Zürcher Nachrichten - Frankreichs EZB‑Druck

EUR -
AED 4.299797
AFN 74.931614
ALL 96.031574
AMD 440.479809
AOA 1073.632019
ARS 1630.923879
AUD 1.658735
AWG 2.110384
AZN 1.991069
BAM 1.957572
BBD 2.356632
BDT 143.793374
BHD 0.441991
BIF 3477.543108
BMD 1.17081
BND 1.491605
BOB 8.084868
BRL 5.951814
BSD 1.170009
BTN 108.01968
BWP 15.698335
BYN 3.415189
BYR 22947.867085
BZD 2.353219
CAD 1.622572
CDF 2692.862132
CHF 0.922241
CLF 0.026918
CLP 1062.884195
CNY 8.028711
CNH 7.989575
COP 4321.376075
CRC 544.269303
CUC 1.17081
CUP 31.026453
CVE 110.364877
CZK 24.380949
DJF 208.360551
DKK 7.472634
DOP 70.751913
DZD 154.895116
EGP 62.392677
ERN 17.562143
ETB 182.71729
FJD 2.590357
FKP 0.884233
GBP 0.868934
GEL 3.137852
GGP 0.884233
GHS 12.881943
GIP 0.884233
GMD 86.055927
GNF 10266.290664
GTQ 8.9511
GYD 244.79212
HKD 9.170184
HNL 31.075122
HRK 7.538722
HTG 153.391609
HUF 375.716879
IDR 19879.175267
ILS 3.601691
IMP 0.884233
INR 108.120574
IQD 1532.787123
IRR 1540639.010301
ISK 143.799546
JEP 0.884233
JMD 184.186683
JOD 0.830104
JPY 185.184012
KES 151.490849
KGS 102.387268
KHR 4687.98221
KMF 499.935712
KPW 1053.715591
KRW 1726.657212
KWD 0.361886
KYD 0.975028
KZT 559.409525
LAK 25810.034579
LBP 104795.918983
LKR 368.813765
LRD 215.285633
LSL 19.207782
LTL 3.457096
LVL 0.708211
LYD 7.42572
MAD 10.885551
MDL 20.148115
MGA 4861.150068
MKD 61.686862
MMK 2458.707556
MNT 4181.642855
MOP 9.439759
MRU 46.500081
MUR 54.747097
MVR 18.089
MWK 2028.840729
MXN 20.374509
MYR 4.655158
MZN 74.873654
NAD 19.207782
NGN 1611.209698
NIO 43.057679
NOK 11.152207
NPR 172.834243
NZD 2.00562
OMR 0.450179
PAB 1.169999
PEN 4.008608
PGK 5.137649
PHP 69.525596
PKR 326.427607
PLN 4.253036
PYG 7589.868588
QAR 4.266561
RON 5.094543
RSD 117.344404
RUB 92.024048
RWF 1712.955071
SAR 4.39342
SBD 9.423358
SCR 16.267549
SDG 703.656832
SEK 10.78531
SGD 1.490218
SLE 28.805163
SOS 668.685149
SRD 43.838662
STD 24233.39373
STN 24.521144
SVC 10.238265
SYP 129.432241
SZL 19.203476
THB 37.319602
TJS 11.121242
TMT 4.109542
TND 3.416892
TRY 52.087256
TTD 7.935843
TWD 37.133975
TZS 3047.034824
UAH 50.705169
UGX 4328.714002
USD 1.17081
UYU 47.533016
UZS 14309.950047
VES 554.33992
VND 30830.342348
VUV 139.819173
WST 3.244211
XAF 656.514677
XAG 0.015136
XAU 0.000244
XCD 3.164171
XCG 2.108745
XDR 0.818368
XOF 656.551158
XPF 119.331742
YER 279.296731
ZAR 19.094782
ZMK 10538.709692
ZMW 22.377104
ZWL 377.000196
  • MDAX

    1780.2600

    30513.72

    +5.83%

  • Euro STOXX 50

    305.3300

    5938.55

    +5.14%

  • Goldpreis

    139.2000

    4823.9

    +2.89%

  • SDAX

    751.7000

    17285.43

    +4.35%

  • TecDAX

    184.2100

    3609.91

    +5.1%

  • DAX

    1234.0800

    24155.67

    +5.11%

  • EUR/USD

    0.0112

    1.1718

    +0.96%


Frankreichs EZB‑Druck




Die seit Jahren schwelende Staatsverschuldung Frankreichs ist zu einem Risiko für die Stabilität der Eurozone geworden. Das Land gilt als Kernmitglied der Währungsunion, doch es hat sich immer weiter von den europäischen fiskalischen Normen entfernt. 2024 lag das Verhältnis von Staatsschulden zu Wirtschaftsleistung schon rund 25 Prozentpunkte über dem Eurozonen‑Durchschnitt. Der französische Schuldenberg – inklusive öffentlicher und privater Verbindlichkeiten – übersteigt laut jüngsten Analysen 300 % des Bruttoinlandsprodukts, und mehr als die Hälfte der Staatspapiere befinden sich in den Händen ausländischer Investoren. Weil das Land keine eigene Währung mehr besitzt, kann es seine Schulden nicht durch Inflation entwerten oder durch Abwertung seiner Währung entlasten; die Mitgliedschaft im Euro ist gleichzeitig Schutzschild und Zwangsjacke.

Die Wirtschaft hat sich nach der Pandemie nur schleppend erholt, während die öffentlichen Ausgaben hoch blieben. Laut Schätzungen der Ratingagentur KBRA wird das Wachstum 2025 nur bei rund 0,8 % liegen, nachdem es 2024 bereits auf 1,1 % zurückgefallen war. Gleichzeitig bleibt der französische Staatshaushalt tief im roten Bereich: Das Defizit erreichte 5,8 % des BIP und soll nach Regierungsplänen erst 2026 auf 4,6 % sinken. In den kommenden Jahren rechnen internationale Institutionen mit weiter steigenden Staatsschulden – der Internationale Währungsfonds erwartet einen Anstieg von 116 % des BIP im Jahr 2025 auf fast 130 % bis 2030. Zudem klettern die Zinskosten: Der französische Finanzminister warnte, dass die Ausgaben für Schuldendienste 2026 auf über 59 Milliarden Euro steigen könnten, nachdem sie 2020 noch rund 36 Milliarden Euro betrugen.

Die Kreditmärkte haben auf diese Entwicklung reagiert. Im Herbst 2025 stufte die Ratingagentur Fitch Frankreichs Bonität von AA‑ auf A+ herab und begründete dies mit einem Mangel an glaubwürdiger Konsolidierungsperspektive. Standard & Poor’s folgte wenige Wochen später mit einer ähnlichen Abstufung und Moody’s setzte den Ausblick auf negativ. Die Spreads zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen weiteten sich auf über 80 Basispunkte aus, ein Niveau, das zuletzt während der Eurokrise erreicht wurde. Analysten warnen, dass weitere Herabstufungen zu Zwangsverkäufen französischer Anleihen führen könnten, da zahlreiche institutionelle Investoren Obergrenzen für geringere Bonitätskategorien haben.

Die politische Instabilität verstärkt die fiskalischen Probleme. Präsident Emmanuel Macron hat in weniger als zwei Jahren fünf Premierminister verschlissen. Ende August 2025 verlor der damalige Regierungschef François Bayrou einen Misstrauensantrag, nachdem er ein Sparpaket von 44 Milliarden Euro präsentiert hatte, das das Defizit bis 2026 deutlich senken sollte. Sein Nachfolger Sébastien Lecornu setzte die umstrittene Rentenreform aus und musste zahlreiche Zugeständnisse machen, um im Amt zu bleiben. Die schwache Minderheitsregierung kann kaum Gesetze durchbringen; das Parlament ist zersplittert und radikale Parteien auf beiden Seiten des politischen Spektrums lehnen Ausgabenkürzungen ab. Diese Patt-Situation wird durch wiederkehrende Misstrauensanträge befeuert, zuletzt verlangte die sozialistische Opposition sogar eine Sondersteuer für Milliardäre.

In dieser Situation richten sich viele Hoffnungen – und Befürchtungen – auf die Europäische Zentralbank (EZB). Die EZB hat im Juli 2022 das Transmissionsschutz‑Instrument (Transmission Protection Instrument, TPI) eingeführt. Mit diesem Programm kann sie Staatsanleihen von Ländern kaufen, deren Finanzierungskosten ohne hinreichende wirtschaftliche Gründe stark steigen. Die Käufe sind nicht im Voraus begrenzt und konzentrieren sich auf öffentliche Anleihen mit einer Restlaufzeit zwischen ein und zehn Jahren. Allerdings sind sie an strenge Bedingungen geknüpft: Ein Land darf nicht unter dem europäischen Defizitverfahren stehen und muss nachweisen, dass seine Schulden tragfähig sind und dass es solide Wirtschafts‑ und Haushaltspolitik betreibt. Die EZB betont, dass eine Aktivierung des Programms nur nach gründlicher Prüfung der Marktbedingungen und der Erfüllung aller Kriterien erfolgt.

Kritiker sehen im TPI ein Instrument, das vor allem disziplinieren soll. Länder mit übermäßigen Defiziten müssten im Gegenzug für Hilfe drastische Sparprogramme akzeptieren. In Frankreich ist diese Aussicht politisch heikel, weil sie die Spaltung im Land vertiefen könnte. Befürworter argumentieren dagegen, dass nur die EZB die Macht und die Mittel besitzt, eine erneute Eurokrise zu verhindern. Der Bankexperte Daniel Stelter wies bereits 2024 darauf hin, dass Frankreichs Schuldenstand mit versteckten Pensionsverpflichtungen de facto höher sei als offiziell ausgewiesen und dass die EZB gezwungen sein könnte, Zinsen künstlich niedrig zu halten. Ein Kommentar im Handelsblatt warnte, dass die Unterstützung Frankreichs letztlich die Steuerzahler der ökonomisch stabileren Länder belasten würde.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist entsprechend polarisiert. Viele Menschen kritisieren, dass Frankreich seit Jahrzehnten keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegt und sich kaum um strukturelle Reformen bemüht. In Diskussionen wird daran erinnert, dass Länder wie Griechenland schmerzhafte Kürzungsprogramme durchlaufen mussten, während Paris seine Renten- und Sozialausgaben weiter ausbaut. Andere befürchten, dass eine Rettungsaktion der EZB die Inflation anheizen und den Euro weiter schwächen könnte. Mehrere Kommentatoren verweisen darauf, dass der Euro von Anfang an fehlerhaft konstruiert gewesen sei und ein gemeinsamer Währungsraum ohne gemeinsame Fiskalpolitik zu Instabilität führe. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die daran erinnern, dass auch Deutschland von den niedrigen Zinsen der EZB profitiert hat und sich zunehmende Defizite leistet; ein Kollaps Frankreichs würde auch die deutsche Wirtschaft hart treffen.

Der europäische Druck auf Frankreich nimmt dennoch zu. Die EU‑Kommission hat signalisiert, dass Frankreich seine Defizite gemäß dem Stabilitäts‑ und Wachstumspakt senken muss, um eine Unterstützung durch die EZB zu rechtfertigen. Deutschland und andere nördliche Mitgliedstaaten drängen auf strikte Ausgabendisziplin und lehnen eine erneute Vergemeinschaftung der Schulden ab. Ohne glaubwürdigen Konsolidierungskurs könnte Frankreich rasch in eine Situation geraten, in der die Märkte höhere Risikoaufschläge verlangen, wodurch sich der Schuldenkreis weiter dreht. Zugleich könnte die EZB unter Druck geraten, das TPI zu aktivieren, um den Zerfall der Eurozone zu verhindern. Ob es gelingt, diese Balance zwischen nationaler Souveränität und europäischer Solidarität zu halten, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...