Zürcher Nachrichten - Neun Fahrzeugprojekte zeigen den Wandel der Bundeswehr

EUR -
AED 4.254996
AFN 75.309998
ALL 92.324685
AMD 424.621546
ANG 2.073658
AOA 1062.444686
ARS 1736.920935
AUD 1.613886
AWG 2.085496
AZN 1.974235
BAM 1.955899
BBD 2.346319
BDT 143.607287
BGN 1.965425
BHD 0.439222
BIF 3476.276393
BMD 1.158609
BND 1.480575
BOB 13.659693
BRL 6.017355
BSD 1.164959
BTN 111.054635
BWP 15.609792
BYN 3.513378
BYR 22708.732283
BZD 2.343019
CAD 1.611567
CDF 2633.518199
CHF 0.936979
CLF 0.027437
CLP 1079.844793
CNY 7.793672
CNH 7.798949
COP 3676.886572
CRC 525.726676
CUC 1.158609
CUP 30.703133
CVE 110.270595
CZK 24.143674
DJF 207.450526
DKK 7.476971
DOP 68.39347
DZD 153.166772
EGP 58.53987
ERN 17.379132
ETB 190.289456
FJD 2.547554
FKP 0.854831
GBP 0.85522
GEL 3.016856
GGP 0.854831
GHS 13.047662
GIP 0.854831
GMD 85.737462
GNF 10240.519623
GTQ 8.892451
GYD 243.732367
HKD 9.085521
HNL 31.249586
HRK 7.537218
HTG 152.407733
HUF 365.25187
IDR 20573.879727
ILS 3.448256
IMP 0.854831
INR 110.50869
IQD 1526.177441
IRR 1592594.677879
ISK 140.643968
JEP 0.854831
JMD 184.65937
JOD 0.821499
JPY 185.464348
KES 150.807652
KGS 101.320784
KHR 4714.239209
KMF 492.409141
KPW 1042.748251
KRW 1595.659642
KWD 0.357918
KYD 0.970849
KZT 539.877394
LAK 26125.325648
LBP 104323.193553
LKR 382.049386
LRD 210.860699
LSL 18.636846
LTL 3.421071
LVL 0.700831
LYD 7.383375
MAD 10.764346
MDL 20.142022
MGA 5025.254991
MKD 61.528122
MMK 2432.762691
MNT 4168.372878
MOP 9.407477
MRU 46.867378
MUR 54.304432
MVR 17.91253
MWK 2020.102504
MXN 19.736326
MYR 4.664448
MZN 74.047125
NAD 18.636846
NGN 1554.366817
NIO 42.872175
NOK 10.862889
NPR 177.687016
NZD 1.948388
OMR 0.441482
PAB 1.164959
PEN 3.903698
PGK 5.166262
PHP 72.147003
PKR 323.192299
PLN 4.341713
PYG 6903.350289
QAR 4.246615
RON 5.259509
RSD 117.365955
RUB 99.655057
RWF 1712.486895
SAR 4.330373
SBD 9.269084
SCR 15.939809
SDG 696.907446
SEK 11.097561
SGD 1.475493
SHP 0.858374
SLE 28.530786
SLL 24295.446125
SOS 665.733781
SRD 43.726325
STD 23980.86273
STN 24.501243
SVC 10.193517
SYP 15064.231378
SZL 18.622945
THB 38.359264
TJS 10.775947
TMT 4.066717
TND 3.398072
TOP 2.789652
TRY 55.888396
TTD 7.906401
TWD 36.65688
TZS 3084.256501
UAH 51.906134
UGX 4392.22287
USD 1.158609
UYU 46.91238
UZS 13766.698548
VES 916.085443
VND 30222.310286
VUV 137.006296
WST 3.13732
XAF 655.990286
XAG 0.017451
XAU 0.00026
XCD 3.131199
XCG 2.099607
XDR 0.819197
XOF 655.990286
XPF 119.331742
YER 274.039987
ZAR 18.739003
ZMK 10428.873593
ZMW 22.047119
ZWL 373.071558
  • Goldpreis

    -134.1000

    4529.9

    -2.96%

  • DAX

    202.7900

    26569.99

    +0.76%

  • MDAX

    82.6100

    33029.91

    +0.25%

  • Euro STOXX 50

    60.9400

    6485.67

    +0.94%

  • TecDAX

    14.8700

    4119.39

    +0.36%

  • SDAX

    42.5900

    18995.19

    +0.22%

  • EUR/USD

    -0.0072

    1.1587

    -0.62%

Neun Fahrzeugprojekte zeigen den Wandel der Bundeswehr
Neun Fahrzeugprojekte zeigen den Wandel der Bundeswehr

Neun Fahrzeugprojekte zeigen den Wandel der Bundeswehr

Von autonomen Kettenrobotern bis zu Artillerie und Flugabwehr auf dem Boxer: Neun Projekte zeigen, wie die Bundeswehr Transport, Aufklärung und Waffenwirkung stärker automatisieren will.

Textgröße:

Die künftige Fahrzeugausstattung der Bundeswehr geht über klassische Panzer, Lastwagen und Geländewagen hinaus. Mehrere Projekte verbinden unbemannte Plattformen, Sensorik, autonome Fahrfunktionen und modulare Waffensysteme. Einige Fahrzeuge sind bereits bestellt, andere werden noch erprobt. Besonders bei unbemannten Systemen ist offen, welche Modelle später in großer Zahl eingeführt werden.

Der THeMIS von Milrem Robotics besteht aus zwei breiten Kettenlaufwerken mit einer Ladefläche dazwischen und hat keinen Fahrerplatz. Das etwa 2,40 Meter lange und zwei Meter breite Fahrzeug wiegt leer rund 1,6 Tonnen und kann je nach Ausführung bis zu 1,2 Tonnen Nutzlast aufnehmen. Es ist für Munition, Ausrüstung oder Verwundete vorgesehen, kann aber auch Sensoren und Waffenstationen tragen. Die Bundeswehr testete unter anderem eine Version mit schwerem Maschinengewehr.

Bei der NATO-Übung Vigorous Warrior 2026 wurde THeMIS für den Verwundetentransport eingesetzt. LiDAR, Trägheitssensoren und automatische Routenplanung sollen selbstständige Fahrten durch schwieriges Gelände ermöglichen. Damit könnte die Plattform Soldaten bei gefährlichen Transportaufgaben entlasten.

Ähnlich kompakt ist der elektrisch angetriebene Ziesel. Er wurde zunächst als Lastenträger entwickelt, der Soldaten folgen und Material oder Munition befördern kann. Im Mai 2026 zeigte das Heer eine Variante mit dem Panzerabwehrsystem MELLS. Die modulare Plattform kann dadurch von einem Transportgerät zu einem unbemannten Waffenträger umgebaut werden. MELLS nutzt den Lenkflugkörper Spike LR und kann Ziele über mehrere Kilometer bekämpfen.

Der Gereon begann als nur etwa 40 Zentimeter langer und zwölf Kilogramm schwerer Täuschungsroboter. Der damalige Bundeswehr-Offizier Marc Wietfeld entwickelte einen Prototyp, der über Lautsprecher Schüsse nachahmen, mit LED-Leuchten Mündungsfeuer erzeugen und Rauch freisetzen konnte. Sogar die Wärmesignatur eines Maschinengewehrs ließ sich simulieren.

Aus dem Projekt entstand das Unternehmen ARX Robotics und später der wesentlich größere Gereon RCS. Das unbemannte Kettenfahrzeug kann manuell oder autonom fahren, erreicht bis zu 15 Kilometer pro Stunde und trägt bis zu 500 Kilogramm. Mögliche Aufgaben sind Transport, Aufklärung, Überwachung und Verwundetenbeförderung. Der Hersteller nennt eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern.

Beim TAHR sitzt wieder ein Fahrer am Steuer. Der offene Geländewagen für Spezialkräfte setzt auf geringes Eigengewicht, hohe Nutzlast und Beweglichkeit statt schwerer Panzerung. Er wiegt rund 3,2 Tonnen und kann je nach Version annähernd sein eigenes Gewicht zusätzlich aufnehmen. Waffen, Treibstoff, Munition und Ausrüstung lassen sich damit gemeinsam transportieren. Ein Rahmenvertrag erlaubt bis zu 200 Fahrzeuge, zunächst sind 54 vorgesehen. Die ersten sollen 2027 ausgeliefert werden. Das Fahrzeug kann vergleichsweise leicht per Flugzeug oder Hubschrauber verlegt werden.

Die RCH 155 kombiniert den Radpanzer Boxer mit einer weitgehend automatisierten 155-Millimeter-Artillerieanlage mit 52 Kaliberlängen. Die Geschosse werden nicht mehr von Soldaten per Hand geladen. Deshalb benötigt das System nur zwei Besatzungsmitglieder, während eine Panzerhaubitze 2000 regulär fünf Soldaten braucht. Das rund 39 Tonnen schwere Fahrzeug erreicht auf der Straße etwa 100 Kilometer pro Stunde. Es kann während der Fahrt schießen und nach einem Feuerauftrag schnell den Standort wechseln.

Der Skyranger 30 nutzt ebenfalls das Boxer-Fahrgestell, trägt aber eine 30-Millimeter-Revolverkanone mit etwa 1250 Schuss pro Minute. Das System ist für die Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern und insbesondere kleinen Drohnen ausgelegt. Programmierbare Air-Burst-Munition detoniert an einem berechneten Punkt und verteilt Projektile im Zielgebiet. Das Radar Spexer 2000M soll mehrere hundert Ziele gleichzeitig erfassen können.

Beim Schakal wird der Boxer mit einem vom Schützenpanzer Puma abgeleiteten RCT30-Turm kombiniert. Die 30-Millimeter-Maschinenkanone sitzt in einem unbemannten Turm, während die Soldaten im geschützten Innenraum bleiben. Deutschland und die Niederlande wollen zunächst 150 Fahrzeuge beschaffen; 200 weitere sind als Option vorgesehen. Die ersten Auslieferungen sind für Ende 2027 geplant.

Der Luchs 2 ist als Nachfolger des Fennek vor allem ein Aufklärungsfahrzeug. Kameras, Wärmebildtechnik und weitere Sensoren sollen Ziele erkennen, bevor das Fahrzeug selbst entdeckt wird. Sensoren auf ausfahrbaren Masten ermöglichen Beobachtung aus der Deckung. Positionen und Bilder werden digital an andere Einheiten übertragen, wodurch der Spähwagen zu einem vernetzten Sensorknoten wird.

Schließlich erprobt die Bundeswehr Lastwagen, die ohne eigenen Fahrer einem vorausfahrenden Fahrzeug folgen. Eine elektronische Deichsel nutzt Kameras und Sensoren zur Erfassung der Umgebung. Das Autonomiesystem steuert Lenkung, Gas und Bremse. In einem Konvoi könnte nur der erste Lastwagen bemannt sein, während die übrigen automatisch folgen. Bis 2031 will die Bundeswehr entsprechende Fähigkeiten für unbemanntes Fahren entwickeln.

Die neun Projekte zeigen unterschiedliche Entwicklungsstände und Einsatzkonzepte. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, Personal zu entlasten, gefährliche Aufgaben aus der Distanz zu erledigen und Informationen schneller zu vernetzen. Ob alle Systeme in größerer Stückzahl beschafft werden, hängt von weiteren Tests, militärischem Bedarf und Haushaltsentscheidungen ab.

Die Projekte stehen auch im Kontext der Kritik des Präsidenten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick. Er wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius vor, weiterhin zu stark auf klassische Großsysteme zu setzen, und fordert mehr Mittel für Drohnen, Robotik, künstliche Intelligenz und autonome Systeme. Die neun Beispiele zeigen, dass solche Technologien bereits erprobt werden, auch wenn ihre spätere Verbreitung noch unklar ist.

Bei THeMIS ist die offene Plattform entscheidend: Dieselbe Grundkonstruktion kann als Transporter, Träger für Aufklärungssensoren oder Waffenplattform dienen. Diese Modularität soll Entwicklungs- und Logistikaufwand reduzieren, wirft aber je nach Bewaffnung unterschiedliche Anforderungen an Führung und Kontrolle auf.

Der Ziesel verfolgt ein ähnliches Prinzip in kleinerem Maßstab. Als elektrischer Lastenträger kann er Truppen folgen, ohne einen Fahrer zu binden. Mit MELLS erhält er eine völlig andere Rolle. Der Wechsel zwischen Logistik und Panzerabwehr verdeutlicht, wie stark Software, Sensoren und austauschbare Aufbauten den Einsatzwert bestimmen.

RCH 155, Skyranger 30 und Schakal verwenden alle den Boxer als Basis, erfüllen aber getrennte Aufgaben. Die Artillerievariante wirkt auf große Entfernung gegen Bodenziele, der Skyranger schützt vor Bedrohungen aus der Luft, und der Schakal verbindet Transportfähigkeit mit der Feuerkraft eines Schützenpanzers. Eine gemeinsame Plattform kann Wartung und Ersatzteilversorgung vereinfachen.

Bei autonomen Lastwagen ist zunächst kein vollständig selbstständiger Konvoi vorgesehen. Der erste Lkw wird weiterhin von einem Menschen geführt. Die folgenden Fahrzeuge orientieren sich elektronisch an ihm und an der Umgebung. Dadurch könnten weniger Fahrer benötigt und Personal aus besonders gefährdeten Fahrzeugen herausgehalten werden.

Aufklärung und Vernetzung sind beim Luchs 2 ebenso wichtig wie Beweglichkeit. Ein Sensor auf einem Mast kann über Deckungen hinweg beobachten, während das Fahrzeug verborgen bleibt. Die digital übertragenen Daten können anderen Fahrzeugen oder Führungsstellen ein Lagebild liefern und dadurch Waffenwirkung ermöglichen, ohne dass der Spähwagen selbst schießt.

P.Gashi--NZN