Zürcher Nachrichten - Abdul El-Sayed setzt in Michigan auf soziale Themen und Obama

EUR -
AED 4.100836
AFN 72.581059
ALL 90.772202
AMD 403.672763
ANG 1.998533
AOA 1025.069254
ARS 1720.459037
AUD 1.590034
AWG 2.009939
AZN 1.896945
BAM 1.955184
BBD 2.25391
BDT 138.656917
BGN 1.951686
BHD 0.422267
BIF 3348.564611
BMD 1.116633
BND 1.432771
BOB 13.266818
BRL 5.999112
BSD 1.119057
BTN 106.460444
BWP 15.437272
BYN 3.291792
BYR 21886.007578
BZD 2.250711
CAD 1.565866
CDF 2585.005478
CHF 0.924606
CLF 0.027996
CLP 1105.433602
CNY 7.446099
CNH 7.444425
COP 3519.046692
CRC 509.439426
CUC 1.116633
CUP 26.857895
CVE 110.230256
CZK 24.351088
DJF 199.278972
DKK 7.474685
DOP 68.488413
DZD 150.94665
EGP 62.815189
ERN 16.749496
ETB 183.294764
FJD 2.515555
FKP 0.836607
GBP 0.837754
GEL 2.895463
GGP 0.836607
GHS 13.009307
GIP 0.836607
GMD 82.631193
GNF 9903.789654
GTQ 8.554304
GYD 234.503435
HKD 8.759762
HNL 30.044127
HRK 7.534255
HTG 146.568552
HUF 367.281265
IDR 20259.073239
ILS 3.432475
IMP 0.836607
INR 106.248188
IQD 1695.358035
IRR 2028930.607136
ISK 136.374529
JEP 0.836607
JMD 177.661615
JOD 0.791685
JPY 176.142721
KES 144.905666
KGS 97.649292
KHR 4562.398508
KMF 492.435757
KPW 1004.969692
KRW 1478.226732
KWD 0.346983
KYD 0.932602
KZT 504.638679
LAK 25185.948668
LBP 100212.710627
LKR 371.837793
LRD 190.240037
LSL 18.610551
LTL 3.297127
LVL 0.67544
LYD 7.175802
MAD 10.991935
MDL 20.109571
MGA 5082.443541
MKD 61.555598
MMK 2344.674489
MNT 4019.217093
MOP 9.043109
MRU 44.999413
MUR 52.838902
MVR 17.252251
MWK 1940.505735
MXN 20.726082
MYR 4.563461
MZN 71.364249
NAD 18.610551
NGN 1496.210438
NIO 41.177021
NOK 10.406356
NPR 170.33631
NZD 1.961433
OMR 0.429349
PAB 1.119047
PEN 3.857901
PGK 5.09035
PHP 71.488522
PKR 309.674565
PLN 4.404425
PYG 6451.024423
QAR 4.090711
RON 5.345651
RSD 117.499895
RUB 90.224382
RWF 1654.556261
SAR 4.181959
SBD 9.005252
SCR 15.531903
SDG 671.655189
SEK 11.11673
SGD 1.430513
SHP 0.836743
SLE 25.62717
SLL 23415.241437
SOS 639.489844
SRD 42.08815
STD 23112.049449
STN 24.492061
SVC 9.79187
SYP 14518.46243
SZL 18.604303
THB 37.677987
TJS 10.323346
TMT 3.908216
TND 3.342846
TOP 2.688584
TRY 55.5938
TTD 7.605705
TWD 36.319598
TZS 2953.494355
UAH 51.091454
UGX 5013.576878
USD 1.116633
UYU 44.875855
UZS 13392.898528
VES 960.231858
VND 28842.073099
VUV 132.59261
WST 3.087188
XAF 655.957
XAG 0.020999
XAU 0.000278692495
XCD 3.017757
XCG 2.016855
XDR 0.789517
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 263.692886
ZAR 18.582253
ZMK 10051.016163
ZMW 22.5321
ZWL 359.555383
SSP 6415.840613
MXV 2.337735
  • TecDAX

    32.1700

    4056.47

    +0.79%

  • SDAX

    226.1700

    18332.77

    +1.23%

  • DAX

    229.1400

    25410.84

    +0.9%

  • Euro STOXX 50

    48.0100

    6116.23

    +0.78%

  • MDAX

    411.3800

    30287.68

    +1.36%

  • Goldpreis

    -21.5000

    4016.9

    -0.54%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.1162

    -0.15%

Abdul El-Sayed setzt in Michigan auf soziale Themen und Obama
Abdul El-Sayed setzt in Michigan auf soziale Themen und Obama

Abdul El-Sayed setzt in Michigan auf soziale Themen und Obama

Der demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed wirbt in Michigan mit einer Krankenversicherung für alle und Kritik an Donald Trump. Kurz vor der Wahl erhält er Unterstützung von Barack Obama.

Textgröße:

Abdul El-Sayed ist im Endspurt des Senatswahlkampfs in Michigan mit einer Botschaft angetreten, die wirtschaftliche Alltagssorgen und eine grundlegende Reform der Krankenversicherung verbindet. Bei einer Kundgebung in der Cass Technical High School in Detroit forderte der 41-Jährige, den Einfluss von Geld auf die Politik zu begrenzen, Einkommen zu stärken und Medicare auf die gesamte Bevölkerung auszuweiten.

El-Sayed argumentierte, dass sich Menschen in einem reichen Land Lebensmittel, Treibstoff, Miete, Hypotheken und medizinische Versorgung leisten können müssten. Zugleich kritisierte er staatliche Ausgaben für militärische Einsätze. Die Rede traf in Detroit auf ein großes und lautstarkes Publikum.

Sein Erfolg bei der demokratischen Vorwahl Anfang August hatte Teile der Parteiführung überrascht. Michigan ist ein industriell geprägter Swing State und das Zentrum der amerikanischen Autoindustrie. Der Staat stimmte zweimal für Donald Trump. Lange gingen führende Demokraten davon aus, dort nur mit gemäßigten oder konservativen Kandidaten gewinnen zu können.

Der Sohn ägyptischer Eltern wurde in einem Vorort von Detroit geboren. Er studierte Medizin in Oxford und an der Columbia University und leitete Gesundheitsbehörden in Detroit und Wayne County. Im Wahlkampf profitiert er von seiner klaren Ablehnung Trumps, seiner Kritik am Krieg der USA im Iran und dem Unmut über hohe Benzinpreise.

Die Senatswahl am 3. November hat auch über Michigan hinaus Bedeutung. Sollte El-Sayed gewinnen, wäre er der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit der Demokratin Elissa Slotkin würden dann eine jüdische Frau und ein muslimischer Mann den Bundesstaat im Senat vertreten.

In Dearborn, wo sich das Islamic Center of America als größte Moschee des Landes befindet, ist El-Sayed bei vielen Wählern beliebt. Michigan hat den höchsten Anteil arabischstämmiger Einwohner unter den US-Bundesstaaten, in Dearborn ist etwa die Hälfte der Bevölkerung muslimisch. Die Stadt wählte 2019 mit Rashida Tlaib, einer Tochter palästinensischer Eltern, eine der ersten beiden muslimischen Frauen in das Repräsentantenhaus.

El-Sayed stellt seine Herkunft offensiv dar, betont aber vor allem seine politischen Vorhaben. Er lehnt direkte Unternehmensspenden ab und finanziert seine Kampagne über viele kleinere Beiträge. Sein Auftreten wird mit dem des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani verglichen, doch sein Bündnis umfasst unterschiedliche Bevölkerungsgruppen nicht gleichermaßen sichtbar.

Besonders wichtig sind schwarze Wählerinnen und Wähler. Rund drei Viertel der Einwohner Detroits sind schwarz, auch in Flint stellen Afroamerikaner die Mehrheit. Beobachter bemängeln, dass El-Sayed diese Gruppe selten ausdrücklich anspricht. Auf der Kampagnenwebsite werden Forderungen nach Gleichbehandlung und Maßnahmen gegen Rassismus formuliert, schwarze Gemeinden jedoch kaum direkt benannt.

Ein zentraler Konflikt des Wahlkampfs ist die Nahostpolitik. El-Sayed verurteilt Israels Vorgehen im Gazastreifen und fordert ein Ende amerikanischer Waffenlieferungen an Israel. Das verschafft ihm Unterstützung im linken Parteiflügel, bietet seinen Gegnern aber Angriffsfläche. Vor der Veranstaltung in Detroit beschimpfte eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten Palästinenser und Muslime.

Zusätzliche Kontroversen lösten El-Sayeds Kontakte zum antizionistischen Streamer Hasan Piker aus. Sein republikanischer Gegner Mike Rogers, ein früherer FBI-Agent und Multimillionär, stellt den Demokraten wiederholt in die Nähe von Terroristen und der Muslimbruderschaft. Die proisraelische Lobbyorganisation AIPAC investierte 30 Millionen Dollar in die Vorwahlkampagne von Haley Stevens, die El-Sayed unterlag.

Trump bezeichnete El-Sayed mehrfach als Dschihadisten und machte sich über dessen zweiten Vornamen Mohamed lustig. Als Begründung verweisen Gegner auf einen offenen Brief an den früheren ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi, den El-Sayed 2012 als Student unterzeichnete. Außerdem arbeitete seine Mutter, bei der er nicht aufwuchs, früher für eine Organisation, die später in den USA als terroristisch eingestuft wurde.

Die Angriffe zeigen Wirkung. Gesprächspartner in Detroit und Flint äußerten neben Zustimmung auch diffuse Vorbehalte und verwiesen auf negative Berichte über den Kandidaten. El-Sayeds zeitweiliger Umfragevorsprung von sieben Prozentpunkten ist zuletzt kleiner geworden.

Am vorletzten Wochenende vor der Wahl trat deshalb Barack Obama an El-Sayeds Seite auf. Der Kandidat hatte den früheren Präsidenten wegen amerikanischer Drohnenangriffe in Pakistan und Jemen kritisiert. In Detroit stellten beide nun ihre Gemeinsamkeiten heraus. Obama sprach über Korruption, Trumps persönliche Bereicherung und die Schwierigkeiten vieler Bürger, eine Wohnung oder Krankenversicherung zu bezahlen.

Obama warnte, Nutznießer des bestehenden Systems würden eine Reformbewegung mit Lügen und Angst bekämpfen und dabei auch den Namen eines Kandidaten instrumentalisieren. Er zog eine Parallele zu den Angriffen, die er selbst erlebt habe, und warb ausdrücklich für El-Sayed. Für den Demokraten ist die Unterstützung des früheren Präsidenten ein wichtiger Versuch, progressive, schwarze und gemäßigte Wähler in der entscheidenden Schlussphase zusammenzuführen.

A.Weber--NZN