Zürcher Nachrichten - Iran und USA werfen einander Verletzung der Waffenruhe vor

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Iran und USA werfen einander Verletzung der Waffenruhe vor
Iran und USA werfen einander Verletzung der Waffenruhe vor / Foto: - - AFP

Iran und USA werfen einander Verletzung der Waffenruhe vor

Nach gegenseitigen Angriffen haben der Iran und die USA einander mit scharfen Worten die Verletzung der Waffenruhe vorgeworfen. Einen Raketenangriff des Iran auf den Golfstaat Kuwait bezeichnete das US-Regionalkommando Centcom am Donnerstag als "eklatanten Verstoß" gegen die Feuerpause. Zuvor hatten die USA in der Nacht erneut Ziele im Iran beschossen, die iranischen Revolutionsgarden drohten ihrerseits bei erneuten Attacken mit einer "entschiedenen Antwort". Die jüngsten Auseinandersetzungen sind die heftigsten seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April.

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Nach Angaben von Centcom erfolgte der iranische Angriff auf Kuwait wenige Stunden, nachdem iranische Streitkräfte fünf Drohnen gestartet hatten, die eine "klare Bedrohung" in der Straße von Hormus und in deren Nähe dargestellt hätten. Fünf dieser Drohnen habe das US-Militär bei seinem Angriff auf den Iran abgefangen. Zudem sei der Start einer sechsten Drohne von einer Bodenstation im Hafengebiet von Bandar Abbas im Süden des Iran verhindert worden.

Vor den iranischen Angriffen auf Kuwait hatten die USA erneut nächtliche Angriffe auf den Iran ausgeführt, getroffen wurde unter anderem ein iranischer Militärstützpunkt in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas. Iranische Medien berichteten von drei starken Explosionen in der Nähe von Bandar Abbas. Die Explosionen ereigneten sich demnach am Donnerstagmorgen gegen 01.30 Uhr (Ortszeit, 00.00 Uhr MESZ).

Unter Berufung auf die Revolutionsgarden hieß es weiter, Teheran habe nach den US-Attacken "den amerikanischen Luftwaffenstützpunkt" angegriffen, von dem die Attacke ausgegangen sei. Das kuwaitische Außenministerium verurteilte die "kriminellen iranischen Angriffe" auf das Staatsgebiet Kuwaits mit Raketen und Drohnen als "gefährliche Eskalation". Kuwait, das mit den USA verbündet ist und US-Soldaten beherbergt, hatte zuvor erklärt, seine Luftabwehr habe auf anfliegende Geschosse reagiert.

Der Iran wiederum wies die Verantwortung für die jüngste Eskalation Washington zu. Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei warf den USA "Verletzungen" der Waffenruhe vor und erklärte, die Islamische Republik werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihre nationale Souveränität zu verteidigen". Ein US-Regierungsvertreter sagte dagegen der Nachrichtenagentur AFP, die US-Aktionen seien "maßvoll" gewesen und hätten dazu gedient, die Waffenruhe zu bewahren.

Die Revolutionsgarden drohten den USA am Donnerstag für den Fall weiterer Angriffe mit einer "entschiedenen Antwort". "Sollte es erneut zu Angriffen kommen, wird das US-Militär mit einer entschiedenen Antwort konfrontiert werden", erklärten sie.

Irans oberster Führer Ayatollah Modschtaba Chamenei warf den USA und Israel zudem in einer schriftlichen Botschaft vor, die Islamische Republik "in die Knie zwingen" zu wollen. Der "blinde Plan des Feindes" bestehe darin, nach dem "aufgezwungenen Krieg", wirtschaftlichem Druck und Propaganda Spaltung und Zerfall zu schüren, erklärte Chamenei im Staatsfernsehen.

Ein zentraler Streitpunkt der stockenden Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende des Krieges ist die Straße von Hormus. Durch die Meerenge wird normalerweise ein großer Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt. Der Iran blockiert die Wasserstraße seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte angesichts der Lage vor einer "sehr gefährlichen Zone" zwischen Krieg und Frieden. "Es liegt in niemandes Interesse, dass dieser Krieg weitergeht", sagte sie bei einem Treffen der EU-Außenminister im zyprischen Limassol. Es sei hingegen im Interesse aller, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus respektiert werde.

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Mittwoch "nicht zufrieden" mit dem jüngsten iranischen Angebot in den Verhandlungen gezeigt. Wenn es nicht zu einer Einigung komme, müssten die USA "die Sache einfach zu Ende bringen", sagte er. Nach den Berichten über jüngsten die Auseinandersetzungen stiegen die Ölpreise wieder.

H.Roth--NZN