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Der jüngste Streit mit den USA über Grönland ist nach Einschätzung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron "ein strategischer Weckruf für ganz Europa" gewesen. Unter anderem eine bereits 2023 geschlossene strategische Partnerschaft zwischen der EU und Grönland solle nun schneller umgesetzt werden, sagte Macron vor einem Arbeitsessen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und dem grönländischen Regierungschef Jens Frederik Nielsen am Mittwoch in Paris. Diese Partnerschaft sei auch wichtig mit Blick auf "strategische Rohstoffe", fügte Macron hinzu.
Die EU müsse im laufenden Jahr zudem ihre Arktis-Strategie aktualisieren, sagte er. Macron bekräftigte die Bereitschaft seines Landes, sich an einer verstärkten Absicherung Grönlands zu beteiligen. "Wir unterstützen ein größeres Engagement der Nato in der Arktis", sagte er. Frankreich hatte vor kurzem ein Konsulat in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eröffnet. Der französische Konsul werde Anfang Februar sein Amt antreten, sagte Macron.
Die dänische Regierungschefin rief ihrerseits dazu auf, dass die Nato in der Arktis und in Grönland "eine viel bedeutendere Rolle" spielen solle. Sie bedankte sich bei Frankreich für die schnelle Unterstützung während der jüngsten Krise mit den USA.
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach seinen Willen bekundet, Grönland den USA einzuverleiben. Nach Trumps Drohungen mit militärischer Gewalt hatten Deutschland und Frankreich unter anderem kurzfristig Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland entsandt.
Der Konflikt um die Arktis-Insel drohte, die Nato zu spalten. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Nato-Mitglied ist. Inzwischen schloss Trump den Einsatz militärischer Gewalt aus und einigte sich nach eigenen Angaben bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos auf den Rahmen eines Grönland-Abkommens.
A.Wyss--NZN