Zürcher Nachrichten - Brüssel: Google muss KI-Chatbots der Konkurrenz auf Android-Handys zulassen

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Brüssel: Google muss KI-Chatbots der Konkurrenz auf Android-Handys zulassen
Brüssel: Google muss KI-Chatbots der Konkurrenz auf Android-Handys zulassen / Foto: Lionel BONAVENTURE - AFP/Archiv

Brüssel: Google muss KI-Chatbots der Konkurrenz auf Android-Handys zulassen

Wer ein Android-Smartphone hat, soll neben dem vorinstallierten Google-Chatbot Gemini in Zukunft auch andere KI-Assistenten nutzen können. Die EU-Kommission wies Google am Donnerstag an, die Chatbots der Konkurrenz zuzulassen und darüber hinaus Daten seiner Suchmaschine mit Wettbewerbern zu teilen. Brüssel will damit die Marktmacht des US-Riesen brechen. Google kann vor Gericht dagegen vorgehen, machte zunächst aber keine solche Ankündigung.

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Der Google-Chatbot Gemini ist auf Android-Smartphones vorinstalliert und der einzige, der auf ein "Hey Google" über die Sprachsteuerung reagiert. Die Kommission will das nun ändern, sodass Nutzende zwischen Gemini und Alternativen wie ChatGPT, Claude oder dem französischen Anbieter Mistral wählen können. Alle KI-Assistenten sollen per Sprachsteuerung Nachrichten verschicken oder ein Taxi buchen zu können. Google soll die Anweisung innerhalb eines Jahres umsetzen.

Google kritisierte, die Anweisung gefährde die Gerätesicherheit, weil zahlreiche Apps ohne Sicherheitsprüfung weitreichende Befugnisse bekämen. Abgesehen von der Sprachsteuerung hätten KI-Assistenten schon heute Zugriff, teilte der Konzern weiter mit. Außerdem seien dafür die Smartphone-Hersteller zuständig, nicht Google als Herausgeber des Betriebssystems Android.

Die zweite Forderung aus Brüssel betrifft die Google-Suchmaschine, seit Jahren unangefochtene Marktführerin. Kein Wettbewerber könne dem US-Konzern gefährlich werden, solange Google nicht seine Daten teile, argumentierte die EU-Kommission. Die Konkurrenz - darunter auch KI-Assistenten mit Suchfunktion - solle deshalb Zugang zu Suchergebnissen, meistgesuchten Begriffen und Klickzahlen bekommen.

Die Daten sollen nach Angaben der Kommission anonymisiert übermittelt werden, Google darf sie vorab auf Risiken für Cybersicherheit und Datenschutz prüfen. Der Konzern argumentierte dennoch, die geforderte Freigabe der Daten gefährde die Privatsphäre von Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Für diese Änderung bekommt Google rund ein halbes Jahr Zeit. Das Unternehmen forderte eine "flexible" Umsetzung der Forderungen und will die Maßnahmen noch anpassen.

Aufgabe der EU-Kommission sei es, sicherzustellen, "dass unserer Bürgerinnen und Bürger frei entscheiden können", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Die Anweisungen würden kleineren Wettbewerbern helfen, sich gegen Google zu behaupten und damit Alternativen zu schaffen.

Die EU-Kommission streitet seit Jahren mit der Google-Mutter Alphabet über deren Marktmacht. Sie verhängte in den vergangene Jahren mehrere Bußgelder in Milliardenhöhe, weil Google seine Stellung als Marktführer ausnutzt, um die eigene Position zu zementieren.

In Brüssel laufen weitere Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Gesetz für digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA). Die Kommission wirft Google vor, eigene Anbieter wie Google Shopping in der Suche ganz oben anzuzeigen und in seinem Google Play Store zu hohe Gebühren zu verlangen. Schon in der kommenden Woche könnten deshalb weitere Bußgelder ergehen.

S.Scheidegger--NZN