Zürcher Nachrichten - Regierungsumbau löst Proteste und Führungsstreit in der Ukraine aus

EUR -
AED 4.200579
AFN 75.480235
ALL 93.377918
AMD 419.223753
ANG 2.047409
AOA 1048.717023
ARS 1687.421195
AUD 1.635488
AWG 2.054262
AZN 1.942446
BAM 1.951601
BBD 2.303155
BDT 140.963014
BGN 1.96421
BHD 0.431238
BIF 3412.048183
BMD 1.143639
BND 1.474035
BOB 7.918369
BRL 5.858979
BSD 1.143545
BTN 110.173439
BWP 15.498789
BYN 3.313086
BYR 22415.332458
BZD 2.299852
CAD 1.607351
CDF 2583.481896
CHF 0.925164
CLF 0.026883
CLP 1058.026319
CNY 7.741066
CNH 7.747454
COP 3704.865618
CRC 519.684149
CUC 1.143639
CUP 30.306444
CVE 110.218185
CZK 24.221712
DJF 203.24708
DKK 7.476016
DOP 66.9602
DZD 152.161132
EGP 57.705188
ERN 17.154591
ETB 181.810076
FJD 2.562038
FKP 0.847401
GBP 0.849284
GEL 2.996039
GGP 0.847401
GHS 13.168974
GIP 0.847401
GMD 84.629151
GNF 10041.154683
GTQ 8.724268
GYD 239.245254
HKD 8.965962
HNL 30.706919
HRK 7.535208
HTG 149.459086
HUF 361.659974
IDR 20553.487497
ILS 3.456021
IMP 0.847401
INR 110.196118
IQD 1498.167629
IRR 1572504.190237
ISK 143.217876
JEP 0.847401
JMD 181.375797
JOD 0.810864
JPY 185.753916
KES 147.877734
KGS 100.011427
KHR 4599.718156
KMF 490.621379
KPW 1029.275548
KRW 1692.723056
KWD 0.353522
KYD 0.95295
KZT 538.463826
LAK 25817.659759
LBP 102412.909302
LKR 384.341393
LRD 207.460279
LSL 18.653107
LTL 3.37687
LVL 0.691776
LYD 7.307721
MAD 10.682756
MDL 20.074983
MGA 4917.64972
MKD 61.631196
MMK 2400.922116
MNT 4100.361735
MOP 9.233933
MRU 45.871295
MUR 53.785564
MVR 17.680327
MWK 1985.358052
MXN 19.93981
MYR 4.657926
MZN 73.089754
NAD 18.652822
NGN 1578.943016
NIO 41.914093
NOK 11.074615
NPR 176.278271
NZD 1.958802
OMR 0.439723
PAB 1.14354
PEN 3.86836
PGK 5.028594
PHP 70.481351
PKR 318.048604
PLN 4.330279
PYG 6934.92761
QAR 4.169734
RON 5.240146
RSD 117.370533
RUB 89.315864
RWF 1676.575377
SAR 4.27945
SBD 9.230727
SCR 16.55961
SDG 686.75192
SEK 11.038745
SGD 1.476318
SHP 0.853842
SLE 27.876203
SLL 23981.555032
SOS 653.552008
SRD 43.013425
STD 23671.026811
STN 24.702611
SVC 10.005255
SYP 126.408863
SZL 18.652245
THB 38.417162
TJS 10.549003
TMT 4.014174
TND 3.349434
TOP 2.753609
TRY 53.812574
TTD 7.76832
TWD 36.893004
TZS 3006.013927
UAH 51.034482
UGX 4219.939071
USD 1.143639
UYU 45.930977
UZS 13818.59512
VES 828.955365
VND 30024.53728
VUV 137.320309
WST 3.144451
XAF 654.551566
XAG 0.020521
XAU 0.000287
XCD 3.090743
XCG 2.060975
XDR 0.813147
XOF 655.305645
XPF 119.331742
YER 272.877304
ZAR 18.771537
ZMK 10294.127473
ZMW 20.954915
ZWL 368.251424
  • DAX

    -84.0400

    24915.49

    -0.34%

  • TecDAX

    -27.4100

    3782.28

    -0.72%

  • MDAX

    -60.9200

    32039.83

    -0.19%

  • Goldpreis

    -72.5000

    3979.3

    -1.82%

  • SDAX

    67.3900

    18329.52

    +0.37%

  • Euro STOXX 50

    18.0300

    6283.61

    +0.29%

  • EUR/USD

    -0.0025

    1.1443

    -0.22%

Regierungsumbau löst Proteste und Führungsstreit in der Ukraine aus

Regierungsumbau löst Proteste und Führungsstreit in der Ukraine aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit seiner mitten im russischen Angriffskrieg erfolgten Regierungsumbildung landesweite Proteste und einen offenen Streit in der militärischen Führung ausgelöst. Der abgelöste Verteidigungsminister Mychailo Fedorow warf Armeechef Oleksander Syrsky am Donnerstag vor, seine Entlassung mit einem Ultimatum erzwungen zu haben. Selenskyj rief beide Seiten zur Einheit auf.

Textgröße:

Bereits am Mittwoch hatte Selenskyj die Regierung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko entlassen. Das Parlament bestätigte am Donnerstag den bisherigen Chef des staatlichen Energieversorgers Naftogaz, Serhij Korezky, als neuen Regierungschef. Für ihn stimmten 289 von 318 Abgeordneten.

Selenskyj hatte die erneute Umbildung lediglich mit "neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben" begründet. Besonders die Ablösung des populären Verteidigungsministers Fedorow löste jedoch erheblichen Widerstand aus. Für viele Ukrainer verkörpert der erst seit sechs Monaten amtierende Minister, der bei seiner Ernennung 35 Jahre alt war, die Modernisierung einer von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, demonstrierten in Kiew mehr als 1000 Menschen gegen Fedorows Abgang. Sie sangen die Nationalhymne, schwenkten ukrainische und EU-Flaggen und riefen "Schande" sowie "Bringt Fedorow zurück". Auch aus Odessa, Dnipro und Lwiw wurden Proteste gemeldet. Demonstrationen gegen politische Entscheidungen sind in der Ukraine während des Krieges vergleichsweise selten.

Fedorow verschärfte unterdessen seine Kritik an Syrsky. Der Armeechef habe nach monatelangen Auseinandersetzungen seine Ablösung durch ein Ultimatum an Selenskyj erzwungen, sagte er vor Journalisten. Statt Wege zu finden, Russland mit asymmetrischen Mitteln zu besiegen, habe Syrsky das Land gespalten.

"In dieser Konstellation weiß ich persönlich nicht, wie der Krieg gewonnen werden kann", sagte Fedorow. Er kritisierte langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte.

Selenskyj räumte bei einem Auftritt mit dem britischen Premierminister Keir Starmer ein, dass das Verteidigungsministerium und die Armeeführung zuletzt kaum noch miteinander gesprochen hätten. Ein Präsident sollte während eines Krieges nicht zwischen beiden Seiten wählen müssen, sagte er. "Ich wünsche mir sehr die Einheit."

Syrsky verteidigte seine Bilanz und rief dazu auf, sich auf den Krieg zu konzentrieren. Unterstützung erhielt Fedorow dagegen vom für teilstreitkräfteübergreifende Kampfeinsätze zuständigen General Mychailo Drapaty, der als möglicher künftiger Armeechef gilt. Die Armee brauche "Veränderungen" und "neue Regeln", erklärte Drapaty.

Auch im Parlament regte sich Widerstand. Einige Abgeordnete weigerten sich zunächst, über einen Nachfolger für Fedorow abzustimmen. Staatschef Selenskyj brachte den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für das Verteidigungsressort ins Gespräch.

Der bisherige Verteidigungsminister Fedorow hatte die Digitalisierung der ukrainischen Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt. Ein Soldat warnte gegenüber AFP, die politische Krise könne sich unmittelbar auf die Versorgung der Front mit Drohnen und anderer Ausrüstung auswirken.

Anhänger Fedorows betrachten seine Ablösung als Reaktion auf Reformen, die eingefahrene Strukturen und wirtschaftliche Interessen bedrohten. Der Politologe Anatolij Oktysiuk erklärte, Selenskyj habe sich für seinen langjährigen Vertrauten Syrsky entschieden und sich dadurch politisch geschwächt.

Aus Protest gegen Fedorows Abgang trat der stellvertretende Luftwaffenkommandeur Pawlo Jelisarow zurück. Bereits zuvor hatte der Berater des Verteidigungsministeriums Sergej Sternenko seinen Rückzug angekündigt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte unterdessen dem neuen Ministerpräsidenten Korezky zu seinem Amt und sicherte der Ukraine die uneingeschränkte Unterstützung der EU zu.

Die Regierungsumbildung erfolgt zu einem militärisch heiklen Zeitpunkt. Bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew wurden nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt, darunter ein Kind. Russland setzte demnach 151 Drohnen und 13 Raketen ein. In den russischen Regionen Brjansk und Jaroslawl wurden bei ukrainischen Drohnenangriffen drei Menschen getötet.

L.Rossi--NZN