Zürcher Nachrichten - Brüssel will USA und China bei "grünen" Technologien Paroli bieten

EUR -
AED 4.271898
AFN 72.686926
ALL 96.41106
AMD 438.965478
ANG 2.081879
AOA 1066.477167
ARS 1624.84862
AUD 1.648521
AWG 2.093412
AZN 1.975323
BAM 1.965257
BBD 2.338886
BDT 142.484456
BGN 1.987938
BHD 0.440343
BIF 3448.315063
BMD 1.163007
BND 1.485705
BOB 8.02479
BRL 6.112435
BSD 1.161288
BTN 108.535709
BWP 15.868021
BYN 3.457691
BYR 22794.932625
BZD 2.335408
CAD 1.592447
CDF 2643.514377
CHF 0.912012
CLF 0.026742
CLP 1054.23043
CNY 8.002071
CNH 8.000236
COP 4315.662249
CRC 541.594688
CUC 1.163007
CUP 30.819679
CVE 110.798676
CZK 24.416746
DJF 206.785339
DKK 7.471632
DOP 68.911327
DZD 153.897714
EGP 60.75582
ERN 17.445101
ETB 181.307537
FJD 2.569901
FKP 0.871698
GBP 0.864053
GEL 3.157563
GGP 0.871698
GHS 12.703862
GIP 0.871698
GMD 85.479249
GNF 10178.984582
GTQ 8.894805
GYD 242.955448
HKD 9.11082
HNL 30.736916
HRK 7.533491
HTG 152.098679
HUF 386.875395
IDR 19635.04324
ILS 3.610613
IMP 0.871698
INR 108.017038
IQD 1521.321092
IRR 1530080.77726
ISK 143.584908
JEP 0.871698
JMD 182.911804
JOD 0.824605
JPY 184.057503
KES 150.784095
KGS 101.704716
KHR 4653.172524
KMF 496.604216
KPW 1046.710712
KRW 1722.366999
KWD 0.356311
KYD 0.967774
KZT 559.742002
LAK 24959.934934
LBP 103998.309215
LKR 364.649133
LRD 212.515434
LSL 19.690959
LTL 3.434056
LVL 0.703491
LYD 7.433742
MAD 10.8541
MDL 20.311093
MGA 4833.071305
MKD 61.648611
MMK 2441.677383
MNT 4148.387235
MOP 9.369732
MRU 46.355083
MUR 54.161537
MVR 17.980256
MWK 2013.227719
MXN 20.578362
MYR 4.581663
MZN 74.29751
NAD 19.690959
NGN 1598.61056
NIO 42.735658
NOK 11.314369
NPR 173.642681
NZD 1.97742
OMR 0.447162
PAB 1.161233
PEN 4.039841
PGK 5.014021
PHP 69.125688
PKR 324.166696
PLN 4.251168
PYG 7588.5512
QAR 4.246499
RON 5.095251
RSD 117.462099
RUB 95.414029
RWF 1697.814229
SAR 4.365916
SBD 9.364135
SCR 17.796475
SDG 698.96646
SEK 10.791691
SGD 1.480676
SHP 0.872556
SLE 28.580955
SLL 24387.682982
SOS 663.673841
SRD 43.422605
STD 24071.891967
STN 24.61794
SVC 10.160459
SYP 128.586735
SZL 19.683299
THB 37.397661
TJS 11.095514
TMT 4.082154
TND 3.422269
TOP 2.800241
TRY 51.536204
TTD 7.883736
TWD 36.988287
TZS 3018.002423
UAH 50.987774
UGX 4384.003009
USD 1.163007
UYU 47.317913
UZS 14158.255868
VES 528.80828
VND 30634.761239
VUV 138.660755
WST 3.172441
XAF 659.109011
XAG 0.01652
XAU 0.00026
XCD 3.143084
XCG 2.092781
XDR 0.821175
XOF 659.114706
XPF 119.331742
YER 277.502332
ZAR 19.392553
ZMK 10468.458238
ZMW 22.499663
ZWL 374.487704
  • Euro STOXX 50

    73.0400

    5574.32

    +1.31%

  • DAX

    273.6700

    22653.86

    +1.21%

  • Goldpreis

    -151.3000

    4423.6

    -3.42%

  • MDAX

    433.0800

    28229.36

    +1.53%

  • TecDAX

    15.1800

    3435.36

    +0.44%

  • SDAX

    265.0300

    16463.01

    +1.61%

  • EUR/USD

    0.0030

    1.1605

    +0.26%

Brüssel will USA und China bei "grünen" Technologien Paroli bieten
Brüssel will USA und China bei "grünen" Technologien Paroli bieten / Foto: OSCAR DEL POZO - AFP

Brüssel will USA und China bei "grünen" Technologien Paroli bieten

Die EU-Kommission hat am Donnerstag in Brüssel zwei Schlüsselvorhaben präsentiert, mit denen Europa bis 2030 wettbewerbsfähiger gegenüber den USA und China werden soll. Zum einen sollen "grüne" Technologien als Antwort auf das milliardenschwere Subventionspaket der USA massiv ausgebaut und finanziell gefördert werden. Zum anderen soll Europa bei wichtigen Rohstoffen etwa für Handys oder Autobatterien vor allem von China unabhängiger werden. Aus der Industrie und dem Europaparlament kam zum Teil scharfe Kritik an den Plänen.

Textgröße:

Die Brüsseler Behörde stellte das sogenannte Netto-Null-Industrie-Gesetz (Net Zero Industry Act) vor, das Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu Jahresbeginn angekündigt hatte. Damit reagiert Brüssel auf das US-Inflationsreduzierungsgesetz (Inflation Reduction Act; IRA), das rund 370 Milliarden Dollar (rund 350 Milliarden Euro) für saubere Technologien vorsieht.

Mit dem EU-Gesetzespaket sollen bis 2030 rund 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an sauberen Technologien in der EU selbst produziert werden. "Green-Tech"-Branchen können auf mehr Fördermittel und beschleunigte Genehmigungsverfahren hoffen. Gefördert werden sollen Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und grüner Wasserstoff, aber auch die umstrittene Kohlenstoffspeicherung unter der Erde. Damit könne Europa bis 2050 der "erste klimaneutrale Kontinent werden", versprach Vizekommissionspräsident Frans Timmermans.

Auch die Atomkraft ist nach massivem Tauziehen hinter den Kulissen nun Teil des Pakets, mit dem die EU ihre Klimaziele erreichen will. Dies hatte vor allem Frankreich gefordert, atomkritische Länder wie Deutschland und Österreich lehnen das ab. Wegen des Streits hatte sich die Vorstellung der Pläne verzögert.

Die Atomenergie sei "sauber", sagte nun der französische EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, der das Projekt federführend verantwortet. Von den Plänen sollen laut dem Gesetzesvorschlag aber nur "fortschrittliche Technologien" der vierten Generation profitieren. Dazu gehören Mini-Atomkraftwerke, die etwa Frankreich und Polen bauen wollen.

Zudem präsentierte die Kommission Pläne für eine größere Unabhängigkeit Europas von China bei wichtigen Rohstoffen. Künftig sollen nicht mehr als 65 Prozent des EU-Jahresverbrauchs aus einem einzigen Drittland stammen. Bisher bezieht die EU Seltene Erden oder Magnesium fast vollständig aus China.

Dafür sind neue Bergbauprojekte geplant, die zehn Prozent des EU-Bedarfs an wichtigen Rohstoffen decken sollen. Zudem ist eine Recyclingquote von 15 Prozent etwa für Lithium oder Seltene Erden geplant, die in Handys oder Autobatterien zum Einsatz kommen. Diese Zielmarken sind jedoch unverbindlich.

Darüber hinaus will die EU-Kommission eine "Wasserstoffbank" gründen - eine Auktionsplattform, bei der Hersteller von grünem Wasserstoff Finanzmittel bekommen können, um ihre möglicherweise teureren Produktionskosten als bei fossilen Energien auszugleichen. Langfristig soll die grüne Wasserstoffproduktion dadurch rentabler werden und mehr private Investoren anziehen. Die EU will nach Kommissionsangaben bis 2030 zehn Millionen Tonnen grünen Wasserstoff selbst produzieren und weitere zehn Millionen Tonnen importieren.

Die Pläne gehen nun zur Beratung an die EU-Staaten und das Europaparlament. Bei grünen Technologien werden Kontroversen etwa zur Rolle der Atomkraft erwartet, wie EU-Diplomaten sagten.

Aus der Industrie kam teils Fundamentalkritik. Der Verband der europäischen chemischen Industrie (Cefic) sprach von einem "Null-Industrie-Gesetz", das in keiner Weise mit den US-Förderplänen vergleichbar sei. Die Brüsseler Denkfabrik Bruegel hatte die durchgesickerten Pläne schon vorab als "unverhohlen protektionistisch" kritisiert, da dahinter das Prinzip "Europa zuerst" stecke.

Der Umweltverband WWF forderte, weder Atomkraft noch Kohlenstoffspeicherung dürften als "Zukunftstechnologie" gelten. Ähnlich äußerten sich Grünen-Politiker im EU-Parlament. Der Vorsitzende der Europa-SPD, Jens Geier, erklärte dagegen, das Industriegesetz könne "langfristig Arbeitsplätze schaffen und den Ausbau von Europas nachhaltigen Industrien beschleunigen".

Ch.Siegenthaler--NZN