Zürcher Nachrichten - Israels letzter Doppelschlag?

EUR -
AED 4.264049
AFN 73.147768
ALL 95.899577
AMD 434.940868
ANG 2.078014
AOA 1064.70679
ARS 1643.800847
AUD 1.644829
AWG 2.09284
AZN 1.971342
BAM 1.954153
BBD 2.326639
BDT 141.28091
BGN 1.913043
BHD 0.438344
BIF 3431.318986
BMD 1.161076
BND 1.479215
BOB 8.011247
BRL 6.042468
BSD 1.155231
BTN 106.563011
BWP 15.698835
BYN 3.376554
BYR 22757.095403
BZD 2.323242
CAD 1.578721
CDF 2507.925146
CHF 0.903184
CLF 0.026915
CLP 1062.756777
CNY 8.024321
CNH 7.999664
COP 4369.536479
CRC 549.938809
CUC 1.161076
CUP 30.768522
CVE 110.172133
CZK 24.357117
DJF 205.707489
DKK 7.471369
DOP 68.992142
DZD 152.726795
EGP 61.306222
ERN 17.416144
ETB 177.399429
FJD 2.562609
FKP 0.865672
GBP 0.865159
GEL 3.16999
GGP 0.865672
GHS 12.452503
GIP 0.865672
GMD 84.758618
GNF 10126.507689
GTQ 8.860684
GYD 241.676284
HKD 9.083088
HNL 30.576358
HRK 7.530856
HTG 151.339825
HUF 387.322337
IDR 19616.384022
ILS 3.601764
IMP 0.865672
INR 106.676613
IQD 1513.330888
IRR 1533665.679761
ISK 145.11133
JEP 0.865672
JMD 180.967457
JOD 0.823226
JPY 183.295679
KES 149.296344
KGS 101.53644
KHR 4636.012317
KMF 493.457234
KPW 1044.96832
KRW 1714.119846
KWD 0.357159
KYD 0.962693
KZT 575.247585
LAK 24746.14078
LBP 103446.002448
LKR 359.776734
LRD 210.828642
LSL 19.368574
LTL 3.428356
LVL 0.702323
LYD 7.377813
MAD 10.848356
MDL 20.019125
MGA 4797.976312
MKD 61.598992
MMK 2438.34281
MNT 4143.989737
MOP 9.299961
MRU 46.117325
MUR 53.583555
MVR 17.938836
MWK 2003.12014
MXN 20.538795
MYR 4.570028
MZN 74.204369
NAD 19.368574
NGN 1621.141029
NIO 42.514347
NOK 11.143494
NPR 170.499016
NZD 1.964582
OMR 0.446429
PAB 1.155226
PEN 4.02181
PGK 4.977825
PHP 68.770232
PKR 324.779233
PLN 4.253789
PYG 7433.733896
QAR 4.212921
RON 5.097011
RSD 117.355815
RUB 90.861728
RWF 1688.876398
SAR 4.358995
SBD 9.341071
SCR 15.771799
SDG 697.225102
SEK 10.628011
SGD 1.481011
SHP 0.871108
SLE 28.475342
SLL 24347.188636
SOS 659.044473
SRD 43.734267
STD 24031.935125
STN 24.479471
SVC 10.107524
SYP 128.39172
SZL 19.381746
THB 36.852948
TJS 11.0727
TMT 4.063767
TND 3.397695
TOP 2.795593
TRY 51.173508
TTD 7.838393
TWD 36.954386
TZS 2995.577145
UAH 50.767525
UGX 4349.333824
USD 1.161076
UYU 46.212439
UZS 14083.128934
VES 502.311387
VND 30482.897077
VUV 138.603101
WST 3.181917
XAF 655.404541
XAG 0.013026
XAU 0.000224
XCD 3.137867
XCG 2.081954
XDR 0.815116
XOF 655.407361
XPF 119.331742
YER 277.027777
ZAR 19.012967
ZMK 10451.089069
ZMW 22.325181
ZWL 373.866094
  • Goldpreis

    67.5000

    5171.2

    +1.31%

  • EUR/USD

    -0.0020

    1.1616

    -0.17%

  • TecDAX

    -42.0700

    3565.41

    -1.18%

  • MDAX

    -607.6800

    28875.1

    -2.1%

  • SDAX

    -356.9400

    16875.75

    -2.12%

  • Euro STOXX 50

    -34.7000

    5685.2

    -0.61%

  • DAX

    -181.6600

    23409.37

    -0.78%


Israels letzter Doppelschlag?




Was sich derzeit zwischen Teheran, Beirut und der libanesisch-israelischen Grenze abspielt, ist weit mehr als eine weitere Eskalationsrunde in einem ohnehin überhitzten Konflikt. Israel führt erkennbar einen Krieg mit doppelter Stoßrichtung. Die eine Front richtet sich gegen das Machtzentrum des iranischen Systems, gegen die politische und militärische Architektur der Ajatollah-Herrschaft. Die andere Front zielt auf jenen Arm, der dieses System über Jahrzehnte regional wirksam gemacht hat: die Hisbollah im Libanon. Wer die gegenwärtige Lage verstehen will, muss genau diese beiden Ebenen zusammendenken. Denn Israels Strategie folgt offenkundig nicht mehr dem Muster isolierter Vergeltungsschläge. Sie zielt auf das gesamte Gefüge, das Iran über Jahre als Druckmittel gegen Israel aufgebaut hat.

Die Grundannahme hinter diesem Kurs ist aus israelischer Sicht hart, aber durchaus nachvollziehbar und vor allem schlüssig: Ein Angriff auf die Führung in Teheran bleibt unvollständig, solange deren wichtigstes militärisches Werkzeug außerhalb Irans weiter einsatzfähig ist. Die Hisbollah ist für Israel nicht nur ein Terror-Gegner an der Nordgrenze. Sie ist Raketenarsenal, Abschreckungshebel, operative Reserve, politisch-militärischer Außenposten und zugleich Symbol für Irans Fähigkeit, Konflikte auszulagern. Solange diese Struktur auch nur im Ansatz intakt bleibt, kann Teheran auch dann noch Druck ausüben, wenn das Zentrum des Systems selbst bereits unter schwerem Beschuss steht. Eine vollkommene Auslöschung der pervertieren Hisbollah-Terroristen ist nicht nur logisch, sondern für Israel lebensnotwendig!

Genau deshalb ist der jetzige Moment so explosiv. Die Auseinandersetzung hat sich von der Frage einzelner Luftschläge oder lokaler Reaktionen längst gelöst. Israel versucht offenbar, aus einer historischen Schwächephase des iranischen Machtapparats maximalen strategischen Gewinn zu ziehen. Die Tötung Ali Khameneis, das Machtvakuum in Teheran, die Unsicherheit über die künftige Führung, die Angriffe auf militärische, logistische und inzwischen auch wirtschaftlich relevante Ziele – all das deutet auf einen Kurs hin, der nicht mehr nur auf Abschreckung setzt, sondern auf tiefgreifende Veränderung. Und genau an diesem Punkt rückt die Hisbollah ins Zentrum der Rechnung.

Denn die Miliz ist in Israels Sicherheitsdenken kein Nebenschauplatz, sondern der entscheidende Testfall. Seit Jahren gilt sie als stärkster Teil jenes regionalen Netzwerks, mit dem Iran Israel einkreisen, binden und im Ernstfall von mehreren Richtungen zugleich unter Druck setzen kann. Ihr Waffenarsenal, ihre Nähe zur israelischen Grenze, ihre Verwurzelung in Teilen des libanesischen Staates und ihre enge Verbindung zu iranischen Strukturen machen sie aus israelischer Sicht gefährlicher als viele andere Akteure in der Region. Wer den Einfluss Teherans dauerhaft brechen will, so die strategische Folgerung, muss nicht nur das Zentrum treffen, sondern auch den verlängerten Arm.

Die aktuellen Angriffe zeigen, wie konsequent diese Logik inzwischen verfolgt wird. Israel beschränkt sich nicht auf Reaktionen entlang der Grenze. Unter Beschuss geraten zugleich die südlichen Vororte Beiruts, der Süden und Osten des Libanon sowie Ziele im iranischen Kernraum. Diese Parallelität ist der eigentliche Schlüssel zum Verständnis der Lage. Es geht nicht nur darum, Raketenstellungen auszuschalten oder einzelne Kommandeure zu treffen. Es geht darum, die Verbindungen zwischen Teheran und Beirut, zwischen Führungszentrum und Stellvertreter, zwischen strategischer Planung und operativer Umsetzung so weit zu zerschneiden, dass beide Seiten ihre gegenseitige Wirkung verlieren.

Auffällig ist dabei, dass Israel nach außen immer weniger zwischen direkter und indirekter Bedrohung unterscheidet, denn Beobachter sehen hier ganz klar den Willen Israels zu einer sinnvoll und notwendigen radikalen Lösung mit den Israel bedrohenden Terroristen. Was früher getrennte Fronten waren, wird nun offenkundig als ein zusammenhängendes Zielsystem behandelt. Teheran ist in dieser Sicht nicht nur der ideologische und politische Kopf, sondern auch die Versorgungs- und Steuerungszentrale. Die Hisbollah wiederum ist nicht bloß eine libanesische Miliz, sondern das schärfste Werkzeug dieser Ordnung. Genau darum wirken die aktuellen Operationen wie ein Versuch, einen jahrzehntelang gewachsenen Komplex gleichzeitig am Nervenzentrum und an seiner schlagkräftigsten Peripherie zu treffen.

Diese Entwicklung fiel jedoch nicht aus heiterem Himmel. Israels Vorgehen gegen die Hisbollah hat bereits in der früheren Eskalationsphase deutlich gemacht, dass Jerusalem auf eine langsame, systematische Erosion der Organisation setzte. Die spektakulären Angriffe auf Kommunikationsmittel, die Zerstörung interner Sicherheitsstrukturen, gezielte Schläge gegen Kommandeure und schließlich die Tötung des Terroristen Hassan Nasrallah, trafen die Terror-Miliz tief. Seitdem lebt die Hisbollah in einer paradoxen Lage: Sie ist geschwächt, aber nicht zerschlagen; sie ist politisch noch immer relevant, militärisch aber verwundbarer als in früheren Jahren. Ihre Aura der Unantastbarkeit ist beschädigt. Genau darin dürfte Israel nun eine historische Gelegenheit sehen.

Die jüngste Eskalation bestätigt diese Lesart. Nachdem die Hisbollah wieder offen von libanesischem Boden aus auf Israel feuerte und ihre Angriffe ausdrücklich mit den Entwicklungen in Iran verknüpfte, war für Israel die Nordfront endgültig wieder Teil desselben Krieges. In Jerusalem dürfte man daraus den Schluss gezogen haben, dass jede Zurückhaltung an dieser Stelle strategisch kontraproduktiv wäre. Wer zulässt, dass die Hisbollah in einer solchen Phase erneut als Vergeltungsinstrument Irans auftritt, würde die eigene Offensive gegen Teheran unterlaufen. Gerade deswegen wirken die aktuellen Angriffe im Libanon nicht wie eine bloße Zusatzoperation, sondern wie die zweite Hälfte derselben Kampagne.

Bemerkenswert ist zugleich die innenpolitische Lage im Libanon. Die libanesische Führung reagiert deutlich schärfer auf die Hisbollah als in vielen früheren Krisen. Dahinter steckt mehr als bloße Distanzierung. Der Streit berührt die Grundfrage, wer im Libanon über Krieg und Frieden entscheidet: der Staat oder eine bewaffnete Organisation mit eigener regionaler Agenda. Genau an diesem Punkt ist die Hisbollah verwundbar. Sie war immer dann am stärksten, wenn sie ihre Rolle als Schutzmacht, politische Bewegung und Widerstandskraft zugleich glaubhaft inszenieren konnte. Sie gerät dagegen unter Druck, wenn sie als Akteur erscheint, der den Libanon in einen Krieg hineinzieht, dessen strategische Richtung anderswo festgelegt wird.

Für Israel eröffnet sich daraus ein zusätzliches politisches Fenster. Militärisch kann eine Miliz geschwächt werden. Dauerhaft zurückgedrängt wird sie jedoch nur, wenn zugleich ihr Nachschub, ihre Führung, ihre Handlungsfreiheit und ihr innenpolitischer Rückhalt erodieren. Exakt dieses Vierfachziel scheint derzeit im Mittelpunkt zu stehen. Der Kampf gegen die Hisbollah soll nicht nur Raketen und Kommandeure treffen, sondern auch die Vorstellung zerstören, dass diese Organisation auf Dauer unangreifbar, alternativlos oder staatlich unersetzbar ist.

Doch je klarer diese Strategie erkennbar wird, desto deutlicher zeigen sich auch ihre Risiken. Die humanitären Folgen sind bereits jetzt immens. Menschen fliehen aus dem Süden des Libanon, aus Beiruts Vororten, aus umkämpften Gebieten, während in Iran Brände, beschädigte Infrastruktur und die Unsicherheit über weitere Angriffe die Lage verschärfen. Mit jedem Schlag gegen Logistik, Energieanlagen, Kommunikationspunkte oder urbane Knoten wächst die Gefahr, dass sich der Krieg noch tiefer in das zivile Leben frisst. Der militärische Versuch, ein regionales Bedrohungsnetz zu zerreißen, kann damit zugleich eine politische und humanitäre Verwüstung erzeugen, deren Folgen weit über die unmittelbaren Ziele hinausreichen.

Hinzu kommt: Ein solcher Doppelschlag garantiert keinen politischen Endzustand. Militärische Überlegenheit kann Kommandostrukturen zerschlagen, aber nicht automatisch neue Ordnung schaffen. Die Hisbollah ist geschwächt, doch sie verfügt weiterhin über Kader, Milieus, Netzwerke und ein ideologisches Fundament. Auch das iranische System ist durch Führungsverluste und militärischen Druck erschüttert, aber nicht automatisch funktionsunfähig. Im Gegenteil: Externer Druck kann innere Verhärtung ebenso befördern wie inneren Zerfall. Wer heute von einem finalen Schlag spricht, unterschätzt womöglich, wie anpassungsfähig autoritäre Machtapparate und militante Stellvertreter sein können.

Und dennoch ist unübersehbar, dass sich der Maßstab des Konflikts verändert hat. Nie zuvor standen die Führung in Teheran, die regionalen Nachschubachsen und die militärisch-politische Rolle der Hisbollah gleichzeitig so sehr unter Druck. Nie zuvor war Israels Absicht so klar erkennbar, nicht nur Angriffe abzuwehren, sondern die strategische Architektur seines Gegners insgesamt neu zu ordnen. In diesem Sinne ist der Kampf gegen die Ajatollah-Herrschaft und der Kampf gegen die Hisbollah tatsächlich ein und derselbe Krieg.

Genau das macht die Lage so folgenreich. Israel will nicht mehr nur Zeit gewinnen, Grenzen sichern oder punktuell Vergeltung üben. Es versucht, eine Epoche zu beenden – jene Phase, in der Iran über Verbündete und Stellvertreter die regionale Balance zu seinen Gunsten verschieben konnte, ohne selbst jederzeit die volle Last des Konflikts zu tragen. Die Hisbollah ist dabei der entscheidende Hebel. Fällt sie als schlagkräftiger Vorposten aus, verliert Teheran nicht nur militärische Reichweite, sondern auch einen zentralen Teil seiner regionalen Abschreckung.

Ob daraus tatsächlich ein strategischer Wendepunkt entsteht, bleibt offen. Möglich ist, dass Israel sein Ziel erreicht und die Verbindung zwischen Teheran und der Hisbollah dauerhaft schwächt. Möglich ist aber auch, dass aus dem angestrebten finalen Schlag ein neuer, längerer Zermürbungskrieg entsteht, in dem zwar Führungspersonal ausgetauscht und Infrastruktur zerstört wird, die Logik der Fronten jedoch bestehen bleibt. Der Nahe Osten steht damit an einer Wegscheide. Was Israel derzeit betreibt, ist mehr als eine Serie von Angriffen. Es ist der Versuch, den Gegner zugleich im Zentrum und an seiner wichtigsten Außenflanke entscheidend zu treffen. Genau darin liegt die historische Dimension dieses Augenblicks – und seine enorme Gefahr.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...