Zürcher Nachrichten - Weltordnung: Epochenwechsel?

EUR -
AED 4.255569
AFN 73.569217
ALL 95.755613
AMD 437.008887
ANG 2.073921
AOA 1062.400492
ARS 1596.510973
AUD 1.662617
AWG 2.088017
AZN 1.968901
BAM 1.953568
BBD 2.334712
BDT 142.259279
BGN 1.980339
BHD 0.439124
BIF 3438.030034
BMD 1.158561
BND 1.481871
BOB 8.010227
BRL 6.057769
BSD 1.159165
BTN 109.038223
BWP 15.797698
BYN 3.435693
BYR 22707.797359
BZD 2.331587
CAD 1.598536
CDF 2638.628761
CHF 0.915906
CLF 0.026812
CLP 1058.588213
CNY 7.985615
CNH 7.995352
COP 4292.932262
CRC 539.005004
CUC 1.158561
CUP 30.701869
CVE 110.497782
CZK 24.450503
DJF 206.440134
DKK 7.472354
DOP 69.51338
DZD 153.265352
EGP 60.806419
ERN 17.378416
ETB 182.473596
FJD 2.601259
FKP 0.865707
GBP 0.865335
GEL 3.133915
GGP 0.865707
GHS 12.668845
GIP 0.865707
GMD 85.150373
GNF 10169.266904
GTQ 8.872091
GYD 242.541684
HKD 9.05755
HNL 30.725138
HRK 7.532503
HTG 152.011542
HUF 385.871527
IDR 19528.705728
ILS 3.60762
IMP 0.865707
INR 108.560417
IQD 1517.715028
IRR 1521219.675342
ISK 143.197193
JEP 0.865707
JMD 182.596072
JOD 0.821466
JPY 184.294578
KES 150.269031
KGS 101.315237
KHR 4645.830177
KMF 493.54763
KPW 1042.721602
KRW 1736.022326
KWD 0.354636
KYD 0.966042
KZT 559.322576
LAK 24995.955609
LBP 103749.145909
LKR 364.576538
LRD 212.76958
LSL 19.753733
LTL 3.42093
LVL 0.700802
LYD 7.379732
MAD 10.804718
MDL 20.2698
MGA 4819.613964
MKD 61.646764
MMK 2433.17245
MNT 4135.44684
MOP 9.335438
MRU 46.49301
MUR 53.873392
MVR 17.911178
MWK 2011.261646
MXN 20.551814
MYR 4.593669
MZN 74.043317
NAD 19.7532
NGN 1600.610517
NIO 42.542292
NOK 11.215879
NPR 174.464166
NZD 1.989644
OMR 0.445468
PAB 1.15923
PEN 4.006882
PGK 4.995141
PHP 69.446508
PKR 323.325465
PLN 4.273631
PYG 7542.446202
QAR 4.222375
RON 5.094658
RSD 117.44566
RUB 93.873663
RWF 1690.34063
SAR 4.346593
SBD 9.317119
SCR 15.810264
SDG 696.295134
SEK 10.785219
SGD 1.482188
SHP 0.869221
SLE 28.497915
SLL 24294.459313
SOS 662.119922
SRD 43.261249
STD 23979.875432
STN 24.874307
SVC 10.14354
SYP 128.540334
SZL 19.75347
THB 37.709977
TJS 11.100278
TMT 4.066549
TND 3.362145
TOP 2.789536
TRY 51.387863
TTD 7.882299
TWD 36.959244
TZS 2977.57035
UAH 50.895102
UGX 4289.209702
USD 1.158561
UYU 46.927388
UZS 14140.237955
VES 531.638381
VND 30528.084714
VUV 138.457402
WST 3.172374
XAF 655.236527
XAG 0.015925
XAU 0.000254
XCD 3.131069
XCG 2.089294
XDR 0.813879
XOF 654.010453
XPF 119.331742
YER 276.435289
ZAR 19.583271
ZMK 10428.435247
ZMW 21.707225
ZWL 373.056198
  • Euro STOXX 50

    48.2700

    5629.56

    +0.86%

  • TecDAX

    53.4200

    3469.73

    +1.54%

  • DAX

    256.1300

    22893.04

    +1.12%

  • SDAX

    344.9700

    16862.26

    +2.05%

  • MDAX

    640.3900

    28765.5

    +2.23%

  • Goldpreis

    155.7000

    4557.7

    +3.42%

  • EUR/USD

    -0.0047

    1.1565

    -0.41%


Weltordnung: Epochenwechsel?




Die jahrzehntelange Dominanz der Vereinigten Staaten prägte die internationale Politik, stützte Allianzen und ermöglichte offenen Handel. Dieses Gefüge, oft als „Pax Americana“ bezeichnet, gerät jedoch ins Wanken. Der innenpolitische Kurswechsel in Washington steht für eine Abkehr von globalen Verpflichtungen und markiert den Abschied von der Rolle als Weltpolizist. Nationale Interessen werden in den Vordergrund gestellt, freie Handelsabkommen infrage gestellt und Partnerstaaten aufgefordert, ihre Sicherheitslasten selbst zu tragen. Die Ordnung, die sich einst auf militärische Übermacht, wirtschaftliche Offenheit und liberale Werte stützte, verliert damit ihre Grundlage.

Gleichzeitig formiert sich eine Welt, die stärker von regionalen Machtzentren geprägt ist. Revisionistische Akteure wie Russland und der Iran testen Grenzen, während das autoritär regierte China als systemischer Rivale auftritt. In Europa lösten die neuen Töne aus Washington eine Schockwelle aus. Politische Spitzenvertreter betonen inzwischen offen die Notwendigkeit, Unabhängigkeit von den USA zu gewinnen und selbst Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. In dieser Situation ist klar, dass althergebrachte Selbstverständlichkeiten des transatlantischen Bündnisses nicht mehr gelten.

Europas Realität nach dem Ende der Pax Americana
Die Rückkehr eines US‑Präsidenten, der „America First“ ernst nimmt, wirkt in Europa als Katalysator für einen grundlegenden Strategiewechsel. Mitglieder der neuen Regierung in Washington ließen keinen Zweifel daran, dass Europa künftig die Hauptlast der Kontinentalverteidigung und der Stabilisierung seiner Nachbarschaft tragen muss. Zugleich wird die US‑Außenpolitik von innenpolitischen Reformen geprägt, die das Land in Richtung einer illiberalen Großmacht verändern. Für Europa bedeutet das: Eine Politik der reinen Anpassung ist riskant, denn Abhängigkeit verschafft keinen Schutz, sondern schwächt die eigene Innovationsfähigkeit und Souveränität.

Diese Erkenntnis trifft auf eine geopolitische Landschaft, in der das Kräfteverhältnis flacher geworden ist. Revisionistische Kriege, etwa Russlands Angriff auf die Ukraine, zeigen, dass die Vereinigten Staaten weder über die unangefochtene Macht noch den Willen verfügen, den Status quo überall zu verteidigen. In Asien stehen die USA einer selbstbewussten chinesischen Führung gegenüber, die regionalen Einfluss ausbaut, während Russland und Iran im Nahen Osten ihre Interessen aggressiv verfolgen. In dieser Lage muss Europa Machtpolitik neu denken und seine wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen diversifizieren.

Ökonomische Gründe für den Blick nach Osten
Auch wirtschaftliche Entwicklungen drängen zu einer Neuausrichtung. Während die Industriekonjunktur der Euro‑Zone Ende 2025 in eine tiefe Abkühlung rutschte, verzeichneten die großen asiatischen Exportnationen ein Comeback. In Süd‑Korea und Taiwan stiegen die Einkaufsmanagerindizes wieder über die Wachstumsschwelle, getrieben von boomender Nachfrage nach Halbleitern und künstlicher Intelligenz. Viele südostasiatische Länder halten trotz weltweiter Unsicherheiten ihr hohes Wachstumstempo. Europas Nachfrage nach Industrieprodukten schwächt sich hingegen ab, Unternehmen üben sich in Vorsicht, und die Produktion schrumpft. Diese divergierenden Trends zeigen, dass die dynamischsten Märkte und Technologien zunehmend in Asien entstehen.

Weitere Faktoren verstärken den Druck. Protektionistische Maßnahmen der USA und der Brexit erschweren traditionellen Handel über den Atlantik. Europäische Regierungen erkennen, dass eine einseitige Abhängigkeit von einem Partner erhebliche Risiken birgt. Der spanische Regierungschef reiste deshalb im vergangenen Jahr nach Vietnam und China, um Handelsabkommen voranzutreiben. Seine Botschaft: Handelskriege nützen niemandem, weshalb man alternative Märkte braucht. Die Europäische Union bittet inzwischen asiatische Partner um Unterstützung dabei, Handelsströme zu überwachen und sucht nach Wegen, US‑Zollschranken zu umgehen.

Der Indo‑Pazifik als Schlüsselregion
Asien ist längst mehr als nur Produktionsstätte: Rund sechzig Prozent der Weltbevölkerung leben im indo‑pazifischen Raum, der mehr als die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Dieser Raum erstreckt sich vom Indischen Ozean bis zum Pazifik und umfasst Länder wie Indien, Japan, Indonesien, Neuseeland und die pazifischen Inselstaaten. Deutschlands Außenpolitik spricht inzwischen offen davon, dass sich die politischen und ökonomischen Gewichte in diese Region verschieben. Die Regierung formulierte Leitlinien für den Indo‑Pazifik und bezeichnet die Region als Schlüssel zur Gestaltung der internationalen Ordnung im 21. Jahrhundert.

Zwei Aspekte stehen im Mittelpunkt: Erstens erkennt Europa, dass China zwar weiterhin ein bedeutender Markt bleibt, aber zugleich ein machtorientierter Wettbewerber ist. Zweitens sollen Beziehungen zu anderen asiatischen Staaten vertieft werden, um die Abhängigkeit von Peking zu reduzieren. Deutschland und Japan, beide stark exportorientiert und mit alternden Bevölkerungen, wollen daher enger in Sicherheitsfragen zusammenarbeiten. Sie teilen die Sorge vor einer unberechenbaren US‑Handelspolitik und streben nach Kooperation in Verteidigungs‑ und Rüstungsfragen. Gleichzeitig setzt die Bundesregierung auf Freihandelsabkommen mit Vietnam, Indonesien und Singapur und verhandelt derzeit mit Indien, Malaysia und den Philippinen. Besonders Indien wird als geopolitischer Gegenpol zu China und als Produktionsstandort geschätzt; europäische Direktinvestitionen dort nehmen zu.

Neue Partnerschaften und strategische Autonomie
Die tektonische Verschiebung führt dazu, dass europäische Akteure ihre Sicherheitspolitik neu ausrichten müssen. In der Vergangenheit verließen sich die EU‑Staaten auf die militärischen Kapazitäten der USA – vom Einsatzplan über die Aufklärung bis zur Zielbekämpfung. Diese einseitige Abhängigkeit lässt Europa heute nur eingeschränkt handlungsfähig. Experten warnen davor, diese Abhängigkeit weiter zu vertiefen; stattdessen sollen eigene Verteidigungsfähigkeiten ausgebaut und europäische Bündnisse gestärkt werden. Dazu gehören der Aufbau gemeinsamer Streitkräfte, die Entwicklung einer eigenständigen Militärstrategie und eine gezielte Verringerung der technologischen Abhängigkeit. Gespräche mit Ottawa, Neu‑Delhi und anderen Partnern sollen alternative Sicherheitsarrangements erschließen, während ein Dialog mit Moskau und Peking ohne direkte Einbindung Washingtons den eigenen Handlungsspielraum vergrößern soll.

Parallel verändert sich die Handelspolitik. Handelsströme verlagern sich allmählich von der angelsächsischen Welt nach Asien. Grafiken zum Außenhandel zeigen, dass sowohl Importe als auch Exporte mit China, Indien und den ASEAN‑Staaten stetig zunehmen. Die EU schließt neue Verträge und verhandelt weitere, um Zugang zu diesen Wachstumsmärkten zu sichern. Der angelsächsische Raum bleibt wichtig, aber die dynamische wirtschaftliche Entwicklung in Asien erhöht dessen relative Bedeutung für die europäische Exportwirtschaft. Die Achse der externen Nachfrage verschiebt sich schrittweise Richtung Osten.

Konsequenzen für Europa
Der Epochenwandel stellt Europa vor grundlegende Entscheidungen. Es reicht nicht, nostalgisch an die vermeintliche Sicherheit vergangener Jahrzehnte zu glauben. Europa muss in Machtkategorien denken lernen, eigene Interessen definieren und sich auf eine fragmentierte Weltordnung einstellen. Dabei gilt es, Stabilität in der Partnerschaft mit den USA zu wahren, ohne sich blind an einen unzuverlässigen Hegemon zu klammern.

Der Blick nach Asien ist keine Abkehr vom Westen, sondern Ausdruck strategischer Diversifizierung. Durch Investitionen in künstliche Intelligenz, saubere Energie und Biotechnologie kann Europa an der nächsten industriellen Revolution teilhaben und neue Wohlstandsquellen erschließen. Wichtig bleibt, in einer unsicheren Welt nicht allein zu reagieren, sondern aktiv zu gestalten: mit selbstbewussten Entscheidungen, neuen Allianzen und klaren Zielen.

Die Pax Americana mag vorbei sein, doch in der neuen Ordnung eröffnen sich Chancen. Europa kann als eigenständiger Akteur auftreten, wenn es bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht zwischen den Großmächten zu zermalmen zu lassen. Der Weg nach Osten ist dabei ein logischer Schritt – aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, geostrategischer Klugheit und dem Wunsch nach Souveränität.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...