Zürcher Nachrichten - Chinas gefährliche Schieflage

EUR -
AED 4.193303
AFN 74.207228
ALL 93.672285
AMD 419.417337
ANG 2.044001
AOA 1048.028871
ARS 1698.204573
AUD 1.642168
AWG 2.054958
AZN 1.945326
BAM 1.95347
BBD 2.300097
BDT 140.754567
BGN 1.930382
BHD 0.43048
BIF 3407.804933
BMD 1.141643
BND 1.474154
BOB 7.904547
BRL 5.850323
BSD 1.141958
BTN 108.786188
BWP 15.443766
BYN 3.264435
BYR 22376.206598
BZD 2.29677
CAD 1.615095
CDF 2577.830745
CHF 0.922985
CLF 0.02683
CLP 1055.951907
CNY 7.736859
CNH 7.742641
COP 3713.879474
CRC 519.484884
CUC 1.141643
CUP 30.253545
CVE 110.629671
CZK 24.245538
DJF 202.893278
DKK 7.475142
DOP 67.018889
DZD 152.070344
EGP 56.636124
ERN 17.124648
ETB 181.94943
FJD 2.548951
FKP 0.851539
GBP 0.852083
GEL 3.014384
GGP 0.851539
GHS 13.088985
GIP 0.851539
GMD 83.915171
GNF 10020.777527
GTQ 8.713682
GYD 238.888182
HKD 8.951454
HNL 30.681706
HRK 7.532452
HTG 149.453034
HUF 355.895283
IDR 20626.29591
ILS 3.437378
IMP 0.851539
INR 108.881423
IQD 1496.123405
IRR 1569473.981035
ISK 143.402242
JEP 0.851539
JMD 180.435558
JOD 0.80947
JPY 184.586625
KES 147.523572
KGS 99.835332
KHR 4577.989607
KMF 492.048616
KPW 1027.479274
KRW 1714.628249
KWD 0.353408
KYD 0.951615
KZT 538.362531
LAK 25744.054418
LBP 102234.1484
LKR 383.132981
LRD 207.35099
LSL 18.632052
LTL 3.370976
LVL 0.690569
LYD 7.312269
MAD 10.680117
MDL 20.069006
MGA 4903.357913
MKD 61.632203
MMK 2396.661113
MNT 4093.58572
MOP 9.220417
MRU 45.751395
MUR 53.828909
MVR 17.650236
MWK 1981.892978
MXN 19.957567
MYR 4.650945
MZN 72.955258
NAD 18.632047
NGN 1573.652825
NIO 41.846975
NOK 11.164175
NPR 174.047241
NZD 1.980768
OMR 0.438944
PAB 1.141943
PEN 3.882772
PGK 5.000112
PHP 70.268714
PKR 317.576639
PLN 4.328316
PYG 6942.779137
QAR 4.163235
RON 5.233525
RSD 117.34993
RUB 87.904236
RWF 1674.219744
SAR 4.285517
SBD 9.207399
SCR 16.810537
SDG 685.560934
SEK 11.029335
SGD 1.474655
SHP 0.852352
SLE 27.799435
SLL 23939.691135
SOS 652.453266
SRD 42.937776
STD 23629.709143
STN 24.659493
SVC 9.992212
SYP 126.188217
SZL 18.643455
THB 38.020719
TJS 10.569132
TMT 4.007168
TND 3.360713
TOP 2.748803
TRY 53.637941
TTD 7.758813
TWD 36.670155
TZS 3002.525068
UAH 50.803921
UGX 4202.061196
USD 1.141643
UYU 46.04568
UZS 13716.843354
VES 798.407715
VND 29988.112592
VUV 137.496498
WST 3.161561
XAF 655.181208
XAG 0.019162
XAU 0.000278
XCD 3.085348
XCG 2.058163
XDR 0.814162
XOF 653.59483
XPF 119.331742
YER 270.687698
ZAR 18.62918
ZMK 10276.162808
ZMW 20.584536
ZWL 367.608643
  • Euro STOXX 50

    -14.3000

    6269.97

    -0.23%

  • SDAX

    53.5800

    18128.23

    +0.3%

  • MDAX

    82.1000

    31919.45

    +0.26%

  • Goldpreis

    -30.4000

    4110.4

    -0.74%

  • DAX

    -51.1800

    25067.09

    -0.2%

  • TecDAX

    13.8300

    3838.42

    +0.36%

  • EUR/USD

    -0.0015

    1.1419

    -0.13%


Chinas gefährliche Schieflage




Wer Chinas wirtschaftliche Leistungsfähigkeit an Elektroautos, Batterien, Robotern und künstlicher Intelligenz misst, kann leicht zu einem beeindruckenden Ergebnis kommen. Das Land verfügt über eine industrielle Infrastruktur, die in vielen Zukunftsbranchen weltweit ihresgleichen sucht. Chinesische Hersteller entwickeln neue Fahrzeugmodelle in immer kürzeren Abständen, dominieren große Teile der Batterieproduktion und treiben die Automatisierung ihrer Fabriken mit hohem Tempo voran. Zugleich entstehen leistungsfähige KI-Systeme, die zeigen, dass China technologisch keineswegs nur aufholt, sondern in einzelnen Bereichen selbst Maßstäbe setzt.

Doch hinter dieser glänzenden Oberfläche verbirgt sich eine wirtschaftliche Schieflage, die weder mit einem neuen Elektroauto noch mit einem leistungsfähigeren Algorithmus beseitigt werden kann. China hat kein grundsätzliches Problem damit, Waren herzustellen. Es hat ein Problem damit, im eigenen Land genügend Käufer für diese Waren zu finden.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten machen den Widerspruch sichtbar. Während die chinesische Industrieproduktion im Mai 2026 weiter zulegte und die Hochtechnologieproduktion besonders kräftig wuchs, gingen die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr zurück. In den ersten fünf Monaten des Jahres wuchs der klassische Einzelhandel lediglich um 1,4 Prozent. Die Industrieproduktion legte im selben Zeitraum um 5,4 Prozent zu. Die Exporte stiegen noch deutlich stärker.

China produziert damit schneller, als seine eigene Bevölkerung konsumiert. Genau darin liegt das strukturelle Problem. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat über Jahrzehnte ein Modell perfektioniert, das Investitionen, Infrastruktur, Industrie und Exporte begünstigt. Die Einkommen und die soziale Absicherung der privaten Haushalte hielten mit diesem Produktionsapparat jedoch nicht Schritt.

Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft mit zwei Geschwindigkeiten. Auf der einen Seite stehen hochautomatisierte Fabriken, moderne Hochgeschwindigkeitszüge, riesige Solarparks, leistungsfähige Elektroautos und KI-Rechenzentren. Auf der anderen Seite stehen verunsicherte Familien, junge Menschen mit schwierigen Berufsaussichten, überschuldete Immobilienentwickler und Kommunen, deren wichtigste Einnahmequellen wegbrechen.

Die chinesische Führung hat dieses Ungleichgewicht inzwischen selbst erkannt. Selbst in amtlichen Wirtschaftsberichten ist von einem ausgeprägten Missverhältnis zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage die Rede. Die Diagnose ist eindeutig. Die Lösung fällt dennoch schwer, weil sie nicht allein eine Frage der Konjunktur ist. Sie berührt die grundlegende Verteilung von Einkommen, Vermögen und wirtschaftlicher Sicherheit.

Über viele Jahre war die eigene Wohnung für chinesische Familien weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Immobilien dienten als Altersvorsorge, Kapitalanlage, Statussymbol und Voraussetzung für familiäre Sicherheit. In einem Finanzsystem mit begrenzten Anlagealternativen floss ein erheblicher Teil der privaten Ersparnisse in Wohnungen. Steigende Immobilienpreise vermittelten Millionen Haushalten das Gefühl, wohlhabender zu werden, selbst wenn ihre laufenden Einkommen nur mäßig zunahmen.

Seit dem Beginn der Immobilienkorrektur im Jahr 2021 funktioniert dieser Mechanismus in die entgegengesetzte Richtung. Sinkende Preise vermindern das Vermögen der Eigentümer. Unverkaufte Wohnungen belasten die Bilanzen der Entwickler. Unfertige Projekte erschüttern das Vertrauen potenzieller Käufer. Familien, die hohe Summen für Immobilien aufgebracht haben, deren Marktwert inzwischen deutlich niedriger liegt, reagieren nicht mit zusätzlichem Konsum. Sie sparen mehr.

Dass Wohnungen billiger werden, löst das Problem daher nicht automatisch. In einem stabilen Markt können niedrigere Preise neue Käufer anziehen. In einem fallenden Markt erzeugen sie häufig das Gegenteil. Wer mit weiteren Preisrückgängen rechnet, verschiebt den Kauf. Wer um seinen Arbeitsplatz fürchtet, nimmt keine langfristige Hypothek auf. Wer nicht sicher sein kann, ob ein vor Baubeginn bezahltes Projekt tatsächlich fertiggestellt wird, hält sein Geld zurück.
Die Immobilienkrise trifft außerdem nicht nur Eigentümer und Bauunternehmen. Sie zieht sich durch weite Teile der Wirtschaft. Stahlhersteller, Zementproduzenten, Möbelunternehmen, Haushaltsgerätehersteller, Makler, Banken und Versicherer hängen direkt oder indirekt vom Wohnungsbau ab. Gleichzeitig verlieren lokale Verwaltungen Einnahmen, weil sie über Jahre einen beträchtlichen Teil ihrer Haushalte mit dem Verkauf von Landnutzungsrechten finanziert haben.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 brachen diese Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent ein. Damit geraten ausgerechnet jene regionalen Behörden unter Druck, die Schulen, Verkehrswege, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Leistungen finanzieren sollen. Sinkende Einnahmen erzwingen Sparmaßnahmen, neue Gebühren oder zusätzliche Verschuldung. Jede dieser Reaktionen kann die Vorsicht der privaten Haushalte weiter verstärken.

Es entsteht ein Kreislauf. Die Immobilienkrise schwächt das Vermögen der Familien. Die Familien konsumieren weniger. Die schwächere Nachfrage belastet Unternehmen. Unternehmen senken Preise, verschieben Investitionen oder halten sich bei Neueinstellungen zurück. Unsichere Arbeitsplätze führen wiederum zu noch höheren Ersparnissen. Der technologische Fortschritt kann diesen Vertrauensverlust nicht auf Knopfdruck rückgängig machen.

BYD verkörpert diesen Widerspruch besonders deutlich. Das Unternehmen ist zu einem Symbol für Chinas industrielle Stärke geworden. Es produziert Batterien, Fahrzeugkomponenten und komplette Autos in enormem Umfang und hat traditionelle Hersteller in vielen Bereichen unter Druck gesetzt. Im Jahr 2025 verkaufte BYD weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge. Dennoch ging der Jahresgewinn erstmals seit mehreren Jahren zurück.

Im ersten Quartal 2026 verschärfte sich die Lage. Der Gewinn brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55,4 Prozent ein, der Umsatz sank um 11,8 Prozent. Im Juni gingen die Verkäufe im chinesischen Heimatmarkt erneut deutlich zurück, während das Auslandsgeschäft nahezu eine Verdoppelung erreichte. Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass BYD vor dem Scheitern steht. Das Unternehmen verfügt über technologische Fähigkeiten, eine weitgehend integrierte Lieferkette und eine wachsende internationale Präsenz. Die Zahlen zeigen jedoch, dass selbst ein führender Konzern der chinesischen Binnenmarktschwäche nicht entkommt.

Chinas Autoindustrie leidet unter einem ruinösen Wettbewerb. Hersteller bringen immer neue Modelle auf den Markt, senken Preise und statten selbst preiswerte Fahrzeuge mit Funktionen aus, die früher der Oberklasse vorbehalten waren. Für Kunden erscheint das zunächst vorteilhaft. Für die Unternehmen sinken jedoch die Gewinnspannen. Zulieferer geraten unter Druck, Händler bleiben auf Fahrzeugen sitzen und schwächere Hersteller werden zunehmend von lokalen Hilfen oder günstigen Krediten abhängig.

Das Problem besteht nicht in mangelnder Innovation. Es besteht in einer industriellen Kapazität, die der tatsächlichen Nachfrage davongelaufen ist. Der Export wird dadurch zum notwendigen Ausweg. Chinesische Autobauer, Batteriehersteller, Solarunternehmen und Maschinenbauer müssen ihre Produkte verstärkt im Ausland verkaufen, um Fabriken auszulasten und Marktanteile zu sichern.

Damit wird eine innere wirtschaftliche Schieflage zu einem internationalen Konflikt. Andere Staaten sehen sich mit günstigen chinesischen Waren konfrontiert, deren Preise nicht nur auf hoher Produktivität beruhen, sondern auch auf massivem Wettbewerb, staatlicher Förderung, günstiger Finanzierung und Überkapazitäten. Zölle, Einfuhrbeschränkungen und industriepolitische Gegenmaßnahmen sind die Folge.

Je stärker der chinesische Binnenmarkt schwächelt, desto größer wird der Druck, überschüssige Produktion ins Ausland zu lenken. Je erfolgreicher diese Exportoffensive ist, desto heftiger fällt die politische Gegenwehr in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens aus. China kann seine Nachfrageprobleme deshalb nicht dauerhaft exportieren, ohne neue Handelskonflikte zu erzeugen. Auch künstliche Intelligenz bietet keinen einfachen Ausweg. Sie kann Entwicklungszeiten verkürzen, Fabriken effizienter machen, Logistik optimieren und den Mangel an Arbeitskräften teilweise ausgleichen. Gerade angesichts der alternden Bevölkerung ist Automatisierung für China wirtschaftlich unverzichtbar. Im Mai 2026 stieg die Produktion von Industrierobotern gegenüber dem Vorjahr um 27,9 Prozent. Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien nahm sogar um 40 Prozent zu.

Doch höhere Produktivität ist nicht dasselbe wie höhere Nachfrage. Eine KI kann Kosten senken, aber sie kann einer verunsicherten Familie nicht die Sorge vor Arbeitslosigkeit nehmen. Ein Roboter kann fehlende Arbeitskräfte in einer Fabrik ersetzen, aber er zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge und kauft keine Wohnung. Ein Algorithmus kann Konsumvorlieben analysieren, aber er kann kein Vertrauen in ein angeschlagenes Immobilienprojekt schaffen.

Unter ungünstigen Bedingungen könnte die schnelle Automatisierung das Nachfrageproblem sogar verschärfen. Werden Arbeitsplätze schneller ersetzt, als neue und gut bezahlte Tätigkeiten entstehen, wächst die Unsicherheit. Fließen die Produktivitätsgewinne überwiegend an Unternehmen, staatliche Institutionen oder Kapitaleigner, während die verfügbaren Einkommen der Haushalte nur langsam steigen, bleibt der Konsum schwach.

Technologischer Fortschritt kann eine alternde Gesellschaft produktiver machen. Er kann die Gesellschaft jedoch nicht verjüngen. Im Jahr 2025 wurden in China nur noch 7,92 Millionen Kinder geboren. Gleichzeitig starben 11,31 Millionen Menschen. Die Bevölkerung schrumpfte innerhalb eines Jahres um 3,39 Millionen und damit bereits das vierte Jahr in Folge. Rund 23 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen mindestens 60 Jahre alt.

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung reichen weit über den Arbeitsmarkt hinaus. Weniger junge Menschen bedeuten langfristig weniger Erstkäufer von Wohnungen, weniger Familiengründungen und eine geringere Nachfrage nach Möbeln, Haushaltsgeräten, Bildungsangeboten und vielen anderen Gütern. Zugleich steigen die Ausgaben für Renten, Gesundheit und Pflege.

Ältere Menschen konsumieren durchaus, allerdings in einer anderen Zusammensetzung. Zudem sparen viele Haushalte besonders stark, wenn sie nicht wissen, ob Renten, Krankenversicherung und Pflegeleistungen im Alter ausreichen werden. Eine alternde Gesellschaft mit lückenhafter sozialer Absicherung entwickelt daher nicht automatisch einen kräftigen Binnenkonsum.

Die chinesische Regierung versucht sinnvoll gegenzusteuern. Sie fördert den Austausch alter Autos und Haushaltsgeräte, erleichtert Immobilienkäufe, unterstützt Familien mit Kindern und verbessert die Erstattung von Kosten rund um Schwangerschaft und Geburt. Sie lässt Banken Kredite verlängern, organisiert Umschuldungen für lokale Verwaltungen und versucht, die Fertigstellung bereits verkaufter Wohnungen zu sichern. Solche Maßnahmen können einzelne Belastungen mildern. Sie ersetzen jedoch keine umfassende Neuordnung des Wirtschaftsmodells. Kaufprämien ziehen häufig lediglich Anschaffungen vor, die später fehlen. Günstigere Kredite helfen wenig, wenn Unternehmen und Haushalte keine neuen Schulden aufnehmen wollen. Staatlich angeordnete Investitionen können die Wirtschaftsleistung erhöhen, schaffen aber nicht zwangsläufig profitable Projekte oder dauerhaft höhere Einkommen.

Für einen nachhaltigen Ausweg müsste China einen größeren Teil seiner wirtschaftlichen Ressourcen unmittelbar den privaten Haushalten zugutekommen lassen. Dazu gehören verlässlichere Renten, eine breitere Gesundheitsversorgung, eine stärkere Arbeitslosenversicherung und bessere öffentliche Leistungen für Wanderarbeiter. Auch das System der Haushaltsregistrierung müsste weiter reformiert werden, damit Millionen Menschen dort vollständigen Zugang zu Schulen, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten, wo sie tatsächlich leben und arbeiten.

Ebenso entscheidend wäre eine glaubwürdige Bereinigung des Immobilienmarktes. Bereits bezahlte Wohnungen müssten fertiggestellt, nicht überlebensfähige Entwickler geordnet abgewickelt und Verluste transparent verteilt werden. Solange problematische Kredite verlängert und überschüssige Projekte künstlich am Leben gehalten werden, bleibt Kapital in unproduktiven Bereichen gebunden.

Eine solche Neuorientierung wäre wirtschaftlich sinnvoll, politisch aber anspruchsvoll. Mehr Geld für Haushalte bedeutet weniger Geld für andere Prioritäten. Eine stärkere soziale Absicherung würde den finanziellen Spielraum für Industrieprogramme, Infrastrukturprojekte und strategische Technologieinvestitionen einschränken. Eine konsequente Marktbereinigung würde Arbeitsplätze kosten und könnte regionale Regierungen sowie staatlich verbundene Unternehmen treffen.

Deshalb setzt Peking bislang vor allem auf eine Mischung aus technologischem Fortschritt, gezielter Förderung und schrittweiser Stabilisierung. Dieses Vorgehen verhindert möglicherweise einen abrupten Absturz. Es beseitigt jedoch nicht die grundlegende Schieflage.

Von einem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch Chinas kann keine Rede sein. Die Wirtschaft wuchs 2025 offiziell um 5 Prozent. Auch im ersten Quartal 2026 wurde ein Wachstum von 5 Prozent erreicht. Internationale Prognosen gehen für das Gesamtjahr weiterhin von einem Zuwachs von deutlich mehr als 4 Prozent aus. China verfügt über hohe Ersparnisse, leistungsfähige Unternehmen, moderne Infrastruktur und erhebliche staatliche Steuerungsmöglichkeiten.

Entscheidend ist jedoch nicht allein, wie groß das Wachstum ausfällt, sondern woher es kommt. Wird es dauerhaft von Exporten, staatlichen Investitionen und immer größeren Produktionskapazitäten getragen, während der private Konsum zurückbleibt, wird das Modell zunehmend kostspielig. Gewinne sinken, Schulden steigen und Handelspartner reagieren mit Abwehrmaßnahmen. China besitzt die Technologie, um hervorragende Autos zu bauen, Fabriken zu automatisieren und leistungsfähige KI-Systeme zu entwickeln. Was dem Land fehlt, ist ein verlässlicher Mechanismus, der Produktivität in breite wirtschaftliche Sicherheit übersetzt. Erst wenn Haushalte darauf vertrauen können, dass Arbeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Alter finanzierbar bleiben, werden sie weniger sparen und mehr konsumieren.

BYD kann Fahrzeuge produzieren. Künstliche Intelligenz kann Prozesse optimieren. Beides kann Chinas Wirtschaft modernisieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Doch weder ein Elektroauto noch ein Algorithmus kann eine Sozialversicherung ersetzen, einen verlorenen Immobilienwert zurückbringen oder den Wunsch nach Familiengründung staatlich erzeugen.

Chinas größtes wirtschaftliches Problem ist deshalb kein Mangel an Technologie. Es ist ein Mangel an Vertrauen. Solange dieses Vertrauen nicht zurückkehrt, bleibt der technologische Aufstieg beeindruckend, aber unvollständig.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...