Zürcher Nachrichten - Argentinien statt Venezuela

EUR -
AED 4.190867
AFN 72.464907
ALL 91.47379
AMD 414.14551
ANG 2.043073
AOA 1046.433393
ARS 1727.928599
AUD 1.614312
AWG 2.055494
AZN 1.942945
BAM 1.954744
BBD 2.298069
BDT 140.284245
BGN 1.921057
BHD 0.43017
BIF 3428.678529
BMD 1.141149
BND 1.457925
BOB 13.606771
BRL 5.854552
BSD 1.140989
BTN 109.182997
BWP 15.514466
BYN 3.45475
BYR 22366.515881
BZD 2.294771
CAD 1.607924
CDF 2637.194831
CHF 0.938943
CLF 0.027461
CLP 1084.431702
CNY 7.645469
CNH 7.653479
COP 3663.16743
CRC 517.722694
CUC 1.141149
CUP 30.240442
CVE 110.205971
CZK 24.377209
DJF 203.18206
DKK 7.47574
DOP 67.873348
DZD 152.508008
EGP 58.652194
ERN 17.117232
ETB 186.372074
FJD 2.552982
FKP 0.856464
GBP 0.859405
GEL 2.96125
GGP 0.856464
GHS 13.217978
GIP 0.856464
GMD 83.886531
GNF 10034.62518
GTQ 8.709373
GYD 238.713185
HKD 8.950418
HNL 30.625462
HRK 7.535234
HTG 149.129469
HUF 364.372242
IDR 20342.117964
ILS 3.441132
IMP 0.856464
INR 109.243539
IQD 1494.692852
IRR 1568680.155712
ISK 137.999348
JEP 0.856464
JMD 179.774496
JOD 0.809067
JPY 180.204498
KES 147.561602
KGS 99.793232
KHR 4627.156634
KMF 490.693951
KPW 1027.034255
KRW 1557.691291
KWD 0.352707
KYD 0.950816
KZT 507.378234
LAK 25566.305985
LBP 102176.019411
LKR 375.387287
LRD 196.809062
LSL 18.612612
LTL 3.369515
LVL 0.69027
LYD 7.284098
MAD 10.922198
MDL 20.193591
MGA 5013.314731
MKD 61.486797
MMK 2395.930126
MNT 4105.766045
MOP 9.217136
MRU 45.68573
MUR 54.63789
MVR 17.642388
MWK 1978.448957
MXN 19.896317
MYR 4.655543
MZN 72.909884
NAD 18.612449
NGN 1511.42913
NIO 41.987326
NOK 10.798109
NPR 174.69243
NZD 2.004804
OMR 0.438767
PAB 1.140989
PEN 3.85192
PGK 5.0833
PHP 71.388553
PKR 316.195152
PLN 4.376995
PYG 6762.348271
QAR 4.15969
RON 5.278728
RSD 117.393392
RUB 96.256327
RWF 1683.965211
SAR 4.287031
SBD 9.158875
SCR 15.682748
SDG 686.396852
SEK 11.270122
SGD 1.458708
SHP 0.8531
SLE 28.129524
SLL 23929.309855
SOS 652.050744
SRD 43.066397
STD 23619.475557
STN 24.486884
SVC 9.983652
SYP 14837.21659
SZL 18.608115
THB 37.975721
TJS 10.55989
TMT 3.994021
TND 3.37028
TOP 2.747612
TRY 55.730626
TTD 7.754846
TWD 36.139002
TZS 3018.341943
UAH 51.212893
UGX 4438.622552
USD 1.141149
UYU 45.735703
UZS 13463.847387
VES 971.507078
VND 29681.850067
VUV 135.053105
WST 3.141042
XAF 655.957
XAG 0.017516
XAU 0.000265
XCD 3.084012
XCG 2.056299
XDR 0.806851
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 269.93912
ZAR 18.648082
ZMK 10271.707724
ZMW 22.221195
ZWL 367.449438
SSP 6518.915622
MXV 2.254973
  • DAX

    -153.5400

    25425.31

    -0.6%

  • MDAX

    -275.6800

    31254.23

    -0.88%

  • Goldpreis

    -45.6000

    4330.8

    -1.05%

  • Euro STOXX 50

    -20.2800

    6304.44

    -0.32%

  • TecDAX

    -20.3300

    4010.68

    -0.51%

  • SDAX

    -52.6200

    18358.22

    -0.29%

  • EUR/USD

    -0.0056

    1.1397

    -0.49%


Argentinien statt Venezuela




Lange Zeit galt Venezuela als abschreckendes Beispiel für Hyperinflation, staatliche Misswirtschaft und soziale Verelendung in Lateinamerika. 2025 hat sich die Aufmerksamkeit verschoben: Während in Caracas die Preise weiter explodieren, schauen Ökonomen und Beobachter*innen zunehmend nach Buenos Aires. Argentiniens dramatische Entwicklung macht deutlich, dass sich die ökonomische Krise des Kontinents keineswegs auf Venezuela beschränkt.

Venezuelas anhaltende Not
Das südamerikanische OPEC-Mitglied steckt weiterhin in einer Hyperinflation. Der Internationale Währungsfonds schätzt die jährliche Preissteigerung für 2025 auf rund 682 Prozent. Trotz des Versprechens der neuen US‑gestützten Übergangsregierung, Milliarden in den Wiederaufbau der maroden Ölindustrie zu investieren, merken die Menschen davon kaum etwas. Der Alltag ist geprägt von Mangel und Hunger; viele müssen mehrere Jobs gleichzeitig ausüben, um sich Grundnahrungsmittel leisten zu können. Öffentliche Bedienstete kommen mit umgerechnet etwa 160 US‑Dollar im Monat aus, der gesetzliche Mindestlohn liegt bei nur 0,40 US‑Dollar pro Monat. Acht von zehn Venezolaner*innen leben nach Schätzungen in Armut, und Millionen haben das Land verlassen. Diese katastrophalen Zahlen verdeutlichen, dass Venezuela trotz politischer Veränderungen noch weit von einer nachhaltigen Erholung entfernt ist.

Mileis radikale Rosskur
Parallel dazu verfolgt Argentinien unter Präsident Javier Milei seit Ende 2023 einen radikalen wirtschaftlichen Kurs. Der Libertäre verspricht, die jahrzehntelange Krise des Landes mit einem strikten Sparkurs und der Öffnung der Märkte zu beenden. Seine "Motorsägen‑Politik" – ein Schlagwort für drastische Haushaltskürzungen – zeigt erste Wirkungen: Die jährliche Inflation fiel laut offiziellen Daten von 117,8 Prozent im Dezember 2024 auf 31,5 Prozent im Jahr 2025 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit acht Jahren. Preissteigerungen bei Kleidung und Haushaltsgeräten verlangsamten sich, weil die Öffnung der Wirtschaft zu einem Zustrom günstigerer Importe geführt hat. Auch ein vorübergehend stärkerer Peso und geringere Lohnerhöhungen wirkten preisdämpfend.

Diese Erfolge haben jedoch ihren Preis. Das im Dezember 2025 vom argentinischen Parlament verabschiedete Haushaltsgesetz für 2026 sieht Einsparungen in fast allen Ministerien vor, insbesondere bei Bildung, Forschung und Sozialprogrammen. Die Regierung will die Staatsausgaben inflationsbereinigt um 2,5 Prozent senken, um einen Primärüberschuss von rund 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erzielen. Die optimistische Annahme eines Wirtschaftswachstums von fünf Prozent und einer Jahresinflation von zehn Prozent widerspricht der Prognose unabhängiger Institute, die lediglich 3,2 Prozent Wachstum und höhere Preissteigerungen erwarten.

Bremsspuren in der Realwirtschaft
Die Sparmaßnahmen zeigen sich bereits in der wirtschaftlichen Aktivität. Im November 2025 schrumpfte Argentiniens Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent – der erste monatliche Rückgang des Jahres. Besonders betroffen waren die Fischerei (minus 25 Prozent), das verarbeitende Gewerbe (minus 8,2 Prozent) und der Groß- und Einzelhandel (minus 6,4 Prozent). Dieser Einbruch erfolgte, obwohl das Land im dritten Quartal noch ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichnet hatte.

Die Regierung hält dennoch an ihrer Liberalisierungsagenda fest. Tarifsenkungen und neue Handelsabkommen, etwa mit den USA und der Europäischen Union, sollen den Zustrom billiger Importe steigern. Kritiker*innen warnen allerdings, dass der Inflationsrückgang weniger einer strukturellen Sanierung als einer erdrückten Nachfrage geschuldet ist: Löhne werden eingefroren, die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt, und Kürzungen im Sozialbereich verschärfen Armut und Ungleichheit. Darüber hinaus könnte eine neue Methodik zur Berechnung des Verbraucherpreisindex ab 2026 höhere Inflationsraten ausweisen.

Warum Argentinien im Fokus steht
Der Vergleich zwischen Venezuela und Argentinien zeigt zwei unterschiedliche, aber miteinander verwobene Krisen. Venezuelas Hyperinflation und Armut bleiben alarmierend hoch und erinnern an die schlimmsten Zeiten der vergangenen Dekade. Gleichzeitig demonstriert Argentinien, dass auch radikale Sparprogramme in kurzer Zeit enorme soziale Kosten verursachen können. Zwar hat Mileis Kurs die Inflation sichtbar gesenkt, doch der Preis sind ein Einbruch der Wirtschaftstätigkeit, drastische Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich und ein realer Einkommensverlust vieler Menschen.

Für politische Entscheidungsträger*innen in Lateinamerika und darüber hinaus ergibt sich daraus eine mahnende Lehre: Einfache Rezepte gibt es nicht. Hyperinflation lässt sich nicht durch autoritäre Maßnahmen oder externe Interventionen beenden, und ein rigider Sparkurs kann Wachstum und soziale Stabilität gleichermaßen gefährden. Die Aufmerksamkeit auf Argentinien zu lenken bedeutet deshalb nicht, Venezuelas Not zu relativieren, sondern die Vielschichtigkeit der Krisen in der Region zu erkennen und sozial ausgewogene, nachhaltige Lösungsansätze zu fordern.

Fazit und Ausblick in die Zukunft
Wer bislang nur nach Venezuela blickte, um die Folgen wirtschaftlicher Fehlentwicklungen zu studieren, sollte nun auch Argentinien ins Auge fassen. Die aktuelle Lage zeigt, wie schnell sich ökonomische Schieflagen verschieben können und wie tiefgreifend die sozialen Folgen sein können. Die Herausforderung besteht darin, Wege zu finden, die Inflation zu bekämpfen, ohne die Bevölkerung in neue Armut zu treiben.

R. Shoykhet



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...