Zürcher Nachrichten - Rechter Hardliner De la Espriella gewinnt Wahl in Kolumbien - Tausende protestieren

EUR -
AED 4.245911
AFN 76.881606
ALL 93.218906
AMD 422.095048
AOA 1060.17747
ARS 1724.883763
AUD 1.638748
AWG 2.082491
AZN 1.923974
BAM 1.955777
BBD 2.321673
BDT 142.688326
BHD 0.434695
BIF 3451.159509
BMD 1.156136
BND 1.477083
BOB 13.699839
BRL 5.876985
BSD 1.152686
BTN 109.688713
BWP 15.558817
BYN 3.43236
BYR 22660.274138
BZD 2.318273
CAD 1.612984
CDF 2615.754722
CHF 0.935881
CLF 0.026829
CLP 1055.917611
CNY 7.801148
CNH 7.796157
COP 3633.557369
CRC 523.993852
CUC 1.156136
CUP 30.637616
CVE 110.263706
CZK 24.258167
DJF 205.267592
DKK 7.47791
DOP 67.289211
DZD 152.967205
EGP 57.293328
ERN 17.342047
ETB 186.049717
FJD 2.553385
FKP 0.857252
GBP 0.858528
GEL 3.017423
GGP 0.857252
GHS 13.526841
GIP 0.857252
GMD 84.950214
GNF 10123.881221
GTQ 8.794897
GYD 241.157171
HKD 9.066771
HNL 30.895638
HRK 7.536626
HTG 150.718232
HUF 363.096284
IDR 20580.38469
ILS 3.468236
IMP 0.857252
INR 110.076327
IQD 1509.982284
IRR 1590323.474144
ISK 142.597486
JEP 0.857252
JMD 183.057852
JOD 0.8197
JPY 182.445223
KES 149.15825
KGS 101.1045
KHR 4681.945069
KMF 492.513789
KRW 1627.678205
KWD 0.356853
KYD 0.960589
KZT 540.233662
LAK 26025.694653
LBP 103223.088933
LKR 386.635464
LRD 208.057559
LSL 18.72658
LTL 3.41377
LVL 0.699336
LYD 7.331914
MAD 10.743074
MDL 20.044765
MGA 4918.942288
MKD 61.529278
MMK 2427.365524
MNT 4157.296339
MOP 9.314591
MRU 46.338456
MUR 54.419029
MVR 17.862474
MWK 1998.776549
MXN 20.093332
MYR 4.728717
MZN 73.882875
NAD 18.72658
NGN 1577.96467
NIO 42.419502
NOK 10.997597
NPR 175.501941
NZD 1.96672
OMR 0.442445
PAB 1.152686
PEN 3.903654
PGK 5.09394
PHP 70.183287
PKR 320.014545
PLN 4.299908
PYG 6853.919586
QAR 4.213651
RON 5.24458
RSD 117.338623
RUB 94.338893
RWF 1694.980114
SAR 4.329449
SBD 9.325045
SCR 16.705104
SDG 694.261718
SEK 10.961097
SGD 1.467714
SLE 28.426407
SOS 658.792271
SRD 43.778844
STD 23929.689987
STN 24.499713
SVC 10.085882
SZL 18.72278
THB 38.21027
TJS 10.633575
TMT 4.058039
TND 3.38636
TRY 55.144817
TTD 7.812908
TWD 37.286097
TZS 3051.764195
UAH 51.625994
UGX 4293.949621
USD 1.156136
UYU 46.399456
UZS 13785.838257
VES 873.764445
VND 30295.977227
VUV 137.068231
WST 3.160548
XAF 655.949304
XAG 0.018188
XAU 0.000266
XCD 3.124516
XCG 2.077476
XDR 0.81579
XOF 655.949304
XPF 119.331742
YER 275.618798
ZAR 18.667349
ZMK 10406.616979
ZMW 21.756745
ZWL 372.275461
  • Goldpreis

    100.1000

    4399.7

    +2.28%

  • Euro STOXX 50

    21.3000

    6523.86

    +0.33%

  • TecDAX

    67.7900

    4068.78

    +1.67%

  • DAX

    179.3500

    26319.45

    +0.68%

  • MDAX

    -23.9000

    32407.2

    -0.07%

  • SDAX

    94.8300

    18659.63

    +0.51%

  • EUR/USD

    0.0037

    1.1562

    +0.32%

Rechter Hardliner De la Espriella gewinnt Wahl in Kolumbien - Tausende protestieren
Rechter Hardliner De la Espriella gewinnt Wahl in Kolumbien - Tausende protestieren / Foto: Diego Cuevas - AFP

Rechter Hardliner De la Espriella gewinnt Wahl in Kolumbien - Tausende protestieren

Nach dem knappen Wahlsieg des rechten Hardliners Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien sind tausende Menschen zu Protesten auf die Straßen gegangen. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit nur einem Prozentpunkt Vorsprung gegen den linken Senator Iván Cepeda durch. In Kolumbiens drittgrößter Stadt Cali kam es daraufhin zu zum Teil gewaltsamen Protesten: Demonstranten setzten am Sonntagabend US-Fahnen in Brand und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Textgröße:

Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, einige Demonstranten warfen Steine. In der Hauptstadt Bogotá gab es ebenfalls Proteste. Vor der Nationaluniversität demonstrierten hunderte Studenten.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kam De la Espriella auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent. Der 47-jährige Anwalt wird den linken Amtsinhaber Gustavo Petro, der nicht erneut antreten konnte, am 7. August ablösen.

Mit dem Wahlergebnis vollzieht das südamerikanische Land inmitten einer Welle der Gewalt einen scharfen Rechtsruck. De la Espriella will bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Der Rechtsaußenpolitiker, der sich selbst "Der Tiger" nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen. Außerdem will er im Kampf gegen die Kriminalität - ähnlich wie in El Salvador - Mega-Gefängnisse errichten.

De la Espriella rief am Wahlabend vor tausenden Anhängern in Barranquilla den Beginn einer "neuen Ära" aus. "Für diejenigen, die all die Jahre Gewalt, Terror, Drogenhandel und Korruption gesät haben, ist die Zeit abgelaufen!"

Er versprach in seiner Siegesrede zugleich, er wolle "Präsident für alle Kolumbianer" sein - auch für diejenigen, "die sich für einen anderen Kandidaten entschieden haben". Er werde Demokratie, Freiheit und die Verfassungsordnung schützen und versprach, alle ethnischen Gruppen, Religionen und politischen Richtungen zu respektieren.

De la Espriella war in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen mit 44 Prozent überraschend auf dem ersten Platz gelandet. Senator Cepeda war auf 41 Prozent gekommen. US-Präsident Trump hatte De la Espriella, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, im Wahlkampf seine "vollständige und totale Unterstützung" ausgesprochen. Nach dem Wahlsieg pries Trump das Ergebnis mit den Worten: "Er hat gewonnen, und zwar groß!"

Auch US-Außenminister Marco Rubio gratulierte dem Anwalt und Geschäftsmann auf X zu seinem Wahlsieg. Die Trump-Regierung freue sich, mit der künftigen kolumbianischen Regierung zusammenzuarbeiten, "um die illegale Einwanderung in die USA zu beenden und unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken".

Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Urnengang aufgerufen. Nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse jubelten Anhänger von De la Espriella und schwenkten Fahnen. "Ich bin sehr glücklich", sagte die 30-Jährige Daniela Oliveros in Barranquilla gegenüber AFP. "Abelardo gibt uns in diesem Moment vor allem ein Gefühl von Sicherheit, Arbeit und Würde."

Die 26-jährige Studentin Natalia äußerte sich dagegen bestürzt über den Wahlsieg: "Wir hatten bereits viele Jahre lang rechte Regierungen, denen es nur darum ging, die Reichen noch reicher zu machen und nicht die Armut zu beseitigen, sondern die Armen loszuwerden."

In der Hauptstadt Bogotá gingen zahlreiche Menschen aus Protest gegen das Wahlergebnis auf die Straße, einige Demonstranten vermuteten Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess. "Viele der Stimmen, die Abelardo erhalten hat, sind nicht echt", sagte die 26-jährige Isabella Giraldo. "Sie könnten das Ergebnis von Stimmenkauf oder manipulierten Stimmzetteln sein. Deshalb gehen wir auf die Straße."

Die Wahl fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt statt. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der vormals mächtigen Guerilla-Organisation Farc sind in Kolumbien weiterhin viele bewaffnete Gruppen aktiv. Das Spektrum reicht von Abspaltungen der früheren Farc über rechte paramilitärische Gruppierungen bis hin zu Drogenbanden.

Petro hatte sich in seiner auslaufenden vierjährigen Amtszeit durch Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen um eine weitere Befriedung des seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten leidenden Landes bemüht. Jedoch gelang ihm kein größeres weiteres Friedensabkommen.

Stattdessen wurde auch der Wahlkampf von heftiger Gewalt überschattet. So wurden mehrere Anschläge mit Autobomben und Drohnen verübt. Im Juni 2025 wurde der rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe ermordet.

Kolumbien war über viele Jahre hinweg der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Seit dem Amtsantritt Petros verschlechterten sich die Beziehungen jedoch. Einer der Gründe waren die Angriffe der US-Armee auf mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im östlichen Pazifik, bei denen auch kolumbianische Staatsbürger getötet wurden.

G.Kuhn--NZN