Zürcher Nachrichten - Einigung in Baku auf höhere Klimafinanzierung - Massive Kritik an Beschlüssen

EUR -
AED 4.129977
AFN 73.096596
ALL 92.040297
AMD 412.113469
ANG 2.013388
AOA 1032.35379
ARS 1714.829862
AUD 1.623152
AWG 2.024223
AZN 1.903853
BAM 1.957747
BBD 2.276934
BDT 138.998219
BGN 1.893144
BHD 0.426228
BIF 3393.774756
BMD 1.124568
BND 1.447539
BOB 13.61654
BRL 5.878009
BSD 1.130509
BTN 108.954313
BWP 15.99269
BYN 3.405441
BYR 22041.538018
BZD 2.273631
CAD 1.599283
CDF 2597.752699
CHF 0.934289
CLF 0.027958
CLP 1103.921132
CNY 7.53978
CNH 7.54181
COP 3732.734463
CRC 516.518217
CUC 1.124568
CUP 27.131618
CVE 110.629417
CZK 24.456547
DJF 201.307494
DKK 7.475298
DOP 67.54777
DZD 150.771023
EGP 58.838871
ERN 16.868524
ETB 181.055056
FJD 2.544339
FKP 0.847713
GBP 0.851917
GEL 2.918265
GGP 0.847713
GHS 13.24417
GIP 0.847713
GMD 82.65863
GNF 9945.066203
GTQ 8.636665
GYD 236.47515
HKD 8.823756
HNL 30.171782
HRK 7.535747
HTG 147.957128
HUF 369.241014
IDR 20152.26333
ILS 3.470533
IMP 0.847713
INR 108.253359
IQD 1480.9529
IRR 1964102.334714
ISK 137.016805
JEP 0.847713
JMD 178.058644
JOD 0.797319
JPY 177.621623
KES 144.964965
KGS 98.340126
KHR 4560.124591
KMF 492.561145
KPW 1012.111797
KRW 1527.871917
KWD 0.347126
KYD 0.942124
KZT 500.931443
LAK 25252.180871
LBP 100705.08753
LKR 373.59652
LRD 192.694492
LSL 18.724069
LTL 3.320558
LVL 0.68024
LYD 7.21415
MAD 11.025163
MDL 20.128747
MGA 4980.713177
MKD 61.636291
MMK 2361.349552
MNT 4046.257127
MOP 9.137564
MRU 45.067115
MUR 53.776535
MVR 17.374886
MWK 1953.375205
MXN 20.565019
MYR 4.5951
MZN 71.870822
NAD 18.724069
NGN 1493.629397
NIO 41.232316
NOK 10.828697
NPR 174.3269
NZD 2.005308
OMR 0.432392
PAB 1.130524
PEN 3.897187
PGK 5.003767
PHP 70.40964
PKR 311.561246
PLN 4.376572
PYG 6587.46268
QAR 4.099023
RON 5.342934
RSD 117.552432
RUB 93.763389
RWF 1668.173659
SAR 4.233098
SBD 9.069476
SCR 15.640618
SDG 676.431405
SEK 11.288081
SGD 1.43974
SHP 0.851817
SLE 27.669553
SLL 23581.625128
SOS 646.048173
SRD 42.365302
STD 23276.292616
STN 24.909187
SVC 9.891704
SYP 14621.636883
SZL 18.716362
THB 37.829996
TJS 10.411946
TMT 3.947235
TND 3.361072
TOP 2.70769
TRY 55.256115
TTD 7.669524
TWD 35.917561
TZS 2963.240762
UAH 50.762201
UGX 4488.46331
USD 1.124568
UYU 45.505655
UZS 13362.287405
VES 973.289093
VND 29235.963501
VUV 134.664628
WST 3.122027
XAF 655.957
XAG 0.018447
XAU 0.000269581405
XCD 3.039201
XCG 2.037399
XDR 0.795128
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 265.819825
ZAR 18.777197
ZMK 10122.464407
ZMW 22.23081
ZWL 362.110523
SSP 6424.199564
MXV 2.327405
  • Goldpreis

    14.9000

    4217.2

    +0.35%

  • EUR/USD

    0.0007

    1.1252

    +0.06%

  • TecDAX

    -21.8400

    3979.48

    -0.55%

  • Euro STOXX 50

    -93.5700

    6175.45

    -1.52%

  • DAX

    -259.8500

    24939.35

    -1.04%

  • SDAX

    -251.8200

    18178.68

    -1.39%

  • MDAX

    -591.1300

    30251.37

    -1.95%

Einigung in Baku auf höhere Klimafinanzierung - Massive Kritik an Beschlüssen

Einigung in Baku auf höhere Klimafinanzierung - Massive Kritik an Beschlüssen

Die UN-Klimakonferenz in Baku ist mit einem viel kritisierten Minimalkompromiss zu Ende gegangen. Der in der Nacht zum Sonntag beschlossene neue Finanzrahmen für die Klimafinanzierung in ärmeren Ländern sieht vor, dass der jährliche Beitrag vor allem der Industriestaaten bis 2035 auf mindestens 300 Milliarden Dollar erhöht wird. Entwicklungsländer kritisierten dies allerdings als völlig unzureichend. Für Enttäuschung sorgte zudem das Fehlen neuer Beschlüsse zur Abkehr von fossilen Energieträgern.

Textgröße:

Die zweiwöchige Weltklimakonferenz endete Sonntagfrüh nach nächtelangen Verhandlungen mit anderthalbtägiger Verspätung. Der Beschluss zur Finanzierung von Klimaschutz und der Anpassung an Klimafolgen blieb weit hinter den Forderungen von Entwicklungsländern zurück, bedeutet aber eine Verdreifachung der aktuellen Verpflichtung von jährlich 100 Milliarden Dollar. Die Entwicklungsländer hatten während der Konferenz 1,3 Billionen Dollar jährlich bis 2035 gefordert, mindestens aber bis 2030 eine Erhöhung der Beiträge der Industriestaaten auf 500 Milliarden Dollar.

Die Summe von 1,3 Billionen Dollar wird nun in dem Beschluss als vage Zielgröße genannt. Um Möglichkeiten auszuloten, die Summe aufzubringen, wurde ein Prozess namens "Baku to Belem roadmap" beschlossen. Im brasilianischen Belém findet kommendes Jahr die nächste Weltklimakonferenz statt.

Industriestaaten hatten eine Einbeziehung auch wirtschaftlich starker Schwellenländer wie China gefordert. Entwicklungsländer, zu denen China formal immer noch zählt, werden in dem Beschlusstext nun allerdings lediglich "ermutigt", "auf freiwilliger Basis" Beiträge zu leisten.

Wiederholt gab es während der COP29 heftige Kritik an der aserbaidschanischen Präsidentschaft der Konferenz. Frankreichs Umweltministerin sprach "von echter Desorganisation und Führungslosigkeit". Vertreter besonders verletzlicher Länder wie der kleinen Inselstaaten hatten zwischendurch aus Protest die Verhandlungen verlassen, weil sie sich übergangen fühlten.

Nach dem Abschluss erhob die indische Unterhändlerin Chandni Raina schwere Vorwürfe. Die genannte Summe sei "abgründig klein" und "dürftig", sagte sie. Auch Vertreter weiterer Entwicklungsländer kritisierten den Beschluss scharf. Die Gruppe afrikanischer Unterhändler nannte die Vereinbarungen "zu wenig und zu spät". "Wir sind extrem enttäuscht über den Mangel an Fortschritt bei den für Afrika wichtigen Themen", sagte Chef-Unterhändler Ali Mohamed.

UN-Klimasekretär Simon Stiell räumte ein, der Beschluss sei kein Grund "für Siegesfeiern". Die Teilnehmer reisten mit "einem Berg an Arbeit" ab, sagte er. Gleichwohl beginne mit dem Beschluss "eine neue Ära". Diese Formulierung wählte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und versprach, die EU werde weiter führend bei der "Unterstützung der Verletzlichsten" sein.

Vom Einstieg in ein neues Kapitel der Klimafinanzierung sprach auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Der Kritik der Entwicklungsländer entgegnete sie, es gebe nun zumindest "einen Startpunkt". Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) erklärte, die Ergebnisse seien zwar "unzureichend, aber wir können damit weiterarbeiten".

Die vorgesehene Unterstützung "wird den wachsenden Bedarfen der einkommensschwachen Länder im Kampf gegen die Klimakrise nicht gerecht", kritisierte Jan Kowalzig von Oxfam. Auch wegen der ungenügenden Beschlüsse zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes befinde sich die Welt weiter "auf Katastrophenkurs". Sabine Minninger von Brot für die Welt erklärte, um ein Scheitern der Konferenz zu verhindern, hätten die verletzlichsten Staaten "ein Ergebnis mitgetragen, das ihren Bedürfnissen überhaupt nicht gerecht wird".

US-Präsident Joe Biden nannte das neue Klimafinanzierungsziel hingegen "ehrgeizig" und einen "bedeutenden Schritt". Vor dem Hintergrund des anstehenden Regierungswechsels in Washington, wo im Januar der Rechtspopulist Donald Trump übernimmt, der fossile Energien wieder ausbauen will, sagte Biden, die "Revolution der sauberen Energie" könne "niemand" rückgängig machen.

Eine Bekräftigung der wegweisenden Beschlüsse der Vorgängerkonferenz von Dubai für eine Abkehr von fossilen Brennstoffen und eine Verdreifachung erneuerbarer Energien bis 2030 kam in Baku nicht zustande. Einem Beschlussentwurf zufolge hätte es lediglich einen diskreten Verweis auf diese Beschlüsse geben sollen.

Dagegen wandten sich jedoch die Delegationen Chiles, Kanadas und der Schweiz, um einen "Rückschritt" zu verhindern. Die Vorlage werde "der Realität der Klimakrise nicht gerecht", hieß es von Seiten der kleinen Inselstaaten. Der betreffende Beschlussentwurf wurde daraufhin auf das kommende Jahr vertagt.

Baerbock räumte ein, mit Blick auf die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze seien die Ergebnisse von Baku "nicht genug". Ursache dafür sei der "Widerstand von wenigen". Die Ministerin hatte zuvor bereits "Machtspiele" von Öl- und Gasstaaten kritisiert, die auch die Rückendeckung der aserbaidschanischen Präsidentschaft gehabt hätten. Habeck nannte Saudi-Arabien als Bremser.

"Es ist skandalös, dass es der Öl- und Gaslobby mit Hilfe einiger Öl-Staaten in Zusammenarbeit mit dem Gastgeberland gelungen ist, alle notwendigen Beschleunigungen zum Ausstieg von Kohle, Öl und Gas zu blockieren", erklärte Martin Kaiser von Greenpeace.

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, erklärte, die COP29 sei "kein Erfolg, sondern allenfalls die Vermeidung eines diplomatischen Desasters". Das Climate Action Network, dem zahlreiche Umwelt- und Entwicklungsorganisationen angehören, kritisierte die Klimakonferenz in Baku als "die schlimmste seit Jahren".

M.Hug--NZN