Zürcher Nachrichten - Chinas gigantischer Vorsprung

EUR -
AED 4.178176
AFN 75.669671
ALL 93.778816
AMD 415.906051
AOA 1043.264169
ARS 1703.272449
AUD 1.632271
AWG 2.047847
AZN 1.945163
BAM 1.955358
BBD 2.292182
BDT 140.37829
BHD 0.429203
BIF 3399.931992
BMD 1.137693
BND 1.469068
BOB 12.638145
BRL 5.783461
BSD 1.138043
BTN 109.838189
BWP 15.720449
BYN 3.264263
BYR 22298.782942
BZD 2.288883
CAD 1.604204
CDF 2571.186241
CHF 0.931286
CLF 0.027333
CLP 1075.766996
CNY 7.704572
CNH 7.704127
COP 3641.777361
CRC 517.883016
CUC 1.137693
CUP 30.148865
CVE 110.240098
CZK 24.160615
DJF 202.654223
DKK 7.479533
DOP 66.275029
DZD 151.767717
EGP 58.438499
ERN 17.065395
ETB 183.686107
FJD 2.56129
FKP 0.853952
GBP 0.854156
GEL 2.986427
GGP 0.853952
GHS 13.23501
GIP 0.853952
GMD 84.189045
GNF 9984.744552
GTQ 8.682039
GYD 238.096217
HKD 8.921959
HNL 30.482114
HRK 7.538694
HTG 148.796388
HUF 361.274524
IDR 20389.734076
ILS 3.465811
IMP 0.853952
INR 109.86417
IQD 1490.86323
IRR 1564327.884519
ISK 143.120641
JEP 0.853952
JMD 180.509225
JOD 0.806636
JPY 186.428038
KES 147.376709
KGS 99.49109
KHR 4601.960466
KMF 493.758517
KRW 1660.474379
KWD 0.352776
KYD 0.948386
KZT 541.10777
LAK 25769.179016
LBP 101911.779213
LKR 382.44361
LRD 205.983471
LSL 19.221958
LTL 3.359312
LVL 0.68818
LYD 7.282355
MAD 10.657593
MDL 20.114456
MGA 5042.860871
MKD 61.561094
MMK 2389.154486
MNT 4088.86456
MOP 9.192623
MRU 45.42174
MUR 53.949593
MVR 17.577593
MWK 1973.35424
MXN 19.892219
MYR 4.654753
MZN 72.697949
NAD 19.221958
NGN 1553.521481
NIO 41.88054
NOK 10.898075
NPR 175.741302
NZD 1.971568
OMR 0.437631
PAB 1.138043
PEN 3.872925
PGK 5.09085
PHP 70.178549
PKR 316.119892
PLN 4.319536
PYG 6880.44578
QAR 4.137265
RON 5.218882
RSD 117.363489
RUB 88.939909
RWF 1676.921201
SAR 4.280572
SBD 9.193817
SCR 15.342886
SDG 683.187191
SEK 11.057126
SGD 1.468364
SLE 27.560575
SOS 650.353092
SRD 42.996262
STD 23547.948257
STN 24.494467
SVC 9.957751
SZL 19.219658
THB 38.345966
TJS 10.498429
TMT 3.981926
TND 3.373238
TRY 53.861229
TTD 7.732253
TWD 36.815448
TZS 3004.421333
UAH 51.001879
UGX 4290.030928
USD 1.137693
UYU 45.699677
UZS 13772.888851
VES 843.37342
VND 29944.079951
VUV 135.013564
WST 3.135846
XAF 655.80886
XAG 0.019524
XAU 0.000281
XCD 3.074672
XCG 2.051037
XDR 0.815616
XOF 655.80886
XPF 119.331742
YER 271.396531
ZAR 19.152129
ZMK 10240.602013
ZMW 21.082238
ZWL 366.336684
  • Goldpreis

    0.0000

    4070.8

    0%

  • SDAX

    130.6800

    18229.28

    +0.72%

  • DAX

    335.9000

    25099

    +1.34%

  • Euro STOXX 50

    70.7700

    6280.94

    +1.13%

  • TecDAX

    68.5200

    3769.97

    +1.82%

  • MDAX

    291.8300

    31965.53

    +0.91%

  • EUR/USD

    0.0017

    1.1399

    +0.15%


Chinas gigantischer Vorsprung




Während in Deutschland Aktenordner mit Gutachten, Einsprüchen und Ausschreibungsunterlagen in den Behörden verstauben, setzen in China bereits die ersten Züge, Flugzeuge oder Ströme von Wasser ihre Reise durch neue Großprojekte fort. Dieser Kontrast ist keine moralische Bewertung, sondern der sichtbarste Unterschied zwischen zwei Systemen. Die Bundesrepublik ringt mit maroder Infrastruktur, komplizierten Genehmigungsprozessen und politischen Grabenkämpfen, während Peking mit atemberaubender Geschwindigkeit Brücken, Tunnel, Städte und Solarkraftwerke aus dem Boden stampft.

Der Tunnel unter dem Bohai-Meer
Ein Beispiel für diesen Vorstoß ist der geplante Unterwassertunnel unter der Bohai-See, der die Hafenstädte Dalian und Yantai miteinander verbinden soll. Mit einer Länge von rund 120 Kilometern wäre er der längste Unterseetunnel der Welt. Die Fahrtzeit zwischen beiden Städten soll künftig nicht mehr sechs bis acht Stunden über Fähren oder lange Straßenumwege betragen, sondern nur noch etwa vierzig Minuten. Geplant sind zwei parallele Röhren für Hochgeschwindigkeitszüge, die mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde durch das Gestein rasen. Ingenieure entwickeln spezielle Sensoren, wasserdichte Kammern und Notinseln, um dem seismisch aktiven Gebiet gerecht zu werden. Während Europa seit Jahrzehnten über eine lediglich drei Kilometer lange Brücke über die Meerenge von Messina debattiert, treibt China ein Projekt voran, das fast vierzigmal so lang ist und die Wirtschaftskraft ganzer Regionen enger vernetzen soll.

Der Zug der Zukunft
China verfügt bereits über das weltweit längste Netz für Hochgeschwindigkeitszüge. Die Verbindung von Peking nach Guangzhou erstreckt sich über rund 2 300 Kilometer. Ein Zug nach Lhasa erklimmt Höhen von 5 000 Metern. Nun wagt sich China an einen Zug, der nicht mehr an die Atmosphärenluft gebunden ist: In Harbin im Nordosten soll demnächst eine Versuchsstrecke für einen Magnetschwebebahn‑Zug entstehen, der in einem teilvakuumierten Tunnel auf bis zu 1 000 Kilometer pro Stunde beschleunigt wird. Diese Geschwindigkeit wäre mehr als doppelt so hoch wie bei der aktuellen Transrapid‑Strecke in Shanghai. Der Betreiber World Artery sieht in dem Projekt einen Durchbruch für den Personen‑ und Güterverkehr, die Technologie könnte den Flugverkehr auf mittleren Distanzen ersetzen. Herausforderungen liegen in der Sicherheit der Passagiere und den immensen Baukosten. Gleichwohl zeigt das Projekt, wie ehrgeizig China die Grenzen der Ingenieurskunst verschiebt.

Die Umleitung der Flüsse
Nicht nur Züge rollen in Rekordzeit, auch gewaltige Wassermassen werden umgeleitet. Seit dem Jahr 2014 fließen im Rahmen des Süd‑Nord‑Wasserumleitungsprojekts Milliarden Kubikmeter Wasser vom wasserreichen Yangtze ins trockene Nordchina. Bis Mai 2026 wurden mehr als 88 Milliarden Kubikmeter in Richtung Peking und weitere Metropolen geleitet, nahezu 200 Millionen Menschen profitieren davon. Der Osten‑ und der Zentralarm der gigantischen Anlage versorgen 48 Großstädte, die Wasserqualität liegt laut Regierung durchgängig auf hohem Niveau. Allein die zentrale Route hat über 78 Milliarden Kubikmeter transportiert. Rund 13 Milliarden Kubikmeter dienten als ökologische Auffrischung, wodurch Flüsse wieder aufgefüllt und Grundwasserspiegel angehoben wurden. In Europa wäre eine Umleitung dieser Größenordnung unvorstellbar – hier werden Pipelines über wenige Kilometer bereits von Bürgerinitiativen und Umweltauflagen ausgebremst.

Solarkraft auf dem Meer
Auch im Bereich der erneuerbaren Energien setzt China Maßstäbe. Vor der Küste der Provinz Shandong hat der staatliche Energiekonzern eine schwimmende Solaranlage mit einer Leistung von einem Gigawatt ans Netz angeschlossen. Die Anlage besteht aus fast 3 000 schwimmenden Plattformen auf einer Fläche von über 1 200 Hektar, ist über ein 66‑Kilovolt‑Seekabel mit dem Festland verbunden und verfügt über ein integriertes Energiespeichersystem sowie Fischzuchtbecken. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,2 Milliarden US‑Dollar soll die Anlage jährlich rund 1,78 Terawattstunden Strom liefern – genug, um Millionen Menschen mit sauberer Energie zu versorgen. Europa plant derweil kleinteilig und streitet über den Bau einzelner Windparks; in China wird ein ganzer Solarpark auf dem offenen Meer errichtet, der Fischerei, Energiegewinnung und Netzstabilität miteinander verbindet.

Deutschland zwischen Stillstand und Erneuerung
Die Lage in Deutschland wirkt im Vergleich dazu trist. Ein Brückeneinsturz bei Dresden im Jahr 2024 und Risse auf dem Berliner Stadtring, die jahrelange Sperrungen nach sich ziehen, stehen exemplarisch für den Zustand der Infrastruktur. Öffentliche Investitionen liegen seit Jahrzehnten auf einem Tiefstand; nach Angaben des Deutschen Instituts für Urbanistik beträgt der Anteil der öffentlichen Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt heute weniger als die Hälfte im Vergleich zur Hochphase der 1970er Jahre. Die Folgen sind spürbar: Jede vierte Person in Deutschland hat keinen Zugang zu öffentlichem Nahverkehr, die Deutsche Bahn musste im vergangenen Jahr rund zweihundert Millionen Euro Entschädigungen wegen Verspätungen zahlen. Großprojekte wie der Bahnhof Stuttgart 21 oder der Hauptstadtflughafen BER wurden von Kostenexplosionen und jahrelangen Verzögerungen begleitet.

Die Ursachen sind vielfältig: ein Dickicht aus Bau‑ und Vergaberecht, das selbst Kommunen lähmt; ein Personalmangel in Verwaltungen und Bauwirtschaft, weil viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen; und eine politische Kultur, die den Konsens sucht, aber Entscheidungen verzögert. Eine Umfrage des Urbanistik‑Instituts ergab, dass in rund sechzig Prozent der Kommunen Bauprojekte aufgrund rechtlicher Vorgaben mindestens um ein Jahr verschoben werden müssen. Gleichzeitig belasten die Energiewende und die Digitalisierung die Investitionsbudgets zusätzlich; allein der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird auf mehr als eine Billion Euro geschätzt.

Was der Vergleich lehrt
Der Blick nach China zeigt, wie Zukunft gestaltet werden kann, wenn politischer Wille, staatliche Finanzierung und technologische Ambition zusammentreffen. Das bedeutet nicht, dass europäische Standards für demokratische Mitsprache, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit über Bord geworfen werden sollten. Chinas Megaprojekte werden von massiven Umweltfolgen und der Umsiedlung ganzer Dörfer begleitet, und nicht jede Schnellbaumaßnahme wäre hierzulande wünschenswert. Doch der Vorsprung ist so deutlich, dass er unsere eigene Trägheit entlarvt. Während China an einem Tunnel von 120 Kilometern Länge plant, stauen sich in Deutschland die Akten für eine Ortsumgehung; während ein Magnetschwebebahn‑Zug mit 1 000 Kilometern pro Stunde getestet wird, diskutieren wir über Nachtzüge; während Millionen Menschen im Norden Chinas über einen Wasserkanal versorgt werden, drohen bei uns Dürresommer und sinkende Grundwasserspiegel.

Es geht nicht darum, chinesische Praktiken zu kopieren, sondern darum, aus ihnen zu lernen: Genehmigungsverfahren zu straffen, Planungs‑ und Bauzeiten zu verkürzen und zugleich Umwelt‑ und Sozialstandards hochzuhalten. Die Technologie steht bereit, das Kapital ebenfalls; es fehlt der Mut zur Umsetzung. Chinas neues Megaprojekt ist kein Science‑Fiction, sondern Realität – und es hält uns den Spiegel vor. Wenn Europa und insbesondere Deutschland nicht endlich ins Handeln kommen, wird der Rückstand von gefühlten hundert Jahren bald sehr real sein.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...