Goldpreis
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Sven Ulreich klopfte sich nach seinem gelungenen Comeback vor der Fankurve auf die Brust und ließ sich lautstark feiern, seine Mitspieler stimmten in die "Ulle, Ulle"-Rufe ein. "Das war natürlich ein besonderes Spiel für mich. Dass wir dann nach dem Spielverlauf einen Punkt hier mitgenommen haben, ist eine schöne Geschichte", sagte der dritte Keeper des FC Bayern, der 539 Tage nach seinem letzten Einsatz ins Tor der Münchner zurückgekehrt war - und beim 1:1 (0:1) bei Bayer Leverkusen mit starken Paraden den Punkt festhielt.
Durch die Ausfälle von Manuel Neuer (Muskelfaserriss) und Jonas Urbig (Gehirnerschütterung) rückte der 37-Jährige beim deutschen Rekordmeister plötzlich wieder ins Rampenlicht. Dabei war der Fußball für den Keeper lange Zeit völlige Nebensache. Im vergangenen Sommer war Ulreichs Sohn Len mit nur sechs Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben. "Jeder, der seinen Weg und seine Geschichte kennt, weiß, dass er nicht nur als Fußballer überragend ist", sagte Teamkollege Josip Stanisic: "So dazusein für uns, wenn er wirklich gebraucht wird, ist einfach nur unglaublich."
Schon am Mittwoch könnte Ulreich im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo wieder ins zweite Glied rücken. Sein Vertrag läuft im Sommer aus - Ulreich würde aber gerne bleiben. "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich noch ein Jahr mache", sagte Ulreich: "Die Aufgabe, die ich im Torwartteam habe, passt für mich und macht mir auch Spaß." Aber, fügte der gefeierte Comebacker an, "das ist nicht alleine meine Entscheidung".
B.Brunner--NZN