Zürcher Nachrichten - Angespannte Lage: Zehntausende bei Demo von rechtsextremem Aktivisten in London

EUR -
AED 4.237681
AFN 75.575697
ALL 92.940333
AMD 421.656142
AOA 1058.122213
ARS 1728.956202
AUD 1.633787
AWG 2.077011
AZN 1.945226
BAM 1.955597
BBD 2.323358
BDT 142.405188
BHD 0.434964
BIF 3448.416033
BMD 1.153895
BND 1.477446
BOB 13.698575
BRL 5.892632
BSD 1.15348
BTN 110.034939
BWP 15.57038
BYN 3.419918
BYR 22616.341608
BZD 2.320009
CAD 1.608143
CDF 2619.917771
CHF 0.935353
CLF 0.026801
CLP 1054.82155
CNY 7.786026
CNH 7.783968
COP 3623.980269
CRC 523.056928
CUC 1.153895
CUP 30.578217
CVE 110.253532
CZK 24.246391
DJF 205.418634
DKK 7.475866
DOP 67.263004
DZD 153.32836
EGP 57.978842
ERN 17.308425
ETB 186.588492
FJD 2.551207
FKP 0.853163
GBP 0.854863
GEL 3.011187
GGP 0.853163
GHS 13.571588
GIP 0.853163
GMD 84.816206
GNF 10129.946354
GTQ 8.800085
GYD 241.584872
HKD 9.053789
HNL 30.918784
HRK 7.535739
HTG 150.824312
HUF 364.485455
IDR 20573.947493
ILS 3.461731
IMP 0.853163
INR 110.028559
IQD 1511.142822
IRR 1586288.276314
ISK 142.206313
JEP 0.853163
JMD 182.501018
JOD 0.818185
JPY 183.741653
KES 149.210113
KGS 100.907683
KHR 4673.513894
KMF 491.559225
KRW 1629.997786
KWD 0.356542
KYD 0.9613
KZT 537.975699
LAK 26026.292929
LBP 103298.655603
LKR 385.739878
LRD 208.208344
LSL 18.719353
LTL 3.407152
LVL 0.69798
LYD 7.356235
MAD 10.687188
MDL 20.036916
MGA 4963.483733
MKD 61.513602
MMK 2422.530647
MNT 4148.022534
MOP 9.32273
MRU 46.106204
MUR 54.27904
MVR 17.827624
MWK 2000.191954
MXN 19.759816
MYR 4.72185
MZN 73.739592
NAD 18.719353
NGN 1572.262254
NIO 42.445585
NOK 10.968631
NPR 176.051688
NZD 1.963162
OMR 0.443666
PAB 1.15348
PEN 3.899694
PGK 5.176462
PHP 70.583912
PKR 320.191096
PLN 4.297007
PYG 6868.285609
QAR 4.205063
RON 5.240181
RSD 117.359248
RUB 95.137449
RWF 1699.123269
SAR 4.322325
SBD 9.306967
SCR 15.797863
SDG 692.91888
SEK 10.965822
SGD 1.477245
SLE 28.388939
SOS 659.231431
SRD 43.560114
STD 23883.296381
STN 24.497452
SVC 10.09295
SZL 18.708459
THB 38.202042
TJS 10.629794
TMT 4.050171
TND 3.386948
TRY 55.08686
TTD 7.812357
TWD 37.209663
TZS 3052.632612
UAH 51.756417
UGX 4291.553623
USD 1.153895
UYU 46.445169
UZS 13715.573403
VES 872.07044
VND 30158.776144
VUV 137.137857
WST 3.15444
XAF 655.888779
XAG 0.017687
XAU 0.000263
XCD 3.118459
XCG 2.079029
XDR 0.815327
XOF 655.888779
XPF 119.331742
YER 275.086221
ZAR 18.677174
ZMK 10386.440091
ZMW 21.62875
ZWL 371.553713
  • Euro STOXX 50

    19.8400

    6555.46

    +0.3%

  • TecDAX

    28.6500

    4096.07

    +0.7%

  • DAX

    52.2800

    26376.16

    +0.2%

  • SDAX

    -2.4100

    18538.13

    -0.01%

  • Goldpreis

    32.7000

    4452.4

    +0.73%

  • MDAX

    -2.4500

    32248.69

    -0.01%

  • EUR/USD

    -0.0004

    1.1542

    -0.03%

Angespannte Lage: Zehntausende bei Demo von rechtsextremem Aktivisten in London
Angespannte Lage: Zehntausende bei Demo von rechtsextremem Aktivisten in London / Foto: JUSTIN TALLIS - AFP

Angespannte Lage: Zehntausende bei Demo von rechtsextremem Aktivisten in London

In politisch angespannter Lage sind in London am Wochenende unter massiven Sicherheitsvorkehrungen zwei Großkundgebungen abgehalten worden: Zehntausende Menschen nahmen am Samstag an der Demonstration "Unite the Kingdom" des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson teil, wie auf Luftaufnahmen britischer Medien zu sehen war. An einer pro-palästinensischen und gegen Rassismus gerichteten Demonstration beteiligten sich nach Angaben eines AFP-Reporters mehrere tausend Menschen. Bei den Kundgebungen gab es laut Polizei mehr als 30 Festnahmen.

Textgröße:

Die Metropolitan Police erklärte im Vorfeld, mit knapp 4000 Beamten handele es sich um einen ihrer größten Einsätze seit Jahren. Sie kündigte zudem den Einsatz von Reiterstaffeln, Hunden, Drohnen, Hubschraubern und Kameras zur Gesichtserkennung an. Es gelte eine "Null-Toleranz-Strategie". Die Kosten für den Einsatz wurden auf 4,5 Millionen Pfund (rund 5,1 Millionen Euro) geschätzt.

Die Polizei hatte für beide Kundgebungen zahlreiche Auflagen hinsichtlich der Routen und Zeitpläne erlassen, um die rivalisierenden Protestzüge voneinander zu trennen. Die Veranstalter mussten demnach zudem sicherstellen, dass eingeladene Redner keine Gesetze gegen Hassrede verletzen. Im Fall von Verstößen war vorgesehen, dass die Veranstalter dafür rechtlich belangt werden - ein Novum bei den Vorgaben.

Vor der Demonstration des einwanderungs- und islamfeindlichen Robinson waren Behördenangaben zufolge elf "ausländische ultrarechte Agitatoren" an der Einreise nach Großbritannien gehindert worden.

Am späten Samstagabend meldete die Polizei insgesamt 43 Festnahmen bei den Protesten. Am Sonntag stellte sie klar, bei dem von Robinson initiierten Marsch seien 20 Menschen festgenommen worden, davon elf wegen Hassverbrechen, und bei der Gegen-Demo weitere zwölf, davon mindestens zwei wegen Hassverbrechen. Die übrigen elf gemeldeten Festnahmen hätten nichts mit den Kundgebungen zu tun gehabt oder der Bezug sei ungewiss.

Die Polizei teilte zudem mit, dass vier Beamte angegriffen worden seien. "Glücklicherweise wurde keiner von ihnen ernsthaft verletzt", hieß es im Onlinedienst X. Die meisten Demonstranten hätten die Veranstaltungsorte am späten Nachmittag verlassen, es habe keine "größeren Zwischenfälle" gegeben.

Eine weitere Herausforderung für die Sicherheitskräfte war das Endspiel des britischen Fußball-Pokalwettbewerbs FA Cup zwischen Manchester City und Chelsea, zu dem am Nachmittag 90.000 Zuschauer ins Londoner Wembley Stadion strömten. Nach Polizeiangaben wurden am Rande des Fußballspiels 22 Menschen festgenommen.

Robinson ist Gründer der aus der Fußball-Hooligan-Szene hervorgegangenen rechtsextremen English Defence League. Der wegen seiner Positionen gegen Einwanderung und den Islam bekannte Rechtsextremist, der mit bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon heißt, wurde bereits mehrfach verurteilt, unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung. 2018 und 2024 saß er zeitweise im Gefängnis. Auf einer Bühne vor dem britischen Parlament sagte Robinson am Samstag, er führe eine "kulturelle Revolution" an.

"Einwanderung ist die Hauptsorge", nannte die 66-jährige Demonstrantin Christine Turner als Motivation für die Teilnahme an dem Protestmarsch. Großbritannien schütze schon "zu lange" seine Grenzen nicht. In Anspielung an US-Präsident Donald Trump trugen einige Teilnehmer Kappen mit der Aufschrift "Make England Great Again" (England wieder großartig machen). Andere hielten Kruzifixe oder Jesus-Bilder hoch oder trugen Ritterhelme als Ausdruck ihrer Bereitschaft zu einem "Kreuzzug".

Bei der pro-palästinensischen Kundgebung, die mit einer Anti-Rassismus-Demonstration verschmolz, sagte Teilnehmerin Heather Booker, die "Zunahme von Rassismus und Faschismus in Großbritiannien und ganz Europa" sei "sehr besorgniserregend". In jüngster Zeit haben in Großbritannien etwa Gewalttaten gegen Juden zugenommen.

Premierminister Keir Starmer hatte am Vorabend der Demonstrationen gewarnt: "Jeder, der darauf aus ist, auf unseren Straßen Chaos anzurichten, jemanden einzuschüchtern oder zu bedrohen, muss damit rechnen, die volle Härte des Gesetzes zu spüren zu bekommen."

Starmer steht nach Erfolgen der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Nigel Farage bei den Kommunal- und Regionalwahlen innerhalb seiner regierenden Labour-Partei unter massivem Druck und sieht sich mit Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen konfrontiert. Den Organisatoren der rechtsextremen Kundgebung vom Samstag warf Starmer vor, "Hass und Spaltung zu schüren".

Mitte September hatten an einer von Robinson organisierten Großdemo in London bis zu 150.000 Menschen teilgenommen. Im April wurden bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in London mehr als 500 Menschen wegen der "Unterstützung einer verbotenen Organisation" festgenommen.

R.Schmid--NZN