Zürcher Nachrichten - Kubas Bettelbrief an die UN

EUR -
AED 4.180733
AFN 71.709282
ALL 91.571409
AMD 413.681787
ANG 2.037864
AOA 1044.903172
ARS 1725.281725
AUD 1.616358
AWG 2.048831
AZN 1.932494
BAM 1.949761
BBD 2.29221
BDT 139.926572
BGN 1.916159
BHD 0.429059
BIF 3414.717787
BMD 1.138239
BND 1.454208
BOB 12.369424
BRL 5.883102
BSD 1.13808
BTN 108.904621
BWP 15.47491
BYN 3.445941
BYR 22309.489539
BZD 2.28892
CAD 1.604746
CDF 2629.332313
CHF 0.939028
CLF 0.02777
CLP 1096.500629
CNY 7.639122
CNH 7.639327
COP 3746.275501
CRC 516.402692
CUC 1.138239
CUP 30.16334
CVE 110.693938
CZK 24.405213
DJF 202.287485
DKK 7.477049
DOP 67.668425
DZD 152.473973
EGP 58.515293
ERN 17.073589
ETB 183.256357
FJD 2.560753
FKP 0.854281
GBP 0.8592
GEL 2.976487
GGP 0.854281
GHS 13.186553
GIP 0.854281
GMD 84.229622
GNF 9959.593343
GTQ 8.687168
GYD 238.104554
HKD 8.928125
HNL 30.635684
HRK 7.534691
HTG 148.749244
HUF 365.375102
IDR 20326.27836
ILS 3.453339
IMP 0.854281
INR 109.122144
IQD 1491.662553
IRR 1564595.233755
ISK 138.011239
JEP 0.854281
JMD 179.316137
JOD 0.806978
JPY 180.192354
KES 147.36771
KGS 99.538792
KHR 4618.409033
KMF 492.857273
KPW 1024.415698
KRW 1555.028027
KWD 0.352012
KYD 0.948391
KZT 506.084607
LAK 25525.015756
LBP 101929.326015
LKR 374.430189
LRD 196.716167
LSL 18.621342
LTL 3.360925
LVL 0.688509
LYD 7.256264
MAD 10.92795
MDL 20.142105
MGA 5008.252716
MKD 61.330028
MMK 2389.82139
MNT 4095.29786
MOP 9.193636
MRU 45.598
MUR 54.498985
MVR 17.585767
MWK 1977.121465
MXN 19.944911
MYR 4.643707
MZN 72.744643
NAD 18.621139
NGN 1508.690482
NIO 41.728113
NOK 10.796939
NPR 174.247029
NZD 2.005282
OMR 0.437632
PAB 1.13808
PEN 3.844401
PGK 5.063456
PHP 71.493183
PKR 315.917893
PLN 4.37097
PYG 6745.106785
QAR 4.146592
RON 5.275854
RSD 117.560753
RUB 96.502703
RWF 1676.626433
SAR 4.274166
SBD 9.106497
SCR 15.740256
SDG 684.651911
SEK 11.300496
SGD 1.457173
SHP 0.859373
SLE 28.057104
SLL 23868.298967
SOS 650.5037
SRD 43.051054
STD 23559.254631
STN 24.671336
SVC 9.958198
SYP 14799.387176
SZL 18.620964
THB 38.039803
TJS 10.532966
TMT 3.99522
TND 3.356097
TOP 2.740607
TRY 55.576353
TTD 7.735074
TWD 36.236077
TZS 3016.331787
UAH 51.082319
UGX 4427.305706
USD 1.138239
UYU 45.619094
UZS 13473.900913
VES 970.270945
VND 29606.172329
VUV 134.70877
WST 3.133034
XAF 655.957
XAG 0.017662
XAU 0.000265
XCD 3.076149
XCG 2.051056
XDR 0.804794
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 269.364113
ZAR 18.627405
ZMK 10245.519969
ZMW 22.164539
ZWL 366.512578
SSP 6502.294799
MXV 2.260481
  • SDAX

    -65.1200

    18345.72

    -0.35%

  • TecDAX

    -19.1900

    4011.82

    -0.48%

  • MDAX

    -314.1400

    31215.77

    -1.01%

  • Euro STOXX 50

    -24.9000

    6299.82

    -0.4%

  • Goldpreis

    4.1000

    4322.5

    +0.09%

  • DAX

    -168.2200

    25410.63

    -0.66%

  • EUR/USD

    -0.0065

    1.1388

    -0.57%


Kubas Bettelbrief an die UN




Die Zeichen der Krise lassen sich in Kuba kaum mehr übersehen. Seit Monaten werden die Regale staatlicher Läden nur spärlich aufgefüllt, während die Warteschlangen vor Bäckereien bis in die Nebenstraßen reichen. Der große Wirtschaftspartner Russland ächzt selbst, weltweit als krimineller Terror-Staat gebrandmarkt, und kann finanziell nicht mehr helfen, nun trifft es jeden in Kuba! Nachdem selbst das subventionierte Kinder­milch­programm ins Stocken geraten war, wandte sich Havanna in einem historischen Schritt und Bettelbrief an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Die Bitte um Notlieferungen von Magermilchpulver ist das erste Gesuch dieser Art seit der Revolution von 1959 und markiert den dramatischen Tiefpunkt einer Krise, die viele Kubanerinnen und Kubaner bereits als schlimmste Hungersnot seit den berüchtigten „Special Period“-Jahren der 1990er bezeichnen, denn Kuba ist am Ende!

Die UN reagierte zwar umgehend und schickte im Frühjahr eine erste Ladung von 144 Tonnen Milchpulver – doch das deckt weniger als ein Zehntel des monatlichen Bedarfs. Zugleich fehlen Weizen­mehl und Treibstoff, weshalb die Regierung die tägliche Brot­ration in mehreren Provinzen kürzen musste. Der Peso verliert beständig an Wert, Inflations­raten von rund 30 Prozent treiben Lebensmittelpreise in Höhen, die mit Durchschnittslöhnen von umgerechnet knapp 30 US-Dollar pro Monat kaum noch zu bewältigen sind. Inzwischen gibt fast jede siebte Familie an, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen; nur 15 Prozent schaffen es nach eigener Auskunft noch, drei­mal täglich zu essen.

Zu den wirtschaftlichen Fehl­entwicklungen – chronischer Devisen­mangel, schwache Industrie, anhaltende US-Sanktionen und eine Tourismusbranche, die sich von der Pandemie nicht erholt hat – kamen 2024 gleich mehrere externe Schocks. Im November verwüstete Hurrikan Rafael wichtige Anbau­regionen, riss Plantagen und Bewässerungs­systeme hinweg und zerstörte einen Gutteil der landesweiten Bananen-, Yucca- und Bohnen­ernte. Landwirtschafts­experten warnen, dass die Winter­bestellung vieler Flächen völlig ausfällt, weil weder Saatgut noch Diesel für Pumpen verfügbar sind. Schon vor dem Sturm arbeitete die Landwirtschaft laut offiziellen Angaben mit lediglich zehn Prozent der benötigten Treibstoff­menge.

Parallel leidet das Stromnetz unter immer längeren Blackouts; zeitweise war 45 Prozent des Landes dunkel. Stromausfälle bedeuten nicht nur fehlendes Licht, sie legen Kühlketten lahm und zwingen Privat­leute wie Händler dazu, verderbliche Waren rasch zu verzehren oder wegzuwerfen – ein verheerender Verlust in Zeiten knapper Lebensmittel. Begleitet wurden die Ausfälle von seltenen, aber heftigen Protesten: Tausende Menschen forderten in Santiago de Cuba und anderen Städten „Comida y corriente“ – Essen und Strom. Die Regierung begegnete den Demonstrierenden mit Polizeipräsenz und punktuellen Verhaftungen, ohne jedoch die strukturellen Probleme lösen zu können.

Die soziale Lage hat sich derweil drastisch verschlechtert. Laut jüngsten Erhebungen leben fast neun von zehn Familien in extremer Armut, und die Auswanderungs­welle hält an: Zwischen 2021 und 2023 verließen rund zehn Prozent der Bevölkerung die Insel – qualifizierte Arbeitskräfte ebenso wie Land­arbeiter, deren Fehlen die Produktion zusätzlich schwächt. Wer bleibt, arrangiert sich mit Notlösungen: Tauschhandel, Schwarzmarkt oder Geld­sendungen von Verwandten im Ausland sichern das Überleben. Doch auch diese Puffer kollabieren, wenn Güter schlicht nicht mehr verfügbar sind.

Kubanische Behörden betonen, man werde das „Recht auf ein Basis­lebensmittelpaket“ aufrechterhalten. Tatsächlich kann das berüchtigte Libreta-Rationsheft jedoch immer weniger einlösen, was offiziell zugesagt ist. Statt Pulvermilch gab es in manchen Provinzen gesüßten Sirup, statt Brot lediglich Kekse. Währenddessen fließen knappe Ressourcen weiter in den Ausbau von Luxus­hotels, gesteuert von den Militär­holding­gesellschaften, die große Teile der Tourismus­branche kontrollieren. Kritiker sehen darin ein fatales Signal, das Investitionen von dringend nötigen Agrar­reformen abzieht.

Internationale Beobachter warnen, dass Kuba auf eine humanitäre Katastrophe zusteuert, sollten nicht rasch breit angelegte Hilfs­programme anlaufen, aber warum - so muss man sich sachlich fragen - sollte man eigentlich einer Diktatur (auch noch ohne jedweden Gegenleistung) helfen? Die Vereinten Nationen haben ihre Präsenz in Havanna daher nur teilweise verstärkt, doch ohne weitreichende Wirtschafts­reformen und neue Devisen­quellen droht das Land, in einem Teufelskreis aus Inflation, Produktions­rückgang und Mangel­ernährung zu verharren. Aus diplomatischen Kreisen ist zu hören, dass Havanna in New York bereits um einen umfassenderen Hilfsplan vorstellig wurde. Ob und in welchem Umfang dieser zustande kommt, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Führung ab, ihre Wirtschaft stärker zu öffnen – und von der Frage, ob politische Rivalitäten bei der Abstimmung in der General­versammlung hintanstehen.

Derweil hoffen die Menschen im Alltag auf schnelle Entlastung. Auf den Märkten verhandeln sie täglich neu, wie viel das Notwendigste kosten darf; online teilen sie Ratschläge, wie man Bohnen­wasser streckt oder mit drei Eiern die Woche auskommt. Viele Familien leben inzwischen vom „derecho a soñar en la cocina“ – dem Recht zu träumen, dass morgen etwas auf dem Teller liegt. Solange echte Hilfe nicht landet, bleibt dieser Traum für Millionen Kubanerinnen und Kubaner erschreckend fragil.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...