Zürcher Nachrichten - Spannungen in Syrien: Treffen zwischen US-geführter Koalition und kurdischen Kräften

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Spannungen in Syrien: Treffen zwischen US-geführter Koalition und kurdischen Kräften
Spannungen in Syrien: Treffen zwischen US-geführter Koalition und kurdischen Kräften / Foto: OMAR HAJ KADOUR - AFP

Spannungen in Syrien: Treffen zwischen US-geführter Koalition und kurdischen Kräften

Im Konflikt um die syrische Großstadt Aleppo sind Vertreter der kurdischen Streitkräfte mit Vertretern der US-geführten Koalition zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zusammengekommen. Die Gespräche sollten zur Entschärfung der anhaltenden Spannungen zwischen Damaskus und kurdischen Kräften beitragen und fanden am Freitag rund 50 Kilometer östlich von Aleppo in Deir Hafer statt, wie ein Sprecher der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) der Nachrichtenagentur AFP sagte.

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Wie aus syrischen Armeekreisen verlautete, traf danach auch eine Delegation des syrischen Verteidigungsministeriums in dem Gebiet ein, "um mit den Anführern der SDF zu verhandeln".

Vor dem Treffen in Deir Hafer hatten die syrischen Regierungstruppen massive Verstärkung in der Region zusammengezogen. Die Armee rief die SDF zudem auf, das Gebiet östlich von Aleppo bis hin zum Euphrat zu räumen. Die Zivilbevölkerung sollte das Gebiet bis zum Nachmittag verlassen. Wie AFP-Korrespondenten berichteten, war die Lage in Deir Hafer nach Ablauf der Frist um 17.00 Uhr (Ortszeit, 15.00 Uhr MEZ) zunächst ruhig.

Der US-Gesandte für Syrien, Tom Barrack, erklärte derweil im Onlinedienst X, er arbeite "rund um die Uhr" daran, eine Eskalation zwischen kurdischen Kämpfern und syrischen Regierungstruppen zu verhindern. Beide Seiten werden von den USA unterstützt.

Am vergangenen Wochenende hatten die syrischen Streitkräfte nach tagelangen Gefechten die Kontrolle über ganz Aleppo übernommen. Truppen der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus und kurdische Kämpfer hatten sich dort zuvor heftige Gefechte geliefert. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation. Nach Angaben syrischer Behörden vom Sonntag wurden durch die Kämpfe 24 Menschen getötet und 129 weitere verletzt. Zehntausende Bewohner mussten flüchten.

Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 wurde das im Nordwesten des Landes gelegene Aleppo bereits weitgehend von der neuen Übergangsregierung kontrolliert. Nur die mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh hatten zuletzt noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten gestanden.

Die syrischen Kurden kontrollieren einen Großteil des ölreichen und für seinen fruchtbaren Ackerboden bekannten Nordosten Syriens. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 genossen sie dort de facto Autonomie. Beim Sieg über die IS-Miliz in Syrien 2019 spielten die von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle.

Seit Assads Sturz hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen. Der Regierung in Damaskus mit dem früheren Dschihadisten Ahmed al-Scharaa an der Spitze wird vorgeworfen, Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen.

G.Kuhn--NZN