Zürcher Nachrichten - Thüringer BSW-Fraktion zerfällt: Koalition will trotz Parteiaustritten weiterarbeiten

EUR -
AED 4.261413
AFN 74.845507
ALL 91.860964
AMD 420.621258
ANG 2.077463
AOA 1065.207712
ARS 1750.688344
AUD 1.617448
AWG 2.090093
AZN 1.969395
BAM 1.954969
BBD 2.333808
BDT 142.989237
BGN 1.953392
BHD 0.436914
BIF 3456.531151
BMD 1.160357
BND 1.469176
BOB 14.42587
BRL 5.942786
BSD 1.158708
BTN 110.658976
BWP 15.610366
BYN 3.519105
BYR 22742.995393
BZD 2.33041
CAD 1.603787
CDF 2676.943113
CHF 0.946838
CLF 0.027681
CLP 1093.010311
CNY 7.783964
CNH 7.782514
COP 3582.777503
CRC 521.978186
CUC 1.160357
CUP 30.749458
CVE 110.218163
CZK 24.254588
DJF 206.342315
DKK 7.477797
DOP 68.201018
DZD 154.70026
EGP 59.51251
ERN 17.405354
ETB 187.040917
FJD 2.582664
FKP 0.857756
GBP 0.857333
GEL 3.017788
GGP 0.857756
GHS 13.279357
GIP 0.857756
GMD 85.29128
GNF 10187.670762
GTQ 8.84724
GYD 242.426981
HKD 9.103351
HNL 31.099784
HRK 7.538723
HTG 151.445643
HUF 363.748775
IDR 20430.404075
ILS 3.517447
IMP 0.857756
INR 110.878485
IQD 1517.954947
IRR 1595026.605675
ISK 139.649019
JEP 0.857756
JMD 183.032221
JOD 0.822701
JPY 176.554086
KES 149.936285
KGS 101.472915
KHR 4699.003164
KMF 493.151144
KPW 1044.321586
KRW 1556.723639
KWD 0.357808
KYD 0.96559
KZT 522.867808
LAK 25924.983211
LBP 103764.505403
LKR 380.938121
LRD 202.194078
LSL 18.710249
LTL 3.426232
LVL 0.701889
LYD 7.328886
MAD 10.828099
MDL 20.080467
MGA 4987.880406
MKD 61.498866
MMK 2436.69727
MNT 4173.311518
MOP 9.359823
MRU 46.5932
MUR 54.501714
MVR 17.927375
MWK 2009.246173
MXN 19.587318
MYR 4.723003
MZN 74.158513
NAD 18.710249
NGN 1539.28284
NIO 42.641879
NOK 10.777857
NPR 177.054761
NZD 1.983686
OMR 0.44629
PAB 1.158708
PEN 3.896744
PGK 5.230777
PHP 72.715503
PKR 321.229694
PLN 4.324825
PYG 6862.083966
QAR 4.223805
RON 5.256187
RSD 117.280162
RUB 97.758458
RWF 1709.173689
SAR 4.35305
SBD 9.297947
SCR 15.981209
SDG 697.951632
SEK 11.251288
SGD 1.479415
SHP 0.858983
SLE 28.486676
SLL 24332.094757
SOS 662.218591
SRD 43.998993
STD 24017.04524
STN 24.489593
SVC 10.138692
SYP 15086.96081
SZL 18.713048
THB 38.344006
TJS 10.718245
TMT 4.072853
TND 3.381863
TOP 2.793861
TRY 55.932453
TTD 7.864658
TWD 36.718216
TZS 3070.595154
UAH 51.613767
UGX 4484.09449
USD 1.160357
UYU 46.64018
UZS 13626.209559
VES 964.776083
VND 30079.351942
VUV 137.289618
WST 3.17472
XAF 655.957
XAG 0.017994
XAU 0.000267
XCD 3.135922
XCG 2.088313
XDR 0.820433
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 275.062764
ZAR 18.684641
ZMK 10444.613365
ZMW 22.363497
ZWL 373.634451
SSP 6555.146705
MXV 2.221582
  • Goldpreis

    1.6000

    4408.9

    +0.04%

  • Euro STOXX 50

    56.1600

    6325.13

    +0.89%

  • DAX

    207.3600

    25568.56

    +0.81%

  • MDAX

    67.3900

    31663.79

    +0.21%

  • TecDAX

    39.7700

    3980.48

    +1%

  • SDAX

    -68.2200

    18346.58

    -0.37%

  • EUR/USD

    -0.0012

    1.1601

    -0.1%

Thüringer BSW-Fraktion zerfällt: Koalition will trotz Parteiaustritten weiterarbeiten
Thüringer BSW-Fraktion zerfällt: Koalition will trotz Parteiaustritten weiterarbeiten / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Thüringer BSW-Fraktion zerfällt: Koalition will trotz Parteiaustritten weiterarbeiten

Der innerparteiliche Streit zwischen der BSW-Bundesspitze und dem Thüringer Landesverband ist mit einer Parteiaustrittswelle endgültig eskaliert und setzt die Koalition im Freistaat unter Druck. Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um Landeschefin Katja Wolf erklärten am Freitag in Erfurt ihren Parteiaustritt und begründeten dies mit der Einmischung der Bundespartei um Gründerin Sahra Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD. Zugleich bekannten sich CDU, SPD sowie Wolf zur gemeinsamen Koalition.

Textgröße:

Wolf, die im Kabinett von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) Finanzministerin ist, und ihre Mitstreiter fühlen sich dem Koalitionsvertrag "weiter verpflichtet". Da gebe es "kein Rütteln", sagte Wolf. "Wir brauchen in Thüringen Stabilität." Wolf warf der Parteispitze vor, sie habe Thüringen "zum Spielball" gemacht und benutzt, "um Aufmerksamkeit zu bekommen im besonderen für die Wahl in Sachsen-Anhalt".

"Wir sind nicht gewählt für endlose Selbstbeschäftigung, wir sind nicht gewählt für ständige Abwehrkämpfe und wir sind nicht gewählt für das Ertragen von Flirts mit Rechtsradikalen", kritisierte Wolf in Richtung Bundespartei. Diese habe "rote Linien überschritten".

BSW-Gründerin Wagenknecht hält die Austrittswelle in Thüringen hingegen für ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei "vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", wie sie im Online-Dienst X schrieb. Letztlich sei es für die Partei "ein Befreiungsschlag". Die Wähler in Sachsen-Anhalt hätten nun am Sonntag "umso mehr Klarheit: Wo BSW draufsteht, ist auch BSW drin".

Die BSW-Bundesspitze hatte zuletzt offenen Druck auf den Thüringer Landesverband und dessen Abgeordnete ausgeübt, um diese zu einem Koalitionsbruch zu bewegen und Voigt zu stürzen. Die Thüringer BSW-Spitze und die BSW-Landtagsfraktion lehnten dies ab. Ein für Sonntag vor diesem Hintergrund geplanter Sonderparteitag wurde inzwischen abgesagt.

Aus dem BSW tritt demnach auch nahezu der gesamte Landesvorstand aus. Der nach wie vor bestehenden Fraktion gehören laut Fraktionschefin Sigrid Hupach derzeit noch zwölf Abgeordnete an. In den vergangenen Tagen waren bereits vier BSW-Abgeordnete aus der Partei, in drei Fällen davon auch aus der Fraktion ausgetreten. Über das weitere Vorgehen soll demnach auf einer Fraktionssitzung kommende Woche beraten werden. Denkbar wäre die Bildung einer neuen Fraktion oder Gruppe.

Ministerpräsident Voigt will die Koalition fortsetzen. "Wir vertrauen einander", sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wolf und SPD-Chef Georg Maier. "Wir arbeiten als Regierung ganz stabil zusammen". Drei der Minister in seinem Kabinett waren ursprünglich auf BSW-Ticket in den Landtag eingezogen. Voigt zufolge ist die Regierung weiter arbeitsfähig. "Dieses Land wird gut, ruhig und vor allem vernünftig geführt", sagte er.

Auch SPD-Landeschef und Innenminister Maier bekräftigte: "Wir haben einen Regierungsauftrag und dem möchten wir gerecht werden." Gleichwohl würden die SPD-Parteigremien sich mit der neuen Konstellation befassen.

Für Voigt und die seit 2024 regierende Koalition könnten die BSW-Austritte zur Belastungsprobe werden. Denn das Bündnis hat schon jetzt keine absolute Mehrheit im Landtag. Bei Beschlüssen etwa zum Landeshaushalt arbeitet die Koalition deshalb mit der Linkspartei zusammen. Voigt betonte, der vereinbarte Konsultationsmechanismus gelte auch weiterhin.

Die Linke sieht hingegen mit dem Zerfall des BSW die "Koalition in Thüringen geplatzt" - und das bisherige Modell für Absprachen im Parlament am Ende. Voigt und seine "Restkoalition" müssten nun erklären, "wie es im Thüringer Landtag weitergeht und wie die Landesregierung zu parlamentarischen Mehrheiten im Landtag kommen will, um die Arbeit des Parlaments nicht zu lähmen", erklärten die Parteichefs Katja Maurer und Ralf Plötner sowie Fraktionschef Christian Schaft. Dazu seien feste Verabredungen nötig.

AfD-Fraktionschef Björn Höcke forderte am Freitag zum wiederholten Male Neuwahlen. Seine Fraktion werde entsprechend die Auflösung des Landtags beantragen. "Ein Mandat ist kein persönlicher Besitz, den man nach Belieben in ein neues politisches Projekt mitnehmen kann", erklärte Höcke.

Die AfD, die die größte Landtagsfraktion stellt, arbeitet schon seit längerer Zeit auf einen Sturz von Voigt hin und umwarb dafür zuletzt erfolglos das BSW, dessen Bundesspitze einen Abgang Voigts zugunsten eines "überparteilichen Ministerpräsidenten" forderte.

Nach dem Willen der BSW-Bundesführung soll ein solcher Ministerpräsident mit wechselnden Mehrheiten auch unter Einbeziehung der AfD regieren. Für dieses Modell wirbt das BSW auch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag. Umfragen dort sehen die Partei unter der Fünf-Prozent-Hürde.

U.Ammann--NZN