Zürcher Nachrichten - Kubas Bettelbrief an die UN

EUR -
AED 4.226703
AFN 74.809083
ALL 93.366242
AMD 421.567303
AOA 1055.381468
ARS 1719.449848
AUD 1.640637
AWG 2.074509
AZN 1.957249
BAM 1.956576
BBD 2.321601
BDT 142.336488
BHD 0.434667
BIF 3410.297857
BMD 1.150907
BND 1.478306
BOB 14.033569
BRL 5.874571
BSD 1.152657
BTN 109.839591
BWP 15.677085
BYN 3.369508
BYR 22557.772268
BZD 2.3183
CAD 1.616598
CDF 2603.351104
CHF 0.932579
CLF 0.026962
CLP 1064.60077
CNY 7.771607
CNH 7.778196
COP 3734.151472
CRC 523.600972
CUC 1.150907
CUP 30.499029
CVE 110.308777
CZK 24.207011
DJF 205.26146
DKK 7.475387
DOP 66.865665
DZD 153.041281
EGP 57.680572
ERN 17.263601
ETB 186.04661
FJD 2.550864
FKP 0.85368
GBP 0.857109
GEL 3.004299
GGP 0.85368
GHS 13.469345
GIP 0.85368
GMD 85.167178
GNF 10122.01702
GTQ 8.79449
GYD 241.535856
HKD 9.026072
HNL 30.895859
HRK 7.533949
HTG 150.711776
HUF 364.002457
IDR 20756.603207
ILS 3.50294
IMP 0.85368
INR 109.79449
IQD 1509.986133
IRR 1582784.505965
ISK 141.987624
JEP 0.85368
JMD 182.590083
JOD 0.815949
JPY 181.472098
KES 148.904491
KGS 100.64646
KHR 4657.909243
KMF 492.588362
KRW 1643.48298
KWD 0.356297
KYD 0.960573
KZT 546.782245
LAK 26070.346267
LBP 103225.869268
LKR 387.01359
LRD 208.062572
LSL 19.010244
LTL 3.398328
LVL 0.696172
LYD 7.346916
MAD 10.747665
MDL 20.125987
MGA 4909.884543
MKD 61.549426
MMK 2416.539498
MNT 4135.816267
MOP 9.310814
MRU 46.164719
MUR 54.023553
MVR 17.781718
MWK 1998.76718
MXN 19.920331
MYR 4.716391
MZN 73.540216
NAD 19.010079
NGN 1569.9408
NIO 42.416834
NOK 10.973378
NPR 175.741454
NZD 1.962146
OMR 0.442496
PAB 1.152657
PEN 3.893145
PGK 5.086953
PHP 70.231203
PKR 320.068341
PLN 4.313541
PYG 6875.728699
QAR 4.202068
RON 5.245859
RSD 117.369685
RUB 92.534153
RWF 1690.3488
SAR 4.309143
SBD 9.289148
SCR 16.688095
SDG 690.543907
SEK 11.007905
SGD 1.476441
SLE 28.139459
SOS 658.752847
SRD 43.511182
STD 23821.44602
STN 24.509407
SVC 10.085915
SZL 19.01338
THB 38.486074
TJS 10.645025
TMT 4.028174
TND 3.382442
TRY 54.726187
TTD 7.816034
TWD 37.251971
TZS 3048.749619
UAH 51.704646
UGX 4313.711938
USD 1.150907
UYU 46.358398
UZS 13820.364662
VES 860.707221
VND 30247.555708
VUV 137.015627
WST 3.147144
XAF 656.20887
XAG 0.019618
XAU 0.000284
XCD 3.110383
XCG 2.077406
XDR 0.816117
XOF 656.217426
XPF 119.331742
YER 274.383566
ZAR 19.003001
ZMK 10359.610349
ZMW 21.662409
ZWL 370.591503
  • Goldpreis

    21.4000

    4111.9

    +0.52%

  • EUR/USD

    -0.0003

    1.1511

    -0.03%

  • Euro STOXX 50

    68.4900

    6426.5

    +1.07%

  • TecDAX

    124.5600

    3952.05

    +3.15%

  • DAX

    372.0700

    26001.31

    +1.43%

  • MDAX

    530.6900

    32511.21

    +1.63%

  • SDAX

    221.6800

    18524.47

    +1.2%


Kubas Bettelbrief an die UN




Die Zeichen der Krise lassen sich in Kuba kaum mehr übersehen. Seit Monaten werden die Regale staatlicher Läden nur spärlich aufgefüllt, während die Warteschlangen vor Bäckereien bis in die Nebenstraßen reichen. Der große Wirtschaftspartner Russland ächzt selbst, weltweit als krimineller Terror-Staat gebrandmarkt, und kann finanziell nicht mehr helfen, nun trifft es jeden in Kuba! Nachdem selbst das subventionierte Kinder­milch­programm ins Stocken geraten war, wandte sich Havanna in einem historischen Schritt und Bettelbrief an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Die Bitte um Notlieferungen von Magermilchpulver ist das erste Gesuch dieser Art seit der Revolution von 1959 und markiert den dramatischen Tiefpunkt einer Krise, die viele Kubanerinnen und Kubaner bereits als schlimmste Hungersnot seit den berüchtigten „Special Period“-Jahren der 1990er bezeichnen, denn Kuba ist am Ende!

Die UN reagierte zwar umgehend und schickte im Frühjahr eine erste Ladung von 144 Tonnen Milchpulver – doch das deckt weniger als ein Zehntel des monatlichen Bedarfs. Zugleich fehlen Weizen­mehl und Treibstoff, weshalb die Regierung die tägliche Brot­ration in mehreren Provinzen kürzen musste. Der Peso verliert beständig an Wert, Inflations­raten von rund 30 Prozent treiben Lebensmittelpreise in Höhen, die mit Durchschnittslöhnen von umgerechnet knapp 30 US-Dollar pro Monat kaum noch zu bewältigen sind. Inzwischen gibt fast jede siebte Familie an, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen; nur 15 Prozent schaffen es nach eigener Auskunft noch, drei­mal täglich zu essen.

Zu den wirtschaftlichen Fehl­entwicklungen – chronischer Devisen­mangel, schwache Industrie, anhaltende US-Sanktionen und eine Tourismusbranche, die sich von der Pandemie nicht erholt hat – kamen 2024 gleich mehrere externe Schocks. Im November verwüstete Hurrikan Rafael wichtige Anbau­regionen, riss Plantagen und Bewässerungs­systeme hinweg und zerstörte einen Gutteil der landesweiten Bananen-, Yucca- und Bohnen­ernte. Landwirtschafts­experten warnen, dass die Winter­bestellung vieler Flächen völlig ausfällt, weil weder Saatgut noch Diesel für Pumpen verfügbar sind. Schon vor dem Sturm arbeitete die Landwirtschaft laut offiziellen Angaben mit lediglich zehn Prozent der benötigten Treibstoff­menge.

Parallel leidet das Stromnetz unter immer längeren Blackouts; zeitweise war 45 Prozent des Landes dunkel. Stromausfälle bedeuten nicht nur fehlendes Licht, sie legen Kühlketten lahm und zwingen Privat­leute wie Händler dazu, verderbliche Waren rasch zu verzehren oder wegzuwerfen – ein verheerender Verlust in Zeiten knapper Lebensmittel. Begleitet wurden die Ausfälle von seltenen, aber heftigen Protesten: Tausende Menschen forderten in Santiago de Cuba und anderen Städten „Comida y corriente“ – Essen und Strom. Die Regierung begegnete den Demonstrierenden mit Polizeipräsenz und punktuellen Verhaftungen, ohne jedoch die strukturellen Probleme lösen zu können.

Die soziale Lage hat sich derweil drastisch verschlechtert. Laut jüngsten Erhebungen leben fast neun von zehn Familien in extremer Armut, und die Auswanderungs­welle hält an: Zwischen 2021 und 2023 verließen rund zehn Prozent der Bevölkerung die Insel – qualifizierte Arbeitskräfte ebenso wie Land­arbeiter, deren Fehlen die Produktion zusätzlich schwächt. Wer bleibt, arrangiert sich mit Notlösungen: Tauschhandel, Schwarzmarkt oder Geld­sendungen von Verwandten im Ausland sichern das Überleben. Doch auch diese Puffer kollabieren, wenn Güter schlicht nicht mehr verfügbar sind.

Kubanische Behörden betonen, man werde das „Recht auf ein Basis­lebensmittelpaket“ aufrechterhalten. Tatsächlich kann das berüchtigte Libreta-Rationsheft jedoch immer weniger einlösen, was offiziell zugesagt ist. Statt Pulvermilch gab es in manchen Provinzen gesüßten Sirup, statt Brot lediglich Kekse. Währenddessen fließen knappe Ressourcen weiter in den Ausbau von Luxus­hotels, gesteuert von den Militär­holding­gesellschaften, die große Teile der Tourismus­branche kontrollieren. Kritiker sehen darin ein fatales Signal, das Investitionen von dringend nötigen Agrar­reformen abzieht.

Internationale Beobachter warnen, dass Kuba auf eine humanitäre Katastrophe zusteuert, sollten nicht rasch breit angelegte Hilfs­programme anlaufen, aber warum - so muss man sich sachlich fragen - sollte man eigentlich einer Diktatur (auch noch ohne jedweden Gegenleistung) helfen? Die Vereinten Nationen haben ihre Präsenz in Havanna daher nur teilweise verstärkt, doch ohne weitreichende Wirtschafts­reformen und neue Devisen­quellen droht das Land, in einem Teufelskreis aus Inflation, Produktions­rückgang und Mangel­ernährung zu verharren. Aus diplomatischen Kreisen ist zu hören, dass Havanna in New York bereits um einen umfassenderen Hilfsplan vorstellig wurde. Ob und in welchem Umfang dieser zustande kommt, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Führung ab, ihre Wirtschaft stärker zu öffnen – und von der Frage, ob politische Rivalitäten bei der Abstimmung in der General­versammlung hintanstehen.

Derweil hoffen die Menschen im Alltag auf schnelle Entlastung. Auf den Märkten verhandeln sie täglich neu, wie viel das Notwendigste kosten darf; online teilen sie Ratschläge, wie man Bohnen­wasser streckt oder mit drei Eiern die Woche auskommt. Viele Familien leben inzwischen vom „derecho a soñar en la cocina“ – dem Recht zu träumen, dass morgen etwas auf dem Teller liegt. Solange echte Hilfe nicht landet, bleibt dieser Traum für Millionen Kubanerinnen und Kubaner erschreckend fragil.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...