Zürcher Nachrichten - Israel vor dem Absturz?

EUR -
AED 4.385233
AFN 77.61497
ALL 96.381042
AMD 452.143941
ANG 2.137486
AOA 1094.965307
ARS 1724.839952
AUD 1.705709
AWG 2.150824
AZN 2.023326
BAM 1.950382
BBD 2.403792
BDT 145.842406
BGN 2.00529
BHD 0.450137
BIF 3535.334404
BMD 1.194073
BND 1.505997
BOB 8.247158
BRL 6.220643
BSD 1.19347
BTN 109.627454
BWP 15.616552
BYN 3.39343
BYR 23403.827993
BZD 2.400352
CAD 1.6217
CDF 2674.723408
CHF 0.918953
CLF 0.026089
CLP 1030.123768
CNY 8.304359
CNH 8.294925
COP 4394.188113
CRC 592.347015
CUC 1.194073
CUP 31.642931
CVE 109.958154
CZK 24.295979
DJF 212.210937
DKK 7.466561
DOP 75.090455
DZD 154.405125
EGP 55.911983
ERN 17.911093
ETB 185.584399
FJD 2.62499
FKP 0.866453
GBP 0.865846
GEL 3.217952
GGP 0.866453
GHS 13.044871
GIP 0.866453
GMD 87.167473
GNF 10472.774994
GTQ 9.15641
GYD 249.695299
HKD 9.315607
HNL 31.496108
HRK 7.538297
HTG 156.293851
HUF 380.725312
IDR 20019.825517
ILS 3.699088
IMP 0.866453
INR 109.991431
IQD 1563.43712
IRR 50300.31928
ISK 144.805323
JEP 0.866453
JMD 187.087918
JOD 0.846557
JPY 183.369016
KES 154.035258
KGS 104.421911
KHR 4797.672032
KMF 491.958321
KPW 1074.596133
KRW 1713.399287
KWD 0.366162
KYD 0.994637
KZT 601.339474
LAK 25712.78503
LBP 106877.38889
LKR 369.558721
LRD 220.796625
LSL 18.976864
LTL 3.525787
LVL 0.722283
LYD 7.495084
MAD 10.790987
MDL 20.0144
MGA 5325.251011
MKD 61.666321
MMK 2507.53068
MNT 4265.99436
MOP 9.591635
MRU 47.643049
MUR 53.841119
MVR 18.460284
MWK 2069.550773
MXN 20.561528
MYR 4.679547
MZN 76.133729
NAD 18.976944
NGN 1666.173702
NIO 43.917995
NOK 11.498326
NPR 175.40153
NZD 1.978692
OMR 0.459131
PAB 1.193494
PEN 3.993373
PGK 5.108744
PHP 70.249681
PKR 333.873104
PLN 4.203859
PYG 8014.634606
QAR 4.339445
RON 5.09571
RSD 117.414371
RUB 91.454536
RWF 1741.262759
SAR 4.478236
SBD 9.645334
SCR 16.41712
SDG 718.229283
SEK 10.586107
SGD 1.508947
SHP 0.895864
SLE 29.013143
SLL 25039.109895
SOS 680.899902
SRD 45.484624
STD 24714.897312
STN 24.431821
SVC 10.442858
SYP 13205.938189
SZL 18.969066
THB 37.120119
TJS 11.15307
TMT 4.179255
TND 3.413218
TOP 2.875041
TRY 51.831957
TTD 8.100564
TWD 37.496875
TZS 3056.826235
UAH 51.016335
UGX 4273.075686
USD 1.194073
UYU 45.163967
UZS 14439.705001
VES 428.046641
VND 31123.509012
VUV 142.896113
WST 3.254277
XAF 654.1316
XAG 0.010504
XAU 0.000225
XCD 3.227042
XCG 2.150898
XDR 0.812221
XOF 654.128869
XPF 119.331742
YER 284.668585
ZAR 18.969155
ZMK 10748.104272
ZMW 23.720303
ZWL 384.490973
  • MDAX

    -87.4800

    31640.37

    -0.28%

  • Euro STOXX 50

    -61.3900

    5933.2

    -1.03%

  • EUR/USD

    -0.0107

    1.1937

    -0.9%

  • TecDAX

    10.5900

    3723.54

    +0.28%

  • Goldpreis

    195.7000

    5316.3

    +3.68%

  • SDAX

    -7.8800

    18319.79

    -0.04%

  • DAX

    -71.6500

    24822.79

    -0.29%


Israel vor dem Absturz?




Die israelische Wirtschaft befand sich vor dem 7. Oktober 2023 auf einem stabilen Wachstumspfad. Zwischen 2015 und 2019 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) durchschnittlich um 3,7 Prozent pro Jahr. Die Terrorattacke von Hamas und der anschließende Krieg verwandelten den Boom über Nacht in einen Einbruch. Im letzten Quartal 2023 brach die Wirtschaftsleistung um rund fünf Prozent ein, sodass die Gesamtjahresrate 2023 nur noch 1,8 Prozent betrug. Das Jahr 2024 brachte trotz einer kurzen Erholung einen Zuwachs von lediglich 0,9 Prozent – angesichts des demografischen Wachstums bedeutet dies einen Rückgang des Einkommens pro Kopf.

Als im Juni 2025 wieder Hoffnung aufkeimte, prognostizierte die OECD 3,3 Prozent Wachstum für 2025. Doch der Krieg gegen Iran und anhaltende Kämpfe im Gazastreifen ließen diese Prognosen hinfällig werden: im zweiten Quartal 2025 schrumpfte die israelische Wirtschaft um 3,5 Prozent, weil Geschäfte geschlossen blieben, Flüge abgesagt wurden und Investitionen einfroren. Solange Israel in großflächige militärische Konflikte verwickelt ist, bleiben verlässliche Wachstumsprognosen praktisch unmöglich.

Vom Innovationsmotor zur Kriegswirtschaft
Israels Hightech‑Sektor galt über Jahre als Wachstumsmotor. Er beschäftigt rund zwölf Prozent der Erwerbstätigen, erwirtschaftet etwa ein Fünftel des BIP und trägt ein Viertel der gesamten Einkommensteuer bei. Doch der Sektor leidet massiv unter dem Krieg: Mindestens 8 300 Tech‑Beschäftigte verließen zwischen Oktober 2023 und Juli 2024 das Land; 2024 sank die Zahl der Beschäftigten erstmals seit zehn Jahren. Viele werden für Reserveübungen einberufen, andere ziehen wegen Sicherheitsrisiken und politischer Unsicherheit ins Ausland. Das Finanzvolumen ausländischer Direktinvestitionen brach ein: 2024 flossen nur noch 16,8 Milliarden US‑Dollar und damit der niedrigste Betrag seit 2017; im Jahr 2022 waren es noch 22,9 Milliarden US‑Dollar. Zudem weicht Kapital in andere Länder ab, weil internationale Fonds ihre Beteiligungen reduzieren. So verkaufte Norwegens Staatsfonds Beteiligungen an elf israelischen Firmen aus Protest gegen den Krieg. Banken und Ratingagenturen sehen das Land inzwischen in der Nähe eines „Ramsch“-Ratings; der Risikoaufschlag auf Staatsanleihen stieg von 0,8 Prozentpunkten vor dem Krieg auf mehr als 1,7 Prozentpunkte, und es droht ein weiterer Anstieg, sollte die Regierung keine glaubwürdige Budgetpolitik vorlegen.

Die Hochrüstung trifft den Staatshaushalt hart. Verteidigungsausgaben stiegen von 5,4 Prozent des BIP im Jahr 2023 auf 8,8 Prozent 2024. Der Kriegshaushalt 2025 weist mit 107 Milliarden Schekel den höchsten Verteidigungsposten der Geschichte auf und liegt 65 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Gleichzeitig laufen die Steuer­einnahmen wegen Schließungen und Mobilmachung zurück; der Staat muss mit Neuverschuldung gegensteuern. 2024 stieg das Haushaltsdefizit auf 8,5 Prozent des BIP, 2025 wird ein Defizit von über sechs Prozent erwartet. Bis Ende 2025 hat die Regierung rund 190 Milliarden Schekel (umgerechnet etwa 50 Milliarden US‑Dollar) an neuen Schulden aufgenommen; die Staatsverschuldung kletterte damit von 61 Prozent des BIP im Jahr 2023 auf rund 70 Prozent 2025. Sollte der Krieg sich ausweiten, könnte das Verhältnis laut Expertenszenarien sogar auf 80–85 Prozent steigen.

Währungsschwäche, Inflation und Lebenshaltungskosten
Der Krieg und die Unsicherheit setzten auch der Landeswährung zu: der Schekel verlor zwischen Ende 2023 und Mitte 2025 gegenüber dem US‑Dollar deutlich an Wert und pendelte sich über 3,95–4,05 Schekel je Dollar ein. Um eine Abwertungsspirale zu verhindern, verkaufte die Zentralbank bis zu 30 Milliarden US‑Dollar aus ihren Devisenreserven und stellte weitere 15 Milliarden über Devisenswaps bereit
 
Gleichzeitig hält die Bank of Israel den Leitzins mit 4,5 Prozent ungewöhnlich hoch, um Kapitalflucht und Inflation zu bekämpfen. Dennoch wird die Teuerungsrate Mitte 2025 mit 3,3–3,5 Prozent veranschlagt. Für die Bevölkerung bedeutet dies eine drastische Steigerung der Lebenshaltungskosten. Laut Staatlichem Rechnungsprüfer müssen israelische Familien 2025 je nach Einkommen zwischen 8 000 und 12 000 Schekel mehr pro Jahr ausgeben, weil Lebensmittel, Mieten und Dienstleistungen stark verteuert sind. Die Lebensmittelpreise liegen 51 Prozent über dem EU‑Durchschnitt und 37 Prozent über dem OECD‑Durchschnitt. Besonders der Mangel an Arbeitskräften – Reservisten und Palästinenser werden in den Armee­dienst gerufen oder dürfen nicht mehr einreisen – hat die Produktion und den Handel verteuert. Ganze Branchen wie Tourismus, Bau und Landwirtschaft leiden unter fehlenden Arbeitskräften; tausende Geschäfte und Baustellen stehen still.

Sozialer Druck und gesellschaftliche Spannungen
Die Mobilmachung trifft alle Lebensbereiche. Bis zu 450 000 Reservisten wurden zeitweise eingezogen. Vor dem Krieg machte Reserve­dienst weniger als 0,1 Prozent aller Arbeitsstunden aus; im letzten Quartal 2023 stieg dieser Anteil auf fünf Prozent. Die Abwesenheit zahlreicher Fachkräfte verschärft den Mangel in Wirtschaftszweigen wie Bau, Hightech und Gesundheitswesen. Zusätzlich zur wirtschaftlichen Belastung nehmen psychische Erkrankungen stark zu. Seit Oktober 2023 haben Hilfsorganisationen wie ERAN über 500 000 Hilferufe verzeichnet, davon 100 000 von Minderjährigen. Die Zahl der diagnostizierten Fälle von posttraumatischer Belastungsstörung und Depression hat sich verdoppelt, und in der Altersgruppe der 18‑ bis 26‑Jährigen ist jeder Dritte gefährdet, eine Sucht zu entwickeln.

Internationale Isolation und politische Unsicherheit
Der Dauerkrieg beeinträchtigt Israels Beziehungen zu wichtigen Partnern. Die Europäische Union – Israels größter Handelspartner – reagierte auf hohe Opferzahlen im Gazastreifen mit einem Stopp von Rüstungsexporten nach Israel und fordert importverbote für Produkte aus Siedlungen. Selbst große US‑Technologiekonzerne schränken ihre Zusammenarbeit ein; ein Unternehmen deaktivierte spezielle Dienste für eine israelische Militäreinheit. Gleichzeitig pumpt die US‑Regierung Milliarden an Militärhilfen nach Israel – seit 2023 beläuft sich die Unterstützung auf 22 Milliarden US‑Dollar–, was die Abhängigkeit von Washington verstärkt. Norwegens Staatsfonds, der größte der Welt, trennte sich von elf israelischen Unternehmen. Ausländische Direktinvestitionen gingen 2024 auf das niedrigste Niveau seit 2017 zurück. Solche Entwicklungen drohen, die Innovationskraft und den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten dauerhaft zu schwächen.

Perspektiven: Reformen oder weiterer Abstieg?
Obwohl der Waffenstillstand und eine mögliche Deeskalation zu einer Erholung führen könnten, bleibt die Zukunft ungewiss. Experten des Israelischen Nationalen Sicherheitsinstituts warnen, dass ein anhaltender Krieg die Staatsverschuldung auf 80–85 Prozent des BIP treiben und das Haushaltsdefizit bis zu 15 Prozent erreichen könnte. Ohne rasche Reformen droht ein Teufelskreis aus steigenden Zinsen und wachsender Verschuldung. Die OECD verweist darauf, dass das Finanzsystem trotz des Schocks stabil blieb, die Währung und Börse sich erholten und der Risikoaufschlag gegenüber der Vorkriegszeit „nur“ um 50 Basispunkte gestiegen sei. Gleichwohl betont die Organisation, dass Investitionen Ende 2024 noch 15 Prozent unter dem Vorkriegsniveau lagen und Exporte schwach bleiben.
Langfristiges Wachstum werde es nur geben, wenn Israel seine Haushaltsdefizite reduziert, den Arbeitsmarkt für Ultraorthodoxe und arabische Frauen öffnet und den Hightech‑Sektor wieder stärkt. Dazu gehören laut Experten eine Reform des Bildungssystems, ein Abbau von Mehrwertsteuerbefreiungen, eine CO₂‑Bepreisung und der Abbau von Monopolen in der Lebensmittelbranche.

Fazit und Aussichten
Die israelische Wirtschaft steht zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 vor ihrer größten Belastungsprobe seit Jahrzehnten. Hohe Militärausgaben, einbrechendes Wachstum, zunehmende Staatsverschuldung und eine schrumpfende Hightech‑Branche untergraben das seit Jahrzehnten aufgebaute Innovationsmodell. Der soziale Druck durch Mobilmachungen, steigende Preise und psychische Belastungen verschärft die Krise. Ohne einen dauerhaften Waffenstillstand und umfassende Strukturreformen droht dem Land eine langanhaltende wirtschaftliche und gesellschaftliche Erosion.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...