Zürcher Nachrichten - "Tiefe symbolische Bedeutung": Holocaustgedenkstätte Yad Vashem gründet Ableger in München

EUR -
AED 4.243163
AFN 76.836825
ALL 93.168392
AMD 422.683441
AOA 1059.490664
ARS 1731.895657
AUD 1.635936
AWG 2.081143
AZN 1.964472
BAM 1.956127
BBD 2.327789
BDT 142.803865
BHD 0.435867
BIF 3452.176908
BMD 1.155388
BND 1.478954
BOB 13.753358
BRL 5.87804
BSD 1.155693
BTN 110.085873
BWP 15.570074
BYN 3.435989
BYR 22645.606405
BZD 2.324398
CAD 1.610755
CDF 2614.066317
CHF 0.933808
CLF 0.026824
CLP 1055.723909
CNY 7.7961
CNH 7.793635
COP 3642.60356
CRC 524.689954
CUC 1.155388
CUP 30.617784
CVE 110.283907
CZK 24.250092
DJF 205.808847
DKK 7.47569
DOP 67.38126
DZD 153.592261
EGP 57.747336
ERN 17.330821
ETB 186.880539
FJD 2.553243
FKP 0.857011
GBP 0.85579
GEL 3.016025
GGP 0.857011
GHS 13.568326
GIP 0.857011
GMD 84.917311
GNF 10149.74009
GTQ 8.818397
GYD 242.045687
HKD 9.064453
HNL 30.979177
HRK 7.536369
HTG 151.115254
HUF 363.604111
IDR 20498.202116
ILS 3.466245
IMP 0.857011
INR 110.109235
IQD 1514.05302
IRR 1589294.076063
ISK 142.216689
JEP 0.857011
JMD 183.540672
JOD 0.819128
JPY 183.187355
KES 149.507516
KGS 101.038588
KHR 4685.803343
KMF 492.195074
KRW 1637.520047
KWD 0.3569
KYD 0.963165
KZT 538.813048
LAK 26101.474886
LBP 103496.143572
LKR 387.344731
LRD 208.609375
LSL 18.700163
LTL 3.411561
LVL 0.698883
LYD 7.365231
MAD 10.777548
MDL 20.086965
MGA 4949.848611
MKD 61.530283
MMK 2425.794575
MNT 4152.757665
MOP 9.339844
MRU 46.355747
MUR 54.303359
MVR 17.850882
MWK 2004.078274
MXN 19.818137
MYR 4.726342
MZN 73.835072
NAD 18.700163
NGN 1573.280637
NIO 42.527107
NOK 10.987336
NPR 176.136435
NZD 1.961554
OMR 0.444245
PAB 1.155698
PEN 3.903852
PGK 5.109876
PHP 70.211802
PKR 320.85972
PLN 4.299164
PYG 6879.149604
QAR 4.213104
RON 5.244535
RSD 117.352589
RUB 95.451742
RWF 1697.791072
SAR 4.326647
SBD 9.319009
SCR 17.004638
SDG 693.805905
SEK 10.965222
SGD 1.478256
SLE 28.420632
SOS 660.501804
SRD 43.750504
STD 23914.200576
STN 24.504095
SVC 10.112734
SZL 18.697125
THB 38.145135
TJS 10.673415
TMT 4.055412
TND 3.387866
TRY 55.125778
TTD 7.839344
TWD 37.238734
TZS 3058.893435
UAH 51.843388
UGX 4304.71938
USD 1.155388
UYU 46.557982
UZS 13790.304557
VES 873.198868
VND 30219.175282
VUV 137.91453
WST 3.158504
XAF 656.069478
XAG 0.018024
XAU 0.000266
XCD 3.122494
XCG 2.082948
XDR 0.815502
XOF 656.069478
XPF 119.331742
YER 275.449418
ZAR 18.687033
ZMK 10399.872862
ZMW 21.617706
ZWL 372.034491
  • Euro STOXX 50

    17.1700

    6541.03

    +0.26%

  • MDAX

    -34.9400

    32372.26

    -0.11%

  • Goldpreis

    -4.9000

    4394.8

    -0.11%

  • TecDAX

    4.2000

    4072.98

    +0.1%

  • DAX

    0.5200

    26319.97

    0%

  • SDAX

    -69.9300

    18589.7

    -0.38%

  • EUR/USD

    -0.0008

    1.1554

    -0.07%

"Tiefe symbolische Bedeutung": Holocaustgedenkstätte Yad Vashem gründet Ableger in München

"Tiefe symbolische Bedeutung": Holocaustgedenkstätte Yad Vashem gründet Ableger in München

In München begann der in Weltkrieg und Völkermord mündende Aufstieg der Nazipartei NSDAP, nun siedelt die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in der Stadt ihr erstes Bildungszentrum außerhalb Israels an. Wie die Gedenkstätte und die Regierungen Bayerns und Sachsens am Donnerstag in Jerusalem, München und Dresden weiter mitteilten, ist zudem eine kleinere Ausstellen in Leipzig geplant. Politiker und jüdische Organisationen sprachen von einem wichtigen Signal des Vertrauens.

Textgröße:

Laut Yad Vashem ist der Schritt ins Ausland unter anderem eine Reaktion auf einen weltweit zunehmenden Antisemitismus. Die Auswahl Münchens habe dabei aufgrund der historischen Rolle der bayerischen Landeshauptstadt beim Aufstieg des Nationalsozialismus "eine tiefe symbolische Bedeutung", betonte der Gedenkstättenvorsitzende Dani Dayan.

Yad Vashem zufolge soll das Bildungszentrum innerhalb von drei Jahren am Karolinenplatz im Zentrum Münchens eröffnen und als "bundesweite Plattform" für ein Publikum aus Deutschland und den Nachbarländern dienen. Es gebe eine "finanzielle Zusicherung" der bayerischen Regierung, erklärte die Gedenkstätte ohne Nennung von Einzelheiten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer Ehre für sein Land. "Wir stehen zu unserer geschichtlichen Verantwortung: Die Gräuel des Nationalsozialismus dürfen sich niemals wiederholen", erklärte er am Donnerstag in München. Bayern werde Yad Vashem "ein gutes Zuhause" sein, dafür gebe er "persönlich ein Schutzversprechen".

Nach Angaben von Yad Vashem geht die Idee des Bildungszentrums auf einen Vorschlag des Vorsitzenden Dayan zurück, den dieser erstmals 2023 bei einem Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte. Unterstützt von Bundes- und Landesregierungen begannen demnach die Vorarbeiten, zunächst war neben Bayern und Sachsen auch noch Nordrhein-Westfalen als möglicher Standort im Auswahlrennen.

Den Ausschlag für München gaben nach umfassenden Machbarkeitsstudien demnach unter anderem dessen historische Bedeutung, die strategisch zentrale Lage, die vorhandene Bildungslandschaft und Infrastruktur sowie "der hohe Sicherheitsstandard". In München gibt es bereit ein israelisches Generalkonsulat und ein großes NS-Dokumentationszentrum, beide befinden sich zudem in unmittelbarer Nähe des Karolinenplatzes.

Neben dem Hauptstandort in München ist eine Außenstelle in Leipzig geplant. Diese soll laut sächsischer Regierung interaktive Lernräume bieten und sich mit ihren Angeboten vor allem "an Pädagogen und junge Menschen" richten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete dies als "große Ehre und zugleich Verpflichtung".

"Die pädagogische Erfahrung von Yad Vashem bietet eine einzigartige Chance, durch innovative Bildungsformate die Perspektive der Opfer noch wirksamer zu vermitteln", erklärte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Der Bund werde die Gründung des Bildungszentrums eng begleiten und unterstützen. Gerade junge Menschen in Deutschland wüssten "zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus", fügte die Ministerin hinzu.

Yad Vashem unterhält nach eigenen Angaben bereits enge Beziehungen nach Deutschland, unter anderem gibt es Kooperationsabkommen mit allen 16 Bundesländern. Yad Vashem, auch bekannt als World Holocaust Remembrance Center, wurde 1953 durch einen Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Es dient als zentrale Gedenkstätte, beherbergt Ausstellungen und ist darüber hinaus als Forschungsinstitut tätig.

Die Standortentscheidung für München und Leipzig zeige das "große Vertrauen" der israelische Seite, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, der "Rheinischen Post". Bayern sei mit seiner Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit sehr gut aufgestellt. Besonders in Ostdeutschland dagegen wollten Rechtspopulisten einen "Schlussstrich" unter die Bewältigung der NS-Vergangenheit ziehen.

Jüdische Organisationen reagierten erfreut. Durch seine Geschichte und als "Knotenpunk des jüdischen Lebens in Europa" biete München "perfekte Voraussetzungen", teilte die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, dazu mit.

Der Generalsekretär der ebenfalls in München ansässigen Konferenz der Europäischen Rabbiner, Gady Gronich, begrüßte die Entscheidung als "ein starkes und historisches Signal". Gerade in Zeiten wachsenden Antisemitismus sei Bildung "der entscheidende Schlüssel", fügte er an.

Für Enttäuschung sorgte die Bekanntgabe in Köln, das nach eigenen Angaben als möglicher Standort im Rennen war. Seine Stadt habe sich "in den vergangenen Monaten mit großem Engagement um das einzigartige Projekt beworben", erklärte Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD). Er gratuliere München und Leipzig zu dem "wichtigen Auftrag".

A.P.Huber--NZN