 117.393505
RUB 94.009327
RWF 1688.250131
SAR 4.340218
SBD 9.299295
SCR 16.534366
SDG 694.958363
SEK 10.915173
SGD 1.486839
SHP 0.867551
SLE 28.387646
SLL 24247.794113
SOS 660.848203
SRD 43.216918
STD 23933.81449
STN 25.121393
SVC 10.113373
SYP 127.838758
SZL 19.738534
THB 37.748595
TJS 11.078065
TMT 4.058738
TND 3.387824
TOP 2.784178
TRY 51.442948
TTD 7.852061
TWD 36.907956
TZS 2990.065557
UAH 50.776558
UGX 4351.161172
USD 1.156336
UYU 46.890264
UZS 14102.102747
VES 547.268077
VND 30457.882506
VUV 139.157306
WST 3.20221
XAF 661.604585
XAG 0.015529
XAU 0.000247
XCD 3.125055
XCG 2.082981
XDR 0.8221
XOF 659.691044
XPF 119.331742
YER 275.9598
ZAR 19.553517
ZMK 10408.420696
ZMW 22.092587
ZWL 372.339626
  • Euro STOXX 50

    137.5000

    5707.23

    +2.41%

  • MDAX

    710.7000

    28861.48

    +2.46%

  • SDAX

    215.5300

    16708.07

    +1.29%

  • TecDAX

    45.2500

    3466.85

    +1.31%

  • DAX

    518.8100

    23198.85

    +2.24%

  • Goldpreis

    81.7000

    4760.3

    +1.72%

  • EUR/USD

    0.0053

    1.161

    +0.46%

EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen
EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen / Foto: Nicolas TUCAT - AFP/Archiv

EU-Abkommen: Deutschland muss vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen

Deutschland wird nach Inkrafttreten des sogenannten Solidaritätsmechanismus im kommenden Jahr vorerst keine Flüchtlinge aus anderen EU-Ländern aufnehmen müssen. Eine am Montag in Brüssel erzielte Einigung der EU-Innenminister bedeute für Deutschland, "dass wir keine finanziellen Leistungen aufzubringen haben und auf der anderen Seite keine Aufnahmen zu verzeichnen haben", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem Treffen. Die Ressortchefs der 27 Mitgliedstaaten einigten sich nach monatelangen Verhandlungen auf eine deutliche Verschärfung der gemeinsamen Asylpolitik.

Textgröße:

Teil der Einigung ist der sogenannte Solidaritätsmechanismus. Er sieht vor, dass EU-Länder mit einem hohen "Migrationsdruck" wie Italien oder Griechenland Flüchtlinge in andere EU-Länder übersiedeln können. Deutschland müsste nach der Regel eigentlich entweder Flüchtlinge aufnehmen oder 20.000 Euro pro nicht aufgenommenen Flüchtling an die betreffenden Länder zahlen.

Die Regelung sieht allerdings auch eine Reihe von Ausgleichsleistungen vor. So können etwa Länder offiziell Verantwortung für Menschen übernehmen, die sich bereits auf ihrem Territorium befinden, für die nach geltendem EU-Recht aber eigentlich ein anderes Land zuständig wäre.

Dobrindt sagte dazu, dass Deutschland sich mehrere tausend dieser Flüchtlinge anrechnen lassen könne und somit seine Verpflichtungen im Rahmen des Solidaritätsmechanismus mindestens für 2026 erfüllt habe. Die EU erkenne an, dass Deutschland in der Vergangenheit "viel Solidarität gezeigt" habe, sagte der Innenminister. Dies werde nun angerechnet.

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung haben Italien und Griechenland sich zudem bereiterklärt, Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen, für die die beiden Mittelmeerstaaten nach den Dublin-Regeln zuständig gewesen wären. Diese sehen vor, dass das EU-Land die Flüchtlinge aufnehmen muss, in denen diese erstmals registriert wurden. "Wir haben uns mit Griechenland und Italien darauf verständigt, dass sie Migranten wieder zurücknehmen, die über ihre Länder die Europäische Union betreten haben", zitierte "Bild" den Innenminister, ohne Zahlen zu nennen.

Die EU hatte im Juni 2024 eine Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems beschlossen, das die Mitgliedsländer bis Juni 2026 umsetzen sollen. Im April verkündete die EU-Kommission, Teile der Reform vorziehen zu wollen, um den Mitgliedsländern beschleunigte Asylverfahren zu ermöglichen. Viele europäische Regierungen stehen unter Druck, da die öffentliche Meinung zur Migration sich verschlechtert hat und dies den Zugewinn rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien bei Wahlen begünstigt hat.

Die Vereinbarungen der Innenminister basieren auf einem Vorschlag der EU-Kommission und sehen unter anderem vor, dass außerhalb der EU sogenannte Rückführungszentren eingerichtet werden können, in die Menschen abgeschoben werden können, deren Asylanträge abgelehnt wurden. So gibt es etwa eine niederländische Initiative für ein solches Zentrum in Uganda, an dem sich auch Deutschland beteiligen könnte. Kritiker zweifeln allerdings daran, dass solche Zentren mit europäischem Recht vereinbar sind.

"Statt in Sicherheit, Schutz und Integration zu investieren, wählt die EU Politik, die mehr Menschen in Gefahr und rechtliche Grauzonen bringen wird", erklärte Silvia Cartao von der Migranten-Hilfsorganisation Picum.

Doch auch einige Mitgliedstaaten sehen die geplanten Maßnahmen kritisch. So zeigt Spanien sich nicht überzeugt vom Konzept der "Rückführungszentren", das bereits in anderen Ländern nicht funktioniert habe. Innenminister Fernando Grande-Marlaska zweifelte zudem daran, ob die Abschieberegelung mit internationalem und humanitärem Recht vereinbar sei.

Die Innenminister einigten sich zudem auf härtere Strafen gegen Menschen ohne Bleiberecht, die sich weigern, die EU zu verlassen. Die Ergebnisse müssen noch vom EU-Parlament abgesegnet werden. Konservative und rechte Parteien haben bereits Zustimmung angedeutet.

Trotz der Einigung wird Deutschland laut Dobrindt aber zunächst an seinen Grenzkontrollen im Schengenraum festhalten. Diese blieben notwendig, bis der stärkere Schutz der Außengrenzen Wirkung zeige. Deutschland nimmt im Prinzip seit 2015 durchgehend mit wechselnder Intensität Kontrollen an seinen Grenzen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum vor.

L.Zimmermann--NZN