Zürcher Nachrichten - Zerreißprobe Indien–USA?

EUR -
AED 4.208869
AFN 72.772181
ALL 93.574933
AMD 421.986946
ANG 2.051891
AOA 1051.504407
ARS 1646.572787
AUD 1.633422
AWG 2.06289
AZN 1.947306
BAM 1.931298
BBD 2.309401
BDT 140.755456
BGN 1.937834
BHD 0.43218
BIF 3427.83555
BMD 1.14605
BND 1.468963
BOB 7.952111
BRL 5.834312
BSD 1.146652
BTN 108.37109
BWP 15.364075
BYN 3.174525
BYR 22462.58
BZD 2.306142
CAD 1.619575
CDF 2658.836139
CHF 0.921699
CLF 0.025793
CLP 1015.125101
CNY 7.744376
CNH 7.767445
COP 3936.68175
CRC 522.273882
CUC 1.14605
CUP 30.370325
CVE 109.275957
CZK 23.840189
DJF 203.675853
DKK 7.376139
DOP 67.158465
DZD 152.285947
EGP 57.197289
ERN 17.19075
ETB 181.505693
FJD 2.559932
FKP 0.855486
GBP 0.867845
GEL 3.031301
GGP 0.855486
GHS 12.947729
GIP 0.855486
GMD 83.661288
GNF 10059.452747
GTQ 8.740189
GYD 239.856922
HKD 8.982178
HNL 30.596323
HRK 7.534016
HTG 149.750112
HUF 344.559522
IDR 20340.78303
ILS 3.371777
IMP 0.855486
INR 108.0834
IQD 1501.3255
IRR 1575818.749934
ISK 142.488432
JEP 0.855486
JMD 181.349212
JOD 0.812571
JPY 183.66941
KES 148.4366
KGS 100.221799
KHR 4598.517677
KMF 487.071034
KPW 1031.445401
KRW 1732.67288
KWD 0.353096
KYD 0.955577
KZT 559.180763
LAK 25247.481275
LBP 102628.777562
LKR 384.13975
LRD 208.752813
LSL 18.560117
LTL 3.383988
LVL 0.693234
LYD 7.306091
MAD 10.595252
MDL 20.009143
MGA 4813.409941
MKD 60.839941
MMK 2406.642874
MNT 4102.150917
MOP 9.251427
MRU 45.933736
MUR 54.013612
MVR 17.718213
MWK 1989.543095
MXN 19.886592
MYR 4.658469
MZN 73.235007
NAD 18.568207
NGN 1557.619076
NIO 41.957005
NOK 11.154769
NPR 173.392645
NZD 1.990655
OMR 0.440654
PAB 1.146652
PEN 3.910908
PGK 5.028581
PHP 69.190487
PKR 318.943637
PLN 4.180412
PYG 6997.225808
QAR 4.172198
RON 5.165289
RSD 115.832482
RUB 83.629041
RWF 1705.3224
SAR 4.299858
SBD 9.238795
SCR 16.176637
SDG 688.20225
SEK 10.983898
SGD 1.46927
SHP 0.855642
SLE 28.365071
SLL 24032.099675
SOS 654.976201
SRD 42.784369
STD 23720.921134
STN 24.52547
SVC 10.032801
SYP 126.675311
SZL 18.562435
THB 37.286165
TJS 10.629345
TMT 4.022636
TND 3.337012
TOP 2.759414
TRY 53.226231
TTD 7.789178
TWD 36.167621
TZS 3008.384654
UAH 51.353227
UGX 4242.179236
USD 1.14605
UYU 46.293081
UZS 13758.330087
VES 683.087513
VND 30170.9123
VUV 136.36723
WST 3.139892
XAF 647.739098
XAG 0.017417
XAU 0.000272
XCD 3.097258
XCG 2.066563
XDR 0.806472
XOF 647.518455
XPF 119.331742
YER 273.47621
ZAR 18.837016
ZMK 10315.825787
ZMW 20.266873
ZWL 369.027632
  • Euro STOXX 50

    23.2000

    6323.27

    +0.37%

  • DAX

    92.1300

    25026.8

    +0.37%

  • MDAX

    -190.2700

    32665.55

    -0.58%

  • SDAX

    -101.6400

    18373.62

    -0.55%

  • TecDAX

    -0.9500

    3947.43

    -0.02%

  • Goldpreis

    -22.2000

    4223.7

    -0.53%

  • EUR/USD

    -0.0043

    1.1464

    -0.38%


Zerreißprobe Indien–USA?




Zwischen Washington und Neu-Delhi eskaliert eine Auseinandersetzung, die binnen weniger Wochen von scharfen Worten zu harten Maßnahmen geworden ist – und die das Fundament einer seit einem Vierteljahrhundert gewachsenen Partnerschaft erschüttert. Auslöser sind drastische US-Zölle auf indische Waren und der politische Stil von Donald Trump, der auf maximalen Druck statt auf kluge Diplomatie setzt. Für beide Länder – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und gesellschaftlich – steht viel auf dem Spiel.

Am 6. August zeichnete das Weiße Haus per Dekret eine neue Linie vor: Eine zusätzliche Abgabe von 25 Prozent auf indische Exporte, begründet mit Indiens anhaltenden Käufen von günstigem russischem Öl. Ende August soll eine weitere Stufe greifen, womit sich die Zusatzlast auf insgesamt 50 Prozent summiert. Die Folge ist bereits spürbar: Der indische Markt blickt nervös auf den Wechselkurs der Rupie, Investitionspläne werden eingefroren, Lieferketten neu gerechnet. Besonders exportabhängige Branchen – von der Elektronikfertigung bis zur Diamantverarbeitung – melden wegbrechende Aufträge und Kurzarbeit. Das ist kein abstrakter Handelsstreit, sondern eine soziale Krise mit Namen und Gesichtern in Ahmedabad, Surat, Noida und anderswo.

Die handelspolitische Kehrtwende trifft India Inc. in einer Phase, in der Neu-Delhi eigentlich Tempo machen wollte: mit einer vertieften Halbleiter-Kooperation mit den USA, mit mehr Technologie-Transfers in der Luft- und Raumfahrt, mit gemeinsamen Programmen bei kritischen Mineralien. Ein Aushängeschild ist das Co-Produktion-Vorhaben für moderne Kampfflugzeug-Triebwerke – Symbol dafür, dass beide Demokratien nicht nur kaufen und verkaufen, sondern gemeinsam entwickeln und produzieren wollen. Genau diese „vertrauensbasierte“ Dimension gerät nun unter Druck: Wenn Zölle die politische Agenda dominieren, verlieren selbst strategische Leuchtturmprojekte ihren Schutzschirm gegen den Gegenwind der Tagespolitik.

Parallel kocht eine zweite Konfliktlinie hoch, die das Sicherheitsvertrauen belastet: US-Ermittler hatten Ende 2023 und 2024 einen Mordkomplott auf amerikanischem Boden einem indischen Regierungsmitarbeiter zugerechnet; Anfang 2025 empfahl eine indische Untersuchungskommission zwar Schritte gegen einzelne Personen, doch der Schatten bleibt. In Washington befeuert der Fall Debatten über gezielte Sanktionen, in Neu-Delhi wehrt man pauschale Schuldzuweisungen ab. Solange diese Wunde nicht transparent und rechtsstaatlich verheilt, bleibt sie ein Störgeräusch in Geheimdienst- und Polizeikooperation – ausgerechnet dort, wo beide Länder gegen Terrorismus, Desinformation und Cyberangriffe enger zusammenrücken wollten.

Die gesellschaftliche Bruchlinie verläuft zudem durch die Tech-Korridore zwischen Bengaluru, Hyderabad und dem Silicon Valley. In Trumps Umfeld werden einschneidende Änderungen am H-1B-System diskutiert – höherer Lohnschwellen-Fokus, weniger Chancen für Berufseinsteiger, womöglich restriktivere Kontingente. Für hunderttausende indische IT-Fachkräfte und für US-Firmen, die seit Jahren auf indische Talente setzen, wäre das ein Schock mit Langzeitfolgen. Es geht nicht nur um Visaformalia, sondern um Innovationsflüsse, Gründungsdynamik und Steueraufkommen auf beiden Seiten.

Geopolitisch wirkt der Zollhammer wie ein Bumerang. Anstatt Indien fester in ein westliches Technologie- und Sicherheitsökosystem einzubinden, treibt die Eskalation Neu-Delhi dazu, Alternativen zu prüfen – etwa mehr Kooperationen mit Europa oder Japan in Triebwerks- und Halbleitertechnologien, notfalls auch eine vorsichtige Entspannung mit Peking in einzelnen Wirtschaftsfragen. Wie tragfähig solche Optionen sind, ist offen. Sicher ist: Die Kernlogik der letzten Jahre – „Kooperieren, wo möglich; konkurrieren, wo nötig“ – wird durch pauschale Strafmaßnahmen ausgehöhlt.

Was ist das „Schreckliche“ an dieser Entwicklung? Nicht ein einzelner Beschluss, sondern die Summe der Kollateralschäden: Arbeitsplätze verschwinden, Zuliefererketten reißen, Studierende und Fachkräfte geraten in Unsicherheit, Vertrauen in rechtsstaatliche Aufklärung wird angekratzt, sicherheitspolitische Planungen – von Rüstung bis Raumfahrt – werden unberechenbarer. Die größten Verlierer sind nicht Regierungen, sondern Menschen: Arbeiter in Surat, Entwickler in Pune, Studierende in Boston, Mittelständler in Baden-Württemberg, die auf indische Fertigung angewiesen sind, und Kliniken in den USA, die generische Medikamente aus Indien beziehen.

Auswege gibt es – noch. Erstens: ein geordnetes Deeskalationspaket mit klaren Off-Ramps. Dazu zählen sektorale Ausnahmen für kritische Güter (Medizin, Halbleiter-Equipment), temporäre Zoll-„Snap-Backs“ an harte Konditionen (etwa Fortschritte bei Ölimport-Transparenz) geknüpft, sowie eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche auf Chefunterhändler-Ebene. Zweitens: eine glaubwürdige juristische Aufarbeitung des vereitelten Attentatsfalls, inklusive Rechtshilfe und – wo notwendig – personalbezogener Konsequenzen, damit die Sicherheitskooperation nicht als Geisel politischer Symbolik endet. Drittens: Planbarkeit bei Fachkräfteprogrammen – etwa eine H-1B-Reform, die Missbrauch verhindert, aber Hochqualifizierten und US-Unternehmen verlässliche Pfade lässt. Viertens: Schutzkorridore für die strategischen Zukunftsprojekte – iCET, Triebwerks-Co-Produktion, gemeinsame Raumfahrtmissionen – durch verbindliche, zollresistente Vereinbarungen.

Klugheit, Diplomatie und Weitsicht sind genau jetzt gefragt. Trumps Politikstil – impulsiv, konfrontativ, mit Vorliebe für den großen Knall – mag kurzfristig Schlagzeilen produzieren. Nachhaltige Ergebnisse in komplexen Partnerschaften erzielt man so selten. Indien und die USA sind zu wichtig füreinander, als dass sie eine Spirale aus Zöllen, Misstrauen und Symbolpolitik in Kauf nehmen sollten. Wer wirklich Stärke zeigen will, beweist sie am Verhandlungstisch – mit klaren Regeln, messbaren Zielen und Respekt vor dem Partner.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...