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Vor der geplanten bemannten Mondmission Artemis 2 fiebern viele Raumfahrt-Fans nahe dem Weltraumzentrum in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida dem Ereignis entgegen. Bei angenehmen Temperaturen um die 25 Grad wollen viele ihren Osterurlaub in der Küstengegend mit einem unvergesslichen Raumfahrterlebnis verbinden. "Wir können es kaum erwarten", sagte die 76-jährige Melinda Schuerfranz, die sich noch an die US-Apollo-Mondmissionen zwischen 1968 und 1972 erinnern kann.
"Wir werden zeitig hier sein", fügte die Rentnerin aus dem Bundesstaat Ohio hinzu. Auch Jason Heath aus Maine will mit seiner Familie den Start der Mondrakete vor Ort verfolgen. "Es ist auf jeden Fall cool zu wissen, dass Menschen weiter fliegen werden als jemals zuvor", sagte der 40-Jährige der Nachrichtenagentur AFP.
Das Zeitfenster für einen Start der ersten bemannten Mond-Mission seit mehr als einem halben Jahrhundert öffnet sich am Mittwoch um 18.24 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 00.24 Uhr MESZ). Während des etwa zehntägigen Trips soll die Orion-Raumkapsel mit vier Astronauten an Bord zwar nicht auf dem Erdtrabanten landen, ihn aber umrunden und dabei auch den Südpol des Mondes für eine für 2028 anvisierte Mondlandung auskundschaften.
Auf der Rückseite des Mondes wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Die Crew wird dann weiter von der Erde entfernt sein als die Besatzung der Mondmission Apollo 13, die bislang diesen Rekord hält.
Kommandant der Mission Artemis 2 ist der 50 Jahre alte US-Astronaut Reid Wiseman. Pilot der Orion-Kapsel ist der 49-jährige Victor Glover, der als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt wurde. Seine Kollegin Christina Koch soll als erste Frau überhaupt zu dem Erdtrabanten fliegen. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Astronaut bei einer Mondmission, der nicht aus den USA stammt.
Die riesige SLS-Rakete, die noch nie einen bemannten Flug absolviert hat, soll die Orion-Kapsel mit der Besatzung zuerst in die Erdumlaufbahn bringen. Dort soll die Crew verschiedene Tests vornehmen, um sicherzustellen, dass das Raumschiff bereit ist für die Reise zum Mond.
Die 38-jährige Alyx Coster, die mit ihren Kindern aus Minnesota zu einem Baseball-Spiel nach Florida reiste, erfuhr erst vor Ort, dass sie Zeugen des Starts der Mondmission werden könnten. Ihre Kinder im Alter von zehn, elf und 18 Jahren seien "superstolz, dass sie Geschichte miterleben werden", sagte sie.
Ursprünglich hatte Artemis 2 bereits im Februar starten sollen, technische Probleme hatten jedoch Verschiebungen notwendig gemacht. Sollte der Start nochmals verschoben werden müssen, gibt es bis Freitag noch mehrere weitere mögliche Startfenster. Die Wetteraussichten für diese Termine sind allerdings etwas schlechter als für den ersten möglichen Termin.
N.Zaugg--NZN