Zürcher Nachrichten - Ratingagenturen im Fokus

EUR -
AED 4.277636
AFN 76.286087
ALL 92.285223
AMD 424.474037
ANG 2.084439
AOA 1069.132812
ARS 1762.221846
AUD 1.618647
AWG 2.096338
AZN 1.978299
BAM 1.956905
BBD 2.345754
BDT 143.571044
BGN 1.975643
BHD 0.439101
BIF 3482.25093
BMD 1.164632
BND 1.481436
BOB 13.480783
BRL 6.016607
BSD 1.164672
BTN 111.209163
BWP 15.60501
BYN 3.512383
BYR 22826.795393
BZD 2.342352
CAD 1.613645
CDF 2649.538628
CHF 0.936948
CLF 0.027314
CLP 1074.990303
CNY 7.829532
CNH 7.826248
COP 3687.959954
CRC 529.205545
CUC 1.164632
CUP 30.862759
CVE 110.697901
CZK 24.152322
DJF 206.979122
DKK 7.474156
DOP 67.869001
DZD 154.755969
EGP 58.546653
ERN 17.469486
ETB 187.028852
FJD 2.552409
FKP 0.85675
GBP 0.857189
GEL 3.038813
GGP 0.85675
GHS 13.038066
GIP 0.85675
GMD 85.602124
GNF 10222.567156
GTQ 8.888017
GYD 243.662775
HKD 9.129536
HNL 31.305262
HRK 7.532613
HTG 152.366008
HUF 365.477378
IDR 20650.097404
ILS 3.454824
IMP 0.85675
INR 111.22129
IQD 1526.250784
IRR 1600874.606261
ISK 140.198221
JEP 0.85675
JMD 184.895959
JOD 0.825742
JPY 185.709971
KES 150.749559
KGS 101.847514
KHR 4710.938144
KMF 492.63983
KPW 1048.169518
KRW 1609.428835
KWD 0.359347
KYD 0.97056
KZT 538.975814
LAK 26111.059035
LBP 104292.832962
LKR 382.63928
LRD 211.642882
LSL 18.610952
LTL 3.438857
LVL 0.704474
LYD 7.377955
MAD 10.788863
MDL 19.950519
MGA 5048.681448
MKD 61.555276
MMK 2445.738022
MNT 4188.311658
MOP 9.402946
MRU 46.702469
MUR 54.494553
MVR 18.005097
MWK 2021.801784
MXN 19.766799
MYR 4.696616
MZN 74.425803
NAD 18.598864
NGN 1564.834589
NIO 42.765602
NOK 10.861724
NPR 177.934261
NZD 1.957875
OMR 0.447801
PAB 1.164672
PEN 3.902718
PGK 5.158179
PHP 72.130357
PKR 323.243482
PLN 4.336683
PYG 6914.96277
QAR 4.245377
RON 5.257731
RSD 117.25048
RUB 100.082259
RWF 1712.009654
SAR 4.3716
SBD 9.317208
SCR 17.006873
SDG 699.944451
SEK 11.093765
SGD 1.480743
SHP 0.862837
SLE 28.771937
SLL 24421.758589
SOS 665.58599
SRD 43.943958
STD 24105.53967
STN 24.864902
SVC 10.19084
SYP 15142.55059
SZL 18.412932
THB 38.303014
TJS 10.743995
TMT 4.08786
TND 3.372196
TOP 2.804155
TRY 56.059233
TTD 7.905564
TWD 36.911844
TZS 3083.367805
UAH 51.889914
UGX 4373.468759
USD 1.164632
UYU 46.816829
UZS 13771.778473
VES 915.733351
VND 30371.284197
VUV 137.95807
WST 3.151923
XAF 656.341584
XAG 0.016831
XAU 0.000253
XCD 3.147477
XCG 2.09903
XDR 0.823456
XOF 655.104639
XPF 119.331742
YER 276.075721
ZAR 18.646701
ZMK 10483.086908
ZMW 22.157793
ZWL 375.011163
  • TecDAX

    85.4200

    4104.52

    +2.08%

  • MDAX

    425.9300

    32947.28

    +1.29%

  • DAX

    81.2800

    26367.24

    +0.31%

  • Euro STOXX 50

    -46.0100

    6424.73

    -0.72%

  • SDAX

    310.5400

    18952.55

    +1.64%

  • Goldpreis

    7.2000

    4660.5

    +0.15%

  • EUR/USD

    -0.0004

    1.1654

    -0.03%


Ratingagenturen im Fokus




Die globale Finanzkrise von 2007/2008 war ein Weckruf für das internationale Finanzsystem. Neben den Banken und Investmenthäusern gerieten damals auch die Kreditratingagenturen ins Zwielicht. Diese privaten Unternehmen, allen voran Moody’s, Standard & Poor’s (S&P) und Fitch, gaben vermeintlich sicheren Wertpapieren – darunter verbrieften Hypotheken – Bestnoten und vermittelten damit vielen Anlegern und Banken ein falsches Sicherheitsgefühl. Als sich die Immobilienblase in den USA entlud, wurden die vermeintlich risikofreien Papiere reihenweise abgestuft. Rückblickend wird diesen Agenturen in Untersuchungen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Verschärfung der Krise zugeschrieben. Ihre extrem optimistischen Bewertungen ermöglichten es Banken, mit geringeren Eigenkapitalpuffern zu arbeiten und enorme Risiken einzugehen.

Oligopol mit globalem Einfluss
Die Macht der großen Ratingagenturen beruht auf ihrer marktbeherrschenden Stellung. Moody’s, S&P und Fitch kontrollieren zusammen rund 96 Prozent des weltweiten Ratinggeschäfts. Besonders bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Staaten beherrschen sie nahezu den gesamten Markt. Ihre Bewertungen beeinflussen nicht nur den Zinssatz, den Staaten und Unternehmen für Kredite zahlen müssen, sondern auch, ob sie überhaupt Zugang zu Kapital erhalten. Ein Herabstufung kann eine Volkswirtschaft tiefgreifend erschüttern und sogar zur self‑fulfilling prophecy werden, wenn sie Kapitalflucht und höhere Zinsen nach sich zieht. Kritiker sprechen deshalb von einer quasi kartellartigen Struktur, in der drei Unternehmen über die wirtschaftliche Zukunft von Ländern und Unternehmen entscheiden.

Geschäftsmodell mit Interessenkonflikten
Die Geschichte der Ratingagenturen reicht bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts; sie waren ursprünglich Abonnementsdienste für Investoren. In den 1970er‑Jahren stellten sie ihr Geschäftsmodell jedoch von „Investor‑bezahlt“ auf „Emittenten‑bezahlt“ um. Damit bezahlen heute diejenigen, deren Anleihen bewertet werden, für das Urteil. Dieser Interessenkonflikt gilt als eine der Ursachen für die übermäßig positiven Bewertungen vor der Finanzkrise: Emittenten konnten sich aussuchen, welche Agentur ihnen das gewünschte „AAA“ ausstellte. Obwohl der US‑Kongress mit dem Dodd‑Frank‑Gesetz 2010 interne Kontrollmechanismen, Transparenzregeln und höhere Haftungsstandards vorschrieb, scheiterten wesentliche Reformvorhaben, etwa die zufällige Zuteilung von Ratingaufträgen, bislang an der Umsetzung. Regulierer wurden zwar verpflichtet, Ratings aus wichtigen Kapitalvorschriften zu entfernen, doch bis heute stützen sich viele Regeln weiterhin direkt oder indirekt auf diese Urteile.

Macht über Entwicklungspolitik und Kreditflüsse
Wie groß der Einfluss der Ratingagenturen ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Entwicklungsfinanzierung. Im Oktober 2025 änderte S&P die Bewertungsmethoden für multilaterale Entwicklungsbanken – eine scheinbar technische Anpassung. Diese Änderung könnte diesen Banken laut Berechnungen zusätzlich 600–800 Milliarden US‑Dollar an Kreditspielraum verschaffen. Kommentatoren stellten fest, dass damit nicht Regierungen oder Parlamente, sondern private Agenturen faktisch den Rahmen für die globale Entwicklungsfinanzierung setzen. Wenn eine Agentur ihre Annahmen ändert, zieht der Wettbewerbsdruck oft die anderen nach sich; so bestimmen wenige Unternehmen über die Lending‑Kapazitäten weltweit. Dieses Beispiel verstärkt die Sorge, dass die Macht über die globalen Kapitalflüsse in den Händen privater Firmen liegt, die sich vor allem an den Interessen der Kapitalmärkte orientieren.

Bemühungen um Reform und neue Herausforderungen
Weltweit drängen Regulierungsbehörden auf mehr Wettbewerb und Transparenz im Ratinggeschäft. Es gibt Initiativen, regionale Agenturen in Afrika oder Asien zu stärken, um die Abhängigkeit von den US‑dominierten Anbietern zu reduzieren. Auch die Integration von Umwelt‑, Sozial‑ und Governance‑Faktoren (ESG) in Ratings sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz gelten als Fortschritte, die zu besseren Urteilen beitragen sollen. Dennoch bleibt die Kritik am Grundproblem bestehen: Die Konzentration der Marktmacht und das „Emittenten‑bezahlt“-Modell begünstigen Interessenkonflikte. Befürworter von Reformen fordern deshalb zufällige Zuteilungen von Ratingaufträgen, strengere Haftungsvorschriften und eine stärkere Unabhängigkeit der Analysten.

Rolle von Großaktionären und wirtschaftliche Interessen
Die Marktmacht der Agenturen spiegelt sich auch in der Attraktivität für Investoren. Der US‑Konzern Berkshire Hathaway, unter Führung von Warren Buffett, hält knapp 14 Prozent der Anteile an Moody’s und ist damit der größte Einzelaktionär. Allein die Dividendenerträge machen die Investition für Berkshire zu einem lukrativen Engagement; Buffett hat wiederholt betont, dass er die Beteiligung langfristig halten will. Diese Beteiligungen zeigen, dass Ratingagenturen trotz aller Kritik äußerst profitable Geschäftsmodelle bleiben – was Reformbestrebungen zusätzlich erschwert, weil starke finanzielle Interessen im Spiel sind.

Öffentliche Wahrnehmung und Debatte
Die öffentliche Meinung über Ratingagenturen ist gespalten. Viele Bürgerinnen und Bürger werfen ihnen vor, sie hätten mit ihren positiven Bewertungen maßgeblich zur globalen Finanzkrise beigetragen und würden nun weiterhin übermäßig mächtige Positionen einnehmen. Kommentare in sozialen Medien sprechen von „überbezahlten Analysten“, die kaum zur Haftung gezogen werden, und bezeichnen die Arbeit der Agenturen spöttisch als „Raten statt Rating“. Andererseits bestätigen auch Experten, dass verlässliche Risikoanalysen für ein funktionierendes Finanzsystem unerlässlich sind; ganz ohne Ratings müssten alle Marktteilnehmer selber komplexe Risikomodelle entwickeln – eine Aufgabe, für die den meisten die Ressourcen fehlen. Zudem weisen Verteidiger der Agenturen darauf hin, dass seit 2008 Transparenz und methodische Qualität verbessert wurden und viele Fehleinschätzungen auf die damalige Datenlage und externe Anreize zurückzuführen seien.

Ausblick: Mehr Wettbewerb und klare Regeln
Die jüngsten Diskussionen zeigen, dass die internationale Gemeinschaft den Einfluss der Ratingagenturen zunehmend kritisch hinterfragt. Forderungen nach regionalen Alternativen, zufälliger Auftragsvergabe und klaren Haftungsvorschriften gewinnen an Gewicht. In einem komplexen globalen Finanzsystem sind zuverlässige Risikoeinschätzungen unverzichtbar; zugleich müssen die Institutionen, die diese Bewertungen erstellen, transparent und rechenschaftspflichtig sein. Nur wenn die Dominanz weniger Anbieter gebrochen wird und die Regulierung konsequent umgesetzt wird, kann das internationale Finanzsystem stabiler und gerechter werden.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...